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Immunsystem - Immunisierung Kleinkinder

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Begonnen von mattdeox, 08. Mai 2024, 07:27:47

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mattdeox

Hallo liebe Freunde,

durch meine kleine Tochter muss ich mich mit der Impfthematik auseinandersetzen.
Also informiere ich mich so gute es geht zu diesem Thema, um die für mein Kind beste Entscheidung zu treffen.

Bisher verstehe ich nicht wie leicht ein Kind eine dieser Krankheiten bekommen kann.
So weit sind meine Informationen wie folgt:
  • Ein Mensch hat ein Immunsystem.
  • Kommt man mit einem Krankheitserreger in Kontakt, versucht das Immunsystem über verschiedene Wege den Krankheitserreger zu eliminieren und die Krankheit zu verhindern.
  • Schafft das Immunsystem das nicht wird man krank.
  • Verschiedene Faktoren wie Ernährung, Fitness, etc. beeinflussen das Immunsystem.

In diesem Zusammenhang lese ich immer nur dass diese Krankheiten "hoch ansteckend" sind, aber was bedeutet das?
Ich sehe zahlen, dass eine infizierte Person X weitere Personen anstecken kann, aber was sagt das wirklich aus?

Selbst bei einer Erkältung würden sich wahrscheinlich alle anstecken, wenn das Immunsystem geschwächt wäre.

Gibt es irgendwelche Daten über den Zustand des Immunsystems und der Ansteckungsrate?
Angenommen ein ungeimpftes Kind, dass noch nie Masern hatte, mit gutem Immunsystem, kommt in Kontakt mit Masern.
Ist die Ansteckung dann garantiert oder könnte das Immunsystem die Erkrankung abwenden?

Conina

Informier Dich bitte auch über das Schicksal von Natalie und überleg Dir, ob das ein wünschenswertes Schicksal für Deine kleine Tochter wäre.




Das Video ist alt. Natalie ist bereits tot.

Genau das machen Masernviren, auch bei gesundem Immunsystem.
Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

Gurkerl

Zitat von: mattdeox am 08. Mai 2024, 07:27:47Hallo liebe Freunde,

durch meine kleine Tochter muss ich mich mit der Impfthematik auseinandersetzen.
Also informiere ich mich so gute es geht zu diesem Thema, um die für mein Kind beste Entscheidung zu treffen.

Bisher verstehe ich nicht wie leicht ein Kind eine dieser Krankheiten bekommen kann.
So weit sind meine Informationen wie folgt:
  • Ein Mensch hat ein Immunsystem.
  • Kommt man mit einem Krankheitserreger in Kontakt, versucht das Immunsystem über verschiedene Wege den Krankheitserreger zu eliminieren und die Krankheit zu verhindern.
  • Schafft das Immunsystem das nicht wird man krank.
  • Verschiedene Faktoren wie Ernährung, Fitness, etc. beeinflussen das Immunsystem.

In diesem Zusammenhang lese ich immer nur dass diese Krankheiten "hoch ansteckend" sind, aber was bedeutet das?
Ich sehe zahlen, dass eine infizierte Person X weitere Personen anstecken kann, aber was sagt das wirklich aus?

Selbst bei einer Erkältung würden sich wahrscheinlich alle anstecken, wenn das Immunsystem geschwächt wäre.

Gibt es irgendwelche Daten über den Zustand des Immunsystems und der Ansteckungsrate?
Angenommen ein ungeimpftes Kind, dass noch nie Masern hatte, mit gutem Immunsystem, kommt in Kontakt mit Masern.
Ist die Ansteckung dann garantiert oder könnte das Immunsystem die Erkrankung abwenden?
Ein bisschen was persönliches.
Zu meiner Zeit wurde noch nicht gegen Masern, Mumps, Windpocken geimpft! Alle Kinder hatten damals diese Krankheiten. Geschwisterkinder haben sich immer angesteckt. Die eine oder andere Ausnahme gab es wahrscheinlich, erlebt haben wir es nicht! In meinem Umfeld gibt es einige unfruchtbare Männer, mein Mann ist auf einem Ohr taub und ich habe mir durch die Windpocken eine Gürtelrose eingehandelt. Sind nur persönliche Geschichten, aber höre dich mal bei den älteren um! Ich kenne noch Menschen mit Behinderungen auf Grund von Polio! Bin Jahrgang 1961, wir wurden gegen Alles geimpft, was es damals gab, weil für unsere Eltern und Großeltern die schrecklichen Folgen diverser Kinderkrankheiten noch sehr sichtbar waren!

