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Autor Thema: homöopathie - immer bis zur wirkungslosigkeit verdünnt oder doch nicht?  (Gelesen 921 mal)

gutgegenalles

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ich wüsste gerne, ob es auch medikamente gibt, die als homöopathisch verkauft werden, die aber nicht verdünnt sind, also jedenfalls nicht so sehr, so dass der wirkstoff eben doch noch wirken könnte. was ja vielleicht nich tso besonders wünschenswert wäre, wenn es sich um was giftiges handelt.

oder ist extreme verdünnung per definitionem mit dabei?

celsus

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Meditonsin war früher relativ schwach verdünnt (D2, D4). Das Problem dabei war allerdings, dass Eisenhut oder Quecksilbercyanid eher nicht gesundheitsfördernd sind. Deshalb wurde das inwischen wegpotenziert (aktuell D5 bis D8, also fast nicht mehr nachweisbar).

https://susannchen.info/?p=2286

Unverdünnt geht ja im Prinzip bei Homöopathie nicht, da bereits eine D1 zehnfach verdünnt ist und D0 keine Höbbadie mehr ist. Außerdem wäre dann eine Arzeimittelzulassung wie bei echten Medikamenten notwendig und da sieht es mit Simileblabla eher trüb aus. Es gibt keine Homöopathika mit wissenschaftlichem Wirknachweis.
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RainerO

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... Unverdünnt geht ja im Prinzip bei Homöopathie nicht, da bereits eine D1 zehnfach verdünnt ist und D0 keine Höbbadie mehr ist...
Ja... - aber was ist dann mit diesem von seit ein paar Wochen allseits beliebten Hevert-Konzern vertriebenen
"homöopathischen" Mittel: http://www.hevert.com/market-de/de/arzneimittel/arzneimittel_von_a-z/produkt/cysto-hevert

Alle Bestandteile sind als Urtinktur, also D0, vorhanden. Trotzdem wird es als homöopathisches Mittel bezeichnet.
Wenn man sich die einzelnen Komponenten ansieht, bleibt auch vom Ähnlichkeitsprinzip nichts übrig (siehe dazu meinen
Kommentar bei Joseph Kuhn auf scienceblogs: http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2019/06/04/aufruf-an-hevert-verklagt-doch-einfach-alle/#comment-86924
Hevert hat das wahrscheinlich nur gemacht, um sich den langwierigen und teuren Zulassungsprozess zu sparen
(wohl um noch Geld für die Abmahnungen übrig zu haben).

Ein weiteres Beispiel wäre die Traumeel-Salbe, ein "Komplexmittel", das viele Bestandteile in Niedrigstpotenzen
(bis runter zu D1) enthält und genau wie das oben erwähnte Zeug von Hevert so seine Problemchen mit dem
Ähnlichkeitsprinzip hat.

Beide Beispiele haben ziemlich sicher eine pharmakologische Wirkung, aber dürften nach homöopathischen Prinzipien
gar nicht für die beworbenen Symptombilder funktionieren.

gutgegenalles

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genau, bei traumeel hab ich mir das nämlich uach schon gedacht. und die frage ist doch, wenn homöopathisch draufsteht, muss das dann nicht mal getestet werden? also kann auch giftig sein? eben wie beim meditonsin. eisenhut in leichter verdünnung würd ich mir nicht so fröhlich reinpfeifen wie wir als kinder (!) gerne am der gelbbraunen flasche genuckelt haben. es war zwar igitt, aber angeblich gesund, also gern auch mal mehr davon. womöglich dachte die mama: ist ja homöpathisch, kann also immerhin nicht schaden. - und das ist ja dann noch mal fieser, wenn man nicht mal von der wirkungslosigkeit der stoffkonzentration ausgehen kann.

also: "urtinktur" ist der begriff, der von homöpathen verwendet wird, für "wirkstoff unverdünnt", ist das so?

kosh

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genau, bei traumeel hab ich mir das nämlich uach schon gedacht. und die frage ist doch, wenn homöopathisch draufsteht, muss das dann nicht mal getestet werden? also kann auch giftig sein? eben wie beim meditonsin. eisenhut in leichter verdünnung würd ich mir nicht so fröhlich reinpfeifen wie wir als kinder (!) gerne am der gelbbraunen flasche genuckelt haben. es war zwar igitt, aber angeblich gesund, also gern auch mal mehr davon. womöglich dachte die mama: ist ja homöpathisch, kann also immerhin nicht schaden. - und das ist ja dann noch mal fieser, wenn man nicht mal von der wirkungslosigkeit der stoffkonzentration ausgehen kann.

also: "urtinktur" ist der begriff, der von homöpathen verwendet wird, für "wirkstoff unverdünnt", ist das so?

