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Autor Thema: ADHS bei Kidmed  (Gelesen 15721 mal)

40_Fieber

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Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #90 am: 20. Februar 2012, 15:15:55 »
Nunja, in der Fehlerauswertung scheint es generell in der Medizin zu hapern. Dieses "Psychiater wissen nichts und können nichts" (aus einem Ärztewitz), was in dem Satz "Ich bin schon glücklich, wenn ein Psychiater eine Sepsis von einem psychotischen Schub unterscheiden kann." anklingt, widerspricht der vorherigen Aussage, daß ADHS etwas für Fachleute (Psychiater) ist.

Widersprechen tut sich das nicht. Beim Urologen wärs noch schlechter :D

Zitat
Ich habe schlechte Erfahrungen mit KfZ-Mechanikern. Sind deswegen alle KfZ-Mechaniker Stümper und Teilewechsler, die nur aufs Geld aus sind?

Nein. Aber es erhöht die Gefahr von Fehldiagnosen. Und das nicht nur bei ADHSlern.


40_Fieber

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Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #91 am: 20. Februar 2012, 15:18:33 »
Die einzigen "Daten" zu angeblicher regionaler Überdiagnostik und Über-Therapie mit MPH kommen wohl aus den GEK-Reports von Gerd Glaeske.
Wenn man sich den Umgang mit Zahlen und Maßen in diesen "Gutachten" mal genauer anschaut, wird einem schnell klar, wes (ideologischen) Geistes Kind der Herr ("Bittere Pillen"- Pharmazeut und Hüther-Fan) ist...

Es fehlt genau sowas:

http://scholar.google.de/scholar_url?hl=de&q=http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1508779/pdf/amjph00009-0055.pdf&sa=X&scisig=AAGBfm1aASufhvH-NSJWuQoAaCmT6nenfA&oi=scholarr&ei=0CtCT9SMHdG48gOypPyvBA&ved=0CDcQgAMoATAA

P.Stibbons

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Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #92 am: 20. Februar 2012, 15:34:54 »
Die einzigen "Daten" zu angeblicher regionaler Überdiagnostik und Über-Therapie mit MPH kommen wohl aus den GEK-Reports von Gerd Glaeske.
Wenn man sich den Umgang mit Zahlen und Maßen in diesen "Gutachten" mal genauer anschaut, wird einem schnell klar, wes (ideologischen) Geistes Kind der Herr ("Bittere Pillen"- Pharmazeut und Hüther-Fan) ist...

Es fehlt genau sowas:

http://scholar.google.de/scholar_url?hl=de&q=http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1508779/pdf/amjph00009-0055.pdf&sa=X&scisig=AAGBfm1aASufhvH-NSJWuQoAaCmT6nenfA&oi=scholarr&ei=0CtCT9SMHdG48gOypPyvBA&ved=0CDcQgAMoATAA

Ja.
Man beachte schon den ersten Satz - wie die Prävalenz bislang (Datum des papers 1999) über die Anzahl der Verschreibungen definiert wurde... ::)
Welche DSM galt bis dahin (mehrere Varianten!) und welche Diagnosekriterien waren darin enthalten? Das genau ist das Problem...

http://www.adhdeurope.eu/information/adhd-projects.html

Um belastbare Daten zu bekommen, braucht es erst mal eine verbindliche und fachübergreifende Einigung über die Diagnosekriterien.
Da erst in den letzten Jahren hier bahnbrechende neue Erkenntnisse vorliegen (worauf man überhaupt diagnostisch und differenzialdiagnostisch schauen muss..) und noch
hier, Stand 2010, auf die Schwierigkeiten hingewiesen wird, sich auf ein gemeinsames diagnostisches und therapeutisches Procedere zu einigen, dürfte es noch ein Weilchen dauern, bis verlässliche Zahlen für Deutschland vorliegen.


@ 40_Fieber:

Hier gibts übrigens immer die neuesten Abstracts zum Thema - in unverdünnter Form  ;):

http://www.adhd-federation.org/fileadmin/user_upload/images/ADHD_Final_Programme_final_version_to_be_published.pdf

http://www.adhd-federation.org/congress2013/congresshistory/adhdcongress2011.html

http://www.adhd-federation.org/links.html

P.Stibbons

  • Gast
Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #93 am: 20. Februar 2012, 17:35:59 »
Stimmt, echt paradox ist das dann nicht, aber wie belegst Du nochmal die vielen Falschdiagnosen? (Was ja eigentlich Thema war)

Mit Pubmed.

Schweizer und ihre Vignetten

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22201328

Überdiagnosen, Unterdiagnosen... und alle reagieren super auf Stimulantien:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21318193


Darauf reagiert Piero Rossi grad bei Martin Winkler:

http://adhsspektrum.wordpress.com/2012/02/20/overdiagnosis/

Zitat
In einer kürzlich publizierten Untersuchung haben haben Forscher-/innen in der Schweiz 1000 Fachpersonen anhand von kurzen Fallbeispielen befragt, wie gut (oder schlecht) diese Fachleute sich an den diagnostischen Richtlinen orientieren würden (Bruchmüller, Katrin; Margraf, Jürgen; Schneider, Silvia: Journal of Consulting and Clinical Psychology, Vol 80(1), Feb 2012, 128-138. doi: 10.1037/a0026582). Knapp 17 % stellten falsche Diagnosen. Trotz gleicher Symptomatik kam es bei Jungs doppelt so häufig zu Fehldiagnosen wie bei Mädchen.

Speziell ist, dass es sich sich bei den “Fachpersonen” nicht nur um Kinderpsychologen und Psychiater handelt, sondern auch um Sozialarbeiter. Und dies, obwohl diese Berufsgruppe weder ausgebildet noch befugt ist, psychiatrische Diagnosen zu stellen.

