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Angriff auf Geschlechterforschung

Begonnen von Peiresc, 16. September 2016, 14:28:54

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Peiresc

Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, Beitrag vom 13.09.2016:

ZitatGender-Bashing ist der neue Volkssport
...
Im Zentrum steht das Gender-Bashing: Eine entrüstete, hochmütige, nicht selten chauvinistische, stets pauschale Diffamierung der Geschlechterforschung. Ziel ist es, die Geschlechterforschung als akademische Idiotie zu entlarven.

Die Schreihälse sind sich nicht einig


Dabei sind die Schreihälse untereinander völlig uneinig, in welcher Weise die Geschlechterforschung abgewertet werden soll.
Es ist also ein Zeichen von Inkonsistenz, dass, sagen wir, Harald Martenstein und die Neonazis in keinem Punkt einer Meinung sind?

ZitatDabei folgt der Grundimpuls der Geschlechterforschung urwissenschaftlichen Kriterien.
Lass' hören, Freund Freund Hornuff

ZitatWissenschaftlich zu forschen heißt, vermeintliche Gewissheiten mit aller Konsequenz infrage zu stellen.
Vielleicht ist der Energieerhaltungssatz auch nur eine vermeintliche Gewissheit. Lebhafter Beifall von den Perpetuum-Mobile-Erfindern. Nee, mein Lieber. Wissenschaftlich zu forschen heißt, die Realität kritisch zur Kenntnis zu nehmen.

ZitatZu diesen vermeintlichen Gewissheiten gehört wesentlich die Annahme, das Geschlecht einer Person sei ausschließlich biologisch bedingt. Der Auftrag der Geschlechterforschung liegt nun darin, zu untersuchen, inwieweit das Geschlecht ebenso soziale und kulturelle Dimensionen besitzt.
Ein non-sequitur. Natürlich ist das Geschlecht einer Person ausschließlich biologisch bedingt; alles andere ist doch Unsinn. Die Erforschung der sozialen und kulturellen Dimension kann diese schlichte Erkenntnis nicht außer Kraft setzen.
Denen ist einfach draußen zu kalt, also hauchen sie das Thermometer an.

ZitatKlar ist, dass die pauschale Verhöhnung der Geschlechterforschung einen Angriff auf das Wesen der Wissenschaft im Gesamten bedeutet. Es genügt daher nicht, die Verteidigung der Geschlechterforschung nur ihr selbst zu überlassen. Stattdessen müssten alle, die Wissenschaft als angewandte Skepsis verstehen, den Verächtern der Gender Studies entgegentreten – und zeigen, dass das Studieren des sozialen Geschlechts nichts anderes als das Einlösen des wissenschaftlichen Auftrags bedeutet.
Komm mal wieder runter von deiner Palme. Kläre erstmal für dich, was Wissenschaft ist, bevor Du anderen Loyalitätserklärungen abpressen willst.

Der Autor:
ZitatDaniel Hornuff, geboren 1981, vertritt derzeit eine Professur für Kunstwissenschaft an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik, Komparatistik, Kunstwissenschaft und Philosophie [...]
Von keiner Art Naturwissenschaft verdorben. Theaterwissenschaften sind allemal wichtiger. Der ganze depperte Aufruf krankt daran, dass er keinerlei Beispiele nennt, weder für vernünftige noch für unvernünftige Genderforschung, weder für seriöse noch für ,,chauvinistische" Kritik. So kann er immer behaupten, mit ,,stets pauschale Diffamierung" habe er gerade das nicht gemeint, was man ihm entgegensetzen könnte. Von Befunden, Literaturangaben o. ä. rede ich noch gar nicht.

Reife Leistung das, Herr Professor.

Groucho

Zitat von: Peiresc am 16. September 2016, 14:28:54
ZitatDabei folgt der Grundimpuls der Geschlechterforschung urwissenschaftlichen Kriterien.
Lass' hören, Freund Freund Hornuff

ZitatWissenschaftlich zu forschen heißt, vermeintliche Gewissheiten mit aller Konsequenz infrage zu stellen.

Die ganze Genderforschung - so, wie man es halt als Außenstehender mitbekommt - widerspricht doch genau dem: Es wird eine Prämisse gesetzt, und dann sucht man nach Beweisen. Würde diese wegfallen, bräche alles in sich zusammen. Ist halt eben genau keine Wissenschaft.

Zitat
Reife Leistung das, Herr Professor.

Ja, nicht schlecht  :-X

lanzelot

ZitatNach dem Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik, Komparatistik, Kunstwissenschaft und Philosophie [...]
Also der Mann hat nicht nur einfach keine Ahnung
Der ist dann wohl Multi-inkompetent.

