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Demokratie - Regierungsform der Zukunft?

Begonnen von Belbo, 24. Juli 2019, 19:19:34

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Belbo

Jetzt ist Johnson tatsächlich Premier in UK, mal blöd, nach allen Verwerfungen des letzten Jahrzehnst, rein pragmatisch, wenn es drum geht was hinten rauskommt.......?

Peiresc

Zitat von: Belbo am 24. Juli 2019, 19:19:34
wenn es drum geht was hinten rauskommt.......?

Was soll schon hinten rauskommen.


Belbo

Zitat von: Peiresc am 24. Juli 2019, 19:48:01
Zitat von: Belbo am 24. Juli 2019, 19:19:34
wenn es drum geht was hinten rauskommt.......?

Was soll schon hinten rauskommen.



Was wiederum die Frage wohingegen beantwortetet?

celsus

Die Frage war, ob Demokratie die Regierungsform der Zukunft ist?

So ganz persönlich denke ich, dass Regierungen an sich ein Problem sind, wenn sie zur Machtausübung und nicht zur Verwaltung einer Gesellschaft genutzt werden.

Aber wenn schon (repräsentative) Demokratie, dann muss eine Menge mehr politische Bildung stattfinden, damit die Leute sich nicht ständig in ihr eigenes Verderben wählen. Mit "eine Menge mehr" meine ich z.B. ein Schulfach schon ab der Grundschule, geförderte Fortbildungsmaßnahmen für Beschäftigte usw. Politik darf niemandem mehr egal sein.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

sailor

Naja, auch und gerade Verwaltung ist Machtausübung. Schliesslich kollidieren in einem organisierten Gemeinwesen immer individualinteressen untereinander, mit Gruppeninteressen und Gruppeninteressen untereinander. Politik, Justitz und Verwaltung (Die Seiten des dreischneidigen Schwertes Gewaltenteilung ;) ) balancieren diese Interessen aus. Politische Bildung ändert nichts daran, dass Menschen besch*ssene Forderungen haben. Die Forderung nach geschlossenen Grenzen ist per se erstmal legitim, sie kollidiert in D nur mit der Rechtslage und der Realität. Auch politische Bildung ändert an der Forderung nichts, sie kann "nur" dazu dienen, dass die Einsicht über die Sinnlosigkeit dieser Forderung eintritt. Politische Bildung oder besser "Staatsbürgerunterricht" (wo neben dem politischen System auch Grundlagen von Justitz und Verwaltung gelehrt werden müssten!) kann dabei in erster Linie bei der Formalisierung der Forderungen helfen, also dem Einbringen von Anliegen in "richtiger" Form bei Politik, Justitz, Verwaltung.

Damit kann man bei einem Teil der Menschen sicher den Zauber des Populismus brechen, ein BoJo hätte da mit seinen hanebüchenen Lügen weniger Chancen... aber leider gibt es zu viele Menschen, die besch*ssen werden wollen. Sie hören nur was sie glauben, was ihnen in den Kram passt. Dagegen hilft politische Bildung und Medienkompetenz nur peripher.

Zu BoJo und Trump (und AfD): Hier sieht man schon das Aufgehen der Schere zwischen dem Hören/lesen/sehen-Wollen und der Realität. Mueller hat eindeutige Aussagen getroffen gestern, trotzdem stellt sich Trump hin und erklärt sich zum Gewinner. Das ist das typische Verhalten eines Blenders und Täuschers, sie erzeugen eine Parallel-Realität, die jedoch immer irgendwann platzt. Kein Scammer der Welt konnte seinen Betrug ewig aufrechterhalten, ein paar konnten fliehen, aber dieses geistige Schneeballsystem bricht irgendwann zusammen. Trump hat keine Erfolge vorzuweisen, heute ballert seine asiatische Katalogbraut Kim wieder mit Chinaböllern rum. Der Iran nimmt sich GB zu Brust. Die Steeuerreform verpufft, die Handelskriege schwelen weiter, der neue Nafta-Vertrag unterscheidet sich nicht vom alten und Trump vergrault mit seinem Rassismus konservative Migrantennachkommen anderer Hautfarben.

simpel

Zitat von: celsus am 24. Juli 2019, 22:07:00
Die Frage war, ob Demokratie die Regierungsform der Zukunft ist?
..., dann muss eine Menge mehr politische Bildung stattfinden, ...
ja, sehe ich auch so. Wobei ich befürchte, dass das nicht gewünscht ist. Nicht von den Regierenden und auch nicht von den Leuten. Generell sehe ich da eher Konsumverhalten und eine "is mir doch egal" Haltung.

Ganz ab und zu erlaube ich mir meinen Jugendträumen nachzutrauern und les dann mal wieder in meinem Lieblingsbuch aus den 1970ern Ökotopia. Notizen und Reportagen von William Weston aus dem Jahre 1999  :-[

celsus

The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Belbo

Zitat von: celsus am 24. Juli 2019, 22:07:00
Die Frage war, ob Demokratie die Regierungsform der Zukunft ist?

So ganz persönlich denke ich, dass Regierungen an sich ein Problem sind, wenn sie zur Machtausübung und nicht zur Verwaltung einer Gesellschaft genutzt werden.

Aber wenn schon (repräsentative) Demokratie, dann muss eine Menge mehr politische Bildung stattfinden, damit die Leute sich nicht ständig in ihr eigenes Verderben wählen. Mit "eine Menge mehr" meine ich z.B. ein Schulfach schon ab der Grundschule, geförderte Fortbildungsmaßnahmen für Beschäftigte usw. Politik darf niemandem mehr egal sein.

Das scheint augenblicklich eher nicht so gut zu laufen:

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/starnberg-schueler-stuermen-polizeiwache-a-1279165.html
https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/baden-wuerttemberg-ermittlungen-gegen-fuenf-schueler-wegen-nazi-symbolen-im-klassenchat-a-1279182.html

Und das sind Gegenden die eher in den Speckgürteln der Republik liegen.

celsus

Ausgerechnet die CDU entdeckt die Notwendigkeit für politische Bildung. Die verlorenen 30 Jahre werden sich so schnell nicht wieder aufholen lassen. Der Osten ist an die Nazis verloren. Diese Seuche hat zu viele Gehirne befallen.

https://taz.de/Politische-Bildung-an-Schulen-in-Sachsen/!5616270/
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