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TGI für @urs

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Begonnen von Eratosthenes, 25. September 2025, 11:46:40

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Eratosthenes

In unserer beliebten Reihe "Fragen die Investoren bewegen...."

ZitatWie ist es möglich, dass eine Goldhandelsfirma mit eigener Mine in Südamerika, ihren Kunden Nachlässe von über 100% des Goldwertes gewähren kann und diese mittels Wertschöpfung erwirtschaftet?

ChatGPT- Spoileralarm:

ZitatKurz gesagt: Nein — das ist wirtschaftlich praktisch unmöglich und ein sehr starkes Warnsignal.

und:

ZitatStell dir diese Frage:

Wenn die Firma Gold so billig herstellen kann —
warum verkauft sie es nicht einfach am Weltmarkt und behält den Gewinn selbst?

Institutionelle Käufer würden sofort alles aufkaufen.
Konservatismus 2025:
Merz zu Trump: "Wir sind uns einig"

Eratosthenes

Über "Wertschöpfung" im Geldgeschäft:

Frage:

ZitatWas hat Helmut Kaltenegger am Begriff Wertschöpfung nicht verstanden?

Unaufgeregt und fair, die KI:

ZitatIch antworte dir hier bewusst sachlich-ökonomisch — nicht persönlich oder polemisch.
Es geht weniger darum, was eine Person verstanden oder nicht verstanden hat, sondern darum, wie der Begriff ,,Wertschöpfung" in der Volks- und Betriebswirtschaft tatsächlich definiert ist und wo Kritiker beim TGI-Modell einen Widerspruch sehen.

🧠 Was ,,Wertschöpfung" wirtschaftlich wirklich bedeutet

In der Ökonomie heißt Wertschöpfung:

Ein Produkt wird durch Arbeit, Technologie oder Verarbeitung real messbar mehr wert als seine eingesetzten Vorleistungen.

Beispiele:

Tätigkeit   echte Wertschöpfung
Erz → Goldbarren raffinieren   Reinheit steigt → Marktpreis steigt
Holz → Möbel   Nutzen & Preis steigen
Rohstoff → Industrieprodukt   zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen

Wichtig:
👉 Wertschöpfung erzeugt neuen Marktwert, nicht nur Zahlungsströme.

⚖️ Der zentrale Kritikpunkt am TGI-Narrativ

Im Umfeld von Helmut Kaltenegger wird argumentiert, dass hohe Kundenvorteile durch eine besondere Wertschöpfungskette entstehen (Mine → Verarbeitung → Vertrieb).

Kritiker aus Finanz- und Rohstoffanalyse sagen jedoch:

1️⃣ Gold ist bereits ein Endprodukt

Gold besitzt einen global festgelegten Marktpreis.

Anders als bei Industrieproduktion kann man durch zusätzliche Schritte kaum Mehrwert erzeugen, weil:

1 Unze Gold = weltweit identischer Börsenwert

Reinheit ist standardisiert (LBMA-Standard)

👉 Eine Mine kann Kosten senken — aber nicht dauerhaft einen völlig neuen Preis schaffen.

2️⃣ Kostenersparnis ≠ Wertschöpfung

Selbst wenn eine Firma:

eigene Mine,

eigene Verarbeitung,

direkten Vertrieb

hat, entsteht meist nur:

➡️ Margenersparnis, keine neue Wertschöpfung.

Typisch:

Einsparung vielleicht 5–20 %

nicht 70–140 % Vorteil für Kunden.

3️⃣ Zahlungsflüsse sind keine Wertschöpfung

Ein häufiger Denkfehler (nicht nur bei diesem Modell):

Wenn Kunden monatliche Vorteile erhalten, wirkt das wie ,,erwirtschaftet".

Ökonomisch gilt aber:

👉 Geld, das aus neuen Einzahlungen oder internen Umlagen stammt, ist keine Wertschöpfung, solange kein zusätzlicher realer Marktwert entsteht.

