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Öko-Test Spezial "Alternative Heilmethoden"

Begonnen von twister, 01. April 2009, 19:34:05

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Schau-ma-amoi

Ich hab mir das Heft schicken lassen. Leider viel Mist.  >:(

twister

general, wollen wir mal versuchen zusammen einen Forumsbeitrag zu schreiben für die Ökotest-Seite?

ich befürchte ich kriegs allein nicht auf die Reihe grad

Sandrine


twister

das ist zuviel zum einscannen.
das ist ja ein richtiges Heft, nicht mal nur drei DIN A4 Blätter oder so.

mal davon abgesehen geht mein Scanner nicht mehr und ich weiss noch nichtmal warum :(

Sandrine

Warum nicht da http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/ fragen?

Die tun doch so,als ob die immer alles wüßten.

Schau-ma-amoi

Das Heft hat einen Umfang von ca. 130 Seiten. Zum Scannen ein bisserl viel. Wir könnten uns aber darauf einigen, dass ich den informativsten Teil dieser Broschüre darstelle, der ist nämlich kurz: das Impressum.

Auf die Schnelle: Das Heft gliedert sich in die Kapitel
Alternative Heilverfahren (Herdecke & Co)
Phytotherapie
Homöopathie
Akupunktur
weitere anerkannte Verfahren (Ayurveda, Osteopathie, TCM ...)
fragwürdige Therapien (Bachblüten, Schüßler, Aderlass).

Der Beitrag etwa zu Herdecke ist eine Werbeeinschaltung über mehrere Seiten mit grünen Wiesen und blühenden Sträuchern, einem lächelnden Kind, Abbildung mit einem Kunsttherapeuten und so ist auch der Text gestaltet. Dort wird eine Medizin für Menschen versprochen, was kein Lippenbekenntnis ist, sagt der Redakteur. Dann wird auch noch gelogen: ,,Häufig kommen Kranke zu uns, denen vorher gesagt wurde: Sie sind austherapiert, wir können nichts mehr für sie tun."
Dieser Satz ist – Kinderarzt hin, Kinderarzt her – eine massive Sauerei. Tiefste Schublade.  >:( >:(

Noch ein Auszug aus den fragwürdigen Therapien: ,,Belegt ist die Wirksamheit BISHER nicht".

Das Heft ist eine herbe Enttäuschung und das Geld nicht wert. Wenn schon das Geld nicht, dann doch aber einen Blog, einen schönen Blog. ÖKO-TEST ist nicht besser als der Wiener STANDARD.

@ twister:
Ja, machen wir. Ich bin derzeit sehr unter Zeitdruck, melde mich in ein paar Tagen hier wieder. Werde ohnehin eine Zusammenfassung schreiben.

Schau-ma-amoi

Nun, meine Hausarbeit, Teil 1: ÖKOTEST über "Alternative Heilverfahren" ganz allgemein.

Gegensatz oder Ergänzung?

ÖT meint, dass sich "seit 200 Jahren Schulmediziner und alternative Heilkundler scheinbar unversöhnlich gegenüber stehen. Erst jetzt gehen beide Lager aufeinander zu"

,,Wer heilt, hat recht": es werden die beiden Standpunkte kurz geschildert. Viele Deutsche würden sich für Alternativzeugs interessieren, wobei die typischen Nutzer Frauen über 40 mit einem hohen Einkommen seien.
Es handelt sich um einen boomenden Branche, 9 Milliarden werden jährlich dafür aufgewendet, vier Milliarden werden von den Kassen bezahlt.  Viele Ärzte hätten eine lukrative Einkommensquelle entdeckt. Dazu kommen noch 20.000 HP und ca. 15.000 Geistheiler und Schamanen.

In den Industrieländern gäbe es 400 Heilweisen, die von der etablierten Medizin weitgehend abgelehnt werden. Danach wird E. Ernst zitiert, der die Gemeinsamkeiten  dieser Methoden anführt:
* ganzheitlicher Ansatz
* Selbstheilungskräfte sollten gestärkt werden
* natürliche Behandlungsweisen mit geringen Nebenwirkungen
* individualisierten Vorgehen  (zehn Migränepatienten bekommen zehn unterschiedliche Therapien)
* oft eine sehr alte Tradition dieser Methoden, die sich meist auf einen Erfinder zurückführen lassen - mit Idolstatus ohne kritisches Hinterfragen bei den Anhängern

Nun folgt eine kurzer, seriöser Aufriss in der Medizingeschichte bis hinauf zur TCM. Auch hier wird E. Ernst zitiert, der sagt, dass ,,TCM bei ernsthaften Erkrankungen nicht annähernd so wirksam ist wie eine ... wissenschaftliche  Medizin."