So in etwa. Excrementum caninum zB ist aber auch als Urtinktur Scheisse...

celsus

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Ja... - aber was ist dann mit diesem von seit ein paar Wochen allseits beliebten Hevert-Konzern vertriebenen
"homöopathischen" Mittel: http://www.hevert.com/market-de/de/arzneimittel/arzneimittel_von_a-z/produkt/cysto-hevert

Interessant. Würde es dann genügen, auf jedwedes Arzneimittel "homöopathisch" zu schreiben, um per Binnenkonsens abgesegnet zu werden? Wen muss ich da fragen?
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celsus

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genau, bei traumeel hab ich mir das nämlich uach schon gedacht. und die frage ist doch, wenn homöopathisch draufsteht, muss das dann nicht mal getestet werden? also kann auch giftig sein? eben wie beim meditonsin. eisenhut in leichter verdünnung würd ich mir nicht so fröhlich reinpfeifen wie wir als kinder (!) gerne am der gelbbraunen flasche genuckelt haben. es war zwar igitt, aber angeblich gesund, also gern auch mal mehr davon. womöglich dachte die mama: ist ja homöpathisch, kann also immerhin nicht schaden. - und das ist ja dann noch mal fieser, wenn man nicht mal von der wirkungslosigkeit der stoffkonzentration ausgehen kann.

also: "urtinktur" ist der begriff, der von homöpathen verwendet wird, für "wirkstoff unverdünnt", ist das so?

Isso, ja.

Bei Meditonsin haben wir damals überhaupt nicht mitbekommen, dass das höbbadisch sein soll und wenn, hätten wir auch nicht gewusst was das bedeutet. "Trikomplex" klang schon so wichtig, dass der Infekt gleich ehrfürchtig zusammengezuckt ist (sich ansonsten aber nicht beeidrucken ließ).

Ich hatte übrigens früher nie den Eindruck, dass das wirklich hilft, habe es aber trotzdem genommen, weil "ist ja besser als nichts tun" (ist es nicht).
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Peiresc

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Ja... - aber was ist dann mit diesem von seit ein paar Wochen allseits beliebten Hevert-Konzern vertriebenen
"homöopathischen" Mittel: http://www.hevert.com/market-de/de/arzneimittel/arzneimittel_von_a-z/produkt/cysto-hevert

Interessant. Würde es dann genügen, auf jedwedes Arzneimittel "homöopathisch" zu schreiben, um per Binnenkonsens abgesegnet zu werden? Wen muss ich da fragen?

Zitat
In den Produkten von Hevert-Arzneimittel werden ausschließlich sogenannte Urtinkturen (Flüssigextrakte) und Tiefpotenzen (gering verdünnte Flüssigextrakte) verwendet,
[…]
Die wesentliche Grundlage der Homöopathie ist nicht die Behandlung mit hochverdünnten Arzneistoffen, wie es in den Medien oft fälschlich dargestellt wird, sondern die Behandlung nach dem Ähnlichkeitsprinzip, welche eine lange Tradition hat.
http://www.hevert.com/market-de/de/arzneimittel/fragen_und_antworten/hom%C3%B6opathie
Das ist nicht mal homöopathische Binnenlogik, sondern das ist die komplette Binnenabsurdität. Die „Urtinkturen“ verursachen nach der reinen homöopathischen Lehre die Symptome, die mit den Verdünnungen bekämpft werden sollen; sie können unmöglich zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden. Das „Ähnlichkeitsprinzip“ verdampft gleich mit.

Kommission D, zu Hülf. Wir sollten mal den DZvHÄ zur Stellungnahme auffordern!

 :teufel

RainerO

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Hahnemann hätte die Verantwortlichen von Hevert mit einem nassen Putzlumpen aus der Stadt verjagt.
Das besonders absurde in dem Fall ist ja, dass die Produkte von Hevert so gar nichts mit Homöopathie
zu tun haben und ausgerechnet dieser windige Verein Aufklärer verklagt, die über die Homöopathie aufklären.

Hevert missbraucht den Begriff Homöopathie und die Komission D, um sich bei Ihren Produkten das Geld für eine
ordentliche Zulassung zu sparen. Eigentlich ist das größtenteils Phytotherapie, was die anbieten und wäre auch
vom Binnenkonsens gedeckt, aber Homöopathie zieht wohl besser.
Und jetzt missbrauchen sie Anwälte zu Marketingzwecken. Was für ein armseliger Haufen.

gutgegenalles

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Zitat
In den Produkten von Hevert-Arzneimittel werden ausschließlich sogenannte Urtinkturen (Flüssigextrakte) und Tiefpotenzen (gering verdünnte Flüssigextrakte) verwendet,
[…]
Die wesentliche Grundlage der Homöopathie ist nicht die Behandlung mit hochverdünnten Arzneistoffen, wie es in den Medien oft fälschlich dargestellt wird, sondern die Behandlung nach dem Ähnlichkeitsprinzip, welche eine lange Tradition hat.
http://www.hevert.com/market-de/de/arzneimittel/fragen_und_antworten/hom%C3%B6opathie
Das ist nicht mal homöopathische Binnenlogik, sondern das ist die komplette Binnenabsurdität. Die „Urtinkturen“ verursachen nach der reinen homöopathischen Lehre die Symptome, die mit den Verdünnungen bekämpft werden sollen; sie können unmöglich zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden. Das „Ähnlichkeitsprinzip“ verdampft gleich mit.

Kommission D, zu Hülf. Wir sollten mal den DZvHÄ zur Stellungnahme auffordern!

 :teufel

ich habs: es kommt ja nicht nur darauf an, wie sehr ein wirkstoff verdünnt wurde. sondern auch, wieviel davon drin ist, in dem medikament! logisch, oder? so irgendwie wirds dann wieder... äh... in sich stimmig vielleicht oder.. hm...