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Autor Thema: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater  (Gelesen 252169 mal)

Homeboy

  • Gast
Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #30 am: 15. Juli 2013, 19:58:07 »
Ich habe mir den Text für ein kleines Stündchen angetan. Nunja, ich halte es für Geschwurbel, werde aber nicht im Einzelnen darauf eingehen. Stattdessen nur die besonders auffälligen Punkte der letzten beiden Seiten dieses Werkes hervorheben:

Für einen juristischen Text extrem schwafelig. Gerade von Juristen bin ich sehr prägnante und knappe Texte gewöhnt, mit Randnummerierung - die fehlt da völlig, klarer Argumentation ohne Wiederholung. Ich weiss in dem Text manchmal nicht, ob sie jetzt für oder gegen ist.

Sie fährt auf die überlegenen Skalierungs- und Messmethoden, Intelligenztests :rofl  der Psychologen ab (S. 541) - ich würde ich küchenpsychologisch Zahlenfetisch attestieren.

Sie banalisiert analysiert, indem sie einen oder zwei Psychiater zitiert und von diesen auf DIE PSYCHIATRIE, im Sinne der Gesamtheit aller PsychiaterInnen schließt:
Zitat
“Man kann damit nur zu der Feststellung kommen, daß der Wassereinbruch der Normalpsychologie (als methodologisches Prinzip) und die damit verbundene Unterhöhlung des psychopathologischen Grenzdamms eine innere Auflösung des Schuldstrafrechts überhaupt (im Sinne der Tatverantwortung und -sühne jedes verantwortungs- und sühnefähigen Täters) nach sich zu ziehen droht" (Haddenbrock) 33 . Oder: “Ebenso richtig ist es, daß der Psychologismus zum rechtlichen Nihilismus führen kann” (Bresser) 34 .
Wassereinbruch, Unterhöhlung, Grenzdamm, die doppelten - ismen: ein emotional besetztes Thema für die Psychiatrie, wobei bezeichnend erscheint, daß die Argumentation auf einen ebenso angstbesetzten Bereich innerhalb der Rechtswissenschaft abzielt, der die Psychiatrie nicht zu bekümmern bräuchte ...
S. 541
Da sie es offensichtlich nötig hat zu psychologisieren, folge ich gerne ihrem erhabenen Beispiel und spekuliere: Ihr Ex ist mit einer Psychiaterin durchgebrannt, aber ein Psychologe hat sie gewärmt und getröstet ihr über ihren Verlust hinweggeholfen.

Sie nimmt Anleihen zur Prozessführung und Kreuzverhör aus den USA (z.B. S. 541 f.) - das ist eigentlich ob der grundverschiedenen Rechtstradition nicht kaum möglich.

Ferner ein reichlich alter Text. Da wird sich doch mittlerweile etwas getan haben.

bayle

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #31 am: 16. Juli 2013, 00:26:18 »
So, hab ein Login hingekriegt und hänge den Aufsatz mal hier an.  :D

Daraus:
Zitat
Ein klinisch erfahrener Psychologe ist in der Lage, das Vorliegen krankhafter Erlebnis- und Verhaltensformen auszuschließen (siehe dazu das unter Fußn. 3 zitierte Urteil des BGH), so daß noch nicht einmal zur Feststellung, ob überhaupt eine krankhafte seelische Störung gegeben sein könnte, ein Primat der Psychiatrie besteht.
Erinnert mich an eine Bundestagspetition von 2009 „Heilberufe – Kompetenzerweiterung“, in der die (jungen) Psychologen die Kompetenz zugeschrieben bekommen wollten, Pillen zu verschreiben, krankzuschreiben, zum Facharzt zu überweisen und stationär einzuweisen. 
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2009/_02/_09/Petition_2389.nc.html

sweeper

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #32 am: 17. Juli 2013, 01:44:11 »
Die Krimi-Gabi geifert:

Zitat
http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/07/06/der-fall-mollath-das-endspiel/comment-page-3/#comment-16358

gabrielewolff sagte am 16. Juli 2013 um 23:32 :

Ich danke für diese Erinnerung an Gerhard Mauz, als im SPIEGEL noch Justizkritik möglich war, wie sie Gisela Friedrichsen fortsetzte. Wie ich hörte, tritt der neue SPIEGEL-Chef erst im September sein Amt an. Bis dahin darf Beate Lakotta wohl noch Tendenz-Journalismus betreiben. Im Dienst vermeintlicher Opfer-Abo-Frauen, rechtsbeugender Justiz, der Psychiatergilde und der Pharmaindustrie. Die Wahrheit jedenfalls nimmt sie nicht zur Kenntnis.
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Groucho

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #33 am: 17. Juli 2013, 02:08:32 »
Zitat
Die Wahrheit jedenfalls nimmt sie nicht zur Kenntnis.

