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Autor Thema: EMF:data  (Gelesen 428 mal)

hexagon

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EMF:data
« am: 20. März 2019, 03:44:06 »
Hallo,

ich bin neu hier und habe gleich eine Frage zu einer Seite.
https://www.emfdata.org/de
Während einer Diskussion zu 5G will mich eine Diskutantin von der Schädlichkeit der betreffenden Strahlung überzeugen. Mit dem Hinweis auf "hunderte Studien" , die das beweisen, stehe ich nun ein wenig ratlos da. Ich habe keine Ahnung, wie ich erkennen kann, welche dieser dort aufgelisteten Studien überhaupt relevant, bzw. glaubwürdig sind.
Im Impressum der Seite finden sich Verweise auf "Diagnose-Funk", was hier wohl nicht ganz unbekannt ist.

Hat hier der eine oder andere eine Meinung, oder kann mich in die richtige Richtung schubsen?

Danke
h

Schwuppdiwupp

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Re: EMF:data
« Antwort #1 am: 20. März 2019, 10:48:40 »
Ich habe keine Ahnung, wie ich erkennen kann, welche dieser dort aufgelisteten Studien überhaupt relevant, bzw. glaubwürdig sind.

Hallo H. und willkommen im Forum!

Deine Frage hat es durchaus in sich. Es ist für einen Laien keineswegs einfach, die Qualität von wissenschaftlichen Studien zu beurteilen. Mit Laien meine ich vor allem diejenigen, die in dem betreffenden Fachbereich nicht über eine ausgewiesen Expertise insbesodere bezüglich der wissenschaftlichen Methodik verfügen. Erschwerend kommt hinzu, dass man in der Regel nur die abstracts kostenlos lesen kann. (Und wer bezahlt schon mal für eine Literaturrecherche nur für einen Artikel $ 40.)

In "Über EMF:data" fällt sofort die Verwendung des buzz word "Militärisch-Industrieller Kompelx" auf, der zumindest bei mir die Schublade "Verschwörungstheoretiker" aufmacht. Das lässt nicht unbedingt Erhellendes erwarten.

Ich habe mich mal an einem Artikel versucht. https://www.emfdata.org/de/studien/detail&id=507

Über die Autoren und deren Methodik kann ich nichts sagen, die zitierte Zeitschrift https://de.wikipedia.org/wiki/Toxicology_and_Industrial_Health und der sie veröffentliche Verlag https://de.wikipedia.org/wiki/SAGE_Publications haben allem Anschein nach einen guten Ruf.

Der Original Abstract ist nur bedingt erhellend.

Zitat
Abstract

Microwave (MW) radiation has a close relationship with neurobehavioral disorders. Due to the widespread usage of MW radiation, especially in our homes, it is essential to investigate the direct effect of MW radiation on the central nervous system. Therefore, this study was carried out to determine the effect of MW radiation on memory and hippocampal synaptic plasticity. The rats were exposed to 2.45 GHz MW radiation (continuous wave with overall average power density of 0.016 mW/cm2 and overall average whole-body specific absorption rate value of 0.017 W/kg) for 2 h/day over a period of 40 days. Spatial learning and memory were tested by radial maze and passive avoidance tests. We evaluated the synaptic plasticity and hippocampal neuronal cells number by field potential recording and Giemsa staining, respectively. Our results showed that MW radiation exposure decreased the learning and memory performance that was associated with decrement of long-term potentiation induction and excitability of CA1 neurons. However, MW radiation did not have any effects on short-term plasticity and paired-pulse ratio as a good indirect index for measurement of glutamate release probability. The evaluation of hippocampal morphology indicated that the neuronal density in the hippocampal CA1 area was significantly decreased by MW.
Hervorhebungen von mir.

Daraus entnehme ich, dass ...

1. ... scheinbar als bekannt vorausgesetzt wird, dass Mikrowellen einen neurologischen Effekt habe. Da da keine Quelle angegeben ist, ist die Frage, ob sich dieses Wissen auf nachgewiesene Effekte früher Radar-Geräte oder bereits schon auf die Verwendung von Mobilfunkgeräten oder ähnliches bezieht.

2. ... ein Einfluss typischer Mobilfunkfrequenzen af die Lernfähigkeit von Ratten beobachtet wurde.

3. ... kein Einfluss durch bei kurzzeitiger Einwirkung auf die Plastizität bestimmter Hirnregionen nachgewiesen werden konnte.

Tja, und nun?

Ach, was weiß denn ich ...

Peiresc

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Re: EMF:data
« Antwort #2 am: 20. März 2019, 12:06:42 »
Guten Morgen,
Hinweis auf "hunderte Studien" , die das beweisen
Bei Nachfrage stellt sich fast regelmäßig heraus, dass dann keine einzige Studie genannt werden kann, die das wirklich "beweist". Was man zu hören kriegt, sind z. B. Pressemeldungen, die - wenns gut geht - Studienergebnisse überinterpretieren. Das Lebensblut der Presse ist der Skandal.

Zitat
Abstract

Microwave (MW) radiation has a close relationship with neurobehavioral disorders.
Der erste Satz des Abstracts ist bereits eine "red flag". Dieser Konsens existiert nicht. Das zu Beweisende wird einfach vorab schon mal als selbstverständlich bekannte Tatsache vorausgesetzt.

Peiresc

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Re: EMF:data
« Antwort #3 am: 20. März 2019, 17:52:45 »
Noch eine Ergänzung.
Das Lebensblut der Presse ist der Skandal.

Ein bisschen ausführlicher und differenzierter ist das schon mal in diesem Faden vorgekommen. Natürlich ist es nicht die Presse allein:
https://forum.psiram.com/index.php?topic=13677.0

Schwuppdiwupp

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Re: EMF:data
« Antwort #4 am: 21. März 2019, 00:02:23 »
Zitat
Abstract

Microwave (MW) radiation has a close relationship with neurobehavioral disorders.
Der erste Satz des Abstracts ist bereits eine "red flag". Dieser Konsens existiert nicht. Das zu Beweisende wird einfach vorab schon mal als selbstverständlich bekannte Tatsache vorausgesetzt.
Deswegen dachte ich ja auch an frühe Radargeräte aus dem 2. Weltkrieg, die - soweit mir bekannt - wohl eine schädliche Wirkung gehabt haben sollen. Die dürfte aber wohl der weit höheren Intensität geschuldet sein, die keinesfalls mit den Leistungen typischer Smart-Phones zu vergleichen ist.

(Ist aber nur eine Vermutung von mir.)
Ach, was weiß denn ich ...