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Autor Thema: Body-Mind-Medizin  (Gelesen 2913 mal)

Robert

  • Gast
Body-Mind-Medizin
« am: 11. März 2014, 12:02:43 »
ich dachte, das wäre schon im Wiki. Habe aber nichts gefunden. oder wurde das unter einem anderen Namen gespeichert?

http://www.mind-body-medizin.org

Herrliches Geschwurbel.....

MrSpock

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Re: Body-Mind-Medizin
« Antwort #1 am: 11. März 2014, 12:12:59 »
So unseriös hört sich die Besetzung nicht an:

Zitat
Die wissenschaftliche Beratung erfolgt durch Prof. Dr. Tobias Esch und Prof. Dr. George B. Stefano - unter Mitarbeit von Prof. Dr. Gerald Hüther und Robin Switzer M. Sc.

Prof. Dr. med. Tobias Esch ist Facharzt für Allgemeinmedizin und hat den ersten Studiengang für Integrative Gesundheitsförderung in Deutschland an der Hochschule Coburg mit aufgebaut. Als ehemaliger Harvard-Stipendiat und gegenwärtiges Mitglied einer neurowissenschaftlichen Arbeitsgruppe in New York geht er u.a. der Frage nach, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir glücklich sind oder uns gesundheitsbewusst verhalten.



Prof. Esch wurde vom Pionier der Mind-Body-Medizin, Prof. Dr. Herbert Benson, persönlich an der Harvard Medical School ausgebildet und war im Mind/Body Medical Institute an der Harvard University als Wissenschaftler tätig. Weitere Kenntnisse erhielt Prof. Esch durch Fortbildungen auch bei Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn. Somit kennt er die Methoden der Mind-Body-Medizin aus erster Hand.
Als einer der Wegbereiter in Europa baut Prof. Esch die MBM seit 2002 in Deutschland auf.

 

 
Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. habil. Gerald Hüther leitet die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung an der Universität Göttingen bzw. am Institut für Public Health der Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim.

Wissenschaftlich befasst er sich mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, mit den Auswirkungen von Angst und Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und populärwissenschaftlicher Darstellungen (Sachbuchautor).
Links zu Projekten von Prof. Hüther

Prof. Dr. George B. Stefano ist Direktor des Neuroscience Research Institute an der State University von New York. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Positionen in den USA und anderen Ländern war er lange Jahre Forschungsdirektor des Mind/Body Medical Institute an der Harvard University an der Seite von Prof. Dr. Herbert Benson.
Die besondere Expertise von Prof. Stefano liegt in der Integration von bahnbrechender neurowissenschaftlicher Grundlagenforschung mit Aspekten einer angewandten, integrativen Medizin, darunter der Mind-Body-Medizin. Er ist Herausgeber zahlreicher wissen- schaftlicher Journale und einer der führenden Personen in der Administration der New Yorker Universität. Für sein Lebenswerk wurde er vom Staat New York ausgezeichnet: Er erhielt den Lifetime Achievement Award für Personen, die „die Grenzen des menschlichen Wissens erweitert haben und die wirtschaftliche Entwicklung des Staates New York vorangetrieben haben".

Robin William Switzer, ScM  stammt aus Ames, Iowa, USA. Er hat einen Bachelor of Science in Social work und einen Master in Public Health von der Johns Hopkins Universität, USA. Nach seiner Graduierung leitete er HIV/AIDS -Präventionsprogramme in Connecticut, Wisconsin und Washington und arbeitete als Public Health Consultant des US Bundesstaates North Carolina sowie als Dozent an der Medizinischen Fakultät der Prince of Songkla University in Hatyai, Thailand. Derzeit arbeitet R. Switzer mit Menschen mit autistischen Störungen und geistigen Behinderungen und begleitet medizinische Doktorarbeiten an der Iowa State University, USA.


