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Maria v. Blumencrons Tibet-Kindermärchen

Begonnen von cohen, 24. November 2008, 16:26:42

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cohen

Vielen Dank an Chefarztfrau:
http://chefarztfrau.de/?p=390
ZitatUngeheuerlicherweise verkehrt sogar eine Buslinie. Warum sollten denn dann irgendwelche Tibeter ihre Kinder über einen 6.000-Höhenmeter-Umweg per pedes zum Dalai Lama scheuchen wollen? Um das Fahrgeld zu sparen? Oder um Frau Blumencron eine gute Story zu liefern? Das fragt sich zumindest Tibet-Realist Colin Goldner heute Morgen in einem lesenswerten Artikel - (Fakten ficken).

Um diesen Artikel von Colin Goldner geht es:
http://hpd.de/node/5821

ZitatBerichte über Flüchtlingskinder frei erfunden?

MEDIEN. (hpd) Seit einigen Wochen bereist die österreichische Buchautorin Maria Blumencron (*1965) die Lande, um auf groß angelegter Lesetour ihr im Frühjahr 2008 bei Dumont erschienenes Werk ,,Auf Wiedersehen, Tibet" vorzustellen. Sie berichtet darin von ihren Erlebnissen als Fluchthelferin in Tibet. Wer sich die Details ansieht, gewinnt schnell den Eindruck, dass da etwas nicht stimmen kann.


Jane

Nun, Tatsache ist, dass es im Tibet nicht rosig zu geht
http://www.amnesty.de/umleitung/2008/deu07/009?lang=de%26mimetype%3dtext%2fhtml
Das Gebarren der Chinesen sollte man nicht verharmlosen.

Es gibt allerdings nichts Schlimmeres für SERIÖSE Menschenrechtsarbeit als erfundene Schauermärchen. Wenn Blumencron sich diesen Kinderflüchtlingskram tatsächlich ausgedacht hat, dann hat sie den Tibetern und v.a. den Menschenrechtsaktivisten unter ihnen einen Bärendienst erwiesen.  >:(


cohen

Ich kann kommunistische Unterdrückung nicht leiden und ich kann Theokratie nicht leiden.
Das unterscheidet sich nicht sonderlich, obwohl: die Kommunisten haben wenigstens die Leibeigenschaft abgeschafft.
Der Gottkönig war früher Sklavenhalter.


Und ich hasse es, von "Gutmenschen" belogen zu werden.

cohen

Seriöse Menschenrechtsarbeit ist wichtig.
Unseriöse Tingelei und Trittbrettfahrerei gehört angeprangert.

Und in politischen Dingen lasse ich mich sehr gern von Dir belehren, Jane.
Du bist auf dem Gebiet eine seriöse Quelle.


Ich habe allerdings auch meine Reflexe: Colin Goldner ist cool und der Dalai Lama ist Eso.
Da bin ich vorbelastet. ;D ;D ;D

(Und Rincewind wird bei Kulleraugen zynisch.) ::)

Jane

ZitatUnseriöse Tingelei und Trittbrettfahrerei gehört angeprangert.

Absolut. Das macht den echten Menschenrechtsaktivisten nämlich die Arbeit doppelt schwer. Beim nächsten Amnesty-Bericht zu Tibet heisst es dann: Ist ja eh alles nur Propaganda.

Dass es Leute gibt die nicht mal davor zurückschrecken aus polit. Unterdrückung und Verfolgung Kapital zu schlagen und sich dann noch als "Freunde" der Betroffenen auszugeben, macht mich echt sauer.

cohen

Das ist das Gleiche mit schlechtem Feminismus:
ZitatSie fragen, ob feministische Erkenntnistheorien
nicht eine Gedankenkontrolle
fortsetzen, wie sie charakteristisch
ist für konventionelle,
erkenntnistheoretisch zentrierte
Philosophien und Wissenschaften.
Die Kernfrage, die sich daraus ergibt,
lautet: Können wir dieselben
Wissenschaften, die offenkundig so
eng mit westlichen bürgerlichen und
männlichen Projekten verknüpft sind,
für emanzipatorische Ziele einsetzen?
http://www.uni-marburg.de/aktuelles/unijournal/14/Feminismus

Da kriege ich Brechreiz. Das ist eine Beleidigung von klugen und gebildeten Frauen. Die werden gleich mal zu Verräterinnen an der Sache abgestempelt, wenn sie wissenschaftlich tätig sind.

Hier passt das 10. Gebot des Ökoglaubens hin:

"Wisse, die Schuld ist weiß, männlich, christlich und westlich! Die Unschuld ist eine Urwaldindianerin."
http://www.oekologismus.de/?p=754

Jane

Ich krieg schon Brechreiz wenn es darum geht Wissenschaft für "emanzipatorische Ziele einzusetzen". Wissenschaft ist doch keine Handfeuerwaffe! Wissenschaft sollte sich bemühen, so wertfrei wie möglich zu sein, auch wenn 100% Wertfreiheit zumindestens in den Sozialwissenschaften sicher nicht möglich ist.

Ich bin sehr für Emanzipation und empirische Forschung im Bereich der Frauenrechte hab ich selbst schon gemacht. Was man da gar nicht brauchen kann, sind vorgefertigte Meinungen und vernageltes Schwarz-Weiß-Denken.

Und die Behauptung, Wissenschaft wäre männlich...also bitte  ::)

Skrzypczajk

Die Kombination mit Reiseberichten aus fernen Ländern hatten wir doch erst vor kurzem. Siehe auch Spiegel online: Alice im Wunderland


Nebenbei - ich tu auch gleich was in die Chauvikasse - kommen mir all diese Lehrstühle und Studiengänge für "Gender Studies" manchmal wie eine Stellenbeschaffungsmaßnahme für arbeitslose Soziologinnen vor.

WikiSysop

Die Alice sollte lieber bei der Titanic arbeiten. Da bräuchte man den Sums nicht ernst nehmen.

cohen

Das ist doch keine Lüge. Das ist ganzheitliche Zählweise: wenn für Esos 2+2=5 gilt, dann kann man auch an 5=6 glauben.
Es geht doch um die SACHE, nicht um Fakten.