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MECFS ist keine erfundene Krankheit

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Begonnen von NeuroMD, 04. Dezember 2023, 22:59:23

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Gurkerl

Ein  junger Mensch möchte sterben, weil er keinen Ausweg mehr sieht.

https://www.derstandard.at/story/3000000305309/samuel-21-wie-schlimm-es-sich-anfuehlt-wenn-man-an-mecfs-leidet

Einige Berichte - nicht allzu viele - von Betroffenen, habe ich gelesen, und mir fehlt in den meisten Fällen eine genaue Schilderung des Übergangs von, "ich kann noch was tun, wenn auch mit Einschränkungen" bis "es geht gar nichts mehr" Gibt es überhaupt die Möglichkeit der Unterscheidung, ob diese krassen Symptome ausschließlich von einer Erkrankung (physisch wie psychisch oder beides), oder nicht doch von viel zu langer Untätigkeit und im Bett liegen kommen. Letzeres macht erwiesener Maßen krank.

Ich bin im Frühjahr 25, ca. 5 Wochen aufgrund von ständiger Übelkeit viel zu viel gelegen. Ich habe gute 4 Monate gebraucht um mich konditionsmäßig wieder zurück zu kämpfen. Ich war zutiefst erschüttert, wie schnell der Körper abbauen kann. Gut, ich bin wesentlich älter als der junge Mann in diesem Artikel, und will auch mit meinem Beispiel keinen Vergleich anstellen.

Dem jungen Mann ist wohltatsächlich nicht mehr zu helfen!
Ich finde das so unsagbar traurig.
Ist er jetzt ein Opfer einer aktivistischen Blase? Wie könnte man ihn behandeln?
Mittlerweile gibt es in der öffentlichen Wahrnehmung kaum mehr Zweifel daran, dass es sich bei ME/CFS um eine in erster Linie organische Erkrankung handelt.
Aus dem Artikel geht nicht hervor, ob auch psychologische Hilfe in Anspruch genommen wurde.
Mich lässt die Diskussion rund um ME/CFS ziemlich ratlos zurück.

eLender

Zitat von: Gurkerl am 31. Januar 2026, 00:04:57Ein  junger Mensch möchte sterben, weil er keinen Ausweg mehr sieht.

Aus dem Beitrag:
ZitatMyalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom, kurz ME/CFS, ist eine schwere, komplexe neuroimmunologische Multisystemerkrankung, die durch extreme, nicht erholsame Erschöpfung, die Fatigue, gekennzeichnet ist. Die Situation kann außerdem schon nach geringster Anstrengung schlechter werden. Durch dieses Merkmal, die Post-Exertionelle Malaise (PEM), lässt sich ME/CFS eindeutig von anderen Krankheiten unterscheiden.

Das ist das typische Blasennarrativ, durch keinerlei Fakten gedeckt (Fettung). Die PEM ist optional, das steht sogar im aktuellen ICD. Der Artikel ist prototypisch dafür, wie die Geschichte immer erzählt wird. Ich spreche hier niemandem das Leiden ab, aber das ganze Framing ist fiktiv.

Zitat von: Gurkerl am 31. Januar 2026, 00:04:57Letzeres macht erwiesener Maßen krank.
Das ist einer der zig Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Das Ganze gehört in den Formenkreis Psychosomatik (das ist übrigens das, was in der nicht-öffentlichen Meinung dominiert). Es ist ein komplexes Wechselspiel zwischen Körper, Psyche und Umwelt (> biopsychosozial). Dass man das überhaupt als eine "einfache" und abgrenzbare Störung (hier aber als Krankheit behandelt) betrachtet, ist schon mal der erste Fail. Wie man das am wahrscheinlichsten einordnen sollte, haben wir im Faden schon umrissen.

Zitat von: Gurkerl am 31. Januar 2026, 00:04:57Ist er jetzt ein Opfer einer aktivistischen Blase? Wie könnte man ihn behandeln?
Wie gesagt, das spielt hier alles rein. Ob man ihm überhaupt (noch) helfen kann, kann keiner sagen. Das ist auch wieder ein Ergebnis seines Umganges mit der Störung, alleine die Entscheidung, welches "Krankheitsmodell" er (für die Deutung seines Zustandes) gewählt hat, spielt für die Prognose eine Rolle. Alles etwas abstrakt, ich versuche das mal etwas deutlicher zu machen.

