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MECFS ist keine erfundene Krankheit

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Begonnen von NeuroMD, 04. Dezember 2023, 22:59:23

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Gefährliche Bohnen

Zitat von: eLender am 20. März 2026, 23:32:39Ne, die Sache stinkt vom Kopf her. Ich habe die Tante schon bei anderer Gelegenheit so erlebt, das ist kein Betriebsunfall, das ist Feature. Man kann sich viel schönsaufenreden, ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie nicht wirklich an der Vermittlung objektiver Positionen interessiert ist, bzw. das einfach nicht kann. Wer da trotzdem in unreflektierte Jubelorgien verfällt, den kann ich noch mal u.a. an einen Beitrag mit dem Titel: "why smart people believe stupid things" erinnern (Gurwinder, habe ich als Video auch schon verlinkt - scheinbar fruchtlos, obwohl es sehr viel von dem erklärt, worüber wir hier und an anderer Stelle reden).

Hm, hast du es dir nochmal angeschaut (oder den entsprechenden Text gelesen)? Ich finde nämlich, das ist mit meinen Aussagen ziemlich kompatibel:

ZitatSince we're a social species, it is intelligent for us to convince ourselves of irrational beliefs if holding those beliefs increases our status and well-being. Dan Kahan calls this behavior "identity-protective cognition" (IPC)

Es ist letztlich auch egal, wer von der Wissenschaftsredaktion jetzt genau welchen Teil recherchiert hat (es ist auch naheliegend, dass sie alle dieses Problem haben - auch die anderen sind z.T. Autoren populärwissenschaftlicher Bücher und anderer Sendungen und sind auf ein gewisses Publikum angewiesen. Und als einzelner gegen den Strom schwimmen macht es dann noch schwieriger - des Kaiser neue Kleider halt). Der Punkt ist doch: es liegt nicht an den intellektuellen Fähigkeiten an sich (mit "höherer Dummheit" gehe ich mit) - es sind andere Gründe, etwas nicht zu sehen, nämlich tatsächliche oder gefühlte Kosten, die es hätte, Dinge kritisch zu hinterfragen. Bei z.B. Homoöpathie kritisch hinzuschauen gehen die Kosten gegen Null, weil sich die Mai-affine Bubble da einig ist, dass das Quatsch ist. Auch ein Buch über Chemie schreiben ist vermutlich relativ risikoarm und dadurch weniger anfällig für diese Art höherer Dummheit.

Status und Well-Being - wenn wir Gefahr laufen, das zu verlieren, wollen wir es oft nicht so genau wissen und es erfordert Mut (oder eine Prise Psychopathie), es trotzdem zu tun. Wie ich schon schrub: Es ist mehr ein Mut/Wollen-Problem als ein Können-Problem. Und: es ist in der Tat kein Betriebsunfall, aber auch kein Mai-Problem sondern ein Menschen-Problem, ein soziales Problem. Wobei Leute wie Mai und allgemein Politiker und Journalisten und Fachgesellschaften natürlich mehr Verantwortung haben und daher auch mehr von diesem Mut besitzen sollten. Jedenfalls wäre das wünschenswert.

"Ich muss an dieser Stelle gestehen: Ich mag Karpfen gar nicht." - Groucho
RIP

Gefährliche Bohnen

Zitat von: Gefährliche Bohnen am 23. März 2026, 22:48:33Status und Well-Being - wenn wir Gefahr laufen, das zu verlieren, wollen wir es oft nicht so genau wissen und es erfordert Mut (oder eine Prise Psychopathie), es trotzdem zu tun.

Noch ein Nachtrag: Wenn ich so drüber nachdenke, ist das wahrscheinlich auch eine Erklärung dafür, warum gerade intelligente Menschen besonders spektakulär in solche Fallen treten: sie verstehen die Kosten. Denn nicht nur Mutige und Psychopathen schwimmen gegen den Strom, auch Leute, die einfach schlecht in "reading the room" sind - dann allerdings eher unbeabsichtigt  8)   
"Ich muss an dieser Stelle gestehen: Ich mag Karpfen gar nicht." - Groucho
RIP

Daggi

Janos Hegedüs heute. Habe aber aktuell kein Zeit für Videos

RE: MaiThink über ME/CFS ⁨@maithinkx⁩

https://www.youtube.com/watch?v=WK18Nwd7pNY

The amount of energy needed to refute bullshit is an order of magnitude bigger than to produce it.

Purple Tentacle

Ach, was weiß denn ich ...

Peiresc

Zitat von: Daggi am Gestern um 18:02:26RE: MaiThink über ME/CFS ⁨@maithinkx⁩

Ich habe Hegedüs bis zur Hälfte gesehen. Diese lilafarben angezogene Mai Thi verkündet im Brustton der Überzeugung, die Krankheit habe "nichts mit mind set" zu tun (whatever this may be, wie Hegedüs richtig anmerkt) und im nächsten Atemzug, ein PEM sei spezifisch und könnte selbst durch ein Umdrehen im Bett, durch Film ansehen oder sogar durch eine Freude ausgelöst werden.

Das ist O-Ton der Gemeinde (ich muss mir auf die Zunge beißen, nicht zu sagen, der Bande) Grande, darauf ausgerichtet, einen gruseligen Schauder und Mitleid beim Zuhörer zu erpressen. Aber wie kann man so etwas als Wissenschaftspromoter nachbeten, ohne für einen Sechser Überlegung zu investieren, ob denn das sein kann? Was sind solcherart Auslöser anderes als psychische Einflüsse, die es doch gar nicht geben kann?