Finde ich den spannendsten Satz. Es gibt also eine feststehende Wahrheit, in deren Besitz sie ist.


edit: Das ist wahnhaft. Gerade in dieser Causa.
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sweeper

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #34 am: 17. Juli 2013, 18:34:19 »
@Groucho:
Zitat
Es gibt also eine feststehende Wahrheit, in deren Besitz sie ist.

Zustimmung.  :teufel

Gerade äußert sie sich zum Beschluss des OLG Bamberg - siehe dazu die entsprechende Blog-Diskussion

http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/07/06/der-fall-mollath-das-endspiel/comment-page-3/#comment-16469
Zitat
gabrielewolff sagte am 17. Juli 2013 um 16:21 :

Ich habe diesen Beschluß jetzt mehrfach gelesen, einiges mit dem Textmarker hervorgehoben und sogar versucht, Logik hineinzubekommen – ich bin indes gescheitert. Ich halte dieses Werk für ein von Ergebnisdenken geleitetes Produkt.
Das Ergebnis sollte so aussehen:

1.
Wir entscheiden nicht selbst.

2.
Von Unverhältnismäßigkeit kann keine Rede sein.

3.
Nach wie vor bewerten wir keine psychiatrischen Gutachten.

4.
Der unhaltbare Beschluß des LG Bayreuth (mal braucht man einen Gutachter, dann doch wieder nicht) muß vom Tisch
.

5.
Dazu kriegt das Untergericht eine Segelanleitung, die wie folgt aussieht:

a) neue Tatsachen dürfen nur berücksichtigt werden, soweit sie die Diagnose aushebeln; geht es um die Prognose (Anlaßtaten), sind wir an die Feststellungen im Urteil gebunden.

b) finde einen Aktengutachter, der aus den uns nur als Indiz zugänglichen falschen Zusatztatsachen für einen Wahn etwas Handfestes bastelt.

c) sollte dieser Gutachter ebenfalls nicht den Mumm haben, die Vorgutachten zu zerlegen, dann möge er bei der Prognose doch wenigstens den neuen Status von Gustl Mollath als kriminalpräventiv berücksichtigen.

Und bitte, nehmt beim nächsten Mal nicht wieder so einen Experten, wegen dem haben wir jetzt das BVerfG auf dem Hals:

    Der Sachverständige Prof. Pfäfflin hat in seinem schriftlichen Gutachten vom 12.02.2011 ausgeführt, es läge die Annahme nahe, der Untergebrachte werde zukünftig wieder den Anlasstaten vergleichbare Taten begehen, Art, Häufigkeit und Schweregrad der zu erwartenden Delikte könnten allerdings nicht sicher quantifiziert werden. Bei seiner mündlichen Anhörung am 09.05.2011 erläuterte der Sachverständige diese Ausführungen und gab an, im schriftlichen Gutachten eine zu weiche Formulierung verwendet zu haben. Vielmehr halte er die Wahrscheinlichkeit (der Begehung) neuer Straftaten durch den Untergebrachten für sehr hoch.

Schon erstaunlich, zu welchen Fehlschlüssen sie sich aufgrund ihrer Voreingenommenheit hinreißen lässt:

zu 4. gibt der OLG Bamberg-Text sehr klare Auskunft:
ein neuer externer Gutachter ist unverzichtbar, auch wenn Mollath selbst und die Verteidigerin dies weiterhin für "unsinnig" halten.  ("Sorgt also dafür, dass ihr euch nicht weiter von der Verteidigung/Mollath/Stimmungsmachern... einschüchtern und tyrannisieren lasst. Indem wir ausdrücklich auf einem neuen externen Gutachter bestehen,  stärken wir eure Position")

zu 5 c/d ist zu sagen, dass der Gutachter Pfäfflin der Wunschgutachter der Verteidigung war und Mollath sogar persönlich explorierte...