Ich habe oben den Podcast "Superhelden ohne Cape" verlinkt, und ein paar Bemerkungen aus der Blase dazu. Ich habe genau diese eine Folge heute mal durchgehört. Wenn du wirklich verstehen willst, was da passiert (ganz verstehen tut das sowieso keiner), dann kannst du dir das auch mal anhören. Alleine die Tatsache, dass man in der Blase solche Genesungs-Geschichten fürchtet wie der Teufel das Weihwasser, verrät schon viel.

Die Dame, die da von ihrem Leid berichtet, ist seriös (d.h. es ist plausibel und keine Wundererzählung). Das ist ein typischer Fall: überengagiert, voller Tatendrang und beinahe auf Selbstausbeutung programmiert. Den Fall oben mit dem jungen Mann kenne ich nicht, aber alleine das Bild (mit den Muskelpackungen) deutet auch auf so einen Irren hin. Ich habe selbst solche Leute kennengelernt (niemals runterfahren, immer ganz vorne dabei sein, immer auf der Jagd, "Top-Performer"), die dann auch mal unfreiwillig "Auszeit" hatten (und sich nie wieder voll erholt haben).

Der entscheidende Satz, den sie in dem Gespräch gesagt hat: Sie hat ihren Kopf nur kurz in die Blase gesteckt, aber schnell genug wieder rausgezogen, um nicht in den Sog zu geraten. Das ist quasi der Weg in die Chronifizierung, alleine der Wahn (den man da auch eingeredet bekommt), eine unheilbare organische Erkrankung zu haben, die man bisher nicht erkannt hat, ebnet den Weg.

Sie hat sich "alleine" durch geistige und körperliche Anstrengung wieder auf den Weg der Besserung gebracht. Da sind dann teilweise auch leicht eso-affine Praktiken dabei (komisches Yoga-Zeugs etc.), aber das kann hier tatsächlich hilfreich sein. Dass das ein langer und mühsamer Weg zur Besserung ist, liest man sehr häufig (ich erinnere auch nochmal an Paul Garner), aber er zeigt, dass das eben keine unheilbare organische Erkrankung ist. Ganz wichtiger Teil dabei: nicht auf diese Narrative hören, nicht auf totale Schonung setzen (= der Weg in den Abgrund) und nicht auf eine Wunderpille warten, die nie kommt.

Noch ein letzter Gedanke: Solche "Heilungsgeschichten" gibt es viele - und sie sind keine Erfindungen (von Leuten, die teils schwere Formen dieser Störung hatten / teils noch haben). Das kann aber in der Blasenlogik nicht sein, deshalb wird das über die üblichen Mechanismen der Realitätsverweigerung umsegelt: Ignorieren, umdeuten (die hatten alle was ganz anderes), oder Einordnung als Fake. Es geht hier (auch) um Identität (und auch um Zeugs wie Krankheitsgewinn), soziale Ansteckung und Dynamik.

Leider ist der Blog noch down, da findet sich eine tolle Artikelserie zu der Thematik.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

Gurkerl

@eLender
Danke dir!
Muss wohl den Faden nochmals genauer durchlesen, es scheint mir doch einiges entgangen zu sein.

RPGNo1

Zitat von: eLender am 31. Januar 2026, 23:22:04Ich habe oben den Podcast "Superhelden ohne Cape" verlinkt, und ein paar Bemerkungen aus der Blase dazu. Ich habe genau diese eine Folge heute mal durchgehört. Wenn du wirklich verstehen willst, was da passiert (ganz verstehen tut das sowieso keiner), dann kannst du dir das auch mal anhören. Alleine die Tatsache, dass man in der Blase solche Genesungs-Geschichten fürchtet wie der Teufel das Weihwasser, verrät schon viel.
Jetzt hast du mich neugierig gemacht. Ich muss mir den Podcast in einer ruhigen Stunde wohl auch mal anhören.

