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Anstieg der Esoterik-Opfer ...

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sweeper:

--- Zitat von: bayle am 09. Februar 2013, 00:24:57 ---@Morgaine

OT
Ist ja nur ein Nebenaspekt und ich will auch gar keinen Streit anfangen, aber mich plagt doch die Lust zum Widerspruch:

Ich steck‘ da nicht so drin, aber nach meinem Eindruck spielt die systemische Therapie in den letzten Jahren der Psychotherapie-Entwicklung keine entscheidende Rolle. Für sie gilt ein bisschen das, was ich eben von Freud gesagt habe: vieles ist intuitiv nachvollziehbar, aber überprüft ist sie nicht; z. B. ist sie in Deutschland keine Kassenleistung.
--- Ende Zitat ---

Die Begründung stimmt so nicht:


--- Zitat ---http://de.m.wikipedia.org/wiki/Systemische_Therapie#section_5
...Am 14. Dezember 2008 hat der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie die Systemische Therapie auch in Deutschland als wissenschaftlich anerkannt eingestuft[5]. Zuvor hatten die beiden Dachverbände Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) und Systemische Gesellschaft (SG) dem Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie eine Sammel-Studie eingereicht, mit dem Ziel, der Therapierichtung zu offizieller Anerkennung in Deutschland zu verhelfen. Die über 80 RCT-Studien (randomisierte, kontrollierte Studien) konnten belegen, dass Systemische Therapie und Familientherapie wirksame und kostengünstige Psychotherapieverfahren mit sehr guten Langzeiteffekten sind [6]. Ein Jahr später, im Dezember 2009, wurde die erste Ausbildung in der Systemischen Psychotherapie bei Erwachsenen zugelassen.[7]. Seit November 2010 ist der erste Ausbildungsgang im Bereich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie im Vertiefungsgebiet Systemische Therapie zugelassen worden.[8]
--- Ende Zitat ---


Kassenleistung ist sie nicht - im Gegensatz zur Homöopathie.

OT: Die Barmer beklagt in ihrem neuen Arztreport die Medikalisierung kindlicher Verhaltensstörungen und gesellschaftlicher Probleme. Vor diesem Hintergrund ist um so unverständlicher, dass systemische Familientherapie noch keine Kassenleistung sein kann.

Ein bisschen schizophren, dieses Gesundheitssystem...


Dr. Ici Wenn:

--- Zitat von: Morgaine am 09. Februar 2013, 01:32:42 ---Auch wenn differenziertere Menschen das alles recht kritisch sehen, so bleibt doch fast immer eine gewisse "Spannbreite", daß irgendwas davon doch möglich ist/ wirkt o.ä.
Z.B. ist der Homöpathieglaube, der Glaube an TCM, bestimmte Magieformen, Schamanismus usw. extrem weit verbreitet.

--- Ende Zitat ---

Man muss halt immer im Hinterkopf bewahren, dass dem Mensch erstmal und meistens analytisches und rationales Denken nicht in die Wiege gelegt wird, man muss es sich erarbeiten, genauso, wie man lernen muss, ein Instrument zu spielen.

Evolutionäre Strukturen richten sich zurecht an ökonomischem Verhalten aus, und da ist das Denken nicht ausgeschlossen. Analogiebestimmtes Denken reicht im Alltag aus, ist sogar unabdingbar, wollen wir nicht im permanentem Hinterfragen stecken bleiben und somit völlig handlungsunfähig zu werden.

Übertragen auf das Thema Esoterik kann man also weniger von einem krankhaften, sondern eher normalem Zustand ausgehen.

Die Crux beginnt da, wo komplexe Themen damit nicht mehr erfasst werden können, typisches Beispiel ist Impfen, was nur mit einer gewissen Abstraktionsfähigkeit als sinnvoll erkannt werden kann.

So, Wort zum Samstag beendet  :grins2:

bayle:
@sweeper
ok.