Auch die Ergebnisse kommen zumindest augenscheinlich seriös daher:

Zitat
In zahlreichen aktuellen Studien konnte belegt werden, dass durch die Stärkung gesundheitsfördernder Ressourcen, wie sie im Rahmen der Mind-Body-Medizin erfolgt, positive Gesundheits- effekte erzielt werden können. Dazu zählen neben einer Steigerung von Zufriedenheit und Wohlbefinden vor allem die
•Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes
•Steigerung der Stressresistenz
•Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit
•Stärkung des Immunsystems
•Verbesserung der psychischen und nervlichen Belastbarkeit
•Abnahme von allgemeinen und spezifischen Gesundheitsrisiken
•Sensibilisierung für die eigene Verantwortung beim Erhalt der Gesundheit

In internationalen Studien konnten beispielsweise folgende Wirkungen von Mind-Body-Medizin und MBM-Interventionen nachgewiesen werden:

Mind-Body-Medizin Techniken verringern Stress ursächlich und helfen so, stressassoziierte Krankheiten zu mildern oder ihre Entstehung zu vermindern.
Med Sci Monit 2003, 9 (2):RA 23-34

Die Stresslevels von Studenten und die Konzentration ihrer Stresshormone wurden durch die Teilnahme an MBM-
Interventionen signifikant und nachhaltig verbessert.
Med Sci Monit 2007, 13(11):CR488-497

 
Zahlreiche Erkankungen, unter ihnen die wichtigsten Todes-ursachen der westlichen Nationen, sind in weit überwiegendem Maße lebensstilassoziiert und somit zugänglich für Techniken der Mind-Body-Medizin.

 Science 2002, 26; 296 (5568): 695-8

 

80% von Patienten mit Bluthochdruck erreichten durch Teilnahme an MBM-Programmen eine Absenkung ihrer Blutdruck-Werte und konnten ihre Medikamente reduzieren. 16% kamen nach der MBM-Intervention ohne Blutdruckmedikamente aus. Die Ergebnisse waren auch nach drei Jahren noch nachweisbar.
J Cardiopulm Rehab1989, 9: 316-324

Bei Patienten mit chronischen Schmerzen kam es unter MBM-Interventionen  zu einer Abnahme der Hausarztbesuche um 36%.
Clin J Pain 1991, 2: 305-310

Teilnehmer von MBM-Programmen, die unter Schlafstörungen litten, berichteten zu 100% über einen verbesserten Schlaf, 91% konnten ihre Schlafmedikamente reduzieren oder ganz auf sie verzichten.
Am J Med 1996, 100: 212-216

Frauen mit schwerem Postmenopausalem Syndrom reduzierten durch MBM-Interventionen ihre körperlichen und psychischen Beschwerden um 57%.
Obstetr Gynecol 1990, 75: 649-655

Übersicht über den positiven Einfluß von Achsamkeits-basierenden Stressreduktionsmethoden (MBSR) auf die Gesundheit.
Psychosom Res 2004, 57:35-43

Vielleicht kann sich ein Mediziner unter uns damit mal näher beschäftigen. Für mich als Laien klingt das nicht nach Eso-Geschwurbel, sondern nach reiner Prävention und Streßbewältigung.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Belbo

  • Gast
Re: Body-Mind-Medizin
« Antwort #2 am: 11. März 2014, 12:31:10 »
Die Geschäftssführerein Frau Dr. med. Sonja Maren Esch gibt an bei:

