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Autor Thema: Matthias Jackel  (Gelesen 1806 mal)

Mike1978

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Matthias Jackel
« am: 24. Juli 2015, 19:04:15 »
Angeregt durch den Blogbeitrag über Esoterik im Management wollte ich mal diesen Herrn und sein Projekt vorschlagen:

Matthias Jackel
http://matthias-jackel.com/

Laut seiner Homepage Hobbyschlagzeuger, beruflich zunächst Softwareentwickler, dann Projektleiter, Consultant, Manager und Personalleiter. Betreibt mehrere Projekte, insbesondere:
Drum Cafe – http://www.drumcafe.de/

Interaktive Events, Trainings, Impulsvorträge und Shows für 10 bis 50.000 Teilnehmer.

Da schreibt er unter anderem

Das ungewöhnliche Konzept ist speziell auf den Einsatz in Meetings, Incentive-Veranstaltungen, Konferenzen, Events und Trainings ausgelegt, um dort Business Ziele und Botschaften durch eine inspirierende Bühnenshow und ein begeisterndes Gemeinschaftserlebnis mit allen Sinnen erlebbar zu machen

Ist ja jetzt noch nicht sooo spannend. Die Referenz liest sich zwar ein bischen wie das who-is-who der deutschen Wirtschaft, aber da scheint es das Eso-Programm erstmal in homöopathischen Dosen zu geben. Aber es gibt ein anderes Projekt:

Andante Communications - Ganzheitliche Personalentwicklung mit den Mitteln der Musik.

Bei ganzheitlichem Kram bekommt man doch leuchtende Augen. Dem Link muß man doch einfach folgen:
http://www.andante-communications.com/

Hier findet man noch mal etwas zur Basis dieser Idee:

Das Konzept Andante Communications basiert u.a. auf mehr als 1.500 Veranstaltungen und Trainings, in denen Rhythmus und Musik genutzt wurden, um Menschen zu verbinden und zu entwickeln.

Schaut man sich da bei den Referenzen um dann tauchen da zumindest die Deutsche Bank, EnBW und der Deutsche Fußball Bund auf. Na… scheint wohl doch kein ganz so kleiner Fisch zu sein. Zumindest ist mit der Andante Communications GmbH keine Gesellschaftsform für chronisch blanke Menschen wie eine LTD oder so gewählt. Jedenfalls geht das da mit dem Quark erst los. Beispielsweise heißt es da unter „Hintergrund“:

Unsere Sichtweise auf die Arbeitswelt von morgen.
Die Reduktion aller Geschäftstätigkeit auf reines Wachstum und ökonomische Ziele hindert viele Unternehmen daran, die Herausforderungen der heutigen Zeit zu meistern. Quartalszahlen sind alles; der Mensch bleibt oft auf der Strecke. Dabei macht es uns die Natur seit Jahrmillionen vor: Biotope funktionieren, indem sie sich nicht unkontrolliert ausbreiten. Sondern mit sich selbst im Gleichgewicht sind. Für die Leistungsfähigkeit eines Gehirns ist nicht seine Größe maßgeblich. Sondern die Vernetzung seiner Neuronen. Und Organisationen sind in der Regel umso erfolgreicher, desto mehr sich die Menschen darin als Gemeinschaft erleben und dementsprechend handeln.

OK – hier scheint es ja darum zu gehen die „Gemeinschaft der Menschen“ ins Zentrum des Erfolgs eines Unternehmens zu stellen. Unter „Leistungsangebot“ findet man

Andante Communications ergänzt den kognitiven Teil Ihres Personalauswahlverfahrens durch eine 2 bis 3-stündige musikalische Teamaktion, die soziale Kompetenzen deutlich erkennbar macht und Teil Ihrer Personalentscheidung wird.

Also hat man direkt das Werkzeug aus der „Gemeinschaft“ die sozial inkompetenten auszusortieren. Klingt praktisch. Als kognitiven Teil des Auswahlverfahrens empfehle ich ein ausführliches Horoskop und eine numerologische Namensanalyse.
Zuletzt möchte ich noch mal kurz aus der Kategorie „Hintergrund“ zitieren:

Musik ist der Reptiliencode im Zugriff auf unsere Instinkte und Gefühle. Wer Musik mit anderen Menschen macht, betritt ein Feld an kontinuierlichem und intensivem Feedback durch die Gruppe, das ein rapides Lernen ermöglicht.
Nutzen Sie unsere Erfahrung für echte Erlebnisse, für Erfahrungen und Reflektion, für Transformation und Entwicklung in Ihrem Unternehmen und erleben Sie die große Macht der Musik.

Spätestens mit dem Schlagwort „Transformation“ werden wohl einige „Bingo“ rufen^^

Jedenfalls fände ich einen Eintrag in der Wiki begrüßenswert. Die Show scheint recht weit verbreitet sein und ein paar Größere Firmen scheinen da ja schon drauf reingefallen zu sein. Esoterik durch die Hintertür find ich besonders schlimm.


