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Autor Thema: Löschvorschlag: Artikel zu T. Colin Campbell  (Gelesen 262 mal)

Reichenbacher

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Löschvorschlag: Artikel zu T. Colin Campbell
« am: 10. April 2019, 13:29:40 »
Hallo allerseits!

Ich bin heute über einen Artikel zu T. Colin Campbell (Biochemieprofessor) gestolpert, hier auf Psiram: https://www.psiram.com/de/index.php/Colin_T._Campbell

Dessen Existenz hat mich ziemlich überrascht, da ich bislang davon ausgegangen bin, dass Psiram Scharlatane und Quacksalber thematisiert, nicht gestandene Wissenschaftler.

Deshalb möchte ich eine Löschung des Eintrags anregen, mangels Relevanz. 

Gruß,
Reichenbacher

Peiresc

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Re: Löschvorschlag: Artikel zu T. Colin Campbell
« Antwort #1 am: 10. April 2019, 13:35:12 »
da ich bislang davon ausgegangen bin, dass Psiram Scharlatane und Quacksalber thematisiert, nicht gestandene Wissenschaftler.

Deshalb möchte ich eine Löschung des Eintrags anregen, mangels Relevanz. 

Ich zitiere mal aus dem Wiki-Beitrag:
Zitat
Campbell interpretierte die Ergebnisse dahingehend, dass eine Ernährung mit tierischen Produkten dem menschlichen Organismus gesundheitlich schade, die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Krebs, Diabetes, Autoimmunkrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weiterer deutlich steigere. 2004 veröffentlichte er zusammen mit seinem Sohn Thomas M. Campbell das Buch "The China Study", in welchem er eine überwiegend vegane Ernährung empfiehlt. Nach Campbell sei das in der Milch zu findende Eiweiß Kasein stark krebserregend (ähnlich wie Aflatoxine) und ursächlich für Typ-1-Diabetes; er rät generell vom Verzehr tierischen Eiweißes ab, da durch dieses alle Zivilisationskrankheiten (Krebs, Diabetes, Herzkrankheiten) entstehen sollen.
Hast Du da neuere Informationen?

Reichenbacher

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Re: Löschvorschlag: Artikel zu T. Colin Campbell
« Antwort #2 am: 11. April 2019, 08:58:55 »
Zitat
Hast Du da neuere Informationen?

In der Tat mehren sich wissenschaftliche Erkenntnisse, die seine Behauptungen stützen. Wobei das gar nicht von Belang für den Eintrag über Professor Campbell ist. Der Punkt ist, dass er seine Aussagen auf seine jahrzehntelangen Forschungen zur Ätiologie und den Wachstumsmechanismen von Krebs stützt, mithin also wissenschaftlich argumentiert. Dass unterscheidet ihn recht deutlich von angeblichen Wunderheilern und Esoterikern, deren Behauptungen meist komplett aus der Luft gegriffen sind.

Der Vollständigkeit halber verweise ich dennoch auf einige Studien zur Thematik:
Schon Mitte der 90er kam ein Review zu dem Schluss, dass eine frühe Exposition von Säuglingen zu Kuhmilch das Risiko, an Diabetes Typ-1 zu erkranken, um etwa 50% erhöht.

Und das Risiko, an Typ-2 Diabetes zu erkranken, steigt offenbar bereits durch relativ geringe Mengen Fleisch und nimmt desto mehr ab, je pflanzenbasierter die Ernährung ist.

Man weiß auch bereits seit einigen Jahrzehnten, dass in Kulturen, in denen traditionell pflanzliche Nahrung den Großteil der Nahrung ausmacht (ländliches China, Indien, Afrika) Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes sowie andere chronische Erkrankungen deutlich seltener auftreten.
Ziehen diese Menschen aber beispielsweise in die USA und übernehmen die dortige Lebensweise, weisen sie ähnliche Krankheitsraten auf wie US-Amerikaner.

Ein ziemlich eindrucksvolles Beispiel für die Heilwirkung einer auf unverarbeiteten Pflanzen basierenden Ernährung ("whole foods, plant based", wie Campbell sagen würde) auf das menschliche Herzkreislaufsystem lieferte Caldwell Esselstyn mit seiner Ernährungstherapie.

