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Ockhams Rasiermesser

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Begonnen von Finn, 02. Juni 2010, 04:39:13

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Finn

Hallo Miteinander!
Ich würde den Artikel über Ockhams Rasiermesser
vielleicht noch eine Erklärung hinzufügen, warum Theorien
mit Fakten und nicht mit massiv vielen Indizien gestützt werden sollten.
Ich dachte dazu an ein Verständnisbeispiel das einfach nachzuvollziehen ist.
   
Es gibt ein Phänomen, das es zu erklären gilt.
Dafür gibt es zwei Ansätze.
A besteht aus zwei Annahmen(C,D), welche bewiesen sind.
Diese erklären das Phänomen vollständig.
Die Wahrscheinlichkeit das A richtig ist, ergibt sich
aus: P(A)=P(C)xP(D)=1x1=1.
Fügt man nun noch eine bestechende Annahme E hinzu,
die zwar nicht bewiesen, aber nachvollziehbar ist,
ändert das die Gesamtwahrscheinlichkeit.
P(A)=P(C)xP(D)xP(E)=1x1x0.9999=0.9999
Die Gesamttheorie ist also unwahrscheinlicher geworden, obwohl
es zwei Beweise und ein bestechendes Indiz gibt.
Baut nun Theorie B auf 10000 bestechenden Indizien auf, ist sie
insgesamt viel unwahrscheinlicher als A, obwohl sie das Phänomen
ebenfalls vollständig beschreibt.
Da aber kaum eine Theorie von Anfang nur aus 100% Annahmen
besteht, sollte man auch aus diesem Grund sparsam damit sein.

Ich halte das für wichtig, da dieser Wahrnehmungstäuschung
viele Leute erliegen, und auf die Fluten von unbewiesenen Indizien/Behauptungen hereinfallen.
Das Beispiel könnte man auch etwas verbessern, aber es ist ja nur ein Vorschlag.
Falls ich vollkommen daneben liege, löscht den Post einfach.

--Finn