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Groucho

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #35 am: 17. Juli 2013, 19:12:58 »
Zitat aus einem Kommentar im Opablog:

http://opablog.net/eine-seite/

Zitat
Für mich haben die Herren Eberl, Brixner, Leipziger, Pfäfflin und andere wähernd der Dienstzeit von Beckstein und Merk eine kriminelle Vereinigung aufgebaut. Habe ich die staatsbürgerliche Pflicht, einen kriminelle Vereinigung, von der ich Kenntnis erlange, anzuzeigen?

Schon irre, was sich da als Wahn verbreitet.
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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #36 am: 17. Juli 2013, 19:36:10 »
Zitat aus einem Kommentar im Opablog:

http://opablog.net/eine-seite/

Zitat
Für mich haben die Herren Eberl, Brixner, Leipziger, Pfäfflin und andere wähernd der Dienstzeit von Beckstein und Merk eine kriminelle Vereinigung aufgebaut. Habe ich die staatsbürgerliche Pflicht, einen kriminelle Vereinigung, von der ich Kenntnis erlange, anzuzeigen?

Schon irre, was sich da als Wahn verbreitet.

Jaja, die mental leicht abgebauten Silver-Surfer ...
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bayle

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #37 am: 17. Juli 2013, 21:23:17 »
Die spinnen sich ein, bald dringt nichts mehr durch ihren Kokon. Einer versucht den anderen in puncto Radikalität zu übertrumpfen. Und diese Typen, die sich gegenseitig derart unkritisch um den Bart gehen, dass es eine reine Wonne ist, kritisieren den Korpsgeist der Psychiater.

Groucho

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #38 am: 17. Juli 2013, 21:35:27 »
Die spinnen sich ein, bald dringt nichts mehr durch ihren Kokon. Einer versucht den anderen in puncto Radikalität zu übertrumpfen. Und diese Typen, die sich gegenseitig derart unkritisch um den Bart gehen, dass es eine reine Wonne ist, kritisieren den Korpsgeist der Psychiater.

Ich finde es jedenfalls faszinierend, da mal wieder live zuschauen zu können. Wie sich aus vielen Einzelsträngen, ganz ohne Guru ein sektenähnliches, autonomes Gesamtgebilde entwickelt, wie Emotionaltiät immer mehr Besitz nimmt und einen Gruppenkonsens schafft.

Aber eine Visualisierung dessen hatten wir ja schon beim Brian. "Ein Zeichen, ein Zeichen!" und "Nur der wahre Messias kann behaupten, dass er nicht der Messias ist!"

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sweeper

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #39 am: 17. Juli 2013, 21:39:48 »
Zitat
Wie sich aus vielen Einzelsträngen, ganz ohne Guru ein sektenähnliches, autonomes Gesamtgebilde entwickelt,

Na, ein paar Agitatoren kann man schon identifizieren.
Und im Opa-Blog schreibt der eine oder andere Psychotiker mit - ganz skurril!
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Groucho

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #40 am: 17. Juli 2013, 21:54:24 »
Zitat
Wie sich aus vielen Einzelsträngen, ganz ohne Guru ein sektenähnliches, autonomes Gesamtgebilde entwickelt,

Na, ein paar Agitatoren kann man schon identifizieren.
Und im Opa-Blog schreibt der eine oder andere Psychotiker mit - ganz skurril!

Ja. Was ich eher meine ist diese Gruppendynamik, aus der sich freilich Meinungsführer heraus kristalisieren - aber eben ohne, dass da eine spezielle Agenda eines Einzelnen bestand. Aber vermutlich geht das öfters so, als man denkt.
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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #41 am: 17. Juli 2013, 22:02:54 »
So was hier zum Beispiel fällt kaum auf:

Auf die berechtigte Frage
Zitat
Bergholz sagte am 17. Juli 2013 um 18:20 :

Zwischendurch mal eine Frage zu etwas Anderem: Was war denn jetzt eigentlich mit diesem falschen Entlassungs-Fax? Wird da ermittelt, interessiert es überhaupt jemanden, wer der Urheber war? Seltsam, dass dies Thema so schnell abgehakt war.

http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/07/06/der-fall-mollath-das-endspiel/comment-page-3/#comment-16488

kommt die Antwort

Zitat
Helmut Mayr sagte am 17. Juli 2013 um 19:46 :

Na ja, man kann wohl kaum öffentlich darlegen, dass es von JuMi Merk selber war und so wird der Täter auch nie ermittelt.

