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Mokita - in den Zoo gehen wir auch nicht

Begonnen von Typee, 07. März 2018, 12:04:57

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Typee

In Frankfurt (-Bockenheim, wo sonst  ::) ) hat Mokita, der erste vegane Kindergarten eröffnet.

http://www.fr.de/frankfurt/stadtteile/frankfurt-west/kinder-in-frankfurt-erste-vegane-kita-in-frankfurt-oeffnet-a-1461640

Milch und Honig werden schon gar nicht fließen, und in den Zoo gehen dürfen sie auch nicht.

In der Grabbeltüte zum Abschied stecken vermutlich die Vitaminpillen.

Ach ja, die übliche Sammlung von einschlägigen Buzzwords für den Überbau gibt's an der Quelle:

http://www.mokitakinderladen.de/

Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

ComtésGenosse

"Reggio-Pädagogik"? Reggio wie in "Reggio di Calabria"? Das wäre mal das erste, was ich mit dem Wort verbunden hätte. Und in Reggio di Calabria herrscht ja u.a. die 'Ndrangheta, also die Mafia mit ihrer Omertà.

Lehrt man also die Omertà - die Schweigepflicht bei der Mafia, die bei Androhung der Todesstrafe befolgt werden muss?

Typee

Nein, "Reggio nell'Emilia" ist gemeint. Da, wo der Parmesan herkommt.

Das soll nicht direkt heißen, dass diese Pädagogik Käse ist. Die Methode ist in Kitas dort entwickelt worden. Inhaltlich ist es halt das, was die Neo-Platoniker aller Herren Länder sich unter kindgerechter Erziehung vorstellen. Ob man das Reggio oder Montessori oder sonstwie nennt: der Grundgedanke ist immer, dass Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung der Königsweg seien.

Befreiung - nicht als bürgerliche Freiheiten, sondern als persönliche Entgrenzung - ist nicht umsonst ein Zentralbegriff des europäischen Okkultismus, und vermutlich gerade deshalb beim Publikum so erfolgreich.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Typee

Ich habe eine Weile suchen müssen, bis ich die Fundstelle wiederfand. Aber das folgende Zitat passt wunderbar zu den Selbstverwirklichungsideologien in den Erziehungslehren. Zugegeben, es ist etwas aus dem Kontext gegriffen, aber es zeigt dafür wunderbar, wie schillernd die Idee der autonomen, intrinsischen Selbstaneignung von Wissen und Kenntnissen ist. Das Zitat lautet:

Am liebsten ließe ich sie nur das lernen, was sie ihrem Spieltriebe folgend sich freiwillig aneignen.

Natürlich steckt da ganz klassischer deutscher Idealismus drin, wenn man es schief hält, purzelt Johan Gottlieb Fichte heraus. Passenderweise hat der Zitierte auch noch folgenden Satz in einem Buch niedergeschrieben:

Reinster Idealismus deckt sich unbewußt mit tiefster Erkenntnis.

Wer könnte das gesagt haben? Mal sehen, wie weit Ihr daneben liegt.

Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

celsus

Zitat von: Typee am 03. April 2018, 20:15:00
Wer könnte das gesagt haben? Mal sehen, wie weit Ihr daneben liegt.

Oh, autsch. Da ist danebenliegen ja wirklich erstrebenswert.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Peiresc

Ich gebe zu, ich habe geschmult. Aber jetzt kann ich sagen "Passt. Habe ich mir doch gleich gedacht!"  8)

Sauropode

Boah, weil Ihr alle geschummelt habt, musste ich auch gucken - und bin auf einer sehr unappetitlichen Seite gelandet!

Yadgar

Hi(gh)!

Zitat von: Typee am 03. April 2018, 20:15:00
Am liebsten ließe ich sie nur das lernen, was sie ihrem Spieltriebe folgend sich freiwillig aneignen.

A. "Blut und Tränen meine Saat, mein Wirken ist nur Missetat" H., 20.04.1889-30.04.1945

...das ist aus den "Tischgesprächen", wo er "das freie herrliche Raubtier aus den Augen" der deutschen Jugend blitzen lassen will!

Bis bald im Khyberspace!

Yadgar

Typee

Zitat von: Yadgar am 09. April 2018, 01:00:10
Hi(gh)!

Zitat von: Typee am 03. April 2018, 20:15:00
Am liebsten ließe ich sie nur das lernen, was sie ihrem Spieltriebe folgend sich freiwillig aneignen.

A. "Blut und Tränen meine Saat, mein Wirken ist nur Missetat" H., 20.04.1889-30.04.1945

...das ist aus den "Tischgesprächen", wo er "das freie herrliche Raubtier aus den Augen" der deutschen Jugend blitzen lassen will!

Bis bald im Khyberspace!

Yadgar

Als Originalquelle wird Hermann Rauschning, Gespräche mit Hitler, Zürich, New York 1940, S. 23., angegeben.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.