Purple Tentacle

Meiner Ansicht nach ist das eigentlich Erschütternde an dieser und anderer Fernsehsendungen ist, dass eine lautstarke Lobby einen derartigen Einfluss hat, dass wissenschaftlich Kriterien außer Kraft gesetzt und Fake News verbreiten werden. :-\

Ach, was weiß denn ich ...

eLender

Zitat von: Gefährliche Bohnen am 23. März 2026, 22:48:33nämlich tatsächliche oder gefühlte Kosten, die es hätte, Dinge kritisch zu hinterfragen
Ja, das spielt hier auch eine Rolle. Aber es ist wahrscheinlich komplexer, es kommt ja noch darauf an, wo die Kosten entstehen (in der eigenen Blase).

Das unterstellt auch, dass man es besser wissen könnte, es aber nicht weiter verfolgt. Das wird hier auch so sein, aber das reicht mir immer noch nicht. Bei Mai ist mMn schon eine gewisse Dummheit, sich bestimmte Sachen nicht vorstellen zu können, mit im Boot. Sie kann sich scheinbar nicht vorstellen, dass man körperliche Symptome verspürt, ohne eine körperliche Ursache zu haben (das ist auch das, was Harder immer dazu veranlasst hat zu sagen: das ist nicht eingebildet). Da spielt auch eine naive Vorstellung von Krankheit eine Rolle. Das ist eine sehr komplexe Sache, die man nicht auf einfache "Wahrheiten" reduzieren kann (z.B. rein somatische Ursache). Hegedüs spricht genau das auch in seinem Video an.

Ich habe das bei ihr schon vorher festgestellt. Entweder das ist eine reine Bildungslücke, dann sollte man aber davon absehen, sich zu bestimmten Themen zu äußern (oder man macht sich die Mühe, sich monatelang mit allen möglichen Positionen zu beschäftigen). Das ist aber leider nur die Oberfläche. Wer sich bspw. auch nicht vorstellen kann, dass Studien verzerrt sein können (u.a. weil es keine Verblindung gab), oder dass das Design ungeeignet ist, eine bestimmte Frage überhaupt beantworten zu können, der hat - nicht nur - zu wenig Vorstellungskraft.

Zitat von: Peiresc am Gestern um 20:40:01Aber wie kann man so etwas als Wissenschaftspromoter nachbeten, ohne für einen Sechser Überlegung zu investieren, ob denn das sein kann?
Zeugt auch nicht gerade von besonderer Geisteskraft. Hegedüs macht das gut an dem Beispiel mit der "Black-Box" deutlich. Das ist so dermaßen dämlich, das kommentiert sich tatsächlich von selbt. Man weiß nicht, was da drin ist, aber es kann nichts Psychisches sein. Dann wäre das bestenfalls eine Gray-Box (man kann bestimmte Sachen ausschließen). Da man aber (angeblich) gar nichts weiß, kann man das auch nichts ausschließen. Ich kann dieses Gefasel nur mit Dummheit erklären (ist meist eh die beste) Erklärung.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Für Mai sind ja die Muskeln (die bei den Erschlafften speziell sein sollen) ein unumstößliches Merkmal der Malaise. Ob sie gelegentlich bei Web .de liest? Oder ist das zu profan, weil keine echte Wissenschaft? Ich fand dies:

ZitatMenschen, die eine Depression überstanden haben, weisen dauerhaft eine schwächere Handkraft auf als Gesunde. Das zeigt eine internationale Studie. Die Ergebnisse werfen Fragen zu bleibenden körperlichen Folgen psychischer Erkrankungen auf.

Anhand der Handkraft bewerten Ärzte nicht nur die Muskelkraft. Sie ist auch ein etablierter Biomarker für die allgemeine Fitness - und bewiesenermaßen bei Menschen mit Depression oder Schizophrenie geringer.

Ein internationales Team unter der Leitung von Forschenden des Uniklinikums Würzburg fand nun heraus: Auch nach einer überstandenen Depression erholt sich die Handkraft nicht vollständig. Die Ergebnisse der Studie mit 533 Teilnehmern wurden in der renommierten Fachzeitschrift "JAMA Psychiatry" veröffentlicht.

"Das hat uns sehr überrascht", sagt Sebastian Walther, Direktor der Klinik für Psychiatrie am Uniklinikum Würzburg, in einer Mitteilung zur Studie. "Wir hatten erwartet, dass Menschen mit einer überstandenen Depression wieder eine normale Handkraft aufweisen."
https://web.de/magazine/gesundheit/handkraft-indikator-psyche-verraet-42031694
(da wird aber auf die Studie verlinkt)

Ich hatte den Hinweis in der Blase gefunden, mit einem entsprechenden Kommentar:

ZitatSam@HumanManifold
Sehe schon kommen, dass solche Ergebnisse von Anhängern des psychosozialen Modells* auf Post-COVID oder ME/CFS umgemünzt werden und argumentiert wird, dass es sich daher um psychosomatische Erkrankungen handle.

Sowas aber auch, die Beobachtung widerspricht dem Dogma, also ist die Beobachtung falsch. Die Logik herrscht auch im Mailab.
Wollte ich nur mal gesagt haben!