Zitat von: eLender am 31. Januar 2026, 23:22:04Der entscheidende Satz, den sie in dem Gespräch gesagt hat: Sie hat ihren Kopf nur kurz in die Blase gesteckt, aber schnell genug wieder rausgezogen, um nicht in den Sog zu geraten.
Diesen Rat sollte auch all jenen Kindern und Jugendlichen geben, die glauben, Trans* zu sein. Zieht euren Kopf schleunigst aus der Transaktivistenblase raus, wenn ihr in dort reingesteckt habten solltet!

(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

eLender

Zitat von: Gurkerl am 01. Februar 2026, 10:17:28Muss wohl den Faden nochmals genauer durchlesen, es scheint mir doch einiges entgangen zu sein.
Nuja, das würde ich mir nicht wirklich antun, es sei denn, du wärst bettlägrig ;)
Schaue dir doch mal das Video (es sind mittlerweile zwei) von Hegedüs zu dem Thema an, das ist ein guter Einblick in die Merkwürdigkeiten (ist hier irgendwo verlinkt).

Zitat von: RPGNo1 am 01. Februar 2026, 16:31:34Jetzt hast du mich neugierig gemacht. Ich muss mir den Podcast in einer ruhigen Stunde wohl auch mal anhören.
Ich empfehle direkt die oben verlinkte Episode (das wird bei anderen ähnlich sein). Was man wahrscheinlich bei Durchsicht (oder Durchhörung) merken würde: Es gibt die verschiedenen Typen, also wie man damit umgeht und wie man das angeht. Die Dame hier ist scheinbar rational genug, um sich solchen Blasen zu entziehen und nicht zu schnell in eine Opferrolle zu verfallen. Das habe ich bei einer anderen Episode gehört: man neigt dazu und die Blase trieft davor. Ich habe den Eindruck, dass die Leute, die da wieder halbwegs herausgefunden haben, eine aktive Rolle in ihrem Leidensweg suchen. Die also nicht nur auf das hören, was die üblichen (passivierenden) Narrative sind (unheilbare organische Erkrankung z.B.) und eigene Dinge versuchen.

Da wird oft zuerst auf das angesprungen, was viele machen: NEMs und Pillen auf Rezept. Aber solche Leute sind auch offen für andere Ansätze und Deutungen, v.a. was in die psychosomatische Ecke geht. Da landen viele auch erst mal bei diesen Gurus, die teure Kurse anbieten. Das hat teilweise Anleihen an echte Psychosomatik, aber leider auch ne Menge an Esodenk (dabei ist der Mind-Body-Ansatz keine Esoterik). In der Episode, die ich heute mal gehört habe, sagt die Podcasterin halbwegs schlaue Sachen. Z.B., dass man hier keine Unsummen ausgeben muss und sollte (sie hat auch beinahe 80 k€ für Quack ausgegeben, aber würde das nicht mehr machen, es geht auch beinahe kostenlos per YT ::) ). Es gibt hier eine riesen Menge an Scharlatanerie, zu der ich explizit auch Dinge aus der Scheibenbogenwelt zähle.

Dabei fällt mir auf: Eigentlich ist das von der medizinischen Seite gut abgedeckt (es gibt ja z.B. spezielle Rehas und Therapien für LC- und ME-Volk), aber das muss man schon gezielt suchen und finden. Das hilft auch nicht jedem und ist wmgl. auch nicht für jeden geeignet. Da müsste viel mehr Geld in die Forschung gehen, solche Therapiestudien sind ja nicht billig. Das ist aber das, was die Blase nicht will - und was man der Politik halbwegs erfolgreich ins Gehör geflüstert hat. Es gibt neuere Ansätze, die man prüfen muss. Z.B. speziellere Formen der CBT. Die Problematik scheint viel mit Aufmerksamkeit und falschen Erwartungsmustern (nicht bewusst) zu tun zu haben, die man gezielt "umprogrammieren" kann. Das wird auch in den Podcasts angesprochen.