Danach wird angeführt, dass die Alternativmethoden den Beweis ihrer Wirksamkeit bisher schuldig geblieben seien.
Warum die Menschen trotzdem ,,in Scharen" überlaufen, hätte unterschiedliche Gründe, meint ÖT:
die Menschen sterben heute nicht mehr Infektionskrankheiten. Stattdessen werden sie immer älter und von chronischen Leiden geplagt. Allergiker, Rheumatiker, Schmerzpatienten würden von der ,,Schulmedizin" enttäuscht sein.
* bei anderen Krankheiten möchten Patienten auch noch etwas anderes ausprobieren
* Skepsis gegen Chemie und Chirurgie
* Verdacht, es würde nur oberflächlich therapiert werden.
Der Bremer Soziologe Marstedt fand in einer Studie heraus, ,,dass besonders jene Patienten mit der K. sympathisieren, die in bereits eigene Erfahrung mit verschiedenen Methoden haben. Auch wenn die Behandlung erfolglos war, änderte das an ihrem positiven Urteil meist nichts, weil dafür andere Bedürfnisse befriedigt werden: Kommunikation" etc. 2/3 der Befragten würde aber bei schwerwiegenden Erkrankungen zuerst auf die Schulmedizin vertrauen.

Dann wird berichtet, dass in D der Arzt für einen Patienten lediglich acht Minuten Zeit hätte, anders hingegen in den GB, NL und den USA. Daraus würde ein Gefühl des Abgefertigtwerdens entstehen.

Nun wird der Placeboeffekt angesprochen. Doch auch die Grenzen des Placeboeffekts werden gestreift. Es wird Klaus Linde von der TU München erwähnt und wieder E. Ernst, der Naturheilkunde als Art Psychotherapie sieht.

Die Alternativler kontern und meinen, dass die alternative Therapien mit den streng naturwissenschaftlichen Methoden nicht erklärt werden können. Es wird ein anthroposophischer Arzt zitiert: ,,Medizin ist nicht nur Naturwissenschaft, sondern auch eine Handlungskunst". Nun folgt ein Interview des Willich von der Charite, der eine ,,integrierte" Medizin fordert.

Es findet  sich auch noch ein Beitrag darüber, was HP können und dürfen, die lt ÖT "die letzte Anlaufstelle für Patienten sind, die nicht mehr weiterwissen, denen die Schulmedizin anscheinend nicht helfen kann".


Tipp- und Rechtschreibfehler hab ich nur beim Querlesen korrigiert, sorry. Im Gegenzug folgt die Fortsetzung.


rincewind

Vielen Dank erstmal. Liest sich wie jemand versucht, einen unmöglichen Spagat zu machen. Bloß niemandem wehtun, bloß keine potentielle Kundschaft verscheuchen immer die Zielgruppe im Auge.

Es ist schon richtig, ein guter Journalismus soll sich mit keiner Sache gemein machen. Aber manchmal dünkt es einem, dass die Grundvoraussetzung für diese Haltung nicht verstanden wurde, dass nämlich die Realität dem Ganzen als Aufsicht und Voraussetzung darüber stehen sollte.

twister

oh General war sehr fleissig :)

sagmal ich dachte wir machen zusammen eine Art Leserbrief für das ÖT-Forum?

du hast ja jetzt eine Zusammenfassung erstellt von Teilen der Zeitschrift - wolltest du das eh machen oder haben wir aneinander vorbeigeredet?

Schau-ma-amoi

Zitat von: rincewind am 24. Mai 2009, 18:34:22
Vielen Dank erstmal. Liest sich wie jemand versucht, einen unmöglichen Spagat zu machen. Bloß niemandem wehtun, bloß keine potentielle Kundschaft verscheuchen immer die Zielgruppe im Auge.

Es ist schon richtig, ein guter Journalismus soll sich mit keiner Sache gemein machen. Aber manchmal dünkt es einem, dass die Grundvoraussetzung für diese Haltung nicht verstanden wurde, dass nämlich die Realität dem Ganzen als Aufsicht und Voraussetzung darüber stehen sollte.

Dieser Artikel war ja noch relativ in Ordnung. Das Üble kommt noch.

Schau-ma-amoi

Zitat von: twister am 24. Mai 2009, 21:14:38
oh General war sehr fleissig :)

Generäle sind immer fleißig!

Zitatsagmal ich dachte wir machen zusammen eine Art Leserbrief für das ÖT-Forum?

du hast ja jetzt eine Zusammenfassung erstellt von Teilen der Zeitschrift - wolltest du das eh machen oder haben wir aneinander vorbeigeredet?

Ich schreib mal zuerst sinnvollerweise eine Zusammenfassung, so objektiv ich eben nur kann.

Einen Leserbrief an ein Forum zu schreiben, bringt nichts. ÖT stellt, und das sollte man durchaus positiv erwähnen, ein Forum zur Verfügung, in dem kritische Geister zu Wort kommen und Esos es sehr, sehr schwer haben. Ich finde, das wäre ein guter Platz, einige Inhalte dieses Heftchens kritisch zu hinterfragen. Dies war aus meiner Sicht gemeint. Diese "Einladung" gilt ja für jeden hier.

twister

was wolltest du denn mit mir zusammen schreiben?

rincewind

Zitat von: twister am 25. Mai 2009, 12:08:42
was wolltest du denn mit mir zusammen schreiben?

