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7.10. in Israel

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Begonnen von Conina, 10. Oktober 2023, 08:55:43

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Purple Tentacle

Wenn ich mir die Beiträge auf tagesschau.de ({1} {2})ansehe und annehme, dass die Einschätzungen der Korrespondenten halbwegs korrekt sind, dann sollte man auch von einem Ministerpräsidenten Eisenkot keine Wunder erwarten. Es wird mit ihm an der Spitze wohl keine grundlegende Änderung der politischen Richtung im Nahost-Konflikt im Allgemeinen und im Verhalten gegenüber den Palästinensern im Speziellen geben.


Nebenben: Auch der Korrespondent Tim Kukral spricht von "Völkermord" den es meines Wissens nach nicht gibt beziehungsweise auch nicht gegeben hat.
Ach, was weiß denn ich ...

RPGNo1

Eizenkot war professioneller Militär. Sein Sohn wurde in Kämpfen gegen Hamas getötet. Ihm wird nun in westlichen Medien gerne vorgeworfen, dass er der Urheber der "Dahiya Doktrin" ist. Diese Doktrin ist aber 20 Jahre alt. Ob sie tatsächlich angewendet wurde, konnte niemand nachweisen.

Man sollte aber auch bedenken, dass es ehemalige professionelle Militärs (Rabin, Scharon) waren, die in ihrer Rolle als Ministerpräsident sich um besseres Auskommen mit den Palästinensern bemüht haben. Umgekehrt war es der Machtpolitiker Netanjahu, der jedes Mal, wenn er im Amt des Ministerpräsidenten war, diese Bemühungen torpediert hat.

Was ich noch mitbekommen habe: Ein große Mehrheit der Israelis ist grundsätzlich für ein scharfes Vorgehen gegen Terroristen und militante Palästinenser. was angesichts der Vergangenheit des jüdischen Volkes und des Staates Israel kein Wunder ist. Wie dieses Vorgehen erfolgen soll, darin scheiden sich die Geister in der Bevölkerung.
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

Purple Tentacle

Zitat von: RPGNo1 am 29. Oktober 2026, 08:12:57Ein große Mehrheit der Israelis ist grundsätzlich für ein scharfes Vorgehen gegen Terroristen und militante Palästinenser.
Wen wundert's? Die Hamas ist nach wie vor eine Terrororganisation, die den Staat Israel völkermordend vernichten will.
Ach, was weiß denn ich ...

Peiresc

Zitat von: Purple Tentacle am 29. Oktober 2026, 08:33:50
Zitat von: RPGNo1 am 29. Oktober 2026, 08:12:57Ein große Mehrheit der Israelis ist grundsätzlich für ein scharfes Vorgehen gegen Terroristen und militante Palästinenser.
Wen wundert's? Die Hamas ist nach wie vor eine Terrororganisation, die den Staat Israel völkermordend vernichten will.

Das ist ein unvollständiges Bild. Dazu gehört auch:
ZitatTrita Parsi @tparsi 28. Okt.

Canadian journalist asks Moshe Feiglin, a former Likud Member of Knesset, if he is concerned about Israel's plummeting global standing.  [...]
https://x.com/tparsi/status/2115427550780375129?a=WOnJ412HI_TCtV6FjOM&s=20

(mit Videoclip), ich schreibe seine Antwort mit:
ZitatWhen I see your people in Canada, and in Europe going together and being on the Islamo-Nazi side, you have a very bad image here in Israel. And you have to know that the real international supreme court, the moral international supreme court, is the People of Israel, here in the Biblical Land. It's not a question of how you see us, it's a question of how we see you. And it says in the book, in the Bible, "Those who bless you will be blessed, and those who curse you will be cursed." And you in Canada, and all over the world, should ask yourselves, are you going to be blessed or cursed? Are you with the children of God, or not? It's your problem, not mine.

In seiner Antwort kommt die Hamas nicht vor. Sie behaupten schlicht, sie hätten die Generalabsolution von Gott persönlich für alles. Kein Einwand denkbar.

Wenn es legitim wäre, sich auf die einstige Größe des Landes zu berufen, um heutige Gebietsansprüche zu rechtfertigen, müsste unsere Welt 20x größer sein als sie ist. Absurd.