Nun müsste ich noch wissen, wie gross der Anteil der Sozialarbeiter war (knapp 17 %?). Davon berichte ich, wenn mir nicht nur das Abstract, sondern die ganze Studie vorliegt.

Man liest sich... ;D

Forbidden

  • Gast
Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #94 am: 20. Februar 2012, 19:57:52 »
Stimmt, echt paradox ist das dann nicht, aber wie belegst Du nochmal die vielen Falschdiagnosen? (Was ja eigentlich Thema war)

Mit Pubmed.

Schweizer und ihre Vignetten

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22201328

Überdiagnosen, Unterdiagnosen... und alle reagieren super auf Stimulantien:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21318193


Darauf reagiert Piero Rossi grad bei Martin Winkler:

http://adhsspektrum.wordpress.com/2012/02/20/overdiagnosis/

Zitat
In einer kürzlich publizierten Untersuchung haben haben Forscher-/innen in der Schweiz 1000 Fachpersonen anhand von kurzen Fallbeispielen befragt, wie gut (oder schlecht) diese Fachleute sich an den diagnostischen Richtlinen orientieren würden (Bruchmüller, Katrin; Margraf, Jürgen; Schneider, Silvia: Journal of Consulting and Clinical Psychology, Vol 80(1), Feb 2012, 128-138. doi: 10.1037/a0026582). Knapp 17 % stellten falsche Diagnosen. Trotz gleicher Symptomatik kam es bei Jungs doppelt so häufig zu Fehldiagnosen wie bei Mädchen.

Speziell ist, dass es sich sich bei den “Fachpersonen” nicht nur um Kinderpsychologen und Psychiater handelt, sondern auch um Sozialarbeiter. Und dies, obwohl diese Berufsgruppe weder ausgebildet noch befugt ist, psychiatrische Diagnosen zu stellen.

Nun müsste ich noch wissen, wie gross der Anteil der Sozialarbeiter war (knapp 17 %?). Davon berichte ich, wenn mir nicht nur das Abstract, sondern die ganze Studie vorliegt.

Man liest sich... ;D

 ;D ;D  Danke Ponder!

P.Stibbons

  • Gast
Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #95 am: 20. Februar 2012, 20:31:03 »
@ Forbidden: Das war Koinzidenz - oder er liest hier mit  8)

Hier gibts noch ganz aktuelle State of the Art Infos für 40_Fieber:

http://www.adhs-kompetenznetz.de/

pdf mit Powerpoint Prof. M. Rösler hängt unten

niedlich

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  • Beiträge: 530
Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #96 am: 06. März 2012, 14:41:55 »
@Stibbons:
Letztens las ich in einer Spektrum der Wissenschaft, dass ein spezielles Training des Arbeitsgedächtnisses nicht nur das Arbeitsgedächtnis und die Intelligenz signifikant verbessert, sondern auch positive Auswirkungen auf ADS gehabt habe. Weißt Du da was drüber?

P.Stibbons

  • Gast
Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #97 am: 06. März 2012, 20:29:39 »
@Stibbons:
Letztens las ich in einer Spektrum der Wissenschaft, dass ein spezielles Training des Arbeitsgedächtnisses nicht nur das Arbeitsgedächtnis und die Intelligenz signifikant verbessert, sondern auch positive Auswirkungen auf ADS gehabt habe. Weißt Du da was drüber?

Hmmm...könnte sich auf dies hier beziehen, da hierüber sowohl in Science als auch in Nature publiziert wurde (Klingberg):

www.cogmed.com/about-working-memory

http://www.cogmed.com/research

Ob es nun die "Intelligenz" verbessert??
Auf alle Fälle beruhen viele Intelligenztests auf einem gut funktionierenden Arbeitsgedächtnis, in sofern könnte man erwarten, dass da ein paar Punkte Verbesserung erzielbar sind: dass also das, was einer innerlich "drauf hat", er dann auch besser imTest abbildet.

Jedenfalls scheinen das zumindest seriöse Studien zu sein, die auf der Seite gelistet sind.

Das o. erwähnte Buch "ADHS - Neurodiagnostik in der Praxis" von Müller, Candrian und Kropotov erwähnt das Trainingsprogramm auch im Hinblick auf die Beständigkeit und Übertragbarkeit der Trainingsresultate.

Man muss aber wohl über 5 Wochen 5 x 30 bis 45 min unter Anleitung üben, damit die Effekte stabil sind.

Das Training eignet sich nicht nur für ADHSler.

Chris224

  • Gast
Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #98 am: 06. März 2012, 22:49:20 »
@P.Stibbons:

Kannst Du mir bei "Zur Diagnostik der ADHS" mal helfen?

P.Stibbons

  • Gast
Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #99 am: 06. März 2012, 23:30:37 »
@ Chris:

Vielleicht lieber per PM (persönliche Mitteilung)?
Gute Infos findest du bei

http://adhsspektrum.wordpress.com/category/allgemein/

und bei

www.adhs.ch

http://www.adhs.ch/2011/adhs-auf-einen-blick/

Hier das offizielle Info-Portal des Zentralen ADHS-Netzes:

http://www.adhs.info/fuer-erwachsene.html

Mehrere Betroffenen-Foren:

http://adhs-chaoten.net/

http://www.adhs-anderswelt.de/

http://www.tokol.de/

Am besten, du liest dich da erst mal ein, und bei persönlichen Fragen gern über die PM - Funktion oben in der Leiste.  ;)

niedlich

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Re: ADHS bei Kidmed
« Antwort #100 am: 07. März 2012, 04:44:51 »
Danke Stibbons!