4️⃣ Mining-Realität

Echte Goldminen berichten immer:

Erzgehalt (g/t)

Förderkosten (AISC)

produzierte Unzen

Verkaufspreis

Nur daraus lässt sich Wertschöpfung berechnen.

Wenn diese Zahlen fehlen oder nicht unabhängig geprüft sind, kann man die behauptete Wertschöpfung nicht nachvollziehen.

🧩 Wo der begriffliche Konflikt liegt

Vereinfacht gesagt sehen Kritiker folgenden Unterschied:

Darstellung im Vertrieb   ökonomische Definition
,,Rabatt entsteht durch Wertschöpfung"   Wertschöpfung müsste Marktwert erhöhen
,,Direkter Zugang zur Mine"   reduziert nur Zwischenhändler
,,Exklusive Struktur"   ändert globalen Goldpreis nicht
🧭 Nüchterne Einordnung

Die Diskussion dreht sich also weniger um eine Person, sondern um einen klassischen wirtschaftlichen Punkt:

Bei einem weltweit standardisierten Rohstoff wie Gold ist extreme zusätzliche Wertschöpfung strukturell kaum möglich.

Deshalb reagieren Ökonomen skeptisch, wenn sehr große Preisvorteile mit ,,Wertschöpfung" erklärt werden.

Wenn du möchtest, kann ich dir noch etwas zeigen, das viele sofort verstehen lässt, warum gerade Goldmodelle besonders häufig mit dem Begriff Wertschöpfung argumentieren — obwohl er dort am schwersten anzuwenden ist. Das ist ein ziemlich aufschlussreicher Mechanismus.

Ja bitte

Gut — dann zeige ich dir das wirklich ohne Fachjargon, so wie es Rohstoffanalysten intern erklären.
Es geht um einen psychologisch sehr wirksamen, aber wirtschaftlich oft missverstandenen Mechanismus.

🪙 Warum gerade Gold-Modelle so gern mit ,,Wertschöpfung" arbeiten

Gold hat drei Eigenschaften, die es perfekt für solche Erzählungen machen:

jeder kennt den Wert (,,Gold ist sicher")

kaum jemand kennt die Produktionsrealität

der Preis wirkt mystisch statt technisch

Dadurch entsteht ein Denkfehler.

🧠 Der zentrale Mechanismus: ,,unsichtige Wertschöpfung"

Bei normalen Produkten sieht man Wertschöpfung:

Mehl → Brot ✔️

Stahl → Auto ✔️

Holz → Tisch ✔️

Bei Gold dagegen:

Erz → Gold → bleibt Gold

👉 Das Endprodukt verändert sich kaum sichtbar.

Deshalb kann man leicht behaupten:

,,Der eigentliche Wert entsteht im Hintergrund der Kette."

Für Laien klingt das plausibel — für Rohstoffökonomen ist genau das der Prüfpunkt.

⚙️ Realität einer Gold-Wertschöpfungskette

So sieht sie tatsächlich aus:

Exploration (Suche)

Abbau

Zerkleinern & Aufbereitung

Raffination

Verkauf zum Weltmarktpreis

Und jetzt der entscheidende Punkt:

➡️ Nach der Raffination existiert kein zusätzlicher Mehrwert mehr.

Gold ist dann ein standardisierter Rohstoff.

📉 Warum große ,,Rabatte" mathematisch kollidieren

Nehmen wir ein einfaches Beispiel:

Förderkosten: 1.200 $

Marktpreis: 2.000 $

reale Marge: 800 $

Das ist bereits eine sehr gute Mine.

Wenn ein Anbieter nun Kunden Vorteile von z. B. 1.200 $ verspricht:

👉 müsste er mehr Gewinn verteilen als überhaupt entsteht.

Das kann nicht aus Wertschöpfung kommen.

🔄 Der psychologische Trick (unbewusst wirksam)

Viele Modelle verschieben gedanklich:

Kostenersparnis → wird als Wertschöpfung dargestellt

Beispiel:

,,Wir sparen Zwischenhändler"

,,Direkter Minenzugang"

,,eigene Technologie"

Das klingt nach zusätzlichem Wert.