Gefährliche Bohnen

Zitat von: mattdeox am 08. Mai 2024, 07:27:47
  • Verschiedene Faktoren wie Ernährung, Fitness, etc. beeinflussen das Immunsystem.

Wer sich gesund ernährt, Sport treibt und ansonsten gesund ist, hat ein normales Immunsystem. Man kann es durch solche Maßnahmen nicht besser als normal funktionierend machen. Etwas frustrierend, aber so ist es leider. (Ein mehr als normal aktives Immunsystem resultiert übrigens in Autoimmunerkrankungen oder Allergien).

Für die Frage, wie gefährlich eine Infektionskrankheit ist, sind neben der Ansteckungswahrscheinlichkeit auch die möglichen Komplikationen entscheidend. Bei einer einfachen Erkältung sind die möglichen Komplikationen vernachlässigbar, bei Masern furchtbar.
"Ich muss an dieser Stelle gestehen: Ich mag Karpfen gar nicht." - Groucho
RIP

Typee

ZitatIn diesem Zusammenhang lese ich immer nur dass diese Krankheiten "hoch ansteckend" sind, aber was bedeutet das?

Es bedeutet über den Gesichtspunkt der Verbreitung unter anderem auch noch dieses:

Das Immunsystem arbeitet nicht wie ein stehendes Heer, das quasi immer besser wird, je zahlreicher es ist. Für jeden Fremdeinfluss muss neu mobilisiert werden und zwar möglichst spezifisch. Ein Immunsystem, das alles massakriert, was dem Organismus erst einmal fremd ist, würde diesen lebensunfähig machen, und zwar nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Autoimmunreaktionen. Bestimmte Immunglobuline testen alles, was reinkommt, auf eventuelle Gefährlichkeit und bewirken, falls es brenzlig sein könnte, die Produktion von spezifischen Antikörpern. Ein hochvirulenter Erreger kann die Zeit, die dafür benötigt wird, ausnutzen, den Organismus zu überrennen, der Mensch wird krank, bevor eine spezifische Immunantwort bereitsteht. Unmöglich könnte sich ein Organismus von vorn herein gegen jede denkbare Art von Krankheitserregern schützen.

So funktioniert eine Infektionskrankheit: sie gewinnt den Wettlauf mit der Immunabwehr. Diesen Vorsprung kann man ihr aber nehmen, indem man den Körper mit einem zu erwartenden Erreger vorsorgend bekanntmacht. Diesen Vorgang nennt man Impfung, und das ist das beste Training, das man dem Immunsystem gegen einen bestimmten Krankheitserreger geben kann. Sie können so gesund essen, morgens unter kaltem Pumpenwasser duschen oder Rosenkränze beten, gegen "hochansteckende" Infektionskrankheiten haben Sie ohne Impfung einfach zu viel Rückstand, um ihn aus sich heraus aufholen zu können.
The universe is under NO obligation to make sense to us
(Neil deGrasse Tyson)

fragezeichen

Zitat von: Typee am 08. Mai 2024, 13:39:12
ZitatIn diesem Zusammenhang lese ich immer nur dass diese Krankheiten "hoch ansteckend" sind, aber was bedeutet das?

