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Luc Montagnier

Begonnen von Suricata, 14. Oktober 2010, 13:38:27

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Suricata

Hallöchen,

ich wurde heute in einem Forum auf den sagenhaften Nobelpreisträger Montagnier aufmerksam gemacht und das dieser doch nun die Grundlagen der Homöopathie bewiesen hätte: Beigefügt war dieser Link des Kopp-Verlag:


http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/tony-isaacs/nobelpreistraeger-entdeckt-wissenschaftliche-grundlage-der-homoeopathie.html

Nun habe ich im Wiki gelesen, dass er mal die Hälfte eines Nobelpreises erhalten hat. Aber was hat es mit dieser Meldung auf sich? Wisst Ihr mehr darüber?


Wie ich dieses "siehste" und "ätschi-bätschi" (Homöopathie is ja doch bewiesen) hasse !  >:(


Conni

Ne, bei dem Nobelpreis ging es nicht um Homoö-Quack, sondern um das HIV.

Guggst Du: http://www.psiram.com/ge/index.php?title=Luc_Montagnier

Suricata

Ja, dass weiß ich Conni. Hatte natürlich gleich im wiki gelesen. Mir ging es nun um diese aktuelle Meldung.

Wenn ich den Artikel von T-M (Danke)! richtig übersetze, schütteln Kollegen den Kopf über Montagniers Aussage, und nur Homöopathie - Anhänger klatschen hoch erfreut in die Hände.

Sorry...mein Schulenglisch liegt ca. 33 Jahre zurück, (viel vergessen) :-[, daher tue ich mir etwas schwer mit dem übersetzen und Google-Übersetzer "schwurbelt" nur rum ;) ???  

Graf Zahl

Also außer heißer Luft vom Luc sehe ich da nichts. Schön, dass er sowas behauptet. Wenn er die Belege dazu gebracht hat und die überprüft wurden, sehe ich mir das wieder an. Der Kopp-Artikel schwafelt doch auch nur rum.
Hier entsteht scheinbar ein zweiter Beneviste ;D Benveniste, oder wie der hieß.

rincewind


cohen

Ich habe ein Werbeblättchen von Spenglersan vorliegen, da ist dieser Montagier auch drin und eine Frau Dr. wettert gegen die Grippeschutzimpfung.

Ich könnte das höchstens mit einer Digicam netzfertig aufbereiten.

de Bunker

Eine Übersetzung auf die Schnelle:


Ein Nobelpreisträger, der den Zusammenhang zwischen HIV und AIDS entdeckte, hat in den Raum gestellt, daß es eine solide wissenschaftliche Grundlage für die Homöopathie geben könne.

Der französische Virologe Luc Montagnier verblüffte seine Kollegen bei einer hochkarätigen internationalen Konferenz, als er eine neue Methode zum Nachweis viraler Infektionen vorstellte, die erhebliche Parallelen zu grundlegenden Vorgehensweise der Homöopathie aufwies.

Obgleich andere Nobelpreisträger - die die Homöopathie als Quacksalberei betrachten - nur noch mit öffentlichem Kopfschütteln reagieren konnten, wurden Montagniers Anmerkungen rasch von Homöopathen aufgegriffen/angenommen, die eifrig nach größerer Glaubwürdigkeit trachten.

Montagnier berichtete der Konferenz in der letzten Woche, daß Lösungen, die die DNA pathogener Bakterien und Viren, darunter HIV, enthalten, "niedrig frequente Radionwellen emitieren könnten", die die umgebenden Wassermoleküle veranlaßten, sich zu "Nanostrukturen" zu formieren. Diese Wassermoleküle, sagte er, gäben auch Radiowellen von sich.

Er vertrat die Ansicht, Wasser könne solche Eigenschaften behalten, auch nachdem die Originallösung erheblich verdünnt wurde, bis zu einem Stadium, in dem die Original-DNA sich effektiv aufgelöst habe. Auf diese Weise, meinte er, könne Wasser die "Erinnerung" an Substanzen behalten, mit denen es in Kontakt gekommen sei - und Ärzte könnten diese Emissionen verwenden, um Krankheiten zu erkennen.

Für Laien mag dies unbedeutend erscheinen. Für Wissenschaftler ist dies jedoch höchst provokativ aufgrund der Ähnlichkeit zu den Prinzipien, die der Homöpathie als grundlegend zugeschrieben werden.

Homöpathische Medikamente arbeiten nach dem Prinzip, daß eine toxische Substanz in minimalster Menge eingenommen die selben Symptome heilt, die sie auslösen würde, wenn sie in größeren Mengen eingenommen würde.