Ökonomisch ist es aber nur:
👉 geringere Kosten innerhalb derselben Wertkette.

🧩 Warum das überzeugend wirkt

Unser Gehirn denkt:

Mine = Ursprung = dort muss der größte Gewinn liegen.

In Wahrheit verdienen oft:

Händler,

Finanzierer,

Absicherer

ähnlich viel oder mehr — weil Rohstoffpreise global effizient sind.

🧭 Der Profi-Check (den Analysten immer machen)

Eine einzige Frage reicht:

Wenn diese Wertschöpfung real wäre — warum verkauft das Unternehmen nicht selbst vollständig am Weltmarkt?

Denn:

Banken

Zentralbanken

Industrie

würden sofort unbegrenzt kaufen.

Privatkundenrabatte wären unnötig.

⭐ Der Kern zum Mitnehmen

Bei Gold gilt fast ein Naturgesetz der Märkte:

👉 Je standardisierter ein Rohstoff ist,
👉 desto kleiner kann echte zusätzliche Wertschöpfung sein.

Und Gold ist einer der am stärksten standardisierten Märkte der Welt.

Konservatismus 2025:
Merz zu Trump: "Wir sind uns einig"

Urs Reggeli

Ui, was die KI schon alles kann.... Da frage ich mich allmählich schon, was den Menschen bleibt und wer mal unsere Pensionen zahlen wird.

Eratosthenes

Spannend wie sich das noch entwickeln wird. Ich benutze sie allerdings fast ausschliesslich für die TGI und Kochrezepte. Nach mehreren durchläufen redet sie mir zu arg nach dem Mund, die Googleversion ist komplett unbrauchbar.

Um die Plausibilität der Behauptungen von Kaltenegger und der Werbeaussagen der TGI, gegenzuprüfen ist sie aber mehr als brauchbar. Man muss ja immer bedenken, in vielen Foren werden inzwischen Menschen aufgefordert, mehr oder weniger ihre komplette Existenz auf die Aussagen des Staubsaugerverkäufers hin, aufs Spiel zu setzen.
Konservatismus 2025:
Merz zu Trump: "Wir sind uns einig"

Eratosthenes

Konservatismus 2025:
Merz zu Trump: "Wir sind uns einig"

Urs Reggeli

Dass der Pocher auf Einladung der Kalteneggers beim Opernball war, habe ich ja mitbekommen, aber warum reiten die im 'Finanztip' darauf rum, macht der jetzt auch Werbung für die?

Eratosthenes

Zitat von: Urs Reggeli am Gestern um 16:26:07Dass der Pocher auf Einladung der Kalteneggers beim Opernball war, habe ich ja mitbekommen, aber warum reiten die im 'Finanztip' darauf rum, macht der jetzt auch Werbung für die?


Ja, er hält einen 7000 Euro Barren in die Kamera und erzählt dass der bei seinem Kumpel Helmut nur 2000 Euro kostet, wenn er nicht gerade in Florida die "Brustexplosion" der Frau Wendler bewundert. Egal!
Konservatismus 2025:
Merz zu Trump: "Wir sind uns einig"

Urs Reggeli

Ah so. Wäre ja interessant zu erfahren, ob Herr Poscher selbst und seine engeren Familienangehörigen da auch zugriffen haben - an der Liquidität dafür wird's ja nicht mangeln.

Eratosthenes

Zitat von: Urs Reggeli am Gestern um 18:38:40Ah so. Wäre ja interessant zu erfahren, ob Herr Poscher selbst und seine engeren Familienangehörigen da auch zugriffen haben - an der Liquidität dafür wird's ja nicht mangeln.