Es bedeutet über den Gesichtspunkt der Verbreitung unter anderem auch noch dieses:

Das Immunsystem arbeitet nicht wie ein stehendes Heer, das quasi immer besser wird, je zahlreicher es ist. Für jeden Fremdeinfluss muss neu mobilisiert werden und zwar möglichst spezifisch. Ein Immunsystem, das alles massakriert, was dem Organismus erst einmal fremd ist, würde diesen lebensunfähig machen, und zwar nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Autoimmunreaktionen. Bestimmte Immunglobuline testen alles, was reinkommt, auf eventuelle Gefährlichkeit und bewirken, falls es brenzlig sein könnte, die Produktion von spezifischen Antikörpern. Ein hochvirulenter Erreger kann die Zeit, die dafür benötigt wird, ausnutzen, den Organismus zu überrennen, der Mensch wird krank, bevor eine spezifische Immunantwort bereitsteht. Unmöglich könnte sich ein Organismus von vorn herein gegen jede denkbare Art von Krankheitserregern schützen.

So funktioniert eine Infektionskrankheit: sie gewinnt den Wettlauf mit der Immunabwehr. Diesen Vorsprung kann man ihr aber nehmen, indem man den Körper mit einem zu erwartenden Erreger vorsorgend bekanntmacht. Diesen Vorgang nennt man Impfung, und das ist das beste Training, das man dem Immunsystem gegen einen bestimmten Krankheitserreger geben kann. Sie können so gesund essen, morgens unter kaltem Pumpenwasser duschen oder Rosenkränze beten, gegen "hochansteckende" Infektionskrankheiten haben Sie ohne Impfung einfach zu viel Rückstand, um ihn aus sich heraus aufholen zu können.

danke für diese erklärung!

mattdeox

Ich bedanke mich für die zahlreichen Antworten.

Zitat von: Typee am 08. Mai 2024, 13:39:12
ZitatIn diesem Zusammenhang lese ich immer nur dass diese Krankheiten "hoch ansteckend" sind, aber was bedeutet das?

Es bedeutet über den Gesichtspunkt der Verbreitung unter anderem auch noch dieses:

Das Immunsystem arbeitet nicht wie ein stehendes Heer, das quasi immer besser wird, je zahlreicher es ist. Für jeden Fremdeinfluss muss neu mobilisiert werden und zwar möglichst spezifisch. Ein Immunsystem, das alles massakriert, was dem Organismus erst einmal fremd ist, würde diesen lebensunfähig machen, und zwar nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Autoimmunreaktionen. Bestimmte Immunglobuline testen alles, was reinkommt, auf eventuelle Gefährlichkeit und bewirken, falls es brenzlig sein könnte, die Produktion von spezifischen Antikörpern. Ein hochvirulenter Erreger kann die Zeit, die dafür benötigt wird, ausnutzen, den Organismus zu überrennen, der Mensch wird krank, bevor eine spezifische Immunantwort bereitsteht. Unmöglich könnte sich ein Organismus von vorn herein gegen jede denkbare Art von Krankheitserregern schützen.

So funktioniert eine Infektionskrankheit: sie gewinnt den Wettlauf mit der Immunabwehr. Diesen Vorsprung kann man ihr aber nehmen, indem man den Körper mit einem zu erwartenden Erreger vorsorgend bekanntmacht. Diesen Vorgang nennt man Impfung, und das ist das beste Training, das man dem Immunsystem gegen einen bestimmten Krankheitserreger geben kann. Sie können so gesund essen, morgens unter kaltem Pumpenwasser duschen oder Rosenkränze beten, gegen "hochansteckende" Infektionskrankheiten haben Sie ohne Impfung einfach zu viel Rückstand, um ihn aus sich heraus aufholen zu können.

Es bedeutet also dass das Immunsystem bei dem ersten Kontakt keine Chance hat und eine Ansteckung sehr wahrscheinlich ist?