Jon Kabat-Zinn und Saki Santorelli in den USA gelernt zu haben, klingt mir nach Grenzbereich:
http://de.wikipedia.org/wiki/Jon_Kabat-Zinn
http://www.arbor-seminare.de/was-achtsamkeit-ist
Zitat
Achtsamkeit ist eine wesentliche Richtung der Meditationspraxis – auch bekannt als Vipassana oder Einsichts-Meditation. In der Übung von Achtsamkeit macht man anfangs Gebrauch von einer einsgerichteten Aufmerksamkeit, um Ruhe und Beständigkeit zu kultivieren, doch anschließend geht man darüber hinaus, indem man die Objekte der Beobachtung erweitert, sowie ein Element des Erforschens einbringt.
http://www.arbor-seminare.de/saki-santorelli
Zitat
Die Ausbildung von MBSR-LehrernInnen ist ein komplexes Unterfangen. Dies liegt zum Teil daran, dass in dem MBSR-Programm Wissensparadigmen und Praktiken zweier sehr unterschiedlicher und bis vor kurzem von einander abweichender Traditionen zusammenfließen, die beide der empirischen Untersuchung verpflichtet sind, allerdings unter Nutzung sehr unterschiedlicher Methoden: Dies sind Wissenschaft, Medizin und Psychologie auf der einen und buddhistische Meditationstraditionen und deren Lehren und Praktiken, die kollektiv als Dharma bezeichnet werden, auf der anderen Seite.

Tenor scheint die sogenannte Achtsamkeit zu sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit

Robert

  • Gast
Re: Body-Mind-Medizin
« Antwort #3 am: 11. März 2014, 12:32:38 »
Zitat
Die wissenschaftliche Beratung erfolgt durch Prof. Dr. Tobias Esch und Prof. Dr. George B. Stefano - unter Mitarbeit von Prof. Dr. [sic!] Gerald Hüther und Robin Switzer M. Sc.

*räusper*

sweeper

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Re: Body-Mind-Medizin
« Antwort #4 am: 11. März 2014, 13:12:18 »
@Belbo:
Zitat
Achtsamkeit
Hier kommt dann auch frafri ins Spiel...

Achtsamkeitstraining ist an sich nicht Eso; es hat seinen berechtigten Platz z.B. in der psychosomatischen Reha - dabei geht es hauptsächlich darum, die (vegetativen) Signale des eigenen Körpers (etwa auf Stress) wahrzunehmen, als Hinweisreize zu deuten und sich mit Hilfe von Entspannungstechniken selbst runterzuregulieren.

Insofern  - falls dies der Kern der "Mind & Body Medicine" ist - sinnvoll.
Mein Eindruck (über die Psiram-Jahre) ist aber, dass hier unter Zuhilfenahme einiger seriös anmutenden Buzz-Words unhaltbare Versprechungen gemacht werden.
So ist Achtsamkeitstraining ein Baustein in einem Paket von synergistisch wirkenden Maßnahmen und kann nicht für sich allein eine ggfs notwendige Pharmakotherapie ersetzen - wie uns Walach ("Weg mit den Pillen!") und Hüther gerne weis machen wollen.
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With science, you start with a frog, get a PhD and are still left with the frog you started with...


Terry Pratchett

Robert

  • Gast
Re: Body-Mind-Medizin
« Antwort #5 am: 11. März 2014, 13:18:48 »
Zitat
Mein Eindruck (über die Psiram-Jahre) ist aber, dass hier unter Zuhilfenahme einiger seriös anmutenden Buzz-Words unhaltbare Versprechungen gemacht werden.

Das war auch mein Eindruck. Das geschickte Vermischen mit an sich seriösen Verfahren ist ein der Methoden, mit denen sich Scharlatane das Mäntelchen der Seriosität überziehen.

Vor allem scheint Body-Mind bei Heilpraktikern hip zu sein, und die bieten alles mögliche unter diesem Label an.

sweeper

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Re: Body-Mind-Medizin
« Antwort #6 am: 11. März 2014, 13:57:25 »
@Robert:
Aus diesem Grund hätte ich dem guten frafri gern noch etwas auf den Zahn gefühlt.
Als diplomierter Sozialwirt oder so ähnlich ist er ja nun nicht gerade fachlich prädestiniert, Gesundheitszirkel zum Thema Stress & Burnout zu veranstalten.

Dafür zitiert er dann gern (in Thomas Grüters Blog) Hüther als neurowissenschaftliche Konifere, und so wird aus einem guten Ansatz ( Achtsamkeitstraining) über viel substanzloses Referenzieren eine riesige bunte Wellness-Seifenblase, mit der sich bei ausgebrannten Managern gut Geld verdienen lässt.
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