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Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen ist strafbar

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Begonnen von Marsmensch, 09. Juli 2012, 11:35:56

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Binky

Das weiß ich. Schon die alten Ägypter haben das praktiziert, auch das bei Mädchen.

Grinsi Kleinpo

Wir reden grad nicht von Mädchen, sondern von Jungs.

Und ich habe den Verdacht, dass die urteilsprechenden Richter halt nur an den Islam dachten ... betrifft aber nicht nur den Islam.

Binky

Dazu müßte man die Urteilsbegründung lesen. Ich denke aber nicht. Juden betrifft es ganau so.

Und in dubio pro reo, nehme ich zunächst an, daß es um die Rechte des Kindes geht. Antiislamisch wäre ein Kopftuchverbot, denn das ist ziemlich islamtypisch.

ZitatWir reden grad nicht von Mädchen, sondern von Jungs.

Einem kleinen Jungen darf man am Gentital herumschnippeln, einem Mädchen nicht? Warum macht man da diesen Unterschied? Wo ist da die Gleichberechtigung?


Maxi

Grinsi, ich denke nicht, dass die Richter an den Islam dachten, sie dachten aber auf jeden Fall an das Recht eines jeden Menschen bei uns auf körperliche Unversehrtheit.
Wenn es nicht Absicht ist, ist es doch System.
Dr. Ici Wenn selig

Dr. Ici Wenn

Zitat von: Maxi am 10. Juli 2012, 20:55:36
Ja, Ici Wenn, ich habe das mit dem Abtauchen in den unkontrollierbaren Schwarzbereich durchaus zur Kenntnis genommen. Aber das darf doch nicht als Legitimation dafür hergenommen werden, dass wir die Kinder dann doch lieber offiziell von Fachpersonal verstümmeln lassen.

Ich seh das ja auch so. Nur: Es gibt ein Ideal (in dem Fall der Richterspruch, der zwangsläufig so aus dem GG abgeleitet werden muss, und was ich auch begrüße), aber auch eine Realität, die diesem Ideal nun mal nicht entsprechen kann - wie immer im Leben halt. Also muss man sich um pragmatische Lösungen bemühen und diskutieren: Wie schafft man es, aus so einer Situation mit möglichst wenig Leid für Betroffene rauszukommen?

Conina

Das Problem ist, dass diese bescheuerte Mode weltweit ganz schön verbreitet ist.

Es ist ziemlich gut, dass das für D geklärt ist.

Das Gejaule war unausweichlich.
Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

Grinsi Kleinpo

*augenverdreh* natürlich ist die Begründung das Recht des Kindes.

Aber mit dieser Begründung liesse sich ne ganze Menge rechtfertigen. Alle Kinder religiöser Eltern ab Geburt sofort aus dem Elternhaus entfernen, sie könnten ja Schaden nehmen durch die bigotten Vorstellungen der Eltern, könnten aus religiösen Gründen Bildung vorenthalten bekommen? Oder überhaupt alle Kinder weg, weil man könnte ja auch auf die Idee kommen, Ohrlöcher stechen zu lassen? Wo ist die Grenze für staatliche Einmischung? Wie realistisch ist die Durchsetzung?

Klar fände ich es besser, wenn keine Kinder beschnitten würden, sondern dass von Volljährigen, die wissen, was sie tun, selbst entschieden würde, ob sie das wollen.

Conina

Wenn das Rumschnippeln erstmal massiv erschwert wurde, werden eine Menge Jungs davon profitieren.

Diese Grenze ist leicht zu ziehen. Beschissene Erzeihung kann man schlechter in Urteile fassen und die ist auch reparabler, wenn das Kind groß ist und selber denkt.

Man kann das Pferd zum Wasser führen, aber nicht machen, dass es trinkt.

40_Fieber

Zitat von: Grinsi Kleinpo am 10. Juli 2012, 22:01:50
Wir reden grad nicht von Mädchen, sondern von Jungs.

Die Mädchen stehen aber auch Hadith.