Apropos, das ist der, den ich heute mal durchlauscht habe (ab Min 54:30 gehts auf den Pfad zu "Heilung" (die nie komplett sein wird, das ist und bleibt meist chronisch))
https://superhelden-ohne-cape.zencast.website/episodes/annis-weg-aus-long-covid-mecfs-80-and-counting

Man hört viel Schmuh, den die Person durchlaufen hat (inkl. Dunkelfeld und Wundermittelchen aus der Blasenforschung). Aber sie hat doch irgendwann gemerkt, dass das auch eine "mentale" Sache ist (wie die Sache mit der Aufmerksamkeit/Erwartungshaltung). Wer sich den Weg verbaut, weil er das für unwissenschaftlichen Unfug hält (und meint, nur organische Ursachen wären wissenschaftlich greifbar), der zählt zu der Kohorte, die am Ende nur noch im abgedunkelten Zimmer vor sich hinvegetiert. Das hat sicher auch viel mit der Persönlichkeit und den sozialen Bedingungen zu tun.

Das Leiden ist schon echt, aber die Vorstellung einer "neuroimmunulogischen Multisystemerkrankung" (und ähnlicher Organikfantasien) ist Pseudowissenschaft auf hohem Niveau (in der Öffentlichkeit bis zur Politik beinahe unumstößlich anerkannt). Das hat viel von einer "Erschöpfungsdepression" und ist sicherlich damit verwand (Kleinschnitz sagt das so). Daher ist es gut, dass man solche "Genesungsgeschichten" erzählt und (v.a. als Betroffener) hört. Da ist leider immer auch ein wenig Quack im Spiel, aber wenn es eine Perspektive öffnet, kann man das so akzeptieren. Ist natürlich dann wieder ein Argument der Organiker, dass das alles nur Esoterik sei.

Zitat von: RPGNo1 am 01. Februar 2026, 16:31:34Diesen Rat sollte auch all jenen Kindern und Jugendlichen geben, die glauben, Trans* zu sein. Zieht euren Kopf schleunigst aus der Transaktivistenblase raus, wenn ihr in dort reingesteckt habten solltet!
Ich fürchte, das trifft auf weit mehr Themen zu (Trans ist da natürlich das Naheliegendste). Man hört das in den Podcasts auch raus: Man bekommt bestimmte Syndrome überhaupt erst "zu spüren", wenn sie einem eingeredet werden (bzw. wenn ma sie überhaupt hört). Das sind die berühmten "Deutungsangebote", die wie Gedankenparasiten durch den Äther wabern. Hier macht der Begriff "soziale Konstruktion" tatsächlich Sinn.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

Zitat von: eLender am 02. Februar 2026, 00:16:41Ich empfehle direkt die oben verlinkte Episode (das wird bei anderen ähnlich sein).
Ich meinte auch, dass ich mir die Episode anhören muss.  :grins2:

Zitat von: eLender am 02. Februar 2026, 00:16:41Ich fürchte, das trifft auf weit mehr Themen zu
Ja, aber die Transproblematik ist eine, die aktuell immer noch in Deutschland relevant ist (SBGG,  S2k-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz), da gewisse gesellschaftliche Kreise sich vehement weigern, wichtige Erkenntnisse aus anderen Ländern zu registrieren, geschweige denn zu akzeptieren.
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
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Karlach: You and me both, pal.

eLender

Zitat von: RPGNo1 am 02. Februar 2026, 07:50:53wichtige Erkenntnisse aus anderen Ländern zu registrieren
Ja, das ist hier sehr auffällig und ein wichtiger Punkt, aber ich meine tatsächlich (allgemein) die Sache mit der Ansteckung / Beeinflussung / Erzeugung von irgendwelchen "Störungen", die man zum Großteil auf solche sozialen Dynamiken zurückführen kann.

Zitat von: RPGNo1 am 02. Februar 2026, 07:50:53Ich meinte auch, dass ich mir die Episode anhören muss
Mach das, und am besten noch die erste Folge, wo die Hosterin (relativ) kurz auf ihre Motivation eingeht. Das ist schon ein speziellerer Menschenschlag, der sich sowas eher einfängt (Stichwort: Vulnerabilität, hört man gelegentlich ähnlich bei Depressiven).

