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Jenny, 23, Psychologie-Studentin aus Wuppertal

Begonnen von Roadrunner, 27. August 2008, 10:07:23

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Roadrunner

Wissenschaftlicher Nachwuchs an deutschen Unis:

Wenn es in der Uni brenzlig wird: Hex, hex, weg ist die Prüfungsangst

http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,570970,00.html




AnnaLena

Wenn die ihr Diplom hat, dann gute nacht.
Dann eröfnet die ne Hexenpraxis mit dem Schild Diplom. Psych drauf *kopfandieWandknall*

cohen

Und warum kommt so eine Geschichte in den Spiegel?
In den Redaktionen sitzen doch auch nur noch Deppen.

Roland K.

Hi,

an dem Artikel fand ich folgende Aussage besonders bemerkenswert:

"Andrew Schäfer, Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche, zuckt dazu eher mit den Schultern: Hexen besäßen eine "intakte Ethik", sagt er, sie seien damit klar abgegrenzt zu Sekten oder Satanismus. Dann fällt ihm doch noch etwas ein: Die Hexen würden eine "religiös-alternative Lebenshilfe" praktizieren, Seelsorge dürfe jedoch nicht als "Hobbypsychologie" missbraucht werden."


Zunächst muss man einmal feststellen, dass es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Kirchen und Sekten gibt. Es stimmt schon bedenklich, wenn ausgerechnet ein Geistlicher einer mächtigen Kirche einer mächtigen Religion als "Experte" betrachtet wird, um andere Glaubensausrichtungen zu bewerten. Im Gegensatz zu seinem Nachfolger Andrew Schäfer befürwortete der Kirchengründer Martin Luther noch eine Hexenverfolgung (und nebenbei auch eine Judenverfolgung). Evangelische und katholische Kirche standen sich diesbezüglich leider in nichts nach.

Auch die Aussage "Seelsorge dürfe nicht als `Hobbypsychologie´ missbraucht werden", trifft sich selbst mitten ins sarkastische Zentrum. Was ist denn die Seelsorge der Religionen anderes als Hobbypschologie? Psyche und Seele sind Synonyme. Soviel ich weiß muss eine offizielle Hexe zumindest erfolgreich die Prüfung zum "Heilpraktiker Psychotherapie" abgelegt haben, wobei der Abschluss Dipl.-Psychologie natürlich hier wie dort höher gewertet wird.   

Alles in allem erscheint mir diese Hexen-Frau genau so vernünftig oder verrückt, wie jeder andere Gläubige auch. Der eine glaubt eben an die magische Macht des Gebetsrituals (Augen zu, Hände falten, in schwierigen Fällen hinknien) zu Gott, Allah, Jesus oder wem auch immer, der andere glaubt an die Macht seines etwas anderen Rituals an Satan, die große Erdgöttin Isis oder wem auch immer. Wichtig ist nur, dass derjenige, der der Religion, der er vertraut, keine überphysikalische Macht zutraut, und sich trotzdem nicht von ihr trennen kann, nun wirklich völlig verrückt ist. Und wichtig ist natürlich auch, dass keine Rituale durchgeführt werden, die anderen Mensch materiell schädigen. Im Stern habe ich vor kurzer Zeit eine sehr grausame und traurige Begebenheit aus Afrika gelesen. Dort wurde einer "Albino-Negerin" (ich weiß nicht, wie ich es anders  ausdrücken soll) von völlig durchgeknallten Hexengläubigen ein Bein abgeschnitten, um es zu magischen Ritualen zu verwenden.

mfg
Roland K.

Adromir

Ich kann eigentlich immer nur traurig lächeln, wenn da von "altem keltischen oder germanischen Ritualen" oder so gefaselt wird. Komisch, daß wir zwar kaum was über die Glaubenswelt der Kelten oder Germanen wissen (ein paar Götternamen und ein paar christlich eingefärbte Mythen), aber die genau wissen, wie sie an welchem Tag ums Feuer zu hopsen haben..

AnnaLena

Das ist ja halt das einzige, was wir wissen, die Kirchen haben nicht umsonst Weihnachten und Ostern auf Beltane und Samhain gelegt, oder andersrum.

Roland K.