Sehr weit her kann es ja nicht sein mit der Liquidität, wenn ich mit meiner Ex den Mietclown für die Kalteneggers machen muss.
Konservatismus 2025:
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Eratosthenes

Das TGI- Konstrukt aus buchhalterischer Sicht:

Du beschreibst:

36 % Treuerabatt nach 3 Jahren

zusätzlich 2 % pro Monat über 36 Monate

also 2 % × 36 = 72 %

Gesamtversprechen = 108 % Rabatt

Das heißt wirtschaftlich:

Der Kunde zahlt 100 % Kaufpreis und erhält 108 % zurück (bzw. gutgeschrieben).

1️⃣ Ökonomische Einordnung

Das ist kein normaler Warenrabatt mehr.

Es bedeutet:

Der Kunde erhält mehr zurück als er bezahlt hat.
Damit liegt wirtschaftlich kein ,,Preisnachlass", sondern ein Renditeversprechen vor.

Bilanziell ist entscheidend:

Wenn die Rückzahlung höher ist als der Kaufpreis, kann kein positiver Umsatzerlös aus dem Warenverkauf vorliegen.

2️⃣ IFRS-Bilanzierung (IFRS 15 + ggf. IFRS 9)
Ausgangsdaten (vereinfachtes Beispiel)

Kunde zahlt: 100.000 €
Versprochene Rückvergütung: 108.000 €

Netto-Transaktionspreis:

100.000 € – 108.000 € = –8.000 €

Ein negativer Umsatz ist nicht zulässig.

Das bedeutet:

👉 Es liegt wirtschaftlich kein Verkauf mit Rabatt vor.
👉 Sondern ein Finanzierungsgeschäft.

Buchung bei Zahlungseingang

Bank 100.000 €
an Finanzielle Verbindlichkeit 100.000 €

Die 108.000 € werden über die Laufzeit als Verpflichtung aufgebaut.

Über 36 Monate:

Zinsaufwand erfassen → Verbindlichkeit wächst auf 108.000 € an.

Nach 3 Jahren:

Finanzielle Verbindlichkeit 108.000 €
an Bank 108.000 €

3️⃣ HGB-Bilanzierung

Auch nach HGB gilt:

Ein Umsatz kann nicht höher gemindert werden als 100 %.

Wenn die ,,Rabatte" 108 % betragen:

→ kein Umsatzerlös
→ sondern eine Verbindlichkeit

Buchung bei Eingang:

Bank 100.000 €
an Verbindlichkeit 100.000 €

Über die Laufzeit:

Zinsaufwand
an Verbindlichkeit

Endbetrag: 108.000 €

4️⃣ Warum das kein Rabatt mehr ist

Ein Rabatt reduziert einen Kaufpreis.

Aber:

Wenn die Rückzahlung größer ist als der Kaufpreis, liegt wirtschaftlich vor:

Kapitalüberlassung

Zinsversprechen

Gewinnbeteiligung

oder Schneeballsystem-typische Struktur

Bilanzrechtlich:

👉 IFRS 15 (variable Gegenleistung) ist hier nicht mehr anwendbar
👉 sondern IFRS 9 (Finanzinstrument)

5️⃣ Mathematische Betrachtung

108 % in 3 Jahren bedeutet:

Rendite ca. 2,6 % pro Monat effektiv
≈ 31–35 % p. a. (je nach Zinsstruktur)

Das ist klar ein Renditeversprechen, kein Handelsrabatt.

6️⃣ Entscheidende Bilanzfolge

Wenn ein Unternehmen das trotzdem als Umsatz bucht:

Umsätze wären massiv überhöht

Eigenkapital wäre künstlich erhöht

Rückstellungen wären zu niedrig

Jahresabschluss wäre fehlerhaft

Korrekt wäre:

✔ vollständige Passivierung als finanzielle Verpflichtung
✔ periodische Zinsaufstockung
✔ kein echter Handelsumsatz

🔎 Kernaussage

Bei 108 % ,,Rabatt" liegt bilanziell kein Warenverkauf mit Preisnachlass mehr vor, sondern ein Finanzierungsgeschäft mit Renditeversprechen.

Der gesamte Kundeneingang ist als Verbindlichkeit zu behandeln.
 

Konservatismus 2025:
Merz zu Trump: "Wir sind uns einig"