Wissenschaftler weisen dies komplett zurück und sagen, es gibt keinen Beweis, der zeigt, das Wasser Informationen übertragen oder übernehmen kann und daß die homöopathische Behandlung niemals in vollklinischen Versuchen bewiesen wurde.

Montagniers Behauptungen fallen zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt, da die British Medical Association in der letzten Woche den National Health Service dazu aufrief, die Ausgaben von $ Millionen Pfund Sterling pro Jahr für Homöopathie einzustellen.

Die wachsende Besorgnis von Ärzten ist verbunden mit der steigenden Beliebtheit der Homöopathie. Unter den Anwendern sind die Königin und David Beckham.

Montagnier erhielt 2008 den Nobelpreis für Forschungsarbeit aus den 1980er Jahren, die den Zusammenhang zwischen HIV und AIDS bestätigte. Der Durchbruch öffnete den Weg zu neuen Behandlungsmethoden, die das Leben von Millionen Menschen verlängerte.

In der letzten Woche sprach er anläßlich des Nobelpreisträgertreffens in Lindau in Deutschland, zu dem sich 60 Preisträger sowie weitere 700 Wissenschaftler versammelt hatten, um die neuesten Erkenntnisse in Medizin, Chemie und Physik zu diskutieren.

Cristal Sumner von der British Homeopathic Association sagte, Montagniers Arbeit verleihe der Homoöpathie "einen wirklich wissenschaftlichen Ethos".


Nogro

Wenn für die Existenz eines nachgewiesenermaßen nicht existenten Effektes ein Beweis erbracht wird, ist es unerheblich, ob dies durch einen Nobelpreisträger geschieht. Er qualifiziert sich allenfalls für den IG-Nobelpreis, aber den hat ja (s.o) für dieses Forschungsergebnis schon Jacques Benveniste erhalten.  
Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

T-M

Zitat von: Nogro am 14. Oktober 2010, 17:34:51
Wenn für die Existenz eines nachgewiesenermaßen nicht existenten Effektes ein Beweis erbracht wird, ist es unerheblich, ob dies durch einen Nobelpreisträger geschieht. Er qualifiziert sich allenfalls für den IG-Nobelpreis, aber den hat ja (s.o) für dieses Forschungsergebnis schon Jacques Benveniste erhalten.  

Benveniste hat geich zwei davon bekommen (beide für Chemie): Einen 1991 (for his persistent discovery that water, H2O, is an intelligent liquid, and for demonstrating to his satisfaction that water is able to remember events long after all trace of those events has vanished) und einen 1998 (for his homeopathic discovery that not only does water have memory, but that the information can be transmitted over telephone lines and the Internet). (Quelle: http://improbable.com/ig/ig-pastwinners.html)

Da werde ich ja fast neidisch.

Suricata

@ de Bunker,

Das war wirklich nett von Dir! Vielen Dank! :-*

Es ist wirklich zum kotzen, dass die Homöopathen in Foren diese Meldung zum Anlass nehmen, erneut von "bewiesen" herum zu quarken.  

Tezcatlipoca

Montagnier wäre nicht der erste Wissenschaftler, den es in späten Jahren "erwischt" hätte.
Bedauerlich, aber auch Nobelpreisträger sind nicht gegen Abbau ihrer Hirnsubstanz gefeit...
Gruß, T.


Nichts, was ein Mensch sich auszudenken in der Lage ist, kann so unwahrscheinlich, unlogisch oder hirnrissig sein, als dass es nicht doch ein anderer Mensch für bare Münze halten und diese vermeintliche Wahrheit notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird.

crabel

Wurde auf ScienceBlogs ja schon mal thematisiert:
http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/10/die-wundersame-welt-des-luc-montagnier.php
http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/10/house-of-numbers-luc-montagnier-macht-den-mullis.php

Ich habe mal ein Blog gefunden, dass Herrn Montagnier wegen House of Numbers "verteidigt" hat. Hat die Schnitte angeschaut und die Frage beleuchtet, wie sehr seine Antworten aus dem Kontext gerissen sein könnten. War recht interessant. Extrem viele befragte Wissenschaftler hatten ja protestiert aus dem Kontext gerissen als Aidskritiker präsentiert worden zu sein.

Ah wiedergefunden:
http://snoutworld.blogspot.com/2009/12/more-lies-from-brent-leung.html

Naja, keine Ahnung ob er nur ungeschickt oder senil geworden ist...