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Bayer will Monsanto übernehmen

Begonnen von Groucho, 19. Mai 2016, 12:51:36

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eLender

ZitatMonsanto und die deutsche Moral

Der Atomausstieg hat die Technikskepsis der Deutschen nicht gestoppt. Vielmehr steht nun die Gentechnik im Fokus. Dabei dient Monsanto als Projektionsfläche für Antiamerikanismus und Antikapitalismus.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/ablehnung-der-gentechnik-monsanto-und-die-deutsche-moral-ld.85306

So ist das. BASF hat sich schon längst zurückgezogen und Bayer möchte sich das Geschäft auch nicht entgehen lassen. Im futorophoben Europa und insbesondere in Deutschland kann man in dem Bereich nicht mehr forschen. Die Zukunft wird woanders gemacht, hier werden bald nur noch Holzlöffel gefertigt, aus nachhaltiger Forstwirtschaft, selbstnatürlich,
Wollte ich nur mal gesagt haben!

MrSpock

Keine EU-Mehrheit für die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat:

http://www.manager-magazin.de/politik/europa/glyphosat-keine-eu-mehrheit-fuer-verlaengerung-der-zulassung-a-1096130.html

ZitatMalta stimmte als einziges Land dagegen. Neben Deutschland enthielten sich nach übereinstimmenden Angaben von Diplomaten Griechenland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich und Portugal.

ZitatDer CDU-Europaabgeordnete Peter Liese bezeichnete die deutsche Enthaltung als peinlich. Deutschland müsse sich vielmehr für eine Zulassung unter strikten Bedingungen stark machen. "Glyphosat ist ein problematischer Stoff, und man sollte ihn nur unter strengen Auflagen einsetzen", erklärte Liese. Eine rasche Umstellung auf Bio-Anbau sei aber unrealistisch.

ZitatDie Organisation Foodwatch forderte ein Ende der Debatte um Glyphosat. "Das im Europarecht festgeschriebene Vorsorgeprinzip lässt nur den einen Schluss zu: Im Zweifel für den Gesundheitsschutz - solange die wissenschaftlichen Zweifel an der Sicherheit nicht widerlegt sind, darf Glyphosat keine neue Zulassung erteilt werden."

Umweltschützer berufen sich auf das Vorsorgeprinzip

Ähnlich argumentierte die Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff: "Die Bundesregierung muss nun beweisen, dass es ihr mit dem Vorsorgeprinzip ernst ist - auch im Hinblick auf die TTIP-Verhandlungen - und ein nationales Verbot für Glyphosat beschließen."

Den Satz von foodwatch merke ich mir und formuliere ihn um: Solange die wissenschaftlichen Zweifel an der Homöopathie nicht widerlegt sind, darf der Homöopathie keine neue Zulassung erteilt werden. Kann man beliebig anpassen.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

ZKLP

Lesenswertes aus der NZZ:

http://www.nzz.ch/meinung/reflexe/wissenschaft-und-glyphosat-das-gesetz-des-staerkeren-ld.86990
ZitatGegen hoch emotionale Kampagnen von NGO haben Pestizidhersteller wenig Chancen. In der Risikobewertung herrscht das Recht des Stärkeren.

Der Autor des Artikels, Edgar Gärtner, war vor 20 Jahren Chefredakteur des WWF-Journals (Eingeweihte wissen natürlich, dass der WWF nur ein pseudogrünes Deckmäntelchen der Industriekonzerne ist).
2007 hat Gärtner den Begriff des "Öko-Nihilismus" geprägt.

Chronos

Zitat von: Typee am 20. Mai 2016, 16:32:29
Und ein neues Logo wüsste ich auch schon.

Nachdem hier der subversive Humor gepflegt wird:

Mein Vorschlag: Nusskasten

Funktioniert mit belgischen Trüffeln, oder mit Steckschlüsseln, als Ratschenkasten für die Knarre.

