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Autor Thema: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?  (Gelesen 394 mal)

PlanetHugger

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Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« am: 06. September 2020, 03:09:41 »

Hallo zusammen,

ich werfe mal eine Frage in den Raum: weshalb wird nicht mit allen Mitteln und Gelder und radikalen Maßnahmen gegen MRSA vorgegangen? Die gefährlichen multiresistenten Krankenhauskeime von denen fast jeder schon mal gehört hat. Zumindest jeder der im Gesundheitssystem arbeitet.

Ich finde das einen der größten Skandale, das dies niemanden wirklich interessiert. Vor allem nach den radikalen Maßnahmen um Corona Tote zu verhindern. Geht es nun um unsere Gesundheit oder doch nicht? Mir macht das ein wenig Angst.

Kurze Fakten lt. RKI: 10.000-20.000 Tote jedes Jahr in D. Weltweit ca. 200.000 und es wäre sehr einfach diese zu bekämpfen durch simple Hygienemaßnahmen, bessere Filter, mehr Reinigungskräfte.

Guckst du hier: tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/infektionen-101.html
oder RKI: https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2019/14_2019.html

Ich würde mich freuen, wenn jemanden meine Frage gehooked hat und schonmal Danke für eure Einschätzung!

Greetz
Christian

Conina

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #1 am: 07. September 2020, 15:50:35 »
Wieso gibt es einen Tagesschaubeitrag, wenn das keinen interessiert? Einfach zu bekämpfen ist es auch nicht, wenn es ein weltweites Problem ist. Bakterien bekommt man nicht so einfach tot wie behüllte Viren.

sailor

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #2 am: 07. September 2020, 16:04:13 »
Wieso interessiert das keinen? Die Reaktionen darauf sind bereits da, siehe https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-08/infektionen-antibiotika-verschreibung-rueckgang-aerzte.

Das Problem ist hausgemacht, da sind sich alle einig. Doch man reagiert. Eine Herausforderung sind die Hygienebestimmungen in Krankenhäusern, bzw. deren Umsetzung. Normalerweise gibts dazu mittlerweile komplexe Konzepte, die auch wirken... wenn sich jeder dran hält. Da liegt die eine Schwachstelle, die andere ist, dass Hygiene kostet. Wenn man nun immer nur Drittdienstleister zum Putzen nimmt und da immer den billigsten Anbieter wird eben das Klo mit dem selben Lappen gewischt wie der Esstisch...

Ich bin ausserdem gespannt, wie sich die shutdowns der KH auf die MSRA-Fälle auswirken, da der Besucherverkehr deutlich eingeschränkt wurde. Auch die Zahl an "nicht lebensnotwendigen" Eingriffen wurde reduziert, damit auch die Zahl der möglichen Infektionen. Wenn jetzt die KH noch den Leerstand für ne Grunddesinfektion nutzen wirds deutlich besser.

Daggi

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #3 am: 07. September 2020, 16:42:21 »
Daß kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA ist ein unbelegtes Gerücht. Das Thema wird seit langer Zeit diskutiert. Es lassen sich viele Meldungen und Berichte in den Medien finden, das Thema ist natürlich in der Fachliteratur (Sekundär-/Tertiärliteratur wie Lehrbücher) ausfürlich behandelt, genauso wie im Studium der Medizin. In den Niederlanden ist man konsequenter vorgegangen und testet häufiger als in Deutschland. Denn: diese Keime kommen ja von Patienten ins Krankenhaus und können sich erst dann dort quasi einnisten. Zu den Vorsorgemaßnahmen gehören die Abstriche vor Aufnahme im Krankenhaus, und Patienten werden schon lange dazu aufgefordert Antibiotika nicht kurz nach erster Einnahme und ersten Besserungen "abzusetzen" was Resistenzen fördert, sondern die notwendige Anzahl an Tabletten zu nehmen.
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Das doch nur Grippe!