Und was ist nun? Würdest Du es akzeptieren, wenn Mädchen in Deutschland die Klitorisvorhaut amputiert würde? Und wenn nein, warum dann bei Männern?
http://kidmed*info/

Binky

Ich muß aber noch einmal auf die Mädchen verweisen, damit ich meinen Standpunkt klarmachen kann:

Die Beschneidung von Mädchen ist ganz klar verboten. Keiner argumentiert hier, daß man es erlauben soll, weil es sonst statt Ärzte irgendwelche Pfuscher machen. Und keiner stellt das Recht der Eltern dabei über das des Kindes.

Trotzdem erleiden Migrantentöchter dieses Schicksal, indem die Genitalverstümmelung in den Ferien im Heimatland vorgenommen wird oder indem man Beschneider nach D. holt.

Hier ist die Sachlage aber klar. Warum haben Jungen nicht das gleiche Recht? (Unabhängig davon, wie und ob dieses Recht durchgesetzt wird)

Wendet man nun ein, daß der Eingriff bei einem Jungen weniger beeinträchtigend sei, bzw. potentiellen gesundheitlichen Nutzen hat, bagatellisiert man die Beeinträchtigung der Sexualität, die daraus resultiert.

Noch einmal, wer meint, seine Vorhaut entbehren zu können, kann das gerne als Erwachsener tun.

Nogro

Zitat von: 40_Fieber am 10. Juli 2012, 22:15:10
Und was ist nun? Würdest Du es akzeptieren, wenn Mädchen in Deutschland die Klitorisvorhaut amputiert würde? Und wenn nein, warum dann bei Männern?
Bin kein Mädchen und musste mich erstmal informieren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Klitorisvorhautreduktion
ZitatZiel des Eingriffs ist – neben einem ästhetischen Nutzen – die Lust der Frau durch bessere Stimulierbarkeit zu erhöhen.[5] Viele Frauen haben eine Klitorisvorhaut, welche die Klitoriseichel zu stark bedeckt. Durch eine Freilegung der Klitoris wird die Stimulierbarkeit erhöht, der Eingriff kann zu einer verbesserten Empfindungsfähigkeit führen.
Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

Binky

Ne, darum geht es: http://de.wikipedia.org/wiki/Beschneidung_weiblicher_Genitalien und zwar um Sunna

Warum will man kleine Mädchen sexuell erregbarer machen?  :gruebel

Nogro

Es genügt nicht, keine Ahnung zu haben. Man muss auch dagegen sein (Hermann Hinsch)

Binky

Der Nutzen ist aber auch hier umstritten:

ZitatOb eine Verbesserung des Lustempfindens eintritt, ist vom Einzelfall abhängig: Während sich bei einigen Frauen die Orgasmusfähigkeit verbessert, zeigt sich bei anderen kein Unterschied zu vorher.[10] Viele Frauen benötigen die Klitorisvorhaut, um ihre extrem empfindliche Klitorisspitze vor einer, oft unangenehm erlebten, direkten Reizung zu schützen. Nach dem Eingriff stellt sich häufig eine große Empfindlichkeit der entblößten Klitorisspitze ein. Masturbations- und Sexualpraktiken müssen daran angepasst werden. Ein sexualtherapeutisches Lernprogramm zur Verbesserung der Orgasmusfähigkeit wird im Vorfeld eines geplanten Eingriffs angeraten.

40_Fieber

Also gut hier:

Zitat
Tradition und kulturelle Gründe [Bearbeiten]
Die Entfernung der Klitorisvorhaut wird traditionell bei verschiedenen Ethnien, insbesondere im afrikanischen und arabischen Kulturraum durchgeführt. Der Eingriff wird in diesen Fällen unter die Beschneidung weiblicher Genitalien eingeordnet.[15]

Den Ethnien erlauben oder nicht? Da muß man jetzt nicht verschämt rumscherzen. Das wird so praktiziert. Uralt und Religion. Ist nicht anders als beim Mann.
http://kidmed*info/