Maxi

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  • Biodynamischer Heiler (auch postmortal)
Re: Matthias Jackel
« Antwort #1 am: 25. Juli 2015, 07:52:51 »
Hallo Mike1978,
Ich kann an den Tommelkursen erst mal nichts erkennen, was die Teilnehmer körperlich oder seelisch gefährden könnte. Es kann für die Teambildung schon gut sein, mal was völlig anderes miteinander zu machen, als im Büro an einem Pojekt zu arbeiten. Manche gehen auch in den Kletterwald o.ä.
Wenn es nicht Absicht ist, ist es doch System.
Dr. Ici Wenn selig

Groucho

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Re: Matthias Jackel
« Antwort #2 am: 25. Juli 2015, 13:41:49 »
Das Problem an dem Ganzen ist: Er drückt sich zwar etwas blumig-verschwurbelt aus (z.B.: "Musik ist der Reptiliencode im Zugriff auf unsere Instinkte und Gefühle"), aber im Wesentlichen ist das nicht falsch. Musik greift tiefer ein, kann Gemeinschaftsgefühl erzeugen etc. Letztlich überzeichnet er bekannte Banalitäten; die Frage ist eher, ob das alles wirklich soviel bringt, wie groß versprochen wird. Aber trommeln (hier auch wörtlich  :grins2: ) gehört zum Geschäft, mag man als unseriös empfinden, aber einen Strick kann/sollte man daraus keinem drehen. Nachdem im Wiki bei zweifelhaften Fällen der Verbraucherschutz als wichtiges Kriterium Ausschlag geben soll, sehe ich das mit den vorliegenden Aussagen momentan auch eher kritisch.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Mike1978

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Re: Matthias Jackel
« Antwort #3 am: 27. Juli 2015, 11:54:44 »
Dieser Mensch behauptet, die Gemeinschaft sei in erster Linie für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend. Weiter behauptet er, nach einem 2 - 3 stündigen Trommelkurs die soziale Kompetenz der Mitarbeiter beurteilen zu können. Er sagt ja selber das können in die Personalentscheidung fließen, und da finde ich hört der spaß auf.

Personalentscheidungen aufgrund eines esoterisches Auswahlverfahrens zu treffen, oder zumindest darin einfließen zu lassen, bedeutet für mich Menschen willkürlich zu schädigen. Nämlich dann wenn er oder sie nach diesem unsinnigen System die soziale Kompetenz abgesprochen bekommt.

Wobei ich ganz ehrlich sagen muß... ich habe keine Ahnung ob jemand tatsächlich Personal danach beurteilt, aber ich habe auch keine Ahnung ob jemand tatsächlich Spritsparchips kauft.

Aber es gibt sicher schlimmere in der Branche und wenn er keinen Wiki-Eintrag bekommt geht die Welt sicher auch nicht unter^^

Groucho

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Re: Matthias Jackel
« Antwort #4 am: 27. Juli 2015, 14:22:19 »
Aber es gibt sicher schlimmere in der Branche und wenn er keinen Wiki-Eintrag bekommt geht die Welt sicher auch nicht unter^^

Es ist schön, wenn Du nicht sauer bist, sollte es keinen Eintrag geben  :grins2: Wenn Du etwas länger dabei bist, wirst Du ein Gefühl für diese Problematik bekommen. Psiram will lieber Methoden denn Personen beschreiben (Natürlich kommt man auch um Personen nicht rum, aber so als Faustformel) und zweitens hauptsächlich Methoden, die nicht besonders bekannt sind, und/oder ein größeres Gefahrenpotential gesundheitlicher und/oder pekuniärer Art haben.

Es sollen ja keine Art Gelbe Seiten entstehen als HP-Verzeichnis oder so. Es sollen auch keine Personen "an den Pranger" gestellt werden, wie immer wieder behauptet wird, darum geht es nicht.

Will jetzt nicht sagen, dass dieser Typ auf keinen Fall reingehört, das ist nur mein erster Eindruck, entscheiden müssen das die, die sich tiefer ins Thema reinknien - falls sich da wer findet  :grins2: Die Resourcen sind - im Gegensatz zu dem, was manche Gerüchte behaupten - durchaus begrenzt ...
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Mike1978

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Re: Matthias Jackel
« Antwort #5 am: 27. Juli 2015, 15:16:26 »
Mir fehlt auch der Hintergrund um investigativen Journalismus betreiben zu können^^

Eins habe ich immerhin schon selbst mitbekommen, und zwar das in der Eso-Branche oft mehr "Schein als sein" dabei ist. Bei vielen "Unternehmen" aus dem Eso-Bereich reicht der Umsatz nicht mal ansatzweise um die Kosten zu decken, das ist so der typische Liebhabereibereich, und Kasse machen diejenigen die die wertlosen Fortbildungskurse oder wertlosen Gerätschaften verticken. Also auch eine Art Schneeballsystem.

Wollte man da jedem kleinen Licht einen Eintrag verpassen würde das sicher schnell die Datenbank sprengen. Und im blog und in der wiki lese ich ja schon länger ;-)


Groucho

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Re: Matthias Jackel
« Antwort #6 am: 27. Juli 2015, 16:08:10 »
Wollte man da jedem kleinen Licht einen Eintrag verpassen würde das sicher schnell die Datenbank sprengen.

Weniger ein Datenbankproblem, da ist noch viel Platz  :grins2: Aber eines der Resourcen. Ein paar Stunden Recherche sind schnell mal vorbei. Und dann will das Ganze ja auch noch gepflegt und aktuell gehalten werden.

Zitat
Und im blog und in der wiki lese ich ja schon länger ;-)

Weiter so!  ;D
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