Hallo Adromir,

Du schreibst: "Ich kann eigentlich immer nur traurig lächeln, wenn da von "altem keltischen oder germanischen Ritualen" oder so gefaselt wird. Komisch, daß wir zwar kaum was über die Glaubenswelt der Kelten oder Germanen wissen (ein paar Götternamen und ein paar christlich eingefärbte Mythen), aber die genau wissen, wie sie an welchem Tag ums Feuer zu hopsen haben.."

Dem kann ich nicht völlig zustimmen. Wir wissen, dass das Wissen der Germanen (um Phytotherapeutika), ihre Rituale und Ansichten nur von Mund zu Ohr weitergeben werden durften. Die Niederschrift von "heiligen Sachen" war verboten, weil die Buchstaben (Buchenstäbchen) selber heilig waren.

Wie willst Du also wissen, ob nicht heute noch Menschen vorhanden sind, die gemäß der mündlichen Tradition unterrichtet worden sind? Ich kenne einen Menschen, der genau dies von sich behauptet, und bei meinem unteilbaren ICH, dieser Mensch hat in Bezug auf Phytotherapeutika einiges drauf. Sein `Kosmetikum´ gegen Herpes labialis und genitalis ist sogar vom Institut für Virologie der Universität Essen als ausgezeichnet wirksam und verträglich eingestuft worden.

mfg
Roland K.

AnnaLena

Darum gehts doch nicht. Ist was wirsames in der natur, ist das vollkommen in Ordnung, das zu untersuchen und ggf als standartisiertes Produkt zu vermarkten. Das ist EBM at its best.
Der wirkstoffgehalt von Wildpflanzen ist schwankend, je nach Boden, Klima und wetter. Die Esoheinis, die Kräutlein gegen Wehwehchen aus de natur klauben, spielen russisches Roulette.
Diese Informationen kann man nutzen ohne Urreligionen zu bemühen, zumal die Archivierung des Wissens heute doch besser ist als durch Mundpropaganda.

cohen

Man darf das Kräuterwissen nicht überbewerten
So richtig viel hatten die nie drauf.
Außerdem haben es viele Substanzen aus der Natur in die Medizin geschafft:
Zum Beispiel Digitoxin, Atropin, Morphin.
Diese hier haben gemein, dass sie auch supergiftig sein können. Bei Tee mit schwankendem Gehalt hätte man die Wahl zwischen unwirksam, eventuell richtig dosiert oder tödlicher Vergiftung.

Lippenherpes lässt sich medikamentös kaum beeinflussen. Aciclovir funktioniert, bringt aber nicht so richtig viel. Placebocreme braucht nur einen halben Tag länger bis zur Abheilung.
Diese Erkrankung heilt spontan ab. Da kann sich jeder einreden, dass sein "Wundermittel" toll wirkt.

Roland K.

Hi,

"Man darf das Kräuterwissen nicht überbewerten, so richtig viel hatten die nie drauf."

Wir können ihr Kräuterwissen nicht einschätzen, weil wir es nicht kennen - schließlich wird es bis heute versucht, es geheim zu halten. Wir kennen heute nur das "Kräuterwissen" der Mönche und Nonnen, das zum größten Teil von den Hexen in Folterprozessen erpresst worden ist.

"Außerdem haben es viele Substanzen aus der Natur in die Medizin geschafft: Zum Beispiel Digitoxin, Atropin, Morphin. Diese hier haben gemein, dass sie auch supergiftig sein können."

Stimmt.

"Bei Tee mit schwankendem Gehalt hätte man die Wahl zwischen unwirksam, eventuell richtig dosiert oder tödlicher Vergiftung."

Ganz so schlimm ist es nun aber nicht. Viele Menschen wussten damals um die schwankenden Inhaltsstoffe und -mengen. Deshalb wurden immer große Mengen gesammelt und getrocknet, um einen Querschnitt mehrerer Jahre und Standorte zu haben.

"Lippenherpes lässt sich medikamentös kaum beeinflussen. Aciclovir funktioniert, bringt aber nicht so richtig viel. Placebocreme braucht nur einen halben Tag länger bis zur Abheilung."