Morgaine:

--- Zitat von: sweeper am 09. Februar 2013, 16:37:14 ---
--- Zitat von: bayle am 09. Februar 2013, 00:24:57 ---@Morgaine

OT
Ist ja nur ein Nebenaspekt und ich will auch gar keinen Streit anfangen, aber mich plagt doch die Lust zum Widerspruch:

Ich steck‘ da nicht so drin, aber nach meinem Eindruck spielt die systemische Therapie in den letzten Jahren der Psychotherapie-Entwicklung keine entscheidende Rolle. Für sie gilt ein bisschen das, was ich eben von Freud gesagt habe: vieles ist intuitiv nachvollziehbar, aber überprüft ist sie nicht; z. B. ist sie in Deutschland keine Kassenleistung.
--- Ende Zitat ---

Die Begründung stimmt so nicht:


--- Zitat ---http://de.m.wikipedia.org/wiki/Systemische_Therapie#section_5
...Am 14. Dezember 2008 hat der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie die Systemische Therapie auch in Deutschland als wissenschaftlich anerkannt eingestuft[5]. Zuvor hatten die beiden Dachverbände Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) und Systemische Gesellschaft (SG) dem Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie eine Sammel-Studie eingereicht, mit dem Ziel, der Therapierichtung zu offizieller Anerkennung in Deutschland zu verhelfen. Die über 80 RCT-Studien (randomisierte, kontrollierte Studien) konnten belegen, dass Systemische Therapie und Familientherapie wirksame und kostengünstige Psychotherapieverfahren mit sehr guten Langzeiteffekten sind [6]. Ein Jahr später, im Dezember 2009, wurde die erste Ausbildung in der Systemischen Psychotherapie bei Erwachsenen zugelassen.[7]. Seit November 2010 ist der erste Ausbildungsgang im Bereich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie im Vertiefungsgebiet Systemische Therapie zugelassen worden.[8]
--- Ende Zitat ---


Kassenleistung ist sie nicht - im Gegensatz zur Homöopathie.

OT: Die Barmer beklagt in ihrem neuen Arztreport die Medikalisierung kindlicher Verhaltensstörungen und gesellschaftlicher Probleme. Vor diesem Hintergrund ist um so unverständlicher, dass systemische Familientherapie noch keine Kassenleistung sein kann.

Ein bisschen schizophren, dieses Gesundheitssystem...

--- Ende Zitat ---

Danke für den Link.

Die Mühlen der Psychotherapieforschung mahlen langsam ... und die Prozesse, die sich anschließen, noch langsamer.

Vielen in den entsprechenden Berufen Tätigen ist weitgehend suspekt, daß Psychoanalyse noch eine Kassenleistung ist ... .
Aber diese Strukturen sind sehr komplex, Bundesland-abhängig, Lobby und Historie usw..

Morgaine:

--- Zitat von: Dr. Ici Wenn am 09. Februar 2013, 16:59:11 ---
--- Zitat von: Morgaine am 09. Februar 2013, 01:32:42 ---Auch wenn differenziertere Menschen das alles recht kritisch sehen, so bleibt doch fast immer eine gewisse "Spannbreite", daß irgendwas davon doch möglich ist/ wirkt o.ä.
Z.B. ist der Homöpathieglaube, der Glaube an TCM, bestimmte Magieformen, Schamanismus usw. extrem weit verbreitet.

--- Ende Zitat ---

Man muss halt immer im Hinterkopf bewahren, dass dem Mensch erstmal und meistens analytisches und rationales Denken nicht in die Wiege gelegt wird, man muss es sich erarbeiten, genauso, wie man lernen muss, ein Instrument zu spielen.

Evolutionäre Strukturen richten sich zurecht an ökonomischem Verhalten aus, und da ist das Denken nicht ausgeschlossen. Analogiebestimmtes Denken reicht im Alltag aus, ist sogar unabdingbar, wollen wir nicht im permanentem Hinterfragen stecken bleiben und somit völlig handlungsunfähig zu werden.

Übertragen auf das Thema Esoterik kann man also weniger von einem krankhaften, sondern eher normalem Zustand ausgehen.

Die Crux beginnt da, wo komplexe Themen damit nicht mehr erfasst werden können, typisches Beispiel ist Impfen, was nur mit einer gewissen Abstraktionsfähigkeit als sinnvoll erkannt werden kann.

So, Wort zum Samstag beendet  :grins2:

--- Ende Zitat ---

Stimme zu.
Mir fällt auf, daß ich mich noch nie mit den konkreten Korrelationen zum Esoterik-Boom beschäftigt habe ... .

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