Neuigkeiten:

Wiki * German blog * Problems? Please contact info at psiram dot com

Main Menu

Die gelbe Tonne und die nächste Rechtsverordnung

Postings reflect the private opinion of posters and are not official positions of Psiram - Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung von Psiram

Begonnen von Typee, 24. April 2014, 10:27:50

« vorheriges - nächstes »

MrSpock

Ich habe mir bereits 2 Recyclingbetriebe live angeschaut, insbesondere das Recycling der gelben Säcke bzw. der Inhalt der gelben Tonnen. Zunächst: Es stinkt fürchterlich, gerade im Sommer. Alte Milchtüten und Orangensafttüten sind besonders auffällig.

Nach dem Wareneingang (alles auf einen Haufen) wird der Müll sortiert. Zunächst werden Folien von Tetra-Packs und festen Behältern getrennt. Das geschieht vollautomatisch mittels diverser Sortierbänder, Druckluft (Folie ist leicht), Kameras und speziellen Trommeln. Eine sehr aufwändige Technik. Lediglich ganz am Schluss stehen an einem Fliessband Arbeiter und sortieren die letzten Sachen per Hand, da sich immer wieder Sachen im Müll finden, die da nicht hingehören. Dann ist der Müll nach verschiedenen Fraktionen (PE, PP, ABS etc.) vorsortiert. Dieser wird teilweise nach Farbe sortiert, dann geshreddert, gereinigt, weiter verarbeitet bis ganz am Schluss fertiges Granulat in Big Packs fällt. Dieses Granulat wird dann als Rohstoff verkauft. Im Kunststoff-Spritzgussverfahren werden dann neue Kunststoffe gefertigt. Der größte Teil geht in die Automobilindustrie, dort werden Armaturenbretter und alles andere aus Kunststoff daraus gefertigt.

Dass die gelben Säcke zusammen mit dem Restmüll verbrannt werden stimmt nur zu einem geringen Teil, der größte Teil wird wieder verwertet.

Bei der Gelegenheit habe ich mir auch die Tierkörper-Beseitungsanlage angeschaut. Auch hier stinkt es fürchterlich! Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber auch hier wird geshreddert und nach Fraktionen getrennt: Nach Fett und nach dem Rest, der als Brei zunächst sterilisiert und dann getrocknet wird. Das wird dann verbrannt und daraus wird Strom erzeugt. Aus dem Fett wird Biodiesel erzeugt. Da auch Zoo-Tiere hier verwertet werden, kann man mit Fug und Recht sagen: Ich packe mir den Tiger in den Tank!
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

schnüffelchen

Okay, aber auf dem Gipfel des Mülltonnenhimmels ist und bleibt doch wohl die Biotonne. Selbstverständlich muss man diese auch benutzen und darf keinesfalls Küchenabfälle in den Restmüll entsorgen. (Außer die Schalen von Südfrüchten natürlich).

Das riecht im Hochsommer echt lecker, und dank der vierzehntägigen Abholung läuft die Biotonne dann auch schon mal auf eigenen Beinen dem Müllauto entgegen.  :wurst:
Ich hasse es, wenn ich Kettenbriefe nicht weiterleite und am nächsten Tag sterbe. - Gefährliche Bohnen

Robert

Zitat von: schnüffelchen am 25. April 2014, 09:02:11
Okay, aber auf dem Gipfel des Mülltonnenhimmels ist und bleibt doch wohl die Biotonne. Selbstverständlich muss man diese auch benutzen und darf keinesfalls Küchenabfälle in den Restmüll entsorgen. (Außer die Schalen von Südfrüchten natürlich).

Das riecht im Hochsommer echt lecker, und dank der vierzehntägigen Abholung läuft die Biotonne dann auch schon mal auf eigenen Beinen dem Müllauto entgegen.  :wurst:

Brrrrr, wenn einem im Sommer die Biotonnenbioszönose begrüßt, oder schon unter dem Deckel hervor kommt, bevor man sich das Innenleben betrachten kann :schreck :ohnmacht: #)

Da bin ich schon mal ganz unbio und haue Branntkalk dazu.

Kompostieranlagen stinken auch infernalisch, besonders die Intensivrotte, die suppt auch schön.

Harpo

Zitat von: Robert am 25. April 2014, 10:03:16
Da bin ich schon mal ganz unbio und haue Branntkalk dazu.

Wenn der Deckel noch einigermaßen schließt (und nicht von den Maden hochgedrückt wird) hilft speziell gegen die Fruchtfliegenwolken auch ein ordentlicher Schuss Terpentin...

