Firma "Lesa" / Mischdampf-Motor mit 60% el. Wirkungsgrad (Verstoß gegen Carnot)

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Begonnen von Ant-hill-inside, 12. März 2009, 23:12:48

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Ant-hill-inside

Hallo,

ich hätte da eine Firma welche meiner Meinung nach pseudo-wissenschaftlichen Unsinn verkaufen möchte, und die allem Anschein nach recht erfolgreich dabei ist.

Die Firma heisst Lesa Maschinen http://www.lesa-maschinen.de/cms/index.htm und hat sich zum Ziel gesetzt eine Wärmekraftmaschine zu entwickeln welche einen Wirkungsgrad von 60% erreichen soll, indem sie alle Prozesswärme in Arbeit umwandelt. Dadurch wäre zB eine Kühlung nicht notwendig. Meiner Meinung nach ein klarer Verstoß gegen die Thermodynamik - viel Spaß dabei.

Dies soll durch den "innovativen" Schaeffer-Mischdampf-Motor möglich werden der die 'besonderen thermodynamischen Eigenschaften des Dampfgemisches aus Wasser und Benzol' ausnutzt. http://www.lesa-maschinen.de/cms/index.php?page=technologie&hl=de_DE

Wie es sich für solch ein seriöses Unternehmen gehört, werden die Anleger mit Versprechungen hinters Licht geführt: so sollen mehrere Prototypen bereits mehrere Stunden laufen, Messwerte und Kenndaten werden dazu nicht veröffenlicht, man stehe kurz vor der Marteinführung...

Was die Anleger aber angeblich nicht davon abhält, jeweils mehrere Hunderttausende Euro reinzubuttern.

Mittlerweile ist die 3. Finanzierungsstufe angelaufen (Vorbereitung zur Serienproduktion)


Da ich finde, dass mit diesem Konzept ein Darwin-Award für Ökonomie eingeführt wurde, würde ich gern eure Meinung dazu hören.
Vielleicht hätte die Firma ja einen Eintrag ins Wiki verdient.


Viele Grüße, Markus



Daggi

Da die Esoterikzeitschrift Raum und Zeit sich der Sache annahm, wird sich Esowatch dankend der Sache mal annehmen, denke ich. Sehr beruhigend übrigens zu sehen, dass im Zusammenhang mit diesem Thema viele bekannte Namen und Gruppen auftauchen, die wir im Wiki schon behandelt haben, wie ich gerade mal kurz gecheckt habe.

DVR, Raumenergie, NET-Journal, Binnotec, Raum und Zeit, usw... Und ein Schuss VT fehlt auch nicht: der Erfinder und 'Wirbelforscher' wurde von seinem Prof gemobbt und musste sein Studium aufgeben, weil er am 2. Hauptsatz der Thermodynamik zweifelte.

Und es geht szenetypisch um Investoren und Anleger: ..http://www.anlegerschutzauskunft.de/as_Wind/as_lesa2.htm

Überhaupt gibt es eine ganze Reihe von Wundermaschinen in diesem Bereich !

Noch ein Link:

http://www.getreideheizung.de/forum/t377-Mischdampfkraftwerk.html

Roland K.

Hi,

meines Erachtens verstößt die Konstruktion nur gegen den 2. Hauptsatz der Thermodynamik. Im Gegensatz zum 1. Hauptsatz, oder z.B. dem Impulserhaltungssatz und dem Drehimpulserhaltungssatz, kann der 2. Hauptsatz nicht allgemeingültig mit den Noether-Theoremen bewiesen werden. Insbesondere auf mikroskopischer Ebene und im Zusammenhang mit optischer Aktivität stellt sich für einige Systeme durchaus die Frage, ob und wenn ja wie der 2. Hauptsatz auch in diesem speziellen System seine Gültigkeit behalten könnte.

Man könnte m.E. die vorliegende Erfindungsidee und Konstruktion nur widerlegen, wenn man selber Messungen durchführen dürfte. Da die zu Grunde liegende Idee aber NICHT auf mikroskopischer Ebene und/oder unter Verwendung von Enantiomeren basiert, ist es natürlich sehr naheliegend, hier einen Fehler zu vermuten.

mfg
Roland K.

Daggi

Diese 'Maschine' liesse sich relativ einfach testen: statt den Kessel mit Holz zu beheizen, liesse sich die Wärme durch elektrische Energie (Heizwiderstände) zuführen. Die zugeführte Energie lässt sich exakt messen, genauso wie die abgegebene Energie. Der Energiegehalt von Holz hängt ja auch von der Feuchte usw ab und liesse sich nur schätzen.

Die Idee stammt ja auch den dreissiger Jahren. Es gab also 80 Jahre Zeit die Vorteile dieses Systems zu demonstrieren. Aber anscheinend ist dies niemanden gelungen, obwohl die Vorteile ja enorme Auswirkungen auf den Kraftwerksbau gehabt hätten. Warum also Kraftwerksbetreiber weiterhin Geld zum Fenster rausschmeissen liesse sich nur mit weltweiter Dummheit oder einer Verschwörungstheorie erklären.

Roland K.

Zitat von: Daggi am 13. März 2009, 12:07:26
Diese 'Maschine' liesse sich relativ einfach testen: statt den Kessel mit Holz zu beheizen, liesse sich die Wärme durch elektrische Energie (Heizwiderstände) zuführen. Die zugeführte Energie lässt sich exakt messen, genauso wie die abgegebene Energie. Der Energiegehalt von Holz hängt ja auch von der Feuchte usw ab und liesse sich nur schätzen.

Gute Idee.

Zitat von: Daggi am 13. März 2009, 12:07:26
Die Idee stammt ja auch den dreissiger Jahren. Es gab also 80 Jahre Zeit die Vorteile dieses Systems zu demonstrieren. Aber anscheinend ist dies niemanden gelungen, obwohl die Vorteile ja enorme Auswirkungen auf den Kraftwerksbau gehabt hätten. Warum also Kraftwerksbetreiber weiterhin Geld zum Fenster rausschmeissen liesse sich nur mit weltweiter Dummheit oder einer Verschwörungstheorie erklären.

Ich denke, dass man so nicht argumentieren kann, denn z.B. der Stirlingmotor ist noch älter, hat anerkanntermaßen einen hervorragenden Wirkungsgrad und wird trotzdem fast nirgendwo eingesetzt.

mfg
Roland K.

aggi

Hallo,

hier zeigt einer genau, wo der Gedankenfehler bis LESA liegt und beweist, dass es nicht funktionieren kann:

http://freies-lesa-forum.foren-city.de/topic,17,-rueck-kompression.html#49

Schöne Grüße,
Agnes

agrartec2000

Die kurz vor der Insolvenz stehende Fa. Lesa wurde durch weitere Investitionen einiger überzeugten Anhänger der Schäfferschen Mischdampftheorie am Leben erhalten. Wie lange kann jemand Leute an der Nase herumführen ohne einen Erfolg vorzuweisen?