Kaum sind weniger Chemtrails am Himmel drehen die Menschen am Boden durch

sailor

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #4 am: 07. September 2020, 16:59:44 »
Achja, Alten- und Pflegeheime sind da echt ein Riesenproblem, von dort kommen viele der Fälle. Der hygienische Allgemeinzustand vieler Patient/innen aus Heimen ist gruselig, die schleppen noch ganz andere Sachen mit sich rum, insbesondere wenn die Eigenhygiene nicht mehr klappt (Demenzfälle).

Conina

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #5 am: 07. September 2020, 19:55:20 »

Hallo zusammen,

ich werfe mal eine Frage in den Raum: weshalb wird nicht mit allen Mitteln und Gelder und radikalen Maßnahmen gegen MRSA vorgegangen?


Weil Mittel und Gelder eine begrenzte Ressource sind. Wenn man sie dafür verwendet, fehlen sie woanders. Das sieht immer nur von außen aus ganz einfach aus. Es gibt viele Baustellen und alle haben ihre begründete Priorität. Die Welt ist voller Zielkonflikte.

ZKLP

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #6 am: 08. September 2020, 01:35:45 »
MRSA ist sowas von 2010. Der Trend geht eindeutig zu ESBL. Aber das ist ja nicht Teil dieses Threads.
 

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/42_19.pdf?__blob=publicationFile

Zitat
Die nationale Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) am Robert Koch-Institut (RKI) basiert auf Resistenzdaten aus der Routinediagnostik der stationären und ambulanten Versorgung. Der Anteil von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) an allen S.-aureus-Isolaten aus allen Probenmaterialien zeigt in diesem Surveillance-System seit Jahren rückläufige Tendenzen: In der stationären Versorgung sank der Anteil von 23,8% im Jahr 2010 auf 13,3% im Jahr 2018, in der ambulanten Versorgung von 13% im Jahr 2010 auf 7,7% im Jahr 2018 (Datenstand: 23.8.2019, Datum der Abfrage: 10.10.2019).

Cornus

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #7 am: 08. September 2020, 13:19:44 »

Kurze Fakten lt. RKI: 10.000-20.000 Tote jedes Jahr in D.
...
Guckst du hier: tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/infektionen-101.html
oder RKI: https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2019/14_2019.html

Wenn ich das richtig sehe, geht es in beiden verlinkten Seiten und bei den zitierten Todeszahlen um im Krankenhaus erworbene (nosokomiale) Infektionen und nicht um multiresistente Keime.

Worum gehts hier?

Und: Was hat das mit den Corona-Maßnahmen zu tun?

sailor

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #8 am: 08. September 2020, 14:33:13 »
Vieleicht Cov*dioten-Whataboutismus? ;)

Cornus

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #9 am: 08. September 2020, 16:24:46 »
Vermutlich. Aber so drastisch wollte ich das nicht formulieren.

Ich hab halt immer noch die vage Hoffnung, daß Leute wie Christian doch vielleicht mal merken, wie unglaubwürdig ihre Empörung ist.
Sich darüber aufzuregen, daß angebl. niemand sich für Thema xy interessiert und dann selbst nicht genug Interesse aufzubringen, um die Artikel, die man verlinkt, aufmerksam zu lesen. 
Traurig sowas.  :'(

PeterPancake

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #10 am: 09. September 2020, 21:19:19 »
Ich finde der Redestil von Whataboutism wird langsam richtig salonfähig.

Dieses "Warum berichtet niemand darüber?" fällt mir in letzter Zeit mehr und mehr auf. Es ist so ein nutzloser Textbaustein, der irgendwie nur aussagt schau was ich für eine Topstory gefunden habe.

Schwuppdiwupp

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Re: Weshalb kümmern kaum 20.000 Tote jedes Jahr in D an MRSA?
« Antwort #11 am: 09. September 2020, 22:46:25 »
Ich finde der Redestil von Whataboutism wird langsam richtig salonfähig.

So sad, but so true.
Ach, was weiß denn ich ...