Schließlich fand die Nurse's Health Study der Harvard University, dass die Substitution von tierischem Eiweiß durch pflanzliches mit einer niedrigeren Mortalität assoziiert ist.

deejey

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Re: Löschvorschlag: Artikel zu T. Colin Campbell
« Antwort #3 am: 14. April 2019, 14:59:43 »
Und was ist hiermit? Einfach ignoriert ...
Zitat
Die Schlussfolgerungen der Buchautoren stehen in Widerspruch zu mehreren epidemiologischen Arbeiten, bei denen keine oder nur geringe gesundheitliche Unterschiede zwischen Vegetariern und „gesundheitsbewussten“ Nichtvegetariern gefunden wurden. Laut Key et al. (2006) zeigen die bislang vorliegenden Studien keine eindeutigen Unterschiede in den Krebserkrankungsraten von Vegetariern und Nichtvegetariern. Veganer zeigten mehreren Studien eine höhere Mortalität durch koronare Herzerkrankung als Lactovegetarier oder Pescetarier. Die Mortalität durch zerebrovaskuläre Krankheiten, Magenkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs oder die Kombination aller anderen Todesursachen unterschied sich nicht signifikant zwischen Vegetariern und Nichtvegetariern. Die Metaanalyse der Daten aus sechs prospektiven Kohortenstudien erbrachte im Jahre 2009 keinen epidemiologischen Nachweis für die Existenz eines unabhängigen Zusammenhangs zwischen der Zufuhr tierischer Fette oder Proteine und Darmkrebs.

Heute ist auch bekannt, dass die Ernährung nur gering den Cholesterinspiegel des Menschen beeinflusst. Cholesterin wird auch vom menschlichen Körper selbst produziert. Aus heutiger Sicht führen Empfehlungen zur Senkung des Cholesterinspiegels häufig dazu, dass sich gesunde Menschen prophylaktisch einer risikobehafteten medikamentösen Therapie unterziehen oder ihre Ernährung umstellen. Auf Basis der umfangreichen Studienlage zu dieser Fragestellung wird zunehmend angezweifelt, dass ein auslösender, kausaler Zusammenhang zwischen dem Cholesterinspiegel und der Koronaren Herzkrankheit (KHK) besteht. In der Framingham-Studie, der größten zu dieser Fragestellung vorliegenden Kohortenstudie, findet sich keinerlei Korrelation zwischen dem Cholesterinspiegel und dem Schlaganfallrisiko.

Der deutsche Lebensmittelchemiker Udo Pollmer warf Campbell vor, in seinem Werk die Ergebnisse der eigentlichen "China Studie" von 1990 nicht korrekt zu zitieren. Die "echte" Studie von 1990 widerlege durchweg die Aussagen des Bestsellers. Exemplarisch prüft Pollmer die Autorenthese, dass Menschen, die viel Fett essen, häufiger an Krebs sterben. Dazu hätten die Autoren allerlei Zahlen aus allen möglichen Staaten dieser Welt zusammengetragen, nur nicht aus China. Denn laut der echten Chinastudie gebe es zwischen dem Fettverzehr und Krebs keinen Zusammenhang. Es gebe nicht mal einen Zusammenhang zwischen der Fettaufnahme und Herzinfarkten. Bei der Frage nach den Folgen von Fleischeiweiß böten die Originaldaten nicht den Hauch eines schädlichen Zusammenhangs, gleich um welche Todesursache es auch immer gehe. Den „Coup der Autoren“ schätzt Pollmer als „wohlkalkuliert“ ein: Von der Originalstudie gebe es nicht allzu viele Exemplare. Die Veröffentlichung sei zum Teil auf Chinesisch erfolgt, der überwiegende Rest sei „Fachchinesisch – endlose Zahlkolonnen, kleingedruckt auf knapp 1000 Seiten“. Der Rezensent fragt: „Welcher Veganer würde sich schon die Mühe machen und den aktuellen Bestseller anhand der echten China Study auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen?“

Fool

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