Belbo

Zitat von: schnüffelchen am 25. April 2014, 09:02:11
Okay, aber auf dem Gipfel des Mülltonnenhimmels ist und bleibt doch wohl die Biotonne. Selbstverständlich muss man diese auch benutzen und darf keinesfalls Küchenabfälle in den Restmüll entsorgen. (Außer die Schalen von Südfrüchten natürlich).

Das riecht im Hochsommer echt lecker, und dank der vierzehntägigen Abholung läuft die Biotonne dann auch schon mal auf eigenen Beinen dem Müllauto entgegen.  :wurst:

Schön da der eigene Garten, kompostieren ist geil, und immer wieder erstaunlich wie aus Abfall beste Erde wird....., leider dürfen hier im mehrfamilienhaus auch Fleischabfälle in die Biotonne #)

smartie

Zitat von: MrSpock am 25. April 2014, 08:04:58Dann ist der Müll nach verschiedenen Fraktionen (PE, PP, ABS etc.) vorsortiert.
Bei uns im Kreis gibt es keinen gelben Sack und keine gelbe Tonne. Wertstoffe müssen auf einem Wertstoffhof entsorgt werden.

Allerdings wird dort nicht nach Material, sondern nach Gefässform sortiert und größtenteils zum wirtschaftlichen Betrieb einer Verbrennungsanlage zusammen pyrolysiert. Sehr sinnvoll...

F. A. Mesmer

Zitat von: schnüffelchen am 25. April 2014, 09:02:11
Okay, aber auf dem Gipfel des Mülltonnenhimmels ist und bleibt doch wohl die Biotonne. Selbstverständlich muss man diese auch benutzen und darf keinesfalls Küchenabfälle in den Restmüll entsorgen. (Außer die Schalen von Südfrüchten natürlich).

Das riecht im Hochsommer echt lecker, und dank der vierzehntägigen Abholung läuft die Biotonne dann auch schon mal auf eigenen Beinen dem Müllauto entgegen.  :wurst:

Weicheischaaf Du, im Südhessischen gibt es da ganz andere Dimensionen. Die FR berichtete:

ZitatVier-Wochen-Rhythmus bleibt

In Darmstadt stapelt sich der Müll und die Leerung der Wertstofftonnen erhitzt die Gemüter. Ein Antrag der Fraktion Uwiga zur Wertstofftonne scheitert letztlich an der grün-schwarzen Mehrheit.

Der Vier-Wochen-Rhythmus bei der Leerung der Wertstofftonnen in Darmstadt, der seit Anfang Januar gilt, sorgt bei vielen Bürgern weiter für Ärger. So stapelten sich kürzlich am Thomas-Mann-Platz in Arheilgen die Säcke voller Kleinverpackungen – offenbar weil der Hauseigentümer nahe gelegener Wohnblocks und Geschäfte nicht genügend Behälter geordert hatte. Hinzu kam, dass auch Ortsfremde über Nacht dort ihren Müll entsorgten.

...

Abholung und Recycling des Wertstoffmülls ist Sache des Unternehmens ,,Duales System Deutschland" (DSD). Das hat die Firma Zentec mit der Tonnenleerung beauftragt. Die wiederum hat den Auftrag in Darmstadt an die DED-GmbH weitergegeben. Und die ist eine Tochter des Eigenbetriebs für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD).

Nach einer Grundsatzdiskussion über die Vorteile der Wertstofftonne gegenüber dem gelben Sack wurde der Antrag von Uwiga von der grün-schwarzen Koalitionsmehrheit abgelehnt. Noch Anfang Februar hatte die Stadt verkündet, ,,schnellstmöglich" zum Abfuhrtakt alle vierzehn Tage zurückkehren zu wollen. Aber auch damals hieß es, zunächst müsse zwischen DSD, Zentec und EAD verhandelt werden. Bis diese Verhandlungen abgeschlossen sind, bleibt es bei der Leerung einmal im Monat. (mmi)

Hildegard

Zitat von: Ladislav Pelc am 24. April 2014, 17:36:51
irgendwann irgendwo eine rosa-grün-gestreifte Tonne nur für abgelutschte Eisstiele (ohne Resteisanhaftungen)
Abgelutscht reicht nicht, die müssen in die Geschirrspülmaschine! So, wie es die brave deutsche Hausfrau seit Jahren mit den Joghurtbechern macht, nur weil irgendwo steht, dass die nur sauber in den Sack dürfen. Das ist meiner Mienung nach überhaupt die größte, real-existierende Müllperversion.
[url="http://vierfrauenundeinscharlatan.wordpress.com"]http://vierfrauenundeinscharlatan.wordpress.com[/url]