Von der Fusion halte ich dennoch nichts, ich vermute eher einen Verlauf wie bei DAI damals zu Zeiten von DCX, sprich Daimler. (ex-Chrysler)
Wenn Bayer schon nicht keine kreativen Ideen hat, hätten sie eher Givaudan aufkaufen sollen,
damit hätten sie sich nicht überhoben.

Bloedmann

Ach ne. :kaffee

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bayer-soll-bis-zu-7-Milliarden-drauflegen-article18080401.html

Zitat
Monsanto verkauft sich teuer
Bayer soll bis zu 7 Milliarden drauflegen
Schon jetzt bietet Bayer 122 Dollar pro Monsanto-Aktie, also 62 Mrd. Dollar insgesamt. Das würde den größten Zukauf eines deutschen Unternehmens im Ausland bedeuten. Der US-Agrarkonzern empfindet das immer noch als zu mickrig und will mehr.
Es gibt so viele Dinge im Leben, die wichtiger sind als Geld... aber sie kosten so viel! Groucho Marx

celsus

The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

mossmann

Zitat von: celsus am 14. September 2016, 12:49:34

Und das, obwohl Doro alles unternommen hat, um es zu verhindern.

Ich denke mal, diese Übernahme finden auch durchaus seriöse Menschen nicht ganz so dufte.

Zudem ist diese "Doro-Polemik" auf dieser Seite hier relativ absehbar und damit auch einigermassen öde
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

celsus

Zitat von: mossmann am 14. September 2016, 12:55:54
Ich denke mal, diese Übernahme finden auch durchaus seriöse Menschen nicht ganz so dufte.

Zudem ist diese "Doro-Polemik" auf dieser Seite hier relativ absehbar und damit auch einigermassen öde

Du findest Doro nicht seriös?
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

ZKLP

Zitat von: mossmann am 14. September 2016, 12:55:54Ich denke mal, diese Übernahme finden auch durchaus seriöse Menschen nicht ganz so dufte.

Das ist wohl unbestritten. Und ich habe erhebliche Zweifel daran, dass Bayer damit glücklich wird. Mich erinnert das - ganz unabhängig vom Reizwort "Monsanto" - doch stark an DaimlerChrysler.

Bezüglich der Bedenken der Weltherrschaftserlangung Marktkonzentration bei Saatgut/Agrarchemie ist der Zug aber schon mit der Fusion Dow/Dupont, spätestens mit der Übernahme von Syngenta durch ChemChina abgefahren. Die Dimensionen dieser Deals waren vergleichbar; die möglichen negativen Auswirkungen auf Märkte usw. sind ähnlich, aber trotzdem hat das kaum wen interessiert. Auch nicht die NGOs, von denen man eigentlich einen gewissen Sachverstand und Marktkenntnis erwarten sollte (höhöhö...).

Langfristig halte ich den Syngenta/ChemChina-Deal für wesentlich problematischer. Syngenta ist - ähnlich wie Bayer - nach meiner laienhaften Einschätzung "systemrelevanter" für Europa als so manche Großbank. Sowas gibt man nicht ohne Not an eine andere (Wirtschafts-/Politk-)Kultur ab.
Interessant (und von den Medien völlig ignoriert) ist in diesem Zusammenhang auch, dass ChemChina zuvor schon den Weltmarktführer für Pflanzenschutzmittelgenerika, Adama gekauft hat (2011 Mehrheitsbeteiligung; 2016 Komplettübernahme). Adama scheint hierzulande mittlerweile einen immensen Werbeetat zu haben - ein Novum bei den Herstellern von Pflanzenschutzmittelgenerika, deren Namen bisher auch in Fachkreisen recht unbedeutend waren.

Groucho

Zitat von: ZKLP am 14. September 2016, 15:16:43
Das ist wohl unbestritten. Und ich habe erhebliche Zweifel daran, dass Bayer damit glücklich wird. Mich erinnert das - ganz unabhängig vom Reizwort "Monsanto" - doch stark an DaimlerChrysler.