Und wieso falsch?

http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/07/06/der-fall-mollath-das-endspiel/comment-page-3/#comment-16507

Schnell mal eben ein Gerücht gestreut - ganz harmlos...

Es gibt aber eine offizielle Anfrage in dieser Sache:

Zitat
https://www.bayern.landtag.de/webangebot2/Vorgangsmappe?wp=16&typ=V&drsnr=17335&intranet=#pagemode=bookmarks

Begründung:
Laut Presseveröffentlichungen habe Herr Nerlich die Klinik am Samstag um 9.00 Uhr darauf hingewiesen, dass mit dem Eingang eines gefälschten Faxes zu rechnen sei.
Es stellt sich daher die Frage, ob Herr Zappe über diese Warnung der Klinik durch die Justiz nicht informiert worden oder ob die Eröffnung der Freilassung in Kenntnis dieser Warnung erfolgt ist.
Zudem bleibt unklar, weshalb die Nachfrage durch Herrn Zappe bezüglich der Echtheit des Schriftstücks beim zuständigen Landgericht Regensburg erst nach der Eröffnung und nicht bereits vor dieser durch ihn veranlasst worden ist.
Durch dieses Versäumnis kam es offensichtlich zu der äußerst unerfreulichen Tatsache, dass Herr Zappe Herrn Mollath ca. eine halbe Stunde später mitteilen musste, dass er weiter in der Klinik untergebracht bleiben müsse. Ein sensibler und der spezifischen Situation zwangsweise untergebrachter Menschen angemessener Umgang sieht aus Sicht der SPD-Landtagsfraktion anders aus. Vor diesem Hintergrund ist eine dringende Aufklärung durch die Staatsregierung erforderlich und geboten
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sweeper

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #42 am: 17. Juli 2013, 22:37:35 »
Das ist auch so ein Kandidat:

http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/07/06/der-fall-mollath-das-endspiel/comment-page-3/#comment-16146

Eine Lakotta-Tirade, die in Folgendem gipfelt:

Zitat
Josef Eisele sagte am 15. Juli 2013 um 21:23 :


...Die Frau (gemeint ist Lakotta; Anm. von mir) hat einen taktischen Vorteil: sie ist so verwirrend unlogisch, so naiv unbekümmert in ihrer Art, unbelegte, teils offen unwahre Einlassungen für bare Münze zu nehmen, wie sie andererseits Fakten gleich wieder entwertet, etwa das jetzige Ergebnis der steuerlichen Ermittlungen, die zwar fündig geworden, seien, aber im niedrigen Bereich., so dass einem jegliche Lust zur Auseinandersetzung vergeht.

Den Preis der Pharmaindustrie hat sie sich verdient. Das ist schließlich die Branche, die aus der unglaublich ausgeprägten Verwirrung, unter der Menschen mit einer Psychose leiden, außerordentlichen Nutzen zieht. Indem sie deren oft vergeblichen Versuche, durch Nachdenken zu einer Klärung zu kommen, mit einer Art von Sand im Gehirn, (und auch im übrigen Körper), den chemischen Blockern der diversen, von ihr und den Psychiatern für geeignet gehaltenen Neuro-Rezeptoren behindert, ohne sie gleich umzubringen oder in Narkose zu versetzen. Auch das hat unangenehme Nebenwirkungen, natürlich schlimmere als ein Artikel von Lakotta. Den kann man ja zur Seite legen.

Ein heilloses Kauderwelsch, das mich irgendwie an die Ergüsse des Zentrum der Gesundheit erinnert.

Oder an den bekannten KVPM-Spruch:  "Psychiatrie tötet!"
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Terry Pratchett

sweeper

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Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #43 am: 18. Juli 2013, 00:48:09 »
Und der Vollständigkeit halber:

