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Zwei interessante Studien aus der NY Times

Begonnen von Jane, 26. November 2008, 10:51:06

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Jane

Die Folgen von Thabo Mbekis AIDS-Denial, gemessen in Leichen.  >:(
http://www.nytimes.com/2008/11/26/world/africa/26aids.html?pagewanted=1&_r=1&partner=rss&emc=rss

Und zum Thema Krebs, der einfach verschwindet.
http://www.nytimes.com/2008/11/25/health/25breast.html?pagewanted=1&em
Leider wahrscheinlich mit Missbrauch-Potential. Schade, dass man sich bei solchen Studien mittlerweile automatisch fragt, ob irgendwelche Scharlatane die Ergebnisse für ihre Zwecke einspannen können.

cohen

Zitat von: Jane am 26. November 2008, 10:51:06
Und zum Thema Krebs, der einfach verschwindet.
http://www.nytimes.com/2008/11/25/health/25breast.html?pagewanted=1&em
Leider wahrscheinlich mit Missbrauch-Potential. Schade, dass man sich bei solchen Studien mittlerweile automatisch fragt, ob irgendwelche Scharlatane die Ergebnisse für ihre Zwecke einspannen können.

Da kannste Gift drauf nehmen. Was denkst Du, was der Herr Ehgartner daraus gemacht hat:
ZitatTopthema
Screeningkritik: Verschwindet jeder fünfte Brustkrebs auch ohne Behandlung?
Ob Screenings zur Brustkrebsfrüherkennung flächendeckend eingeführt werden sollten, ist umstritten. Gut, die Menge der Strahlung bei einer Mammografie ist bei weitem nicht mehr so schädigend, wie vor 40 Jahren. Aber was, wenn ein Fünftel aller diagnostizierten Brustkrebserkrankungen auch von alleine wieder verschwinden würden?

Das zumindest behauptet eine Studie vom Norwegischen Institut für Public Health in Oslo. Von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen soll damit keinesfalls abgeraten werden - aber zumindest sollte die norwegische Studie Anstoß zu neuen Fragen geben. Wie gefährlich sind Mammografien vielleicht heute noch? Kann man über die "Fünften" Frauen neue Therapien zur Krebsbehandlung finden? Bei ScienceBlogger Bert Ehgartner wird diskutiert:

    * Jeder fünfte Brustkrebs heilt von selbst | Lob der Krankheit
http://www.scienceblogs.de/2008/11/screeningkritik-verschwindet-jeder-funfte-brustkrebs-ohne-behandlung.php

Jane

Aaaaargh! Und ich wollte mal Medizin studieren. Bin ich froh, dass ich das nicht gemacht hab. Wenn jemand so mit meinen Forschungsergebnissen umgehen würde, ich würde durchdrehen.


cohen

Na ja, zum Impfen schreibt er schlimmeren Unfug.
Wenn man vorher wüsste, welche Brustkrebsvorstufe zu den 20% gehört, wäre man ganz schön weiter.

Eine falsch-positive Diagnose ist eine üble Belastung. Man hat aber das Dilemma, dass jeder will, dass das maximal Mögliche getan wird.
Wenn man Angst vor einer tickenden Zeitbombe in der Brust hat, will man eben die Sicherheit, dass da nichts tickt.

Unser Verstand arbeitet auf dieser Ebene nicht statistisch genug. Jetzt muss man das eben mal eiskalt durchrechnen.
Bei welcher Art und Häufigkeit der Früherkennung gibt es am wenigsten Leid und wieviel Krebsfälle lässt man deswegen durchs Raster rutschen.

Das kann man gar nicht intuitiv entscheiden.
Das blöde ist, dass der Brustkrebs bei Frauen vorkommt. Männer hätten es sowieso nicht mit der Vorsorge. Da gibt es das Problem nicht.

Bei sciencebased-medicine haben die das besser und gründlicher diskutiert:

The early detection of cancer and improved survival: More complicated than most people think

AnnaLena

bei der Mortalität und dem üblichen Erkrankungsalter sollte ein paar falsch positive mammografien und ein paar Biopsien mehr eigentlich gerechtfertigt sein

Brustkrebs gibts auch bei Männern, wenn auch seltener

cohen

Zitat von: Magrat am 26. November 2008, 11:53:02
Brustkrebs gibts auch bei Männern, wenn auch seltener

Das ist so selten, dass ein Screening Blödsinn wäre.
Da würden die falsch-positiven Ergebnisse überwiegen.

cohen

Und beim Alter gibt es Kohorten, die profitieren und Kohorten, die nicht profitieren.

Im sehr hohen Alter gibt es das Sterben mit dem Krebs und nicht nur das Sterben durch den Krebs.

Deceptor

Ich erinnere mich noch gut aus meinem Gyn-Kurs an die Skepsis zu Mammographie-Befunden. So gibt es Auswerter die bei gleicher Röntgenaufnahme zu einer andere Bewertung kommen als andere. Dies hat dazu geführt sich intensiver mit der Qualität der Auswertung von Mammographien zu beschäftigen.

Es gibt die spontanen Remissionen (darunter auch dauerhafte) bei Krebs. Leider sind sie bei der meisten Krebsarten extrem selten (etwa 1:50000 bis 1:100000). Bei einigen seltenen Krebsarten im Kindesalter sind sie hingegen überraschenderweise die Regel.