Vermute: Zusammen in dem Forum, aber keinen Artikel zusammen. Missverständnis.

twister

Zitat von: twister am 06. Mai 2009, 15:40:09
general, wollen wir mal versuchen zusammen einen Forumsbeitrag zu schreiben für die Ökotest-Seite?

ich befürchte ich kriegs allein nicht auf die Reihe grad

Zitat von: General Stumm v.  Bordwehr am 06. Mai 2009, 17:37:16

@ twister:
Ja, machen wir. Ich bin derzeit sehr unter Zeitdruck, melde mich in ein paar Tagen hier wieder. Werde ohnehin eine Zusammenfassung schreiben.

öhm. ich fand das ziemlich eindeutig  ???

Schau-ma-amoi

Teil 2:

,,Die Schulmedizin ist eine Krücke"

lässt ÖT einen Hamburger Allgemeinmediziner und Homöopathen in einem zweiseitigen Artikel zu Wort kommen. Es handelt sich nicht um einen Test, sondern ausschließlich um Aussagen dieses Homöopathen:

,,Ich bin natürlich schuldmedizinisch ausgebildet. Aber primär verstehe ich mich als Homöopath. Die Schulmedizin hat mich im Grunde nie überzeugt: Dieses Chemie-Zuführen oder etwas Wegschneiden, das finde ich in gewisser Weise oberflächlich und substanzlos. Was da passiert, ist in vielen Fällen nur eine Krankheitsverwaltung ..."

,,Für mich steht die Homöopathie im Vordergrund und die Schulmedizin erst in zweiter Linie."

Impfen, Antibiotika, Kortison oder Chirurgie seien für die Homöopathie ,,eher kontraproduktiv".


,,Ich lasse mich auch nicht auf irgendwelche Gefälligkeiten ein, wenn mich Patienten leichtfertig um ein Antibiotikum bitten. Es gibt auch Ausnahmen. Vielleicht drei oder vier Mal im Jahr stelle ich ein Rezept für Antibiotika aus, etwa bei einer Borreliose. Ich arbeite das dann mit einer homöopathischen Folgebehandlung auf."

Bei Krebs empfiehlt er Schulmedizin. Begleitend Homöopathie.

Aber Homöopathie ergänze die Schulmedizin nicht, sondern widerspreche ihr. Die Schulmedizin dreht einfach nur oberflächlich an mehr oder weniger bekannten Molekülen oder schneidet etwas heraus, dagegen ist die Homöopathie eine Regulationstherapie.

,,Viele denken, das hat mit Natur zu tun. Aber das Entscheidende ist, dass die Homöopathie über nichtmaterielle Mechanismen einen Impuls gibt. Ich erkläre das manchmal so: Die Kügelchen übertragen Informationen. Jeder Organismus in seiner Störung hat auch eine gewisse Schwingung oder ein Schwingungsmuster – genauso wie jede homöopathische Substanz. Wenn der Kranke nun Ähnliches aufnimmt, gibt es Resonanzen und eine Schwingungsverstärkung. Es kommen Heilungsreaktionen in Bewegung. Auch bei den Naturheilverfahren sollen ja die Selbstheilungskräfte angeregt werden, aber das passiert auf einer ganz anderen Ebene: Kneipp-Anwendungen, Eigenblut, Antikörper  da geht es um Reflexe, also um etwas Materielles. Aber die Mechanismen der Homöopathie sind nichtmateriell. Es geht um Schwingungen, um Energetisches, um Informationen."

Die meisten Patienten wollten nicht lebenslang chemische Medikamente mit Nebenwirkung schlucken, sagt er.

,,Alles, was auf der Regulationsebene passiert, hat ja eigene Gesetzmäßigkeiten. Da ist auch mal nötig, dass sich diese oder jene Symptome zunächst verstärken. Deshalb kann man die Erfolge der Homöopathie aus meiner Sicht auch nicht nur auf Placeboeffekte zurückführen.
Es gibt nicht wenige Patienten, die haben wegen ihrer chronischen Beschwerden vorher lange Zeit Psychotherapie gemacht und intensive Zuwendung bekommen. Und dann erleben sie plötzlich, dass sich durch die Verabreichung der Kügelchen ganz viel in Bewegung setzt, wo vorher monatelang oder jahrelang Stillstand war."

,,Schulmedizin ist darauf geeicht, alle Symptome möglichst schnell wegzumachen, zu unterdrücken. Dass das irgendwo stecken bleibt, im stillen Kämmerlein sich wieder verschärft oder in ganz anderer Gestalt erneute durchsticht, wird übersehen."

,,Natürlich gibt es Fälle, bei denen man mit Homöopathie nicht richtig vorankommt. ... Und wenn es nicht gelingt, ein passendes Mittel herauszuarbeiten, gibt es auch keine Besserung. Da ist Homöopathie unerbittlich. Wenn ich etwa einen Patienten mit Rheuma behandele und nicht weiterkomme, dann rate ich eventuell schon zu konventionellen Therapien."

,,Man kann (mit Schulmedizin) ein bisschen Leid lindern, aber man verändert nicht das System."




Ich fordere Schmerzengeld.