Und for the sake of argument: Ein Großreich Israel, vom Sinai bis zum Euphrat, wie es in der Bibel steht, hat es in der Realität nie gegeben. Das Jerusalem von David und Salomo war ein kleines Bergdorf. Exodus und Patriarchenzeit lassen sich weder zeitlich festmachen noch in der Archäologie wiederfinden, und die Geschichtsbücher des AT sind eine nachexilische Fiktion. Die früheste Spur ist eine Inschrift, aus dem 9. Jhd. v. u. Z., in der das Wort bytdwd ("Haus David") vorkommt. Der älteste archäologisch belegte König ist Hiskia (7. Jhd), und eine eigenständige Staatlichkeit hatten die Kleinstaaten Juda und Israel nur für 300, maximal 400 Jahre in der 5000jährigen Geschichte Palästinas; nur als Babylon, Assyrien oder Ägypten schwach gewesen sind. Ninive, die größte Stadt des vorderen Orients in der vorhellenischen Zeit, hatte 300.000 Einwohner, die Städte in Palästina waren viel kleiner. Bedeutung hatte die Gegend als Transitland zwischen Syrien und Ägypten.

Ich schreibe das jetzt aus dem Gedächtnis, aber ich könnte noch sehr viel ausführlicher dazu werden.

Purple Tentacle

Zitat von: Peiresc am 29. Oktober 2026, 15:10:26Ich schreibe das jetzt aus dem Gedächtnis, aber ich könnte noch sehr viel ausführlicher dazu werden.
Das ist meines Erachtens nicht nötig.

Deine Zusammenfassung mag ungenau sein (sind Zusammenfassungen das nicht immer? ::) ), aber ich habe den Abriss der jüdischen Geschichte auch so im Kopf.
Ach, was weiß denn ich ...

Peiresc

Zitat von: Purple Tentacle am 29. Oktober 2026, 15:29:53aber ich habe den Abriss der jüdischen Geschichte auch so im Kopf.

Wenn dein Abriss meinem nicht widerspricht, können wir das Thema fallenlassen. Wichtiger ist, was diese Art von "Legitimation" im heutigen Israel für einen Stellenwert hat.

Peiresc

Inzwischen habe ich mich noch etwas über Moshe Feiglin belesen. Vor einem Monat hieß es noch, dass er selbst für Netanyahu untragbar gewesen ist.
ZitatHow far-right outcast Moshe Feiglin resurrected his political career

After years on the political fringes, the fundamentalist whom Netanyahu once pushed out of Likud has secured spot No. 2 on Smotrich's slate, putting a senior ministerial post well within his reach
https://www.timesofisrael.com/how-far-right-outcast-moshe-feiglin-resurrected-his-political-career/

Wie weit er also repräsentativ für "die" Israelis ist, wäre zu prüfen (was nicht ganz einfach ist). Die Berufung auf die Bibel ist nach meinem Eindruck jedoch mehrheitsfähig.


Purple Tentacle

Zitat von: Peiresc am 29. Oktober 2026, 15:45:42Wichtiger ist, was diese Art von "Legitimation" im heutigen Israel für einen Stellen hat.
Schon klar! Religiöse Fanatiker sind mit das größte Übel (nicht nur) unserer Zeit.
Ach, was weiß denn ich ...

RPGNo1

Zitat von: Peiresc am 29. Oktober 2026, 15:10:26Ich schreibe das jetzt aus dem Gedächtnis, aber ich könnte noch sehr viel ausführlicher dazu werden.

Dein Gedächtnis entspricht in etwa meinem. Das biblische Israel ist ein Mythos. Die Einzelkönigreiche Juda und Nordreich Israel, waren während ihrer Existenz immer von den Großreichen des Nahen Ostens bzw. Ägypten abhängig. Solange sie ihre Klientelpflichten erfüllten, wurden sie in Ruhe gelassen und konnten als Transitland in der Levante einen gewissen Wohlstand erlangen. Daher kommt wohl auch der Mythos vom sagenhaften Reichtum Salomos.

Einzig während der Herrschaft der Makkabäer, die zuvor das geschwächte Seleukidenreich besiegt hatten, war von 165 v. Chr. bis 63 v. Chr. ein unabhängiges jüdisches Reich vorhanden.
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.