Und überhaupt, ich sehe es als zivilen Ungehorsam und weigere mich Theaterwissenschaft als Wissenschaft zu betrachten, Frechheit.
Ich dachte immer Komparatistik hat was mit Komparsen zu tun. :grins2:

Wusste ehrlich nicht, was man damit anfangen kann, riecht nach einem Studiengang für 4'er Abiturienten.
Habe mal gegockelt.
- Office Administration Assistance (Bürobote?)
- Sales Manager (die stehen bei uns im Saturn im Eingang und verkaufen Telefonkarten)
- Kreativer Texter ??????????????????
- Verkaufsmitarbeiter,  evtl. bei Edeka?? Alles Akademiker, hatte schon länger den Verdacht, wenn ich dem Diskurs an der Fleischtheke folge.

und Photostudio Coordinator, was um alles in der Welt ist das. 

Heißt doch am Ende, dass der Titel Prof.auch nichts mehr wert ist,oder?

Scipio

Ich habe jetzt nicht unbedingt ein Problem damit, wenn die Wertigkeit akademischer Titel in der öffentlichen Wahrnehmung etwas zurecht gestutzt wird.

Vielleicht sind die Leute dann eher geneigt mal auf die Argumente zu schauen, statt ungeprüft für wahr zu halten, was ein Professor oder Doktor gesagt hat.

RächerDerVerderbten

Hatten wir die These schon, daß Genderwissenschaften eigentlich eine Verschwörung der arbeitnehmerfreundlichen herrschenden Kaste sind?

Weil in der turbokapitalistischen Arbeitswelt die Rücksichtnahme auf geschlechterspezifische Bedürfnisse enorme Kosten und Reibungsverluste verursacht?

Okeeh, klingt nach Wikimannia. ;D
If the only thing keeping a person decent is the expectation of divine reward, brother, that person is a piece of shit. Rusty Cohle

Scipio

Zitat von: RächerDerVerderbten am 18. September 2016, 09:37:39
Hatten wir die These schon, daß Genderwissenschaften eigentlich eine Verschwörung der arbeitnehmerfreundlichen herrschenden Kaste sind?

Weil in der turbokapitalistischen Arbeitswelt die Rücksichtnahme auf geschlechterspezifische Bedürfnisse enorme Kosten und Reibungsverluste verursacht?

Okeeh, klingt nach Wikimannia. ;D
:-D

Nogro

Zitat von: RächerDerVerderbten am 18. September 2016, 09:37:39
Okeeh, klingt nach Wikimannia. ;D
Danke für den Tip, diese Naziseite (laut WOT-Kommentare  :o) kannte ich noch garnicht.
Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

Groucho

Zitat von: Nogro am 18. September 2016, 11:20:27
Zitat von: RächerDerVerderbten am 18. September 2016, 09:37:39
Okeeh, klingt nach Wikimannia. ;D
Danke für den Tip, diese Naziseite (laut WOT-Kommentare  :o) kannte ich noch garnicht.

Musste mal nach Psiram suchen:

http://de.wikimannia.org/Psiram#.C3.96ffentliche_Beurteilung

ZitatBei den Themenfeld Feminismus und Genderismus als irrationale Glaubenssysteme versagt Psiram völlig. Es fällt auf, dass Psiram einerseits kleinen und kleinsten Scharlatanen aus dem Bereich von Esoterik und Alternativmedizin nachspürt, andererseits aber die großen (und staatlich geförderten) Betrüger aus dem Bereich Staatsfeminismus außen vor lässt. Das Wort Feminismus findet sich im gesamten Projekt nur ein einziges Mal[9] in einem Zitat

Furchtbar, das alles. Lasst uns mehr mit der Rückseite des Mondes befassen.

Nogro

Zitat von: Groucho am 18. September 2016, 12:34:52
Furchtbar, das alles. Lasst uns mehr mit der Rückseite des Mondes befassen.
Aber dort sind ja auch wieder die Nazis ;D
Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

eLender

ZitatAbstract

In my experience as a sociologist, I see many ways in which gender sociology tends to insulate itself from challenges to its own sacred beliefs and sacred causes. The sacred beliefs are to the effect that the biological differences between the sexes are minor and that the cultural differences between the genders have little basis in biological differences. The scholarly findings that challenge the sacred beliefs come from anthropology, developmental psychology, evolutionary psychology, the neurosciences, genetics, biology, and many other fields. For many decades now researchers have amassed findings of differences in competitiveness, aggression, sexual interest, risk behavior, and many other traits, and differences in brain physiology and neuroimaging, by many different methods and approaches. I investigated a sample of top cited gender sociology papers to test my impression, and indeed the findings illustrate extreme insularity. It saddens me to see students and scholars fall into insular communities of highly dubious sacred beliefs and causes. I propose that gender sociologists strive to undo insularity.

https://econjwatch.org/articles/undoing-insularity-a-small-study-of-gender-sociology-s-big-problem
Wollte ich nur mal gesagt haben!