Man muss glaub ich aufpassen, dass man das nicht zusehr aus eurozentrischer, oder gar deutscher Sicht betrachtet, wo man sich denkt: Wie kann sich Bayer nur so eine Firma mit so einem schlechten Ruf ans Bein binden. Es geht da um ganz andere Märkte, und D. ist da vergleichsweise unerheblich, dafür sind die ergänzenden Geschäftsbereiche wohl reizvoll.

Ist aber auch nur eine laienhafte Meinung von mir.

Typee

Schöner Artikel in der NZZ: http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/ablehnung-der-gentechnik-monsanto-und-die-deutsche-moral-ld.85306#kommentare

Schaurige Kommentare dortselbst. Hier ein Schmankerl:

ZitatAusserdem geht vergessen, dass Gentechfreie Landwirtschaft uns in der Schweiz Gesundheitskosten in Milliardenhöhe erspart. Nicht auszudenken, wie gross dann die Ausgaben werden, wenn die meisten Schweizer an Diabetes, Neurodermitis, Alzheimer (eh schon durch Impfungen ausgelöst) und anderen noch unbekannten Krankheiten leiden.

:facepalm
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

Groucho

Zitat von: Typee am 16. September 2016, 13:52:49
Schöner Artikel in der NZZ: http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/ablehnung-der-gentechnik-monsanto-und-die-deutsche-moral-ld.85306#kommentare

Ohja, sehr nett!

Zitat
Schaurige Kommentare dortselbst. Hier ein Schmankerl:

ZitatAusserdem geht vergessen, dass Gentechfreie Landwirtschaft uns in der Schweiz Gesundheitskosten in Milliardenhöhe erspart. Nicht auszudenken, wie gross dann die Ausgaben werden, wenn die meisten Schweizer an Diabetes, Neurodermitis, Alzheimer (eh schon durch Impfungen ausgelöst) und anderen noch unbekannten Krankheiten leiden.

Besonders schön:

Zitatund anderen noch unbekannten Krankheiten leiden

Mit solchen "Argumenten" bekommt man alles tot. Die Kommentare sollte man wirklich nur lesen, wenn man in heiter-zynischer Verfassung ist. Für unseren Yadgar wäre das nix  ;D

Ich glaube immer mehr, dass die Europäer, speziell der deutschsprachige Teil, in seiner Saturiertheit völlig die Zukunft verpennt, was die ganzen Schlüsseltechnologien angeht. Die Musik spielt immer mehr wo ganz anders, und das Einzige, was man auf die Reihe bekommt, sind noch dichtere ideologische Ohrenstöpsel.



celsus

Zitat von: Groucho am 16. September 2016, 15:49:07
Ich glaube immer mehr, dass die Europäer, speziell der deutschsprachige Teil, in seiner Saturiertheit völlig die Zukunft verpennt, was die ganzen Schlüsseltechnologien angeht. Die Musik spielt immer mehr wo ganz anders, und das Einzige, was man auf die Reihe bekommt, sind noch dichtere ideologische Ohrenstöpsel.

Ich bin echt gespannt, wie das weitergeht. Im Moment sieht es mir etwas nach Untergang des römischen Reiches aus. In meinen Jobs gibt es kaum noch etwas, das ich in Deutschland oder Europa kaufen, dienstleisten oder fertigen lassen kann. Waffenindustrie wäre eine Idee, das läuft noch eine Weile. Aber da fehlen mir die Connections. Oder Bürokratie vielleicht.
In allen anderen Bereichen sind Chinesen, Inder, Malaysier oder Osteuropäer schneller, zuverlässiger, billiger und vor allen Dingen freundlicher.