Ein wässriger Auszug aus Mistel (europäischer Standort, Wirtsbaum Apfel, nordamerikanischer Standort IMMER unwirksam, unabhängig vom Wirtsbaum), Spitzwegerich, Breitwegerich (und Salbei, nicht unbedingt erforderlich) wurde in zwei prinzipiell verschiedenen in vitro Verfahren an HeLa-Zellkulturen getestet. Die verwendeten Herpes Stämme von Typ I und II zeigten bereits eine gewisse Resistenz gegen Aciclovir. Ein in vivo Test war gemäß Arzneimittelgesetz verboten, jedoch waren die Kunden des Kosmetikums (Lippenherpes ist auch ein klassisches kosmetisches Problem) sehr erstaunt und sehr zufrieden. In vivo wurde jedoch ein Sheabutter (auch Galambutter genannt) Extrakt verwendet.

"Diese Erkrankung heilt spontan ab. Da kann sich jeder einreden, dass sein "Wundermittel" toll wirkt."

Leider nicht. Die Viren persistieren in Ganglien. Die meisten Betroffenen leiden OHNE richtige Behandlung immer wieder unter akuten Anfällen. Bei Verwendung des Kosmetikums wurden die Anfälle immer seltener, bis sie ganz aufhörten.

mfg
Roland K.

Thomas

Zitat von: Roland K. am 28. August 2008, 13:41:31

Wir können ihr Kräuterwissen nicht einschätzen, weil wir es nicht kennen - schließlich wird es bis heute versucht, es geheim zu halten. Wir kennen heute nur das "Kräuterwissen" der Mönche und Nonnen, das zum größten Teil von den Hexen in Folterprozessen erpresst worden ist.
.

Oh. Mein. GOTT!

AnnaLena

Zitat
Wir können ihr Kräuterwissen nicht einschätzen, weil wir es nicht kennen - schließlich wird es bis heute versucht, es geheim zu halten

Die Verschwörungstherorien können wir ruhig zuhause lassen, und rechts oben gibts ne Zitierfunktion sowie einen

ZitatZitierbutton
im Bearbeitungsmenue.

AnnaLena

Zitat von: Thomas am 28. August 2008, 13:57:45
Zitat von: Roland K. am 28. August 2008, 13:41:31

Wir können ihr Kräuterwissen nicht einschätzen, weil wir es nicht kennen - schließlich wird es bis heute versucht, es geheim zu halten. Wir kennen heute nur das "Kräuterwissen" der Mönche und Nonnen, das zum größten Teil von den Hexen in Folterprozessen erpresst worden ist.
.

Oh. Mein. GOTT!

wir brauchen den Kopfandiewand-smilie, ping doch mal den sysop an. Danke.

Roland K.

Zitat von: Magrat am 28. August 2008, 13:59:11
Zitat von: Thomas am 28. August 2008, 13:57:45
Zitat von: Roland K. am 28. August 2008, 13:41:31

Wir können ihr Kräuterwissen nicht einschätzen, weil wir es nicht kennen - schließlich wird es bis heute versucht, es geheim zu halten. Wir kennen heute nur das "Kräuterwissen" der Mönche und Nonnen, das zum größten Teil von den Hexen in Folterprozessen erpresst worden ist.
.

Oh. Mein. GOTT!

wir brauchen den Kopfandiewand-smilie, ping doch mal den sysop an. Danke.

Sagt mal, von Argumenten haltet ihr wohl nicht so viel, ihr zwei Experten, oder?!

Die in vitro Versuche am Institut für Virologie der Universität Essen wurden übrigens von Herrn PD Dr. Kruppenbacher ca. 1996 durchgeführt. Alle Infos sind zwar aus dem Gedächtnis, aber wenn es euch wirklich interessiert, könnte ich nachfragen und Infos mit garantiertem Wahrheitsgehalt liefern.

mfg
Roland K.

Thomas

Zitat von: Roland K. am 28. August 2008, 14:12:14
Sagt mal, von Argumenten haltet ihr wohl nicht so viel, ihr zwei Experten, oder?!

Die in vitro Versuche am Institut für Virologie der Universität Essen wurden übrigens von Herrn PD Dr. Kruppenbacher ca. 1996 durchgeführt. Alle Infos sind zwar aus dem Gedächtnis, aber wenn es euch wirklich interessiert, könnte ich nachfragen und Infos mit garantiertem Wahrheitsgehalt liefern.


Von den in vitro-Versuchen war überhaupt nicht die Rede, lenken Sie nicht ab.

Sie haben uns mit Herrn Weidenbusch ganz gut bespaßt, und die MUFON-CES Aktion hat auch einen gewissen Unterhaltungswert, vielleicht wollen Sie ja sowas wie Narrenfreiheit für sich in Anspruch nehmen.

Thomas