Und noch eine Empfehlung: https://superhelden-ohne-cape.zencast.website/episodes/marlas-umgang-mit-mecfs

Ab Min 23:00 wieder ganz interessant, wie das mit der Rattenfängerei durch Blasenpersonal funktioniert. Die Dame hat sich verstärkt mit Schwurbeltechnik aus der Malaise befreien können, aber wie gesagt, bei so einer Störung ggf. ein besserer Ansatz als die Pillenmedizin.

Ich habe ihren YT-Kanal mal besucht (nein, nicht wegen des Poledancing :angel: ) und fand Erstaunliches: Sie hat sich nicht nur wieder voll erholt, sie startet wieder mit extremer Power durchs Leben (hoffe ja mal für sie, dass das nicht wieder in einem Absturz endet). Und sie war eine echte Schottin, inkl. PEM (und hinterher auch zugestanden, dass auch seelisch nicht alles im Lot war).


Hier erzählt sich auch, wie toxisch die Blase ist und wie sehr man für solche Genesungsgeschichten gehasst wird (die Podcasterin sagt selbst, man ist als Betroffener nicht nur neidisch, man hasst es sogar, dass jemand aus eigener Kraft wieder gesund werden kann, weil das am Glauben rüttelt, man wäre unheilbar krank).

Da wird ihr von einem Mann gewünscht, dass sie das wieder bekommt, weil das nicht heilbar sein kann. Man wünscht sich das, weil man das nicht glauben will. Ich sach ja, es erfordert ein gewisses Mindset, um in der Gruft zu landen.

Wmgl. handelt es sich bei der Person auch um einen F. Aigner, der als Quantenpsychologe unumstößliche Wahrheiten erkennen kann - und diese auch verkünden muss. Kommt gleich...
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Der hochkarätige Skeptiker (die zweite internationale Kapazität auf dem Gebiet - neben Endruscheit) Aigner:

ZitatEs ist also durchaus berechtigt, die Frage zu stellen: Haben wir es hier wirklich mit einem physischen Leiden zu tun, das man physisch behandeln kann, oder muss man eher an psychischen Faktoren arbeiten? Doch im Fall von ME/CFS ist die Sache längst offensichtlich: Bei längerfristigen Belastungstests zeigt sich ein spezifischer Leistungsabfall, der bei gesunden Menschen nicht beobachtet wird, Gehirnscans zeigen veränderten Gehirnstoffwechsel, man hat Veränderungen im Immunsystem, im Nervensystem und in den Mitochondrien entdeckt. Wie das alles zusammenhängt, ist bis heute nicht klar. Aber fest steht: Hier ist etwas. Es handelt sich um eine körperliche Störung, der man mit mehr Forschung begegnen muss – nicht mit abschätzigen Relativierungen.
https://futurezone.at/meinung/florian-aigner-kolumne-wissenschaft-gaslighting-chronisch-krank-krankheit-mecfs/403126275

Ähm, ja. Das ist an sich schon so dämlich, dass ich da gar nicht auf die Sachebene eingehen mag. Nur kurz: Was der da verkündet, ist eine steinzeitliche Vorstellung davon, wie unser Organismus funktioniert (er nennt dann noch die üblichen Beispiele mit Magengeschwür und MS). Er müsste auch an die flache Erde glauben...*

Es geht ihm um etwas anderes, nämlich das, was man schon länger bei ihm bemerken kann.

ZitatDie Sichtweise ,,eine Krankheit, die ich nicht als Zahl im Laborbefund sehen kann, die gibt es wahrscheinlich gar nicht" ist nicht wissenschaftlich und rational, sie ist gefährlich und empathielos. Menschen sind keine Präzisionsmaschinen, die man mit einem objektiven Diagnose-Check für funktionstüchtig erklären kann. Menschen, die leiden, haben zuallererst mal das Recht, ernst genommen zu werden.