Gerade Gen- und Biotechnologie ließe sich hier schön ausbauen, weil Forschungsgeld, Wissen, Investoren und Abnehmer vorhanden sind. Aber da hat wohl eine ganze Industrie verpennt, für gute Stimmung zu sorgen. Warum eigentlich? Selbst die Tabakindustrie hat es jahrzehntelang geschafft, ihr positives Image zu halten.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Peiresc

Zitat von: Groucho am 16. September 2016, 15:49:07
Ich glaube immer mehr, dass die Europäer, speziell der deutschsprachige Teil, in seiner Saturiertheit völlig die Zukunft verpennt, was die ganzen Schlüsseltechnologien angeht.
Naja. Die Wirklichkeit ist komplex. Wenn ich mir so ansehe, dass zwischen Clinton und Trump nur wenige Prozentpunkte liegen, dann stellt das bei einer Herzattacke von Clinton eine völlig reale Gefahr für die Welt dar. Ich bin der festen Überzeugung, dass Obama ein Glücksfall gewesen ist, und das macht genau das Problem aus. Unwiederholbar, so scheint es zumindest im Augenblick. Insofern ist das vielleicht nicht spezifisch deutsch. Und wir wissen nicht, wer der nächste Kanzlerkandidat der Union sein wird.

Zitat von: celsus am 16. September 2016, 16:06:33
Ich bin echt gespannt, wie das weitergeht. Im Moment sieht es mir etwas nach Untergang des römischen Reiches aus. In meinen Jobs gibt es kaum noch etwas, das ich in Deutschland oder Europa kaufen, dienstleisten oder fertigen lassen kann.
Mein Handy ist von Samsung. Und ob VW überlebt, wissen wir auch noch nicht. +1, leider.

Zitat von: celsus am 16. September 2016, 16:06:33
Waffenindustrie wäre eine Idee
Wie sieht dein Geschäftsmodell aus? Ich sag's auch nicht weiter. Psst. 8)

Zitat von: celsus am 16. September 2016, 16:06:33
Aber da hat wohl eine ganze Industrie verpennt, für gute Stimmung zu sorgen. Warum eigentlich? Selbst die Tabakindustrie hat es jahrzehntelang geschafft, ihr positives Image zu halten.
+2. Statt dessen haben die Gender-Fuzzis Oberwasser, habe ich noch parat.

Aber dennoch. Prognosen sind immer schwierig.  :grins2:

Groucho

Zitat von: Peiresc am 16. September 2016, 17:09:56
Naja. Die Wirklichkeit ist komplex. Wenn ich mir so ansehe, dass zwischen Clinton und Trump nur wenige Prozentpunkte liegen, dann stellt das bei einer Herzattacke von Clinton eine völlig reale Gefahr für die Welt dar. Ich bin der festen Überzeugung, dass Obama ein Glücksfall gewesen ist, und das macht genau das Problem aus. Unwiederholbar, so scheint es zumindest im Augenblick. Insofern ist das vielleicht nicht spezifisch deutsch. Und wir wissen nicht, wer der nächste Kanzlerkandidat der Union sein wird.

Solche Dinge kann man freilich nie vorhersehen. Was die Entwicklung im Industriesektor angeht, kann man aber halt einen immer größer werden Rückstand beobachten. Mir ist es ja schon peinlich, wenn Gäste aus dem Ausland kommen, und sich über nicht vorhandene, lahme oder absurd teure Netzverbindungen wundern. #Neuland.
Welches weltbedeutende IT-Unternehmen gibt es z.B. in D? SAP, dann fällt mir nix mehr ein. Biotech, Kernkraft - alles unmöglich. Ich würde sowas nicht einer Kanzlerschaft zuordnen, auch wenn das einiges dazu beigetragen haben mag.


Zitat
Mein Handy ist von Samsung. Und ob VW überlebt, wissen wir auch noch nicht. +1, leider.

Und in der Akkuforschung ist man in D ca. 10 Jahre zurück. Wenn E-Mobile tatsächlich kommen sollten - toll. dann kauft man aus Asien zu. Nuja, ich gönne es ihnen, bin da nicht besonders nationalistisch. Aber es zeigt sich halt auf vielen Ebenen diese Verschiebung. Den Vergleich von Celsus mit dem Römischen Reich finde ich so verkehrt nicht.

Zitat
Aber dennoch. Prognosen sind immer schwierig.  :grins2:

Ich hoffe ja immer, dass ich nicht recht habe.  8)