Postings reflect the private opinion of posters and are not official positions of Psiram
Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung von Psiram

Autor Thema: "athermische Wirkungen von Mobilfunk"  (Gelesen 1187 mal)

Peiresc

  • Forum Member
  • Beiträge: 7584
"athermische Wirkungen von Mobilfunk"
« am: 26. September 2016, 18:19:53 »
Klingt gut, nicht?

Bei FB, Wissenschaft und Skeptizismus" wird die folgende "Studie" verlinkt:
Zitat
Band 70 ATHEM-2 - Untersuchung athermischer Wirkungen elektromagnetischer Felder im Mobilfunkbereich
https://www.auva.at/portal27/auvaportal/content?contentid=10007.769605&viewmode=content
Hochseriöse Angelegenheit offenbar:

Zitat
Ein Projekt der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) gemeinsam mit
MUW: Medizinische Universität Wien
SL: Seibersdorf Laboratories GmbH

Projektleitung:
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
Dipl.-Ing. Dr. Hamid Molla-Djafari
Adalbert-Stifter-Straße 65
A-1200 Wien

Projekt-Auftraggeber:
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
Ansprechpartner: Dr. Klaus Schiessl
Abteilung für Unfallverhütung und
Berufskrankheitenbekämpfung
Adalbert-Stifter-Straße 65
A-1200 Wien

Projektkoordination:
Ao. Univ.Prof. Dr. Wilhelm Mosgöller
SCIgenia Forschungssupport GmbH &
Medizinische Universität Wien

Und sie haben auch einen Kommentar auf FB:
Zitat
Ich hab mal durchgescrollt (ganz lesen mag ich sowas nicht). Viel Arbeit haben sie sich gemacht, viele Erklärungen, unglaublich viel Interpretation und "Statistiken" für so wenige Daten. Die "Signifikanzen" geben imho überhaupt nichts her. Genauer hab ich mir den Teil zur in vitro-Gentoxizität durchgelesen weil ich davon wirklich was verstehe. Fazit. Alles für die Tonne. Die machen ein paar Standardtests, erklären sich tot, interpretieren sich tot. Dabei geben die Daten außer den gewöhnlichen biologischen Schwankungen überhaupt nichts her. Es scheint sehr professionell weil die Studie ganz schön (lies: viel zu) ausführlich ist. Wären das belastbare Ergebnisse, wäre das ohne Probleme eine Publikation in einer Zeitschrift à la Lancet oder New England Journal of Medicine geworden. So hat's halt nur für ein grausig formatiertes pdf auf der eigenen Homepage gereicht.
Vielleicht mag sich ja jemand mit diesem Schrieb genauer auseinandersetzen und mehr schreiben, ich jedenfalls nicht  ;D
----
also um es kurz zu sagen: Die Autoren machen sich viel Arbeit, alles unglaublich sorgfältig zu interpretieren und analysieren. Meiner Einschätzung nach versuchen sie so, das vor Fehlern und Mängeln strotzdende Studiendesign (und dementsprechend die nutzlose Datenlage) zu überpinseln.
----
Ach ja, ganz vergessen: Eine einzige Methode für Genotoxizität ist vollkommen unsinnig, und dann ist diese eine Methode auch noch der Comet-Assay. Der hat sowieso schon viele Störfaktoren und ein hohes Hintergrundsignal. Nicht dass der Comet-Assay unsinnig wäre, aber als alleinige Methode hat er keine Aussagekraft. Das würde einem jedes, aber so wirklich jedes peer-reviewed Journal um die Ohren hauen.