Ganz einfach billiges Virtue signalling (an eine bestimmte Zielgruppe). Das ist noch unterhalb der endrulogischen Ebene, das ist einfach Anbiederei an den gefühlten Zeitgeist. Er hat das sicherlich getippt und bei jedem Absatz virtuell Applaus gehört.

Ob er sich vll. mal das YT-Video oben ansehen will? Achso, falsche Zielgruppe.


*Das ist "argumentativ" auf der Ebene der Flacherdler und Co. (man beobachtet dies und das, also muss es so sein, wie ich mir das denke. Was dagegen spricht, wird ignoriert, weil es von bösen Mächten erfunden ist. Dabei hat er sich scheinbar nur mit einer bestimmte Erzählung beschäftigt, das machen selbst Flacherdler besser)
Wollte ich nur mal gesagt haben!

Peiresc

Zitat von: eLender am 02. Februar 2026, 23:58:01Der hochkarätige Skeptiker (die zweite internationale Kapazität auf dem Gebiet - neben Endruscheit) Aigner

Leider bin ich technisch nicht in der Lage, einen Kommentar bei Futurezone zu hinterlassen, vielleicht blockiert mich irgendeine Einstellung in meinem Browser, mich anzumelden. Ersatzweise poste ich hier:

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Herr Aigner, haben Sie schon einmal von dem ostdeutschen Liedermacher Reinhard Lakomy gehört? Er hat geniale Zyklen mit Kinderliedern geschrieben. In einem ist von dem Adlerküken Nikodemus‪‬ die Rede, das aus seinem Nest gefallen ist und sich den Flügel gebrochen hat. Der Flügel ist gerade geschient, und das Küken singt (ich zitiere aus dem Gedächtnis): ,,Nun bin ich krank / na gottseidank / und jeder kann das schon von weitem sehn / wenn nur die Schmerzen schnell vergehn / dann ist Kranksein richtig schön!" ‬
– War das auch zynisch? Klartext: ich finde es schon erstaunlich, mit wie viel Ahnungslosigkeit Sie sich auf den Pfad der von Ihnen für gerecht gehaltenen Empörung begeben und dabei Begriffen einen nicht allgemein akzeptierten Inhalt geben. Zynismus ist nun wirklich etwas völlig anderes. Weder die MS noch die Parkinsonsche Erkrankung sind jemals für psychosomatisch gehalten worden. Das sind Narrative, die durch ihre beständige Wiederholung  den Anschein von leibhaftiger Wahrheit gewonnen haben; sie bleiben falsch.
 
Diese Details sind nur ein Indiz dafür, dass Sie ganz grundsätzlich auf dem falschen Dampfer sind. Ein weiteres Indiz: mit Ihrer ,,Theorie" sollten Sie große Probleme haben, jegliche psychische Einflüsse auf Symptome zu akzeptieren, Placebo- oder Nocebo-Effekte zu erklären u. v. a. m. Die Tatsache, dass Sie damit nicht der Einzige sind, macht sie nicht stichhaltiger.

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RPGNo1

Zitat von: eLender am 02. Februar 2026, 23:58:01Doch im Fall von ME/CFS ist die Sache längst offensichtlich: Bei längerfristigen Belastungstests zeigt sich ein spezifischer Leistungsabfall, der bei gesunden Menschen nicht beobachtet wird, Gehirnscans zeigen veränderten Gehirnstoffwechsel, man hat Veränderungen im Immunsystem, im Nervensystem und in den Mitochondrien entdeckt.
Falsch, die Angelegenheit ist NICHT offensichtlich. Denn all diese sogenannten Nachweise stehen auf sehr wackeligen Beinen, Man hat sie postuliert aber nie hieb- und stichfest verifiziert. Deswegen wurden sie auch von Fachleuten, die weitaus mehr Expertise zu der Thematik haben als ein Florian Aigner, zu Recht kritisch hinterfragt und auseinandergenommen.

Zitat von: eLender am 02. Februar 2026, 23:58:01Aber fest steht: Hier ist etwas.
Korrekt.