Conina

Masern sind legendär ansteckend.
Diese Infektion ist fast garantiert.
Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

zimtspinne

Da niemand seinen Immunstatus oder Immunprofil genau kennt, außer viell. Patienten während der all. SZT, und auch keiner einen Überblick über seine genetischen Risiko- oder Schutzfaktoren hat, und man sich zudem leicht selbst täuscht, was seine Lebenshaltung und Fitness angeht (und man trotz gesundheitsvorbildlicher Lebensweise ein geschwächtes Immunsystem haben kann), würde ich sagen:

Die Empfehlungen der Stiko mit ihren auf dem Feld der Immunologie hoch angesehenen Mitgliedern sind für Deutschland das, was man in der Medizin gern als "Goldstandard" bezeichnet, sozusagen das Maß der Dinge. Sollte je ein Arzt von einem Patienten vor Gericht beschuldigt werden, entweder zu viel oder zu wenig geimpft zu haben, wird der Richter mit Sicherheit die Leitlinien der Stiko zu Rate ziehen und an erster Stelle in seine Entscheidung einfließen lassen. Grundsätzlich kann man also weder als Arzt noch als Patient bzw Erziehungs-/Sorgeberechtigter etwas falsch machen, wenn man sich einfach an die Stiko-Empfehlungen hält.

Das allgemeine Impfmotto "So wenig wie möglich, so häufig wie nötig" würde ich nur neutralen Personen ans Herz legen, bei (esoterisch, ideologisch, alternativmed-affin) Vorgeschädigten würde ich das unter den Tisch fallen lassen.

Reality is transphobic.

Typee

Zitat von: mattdeox am 09. Mai 2024, 10:52:40Ich bedanke mich für die zahlreichen Antworten.

Zitat von: Typee am 08. Mai 2024, 13:39:12
ZitatIn diesem Zusammenhang lese ich immer nur dass diese Krankheiten "hoch ansteckend" sind, aber was bedeutet das?

Es bedeutet über den Gesichtspunkt der Verbreitung unter anderem auch noch dieses:

Das Immunsystem arbeitet nicht wie ein stehendes Heer, das quasi immer besser wird, je zahlreicher es ist. Für jeden Fremdeinfluss muss neu mobilisiert werden und zwar möglichst spezifisch. Ein Immunsystem, das alles massakriert, was dem Organismus erst einmal fremd ist, würde diesen lebensunfähig machen, und zwar nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Autoimmunreaktionen. Bestimmte Immunglobuline testen alles, was reinkommt, auf eventuelle Gefährlichkeit und bewirken, falls es brenzlig sein könnte, die Produktion von spezifischen Antikörpern. Ein hochvirulenter Erreger kann die Zeit, die dafür benötigt wird, ausnutzen, den Organismus zu überrennen, der Mensch wird krank, bevor eine spezifische Immunantwort bereitsteht. Unmöglich könnte sich ein Organismus von vorn herein gegen jede denkbare Art von Krankheitserregern schützen.

So funktioniert eine Infektionskrankheit: sie gewinnt den Wettlauf mit der Immunabwehr. Diesen Vorsprung kann man ihr aber nehmen, indem man den Körper mit einem zu erwartenden Erreger vorsorgend bekanntmacht. Diesen Vorgang nennt man Impfung, und das ist das beste Training, das man dem Immunsystem gegen einen bestimmten Krankheitserreger geben kann. Sie können so gesund essen, morgens unter kaltem Pumpenwasser duschen oder Rosenkränze beten, gegen "hochansteckende" Infektionskrankheiten haben Sie ohne Impfung einfach zu viel Rückstand, um ihn aus sich heraus aufholen zu können.

Es bedeutet also dass das Immunsystem bei dem ersten Kontakt keine Chance hat und eine Ansteckung sehr wahrscheinlich ist?

Es ist vor allem eine Frage des Reproduktionstempos. Nicht alle Erreger vervielfachen sich gleich schnell. Der beste Sprinter dürfte das Norwalk-Virus sein, da reichen zehn bis hundert einzelne Viruskörper, den Infizierten in kürzester Zeit zu überschwemmen. Da kommt alles zu spät, das Ergebnis ist dann eine Noro-Infektion mit den bekannten Folgen.
The universe is under NO obligation to make sense to us
(Neil deGrasse Tyson)