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Autor Thema: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik  (Gelesen 53495 mal)

F. A. Mesmer

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #225 am: 03. Mai 2014, 19:34:27 »
@Frh.v.Mesmer:
Zitat
damit sagst du eher etwas über deine lebensphase aus
Das nun nicht unbedingt. Der Gedanke bezieht sich eher auf eine Sendung im DLF, in der es um Scoring ging. Dabei wurde erwähnt, dass man inzwischen damit rechnen muss, dass das Web durchkämmt wird um Informationen über die "Kreditwürdigkeit" der Kunden zu sammeln.
Dass potenzielle Arbeitgeber dies auch tun, darf kaum bezweifelt werden.

Zum öffentlichen Dienst:
Kann das auch daran liegen, dass dort generell abgespeckt wird?
Im Zshg. mit unserem Hauptthema ist wichtig, dass Vermerke über Maßregel u.ä.  wohl nie aus den Akten getilgt werden; anders als verbüßte normale Strafen.
Das ist schon sehr schlimm und diskriminierend.

klar auch, aber es gibt immernoch genug gelernte lehrer, auch jüngere, die wohl nicht in den staatsdienst gelangen werden. private schulanbieter sind ja auch nicht unbedingt so dolle.... gelitten halt.

@stimmviech
es wird wenige halbkriminelle arbeitgeber geben, die etwa lehrer groß auskommen anbieten würden, jedenfalls noch nicht bemerkt. aber wenn du da was weißt...

sweeper

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #226 am: 03. Mai 2014, 21:02:10 »
Gerade hat ein mich ein Mod freundlich darauf hingewiesen, dass unsere Diskussion hier allzu sehr ins Private abgleitet.
Daher schlage ich vor, Privates (so es denn nötig ist) per PN austzutauschen - wofür ich gern bereit bin.

Um wieder zum Kernthema zurückzukommen (und in der Hoffnung, dass P.G. sich vielleicht demnächst doch noch zuschaltet), hier ein Interview mit Herrn Kröber (wie könnte es anders sein) zum Thema (in etwa)  "Womit kann eine Gesellschaft besser zurechtkommen - mit der Tat eines 'Verrückten' oder eines voll schuldfähigen Überzeugungstäters? Am Beispiel Breivik-Attentat.

http://derstandard.at/1345164799463/Breivik-lebt-in-einer-anderen-Welt-er-ist-wirklich-verrueckt
Zitat
...
derStandard.at: In Norwegen geht es auch stark um die symbolische Bedeutung der Frage, ob er zurechnungsfähig ist oder nicht. Man will nicht, dass das "nur" die Tat eines Wahnsinnigen war.

Kröber: Ja, da hängt ungeheuer viel dran. Wenn er nicht politisch gehandelt hat, dann sind die Opfer keine Märtyrer, keine Sozialdemokraten, die ihr Leben gelassen haben, weil sie für eine bessere Welt gekämpft haben und ihnen deshalb der Feind entgegengekommen ist.

Wenn Breivik einfach nur verrückt ist, dann kann man damit nur schwer leben, kann man nur schwer in das eigene Weltbild einordnen, dass es das sinnlose Unheil gibt.

Womit auch wieder die Frage nach den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für das Konzept "Psychische Krankheit" auftaucht...
With magic, you start with a frog and end up with a prince.
With science, you start with a frog, get a PhD and are still left with the frog you started with...


Terry Pratchett

F. A. Mesmer

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #227 am: 03. Mai 2014, 22:00:27 »
keine ahnung, wer gemeint ist.
was stimmviechs privatheit angeht, betrifft die ja im wesentlichen seine biographische erfahrung, die ihn einerseits zu dem gemacht hat, wer er ist, andererseits zu der anti-psychiatrischen position geführt hat, die er vertritt.

ich hatte es ja bereits angedeutet.
fragen der schuldunfähigkeit sind juristisch sehr schwer zu fassen, weil sie faktisch immer politische fragen sind. bei Kröber geht es in die eine richtung, ich zeige mal die andere:
die RAF forderte die anerkennung als kombattanten und die anwendung der militärgerichtsbarkeit. da wären die strafen härter gewesen, dafür wäre das tun der RAF als Kampf geadelt worden. das wollte man in der BRD nicht und urteilte sie damit faktisch milder ab als (gefährliche) kriminelle.

selbstredend kann man praktisch jeden, der sehr intensiv einer bestimmten ideologie folgt und damit den ideologiebedingten segen einer verschiebung seiner wahrnehmung erfährt als "psychisch krank" diagnostizieren, etwa den priester, der seiner irrlehre nicht abschwört und damit seine ermordung in kauf nimmt... das sagt natürlich noch nichts aus über diejenigen, die ihn wegen ihrer irrlehre ermorden...

Womit auch wieder die Frage nach den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für das Konzept "Psychische Krankheit" auftaucht...

stimmviech

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #228 am: 03. Mai 2014, 22:33:25 »
Wir warten halt alle auf P.G., drehen uns etwas im Kreis. Interessant wäre,ob P.G. sich schon mal Gedanken über den "perfekten Mitspieler" ,so wie ich ihn gelebt habe, gemacht hat.
Wahn wird erfahrungsgemäß nur isolierten Einzelpersonen oder Zeiergruppen(folie á deux) attestiert. Sind mehrere "wahnhaft " verbunden,traut man sich nicht mehr zur Wahndefinition,sondern spricht von Sekte(mit "gesunden"Mitgliedern) oder ideologisch motivierter Terrorgruppe. Droht der Wahn wesentliche Teile der Gesellschaft zu umfassen,spricht man von Volkspartei. Der Wahn ist psychiatrischerseits so definiert,daß der Diagnostiker der "Wahndetektor" ist. Das wird nur nicht so klar gesagt.

sweeper

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #229 am: 03. Mai 2014, 22:53:27 »
@Stimmviech:
Zitat
Droht der Wahn wesentliche Teile der Gesellschaft zu umfassen,spricht man von Volkspartei. Der Wahn ist psychiatrischerseits so definiert,daß der Diagnostiker der "Wahndetektor" ist.
Ich weiß deinen skurrilen Humor zwar sehr zu schätzen, aber ich finde, so machst du es dir doch etwas zu einfach.

Für Psiram ist das Wahn-Thema eigentlich sehr interessant, denn hier tauchen immer mal Leute auf, die fest davon überzeugt sind, dass es Chemtrails gibt, dass die Mondlandung eine Hollywood-Inszenierung war, dass es keine Viren gibt (die Masern oder etwa AIDS auslösen), dass man von Lichtnahrung leben kann und so weiter. Das Wiki ist voll davon.

Diese Menschen sind ja nicht unbedingt alle dumm und ungebildet - man muss sich schon wundern, wie sie auf solche quasi-wahnhaften Ideen kommen und warum sie keine selbstkritischen Gedanken oder Anfragen von außen zulassen können.

Was würdest du sagen - woran kann man erkennen, dass das irrationale Überzeugungen sind (geht ja in Richtung wahnhaft) - und noch wichtiger (falls diese Menschen eine "Volkspartei" würden):
woran kann der einzelne sich orientieren, um "die Wahrheit", also das Reale herauszufinden? - Das können ja nun wirklich nicht die Psychiater als "Wahndetektoren" übernehmen.  :grins2:

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Ladislav Pelc

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #230 am: 03. Mai 2014, 23:21:21 »
Wir [...] drehen uns etwas im Kreis.

In der Tat, die Diskussion dreht sich im Kreis. Ein weiterer Erkenntnisgewinn scheint nicht zu erwarten, daher ist hier erst mal zu.