Zitat von: eLender am 02. Februar 2026, 23:58:01Es handelt sich um eine körperliche Störung, der man mit mehr Forschung begegnen muss – nicht mit abschätzigen Relativierungen.
Alle aktuellen Erkenntnisse sprechen dagegen, dass es sich bei ME/CFS um eine rein körperliche Störung handelt. Der Verweis auf weitere Forschung wäre korrekt, wenn, ja wenn, Florian Aigner eben nicht offensichtlich das Scheibenbogen-Credo vertreten würde, dass da lautet: "Somatik, Somatik, Somatik". Noch etwas: Die "abschätzigen Relativierungen" kommen eben vielfach aus der Scheibenbogenblase, für die jegliche psychische und/oder psychosomatische Erklärung des Teufels ist.
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

HAL9000

Aigner, ach Aigner. Si tacuisses, philosophus mansisses.

Warum versucht man in einem Fachgebiet zu wildern, von dem man ganz offensichtlich wenig Ahnung hat?
Traurig finde ich auch, dass man dieses Geschwurbel im ansonsten seriösen Futurezone publiziert.
Inzwischen beginne ich, mich fast dafür zu schämen, dass ich Bücher von ihm im Regal stehen habe.
Aber wenigstens schreibt er darin über Themen, in denen er sattelfest ist.
"It has yet to be proven that intelligence has any survival value."
― Arthur C. Clarke

eLender

Zitat von: Peiresc am Gestern um 07:20:44Leider bin ich technisch nicht in der Lage, einen Kommentar bei Futurezone zu hinterlassen
Guter Kommentar, ich meine sogar, ihn dort gelesen zu haben ;)

Zitat von: RPGNo1 am Gestern um 08:08:47Denn all diese sogenannten Nachweise stehen auf sehr wackeligen Beinen
Der nennt ja nur so allgemeine Sachen, die man da irgendwie und irgendwo gefunden haben will. Sind die valide, bestätigt und plausibel? Sind sie übertragbar (an welchen Kohorten hat man das geprüft), sind sie ursächlich oder reine Korrelate? Sind sie spezifisch und eignen sie sich als Indikatoren..? Etc.
(er hätte auch mal auf die Argumente gegen seine Überzeugung eingehen können)

Das wäre ein halbwegs garer Beitrag gewesen, an dem sich bspw. die Sciencecops versucht haben (aber auch auf halber Strecke verdurstet sind). Das ist reines Empörungsgehabe, so wie es auch Endruscheit macht. Das hat mit einer sachlichen, objektiven und an den Fakten orientierten Bewertung nichts zu tun. Das ist das übliche Moralspektakel, nur dem eigenen Prestige dienend. Das hilft niemandem, es schadet denen, die sich in dieser Irrlehre verlaufen haben.

Zitat von: HAL9000 am Gestern um 09:43:21Warum versucht man in einem Fachgebiet zu wildern, von dem man ganz offensichtlich wenig Ahnung hat?
Ich sach mal so: er wildert nicht in fremden Revieren, er sollte da als "prominenter" Skeptiker eigentlich zu Hause sein. Das mag ja nicht sein Fachgebiet sein (dann sollte er lieber schweigen), aber die ganze Inszenierung lebt von dem, was er eigentlich denkt, enttarnen zu wollen / zu können. Da finden sich die üblichen Mechanismen der Pseudokundler: Cherrypicking, schlechte Studien, moralische Empörung, Verschwörungsdenken - der ganze Strauss an geistigen Fehlschlüssen, die man da so kennt. Dazu ist das Ganze stark ideologiegetrieben, es ist eine Lehre, die nicht durch Fakten, sondern durch Annahmen, gedeckt ist.

Gut, er ist ja schon in der Richtung aufgefallen (er eifert seinem Idol Lesch nach). Fehlt nur noch eine hümmlerische Theorie, wie er sich die Sache erklären mag (bei Hümmler sind es die Quantengameten). Er könnte das Konzept auf die Mitochondrien übertragen. Er würde feststellen, dass diese nicht durch (Zell-)Wände gehen können. Und daher ständig gegen eine Wand rennen und kaputt gehen. Es winkt der (alternative) Nobelpreis für Empathie.
Wollte ich nur mal gesagt haben!