F. A. Mesmer

Zitat von: Hildegard am 25. April 2014, 14:50:35
Zitat von: Ladislav Pelc am 24. April 2014, 17:36:51
irgendwann irgendwo eine rosa-grün-gestreifte Tonne nur für abgelutschte Eisstiele (ohne Resteisanhaftungen)
Abgelutscht reicht nicht, die müssen in die Geschirrspülmaschine! So, wie es die brave deutsche Hausfrau seit Jahren mit den Joghurtbechern macht, nur weil irgendwo steht, dass die nur sauber in den Sack dürfen. Das ist meiner Mienung nach überhaupt die größte, real-existierende Müllperversion.
alles, was bei uns in den gelben Sack kommt, muss die Muddi mit der Hand spülen. Wäre ja noch schöner Müll mit Demgutenmeißner (genau, ein Wort!) in die Spüli zu stecken.

Groucho

Zitat von: Hildegard am 25. April 2014, 14:50:35
Das ist meiner Mienung nach überhaupt die größte, real-existierende Müllperversion.

Naja, wenn's nur Beifang in der Maschine ist, gehts ja noch ...

Ich finde die Wassersparitis noch perverser. Zugesetzte Abwasserkanäle, die dann - selbstverständlich mit bestem Trinkwasser - mit viel Aufwand durchgespült werden müssen.

Wobei, Energiesparlampen sind auch nicht ohne, die ganze nötige Infrastruktur zum sicheren Entsorgen dieses Sondermülls ist eigentlich oberhirnrissig.

Belbo


Zitat
Ich finde die Wassersparitis noch perverser. Zugesetzte Abwasserkanäle, die dann - selbstverständlich mit bestem Trinkwasser - mit viel Aufwand durchgespült werden müssen.

Interessant wäre ja mal zu wissen wieviele Kubikkilometer ehemals bestes Trinkwasser jeden Tag ins Meer fliesen, die Wassersparer glauben wahrscheinlich es würde weniger regnen wenn man unten Wasser spart.

Robert

Zitat von: Hildegard am 25. April 2014, 14:50:35
Zitat von: Ladislav Pelc am 24. April 2014, 17:36:51
irgendwann irgendwo eine rosa-grün-gestreifte Tonne nur für abgelutschte Eisstiele (ohne Resteisanhaftungen)
Abgelutscht reicht nicht, die müssen in die Geschirrspülmaschine! So, wie es die brave deutsche Hausfrau seit Jahren mit den Joghurtbechern macht, nur weil irgendwo steht, dass die nur sauber in den Sack dürfen. Das ist meiner Mienung nach überhaupt die größte, real-existierende Müllperversion.

Spülmaschinen? Sind das nicht die Dinger, die verboten gehören?

Belbo

Zitat von: Robert am 25. April 2014, 16:05:46
Zitat von: Hildegard am 25. April 2014, 14:50:35
Zitat von: Ladislav Pelc am 24. April 2014, 17:36:51
irgendwann irgendwo eine rosa-grün-gestreifte Tonne nur für abgelutschte Eisstiele (ohne Resteisanhaftungen)
Abgelutscht reicht nicht, die müssen in die Geschirrspülmaschine! So, wie es die brave deutsche Hausfrau seit Jahren mit den Joghurtbechern macht, nur weil irgendwo steht, dass die nur sauber in den Sack dürfen. Das ist meiner Mienung nach überhaupt die größte, real-existierende Müllperversion.

Spülmaschinen? Sind das nicht die Dinger, die verboten gehören?

...gibt aber wieder Ärger mit den Feministinen.

MrSpock

Zitat von: Groucho am 25. April 2014, 15:04:12

Ich finde die Wassersparitis noch perverser. Zugesetzte Abwasserkanäle, die dann - selbstverständlich mit bestem Trinkwasser - mit viel Aufwand durchgespült werden müssen.


Da habe ich neulich einen interessanten Bericht zu gesehen:

http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/689-speiseoel-im-abwasser-clip
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

glatzkopf

Wassersparen beleidigt meine Geruchsnerven.
Wenn ich durch die Haupteinkaufsstraße meiner
Heimatstadt gehe, stinkt es an zwei Straßeneinmündungen
dermaßen nach (tschuldigung) Scheiße, das einem
Übel werden könnte. Eine Stinkstelle  ist genau neben
einem Maredo Steakhaus.