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Autor Thema: Daniele Ganser rückt ideologisch an die Reichsbürger-Szene heran  (Gelesen 284 mal)

Flavio Escudo

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Hallo!

Daniele Ganser hat Cashkurs.com, der Platform von Dirk Müller, ein Interview gegeben und dort (mal wieder betont als "Historiker") lang und ausführlich behauptet, Deutschland sei ein besetztes Land. Ich habe vor einiger Zeit mal ein Gegendarstellungsvideo gebastelt. Da ich ein sehr schlechter Produzent bin, erreicht es aber wenig Reichweite.

Das Debunking könnte aber gut in den Psiram-Artikel zu Ganser übernommen werden, da es neue Aspekte seines "Schaffens" zeigt: Inhaltlich scheint Ganser sich der wachsenden Reichsbürger-Bewegung anzunähern, indem er das alte rechtsextreme Narrativ des angeblich bis heute insgeheim besetzten Deutschlands übernimmt. Belege bietet er dazu nicht an. Ich habe aber einige Logikfehler kenntlich gemacht und mehrere historische Quellen beigebracht, die seine Aussagen widerlegen und seine Unkenntnis in dem Themenfeld zeigen. Die Erweiterung des Artikels sollte also wenig Arbeit machen, wäre aber wichtig, da es sich schon fast um eine Anbiederung gegenüber rechten Verschwörungstheoretikern und den Reichsbürgern handelt.

Interessant ist noch, dass Ganser als selbsternannter "Friedensforscher" in seinen Ausführungen nicht einmal den Friedensvertrag zwischen Deutschland und den Siegermächten ("Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland", bekannt als "Zwei-Plus-Vier-Vertrag") nennt, ihn also als "Friedensforscher" entweder nicht kennt oder bewusst verschweigt, da er seinem Narrativ widerspricht.

Was meint ihr dazu?

sailor

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Re: Daniele Ganser rückt ideologisch an die Reichsbürger-Szene heran
« Antwort #1 am: 21. Juli 2019, 14:28:18 »
Erstmal danke für die Mühe.

Ich möchte deine Arbeit und den Ansatz nicht "vernichten", aber genau diese Anbiederung und Liebäugeln mit VT und Reichsbürgern ist das Geschäftsmodell von Herrn Ganser. Seit Jahrzehnten macht er schlechte bis grausame Quellenarbeit, ignoriert Dinge, die seine Sicht widerlegen und hypt "Quellen" (zB auch Boulevardzeitungsartikel), die seine Sicht "belegen". Deshalb ist er ja auch "freischaffender Historiker" und nicht etwa an ner Uni, nem Institut oder seriösem Verlag angestellt.

Wenn man einmal so konsequent auf dieses Gleis gegangen ist, kommt man nicht wieder runter. Ggü seriösen Wissenschaftlern ist sein Ruf nicht existent, nur in der VT-Szene hat er sowas wie Reputation... aus dieser bezieht er seinen Lebensunterhalt und jede Abkehr von seinem Geschwurbel schadet direkt seiner Geldbörse und dem Ansehen beim Klatschvieh.

Flavio Escudo

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Re: Daniele Ganser rückt ideologisch an die Reichsbürger-Szene heran
« Antwort #2 am: 24. Juli 2019, 02:01:32 »
Ich weiß das alles, zumal ich auch Historiker bin und mich schon länger mit Ganser beschäftige.
Habe jetzt gesehen, dass im Artikel auch auf die Reichsbürger-Ideologie verwiesen und das Ganser-Interview mit Cashkurs als Quelle angegeben ist. Ich finde das wichtig, damit nicht Leute, die eher "antiimperialistisch" links verortet sind, Interesse für Ganser entwickeln.

Vielleicht könnte man im Artikel aber gerade Gansers Geschäftsmodell noch deutlicher zum Ausdruck bringen, also gerade die Anbiederung an die VT-Szene insgesamt. In Richtung Reichsbürger und Neue Rechte ist es offensichtlich und mit oben genanntem Video zu belegen. Michael Butter verwies jüngst noch auf die Klimawandel-Leugner in den Kommentarspalten auf Gansers Facebook-Seite, die Ganser unkommentiert lässt, obwohl er deren Meinung vermutlich (er fährt z.B. angeblich ein E-Auto) nicht teilt. Die Strategie ist ja sehr ähnlich der der AfD: Den Verschwörungsgläubigern nach dem Mund reden, solange man sich bei großen Bevölkerungsgruppen damit nicht völlig diskreditiert; bei diskreditierenden Haltungen die Follower sprechen lassen und deren Äußerungen unkommentiert lassen.

Belbo

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Re: Daniele Ganser rückt ideologisch an die Reichsbürger-Szene heran
« Antwort #3 am: 24. Juli 2019, 19:44:52 »
Ich weiß das alles, zumal ich auch Historiker bin und mich schon länger mit Ganser beschäftige.
Habe jetzt gesehen, dass im Artikel auch auf die Reichsbürger-Ideologie verwiesen und das Ganser-Interview mit Cashkurs als Quelle angegeben ist. Ich finde das wichtig, damit nicht Leute, die eher "antiimperialistisch" links verortet sind, Interesse für Ganser entwickeln.

Vielleicht könnte man im Artikel aber gerade Gansers Geschäftsmodell noch deutlicher zum Ausdruck bringen, also gerade die Anbiederung an die VT-Szene insgesamt. In Richtung Reichsbürger und Neue Rechte ist es offensichtlich und mit oben genanntem Video zu belegen. Michael Butter verwies jüngst noch auf die Klimawandel-Leugner in den Kommentarspalten auf Gansers Facebook-Seite, die Ganser unkommentiert lässt, obwohl er deren Meinung vermutlich (er fährt z.B. angeblich ein E-Auto) nicht teilt. Die Strategie ist ja sehr ähnlich der der AfD: Den Verschwörungsgläubigern nach dem Mund reden, solange man sich bei großen Bevölkerungsgruppen damit nicht völlig diskreditiert; bei diskreditierenden Haltungen die Follower sprechen lassen und deren Äußerungen unkommentiert lassen.

Das klingt super, zumal Ganser ja inzwischen für viele, der Türöffner ins Land der Verschwörungstheorien geworden zu sein scheint. Man kann ihm da also nicht genug Aufmerksamkeit schenken. Ich erinnere mich dunkel, er hätte bei der Gladiogeschichte hemmungslos bei einem anderen Autor abgeschrieben, finde nur leider den link nicht mehr...., weisst Du da mehr?
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