http://forum.psiram.com/index.php?topic=10168.msg143155#msg143155

Zitat
http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/07/06/der-fall-mollath-das-endspiel/comment-page-2/#comment-15259
...Die amorphen Aktenbezeichnungen Kröbers lassen den sicheren Schluß zu, daß ihm die vierbändigen Strafakten nicht zur Verfügung standen. Offensichtlich hatte er nur das Vollstreckungsheft, das üblicherweise aus dem Urteil, dem Eingangsgutachten und den Stellungnahmen des BKH sowie den Anträgen zu und den Beschlüssen der StVK besteht, hier auch noch aus dem die StVK alarmierenden Gutachten von Dr. Simmerl aus dem Betreuungsverfahren des AG Straubing, in dem bestürzenderweise eine psychotische Erkrankung und eine aktuelle Wahnsymptomatik nach erstmaliger Exploration von Gustl Mollath verneint worden war, (“Sammelband” – was für eine Bezeichnung!), sowie die Verteidigungsschrift Mollaths vom 25.9.2003 zur Verfügung (“Sonderband”).
Also praktisch nichts.
Und nicht einmal das Urteil hat er richtig gelesen, wenn er davon spricht, daß die Tatbegehung ja unstreitig sei. Und darauf ist eine Sabine Rückert hereingefallen.

Nun ja...Wie kam denn eigentlich Frau Wolff an die "amorphen Aufzeichnungen" Kröbers?

Die "Verteidigungsschrift" ist ein 106 Seiten umfassender Ordner, den Mollath bei der Verhandlung übergab - also "praktisch nichts"  8)

Die Sache mit dem Betreuungsgutachten muss man ihr ja nicht noch mal erklären.
Simmerl selbst ist da viel korrekter:

http://www.woidpresse.de/Aktuelles_Themen--die-die-Welt-bewegen_992_Psychiatrie--Zwischen-Ermessen-und-Wissenschaft.aspx
Zitat
...Wie war Mollath beim Gespräch? Wie ‚krank‘ ist er wirklich?

Bei meinem Gutachten ging es darum, ob Mollath geschäftsfähig ist. Beim Amtsgericht Straubing war ein Antrag auf Betreuung da. Es ging darum, ob Mollath jemanden zur Vermögenssorge bekommt, der seine Finanzen verwaltet. Mit dem ganzen Strafverfahren hatte ich überhaupt nichts zu tun. Bei meinem Gespräch kam klar zutage, dass Mollath voll geschäftsfähig war. Er legte mir seine Vermögensverhältnisse detailliert dar und wusste bei Rechtsmitteln genauestens Bescheid.

Auch wenn Sie Mollath als nicht gefährlich eingestuft haben – braucht er Ihrer Meinung nach psychiatrische Behandlung?


Ich habe ein paar Auffälligkeiten festgestellt, die im Wesentlichen mit Mollaths Persönlichkeit zu tun haben. Ich habe nicht geschrieben, dass er völlig gesund ist. Ich sah keinen Anhaltspunkt für eine Psychose oder einen Wahn. Allerdings betonte ich auch, dass ich nicht einschätzen konnte, ob seine Aussagen der Realität entsprechen. Ich konnte den Inhalt und den Wahrheitsgehalt nicht prüfen – da ich den Schweizer Konten nicht nachgehen konnte. Aber ich konnte festhalten, dass es sich für mich nicht wahnhaft anhört. Auch ansonsten schien Mollath völlig geordnet. Er konnte sich selbst auch in gewisser Weise hinterfragen und hatte eigentlich keine ‚Scheuklappen‘ auf. Zwei, drei Jahre vorher war Mollath wohl aufgrund des Ehestreits vom ganzen Erregungslevel noch einmal anders. Aber das konnte ich rückwirkend nicht bewerten. Auch bei der Frage nach einer Behandlung kann ich nicht vorgreifen. Dafür kenne ich Mollath zu wenig. ...



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Terry Pratchett

Belbo

  • Gast
Re: Gabriele Wolff zum Korpsgeist der Psychiater
« Antwort #44 am: 18. Juli 2013, 07:40:18 »
Es schlagen auch immer mehr esoterische Spinner in den Foren auf, diese Selbstverstärkungsmechanismen sind so exemplarisch, dass man das wissenschaftlich aufarbeiten sollte, ähnlich muss das wohl mit den Hexenverbrennungen funktioniert haben.
im Opablog aktuell Dankschreiben von Herrn Mollath an seine Unterstützer, die Kommentare sind gruselig.
http://opablog.net/2013/07/17/gustl-mollath-hat-geantwortet/
Beschriebene Kalenderblätter werden schon wie Devotionalien behandelt, interessant ein Mittfünfziger der kleine Herzchen mit Gesicht unter seine Briefe malt.