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Identitätspolitik - Allgemeiner Thementhread

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Begonnen von RPGNo1, 25. Januar 2023, 13:52:20

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Purple Tentacle

Die Sachlage - also das große Schweigen der linken Lämmer - ist "unüberhörbar".
Ach, was weiß denn ich ...

eLender

Zitat von: RPGNo1 am 14. Januar 2026, 17:32:27kein ,,Opfer westlichen Imperialismus und Kolonialismus
Die Mullahs werden scheinbar von Teilen progressiv Verblödeter als Befreier vom postkolonialen Joch angesehen. Die Revolution hat ja den Schah (Monarchie) und die mit ihm verbündeten Amis aus dem Land geworfen. Danach begann das Zeitalter des Friedens und der Harmonie, alles blühte in indigener Herrlichkeit ::)
Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

Zitat von: RPGNo1 am 14. Januar 2026, 19:05:00
Zitat von: Purple Tentacle am 14. Januar 2026, 18:24:47Leider wahr!

Ich habe weitere ähnliche Kommentare zum gleichen Thema gefunden . Alle von Leuten, die man gemeinhin nicht zum linken politischen Spektrum zählt.

Constantin Schreiber
Ahmad Mansour
Sarah Maria Sander

Hier ist noch einer. Aus den USA.

(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

Max P

Zitat von: Purple Tentacle am 14. Januar 2026, 20:27:58Die Sachlage - also das große Schweigen der linken Lämmer - ist "unüberhörbar".
Die meisten Linken und Linksliberalen sehen weder die Hamas noch die iranischen Mullahs als Befreier von irgendwas an, sondern stehen im letzten Fall klar an der Seite der Aufständischen. Wollte ich nur mal gesagt haben.  :grins2:
Adolf Hitler war der zutreffenden Ansicht, er habe die Demokratie mit ihren eigenen Regeln zur Strecke gebracht.

Purple Tentacle

Abgesehen mal davon, dass ich nicht an dich gedacht habe ...

Wenn ich an so maßlos bescheuerte Gruppen wie "Gays For Palestine" denke, die ich jetzt nicht demonstrieren sehe,
dann könnte ich alternativ $) oder #) oder so.
Ach, was weiß denn ich ...

Max P

Zitat von: Purple Tentacle am 15. Januar 2026, 18:24:51maßlos bescheuerte Gruppen wie "Gays For Palestine"
Man kann natürlich auch als Gay for Palestine sein, aber dabei die Hamas für eine wie auch immer geartete Befreiungsbewegung zu halten, ist natürlich schon jenseits von maßlos bescheuert. :crazy Gegen die eventuelle Selbsteinschätzung solcher Leute als links kann man leider nichts machen. 

Zitat von: Purple Tentacle am 15. Januar 2026, 18:24:51Abgesehen mal davon, dass ich nicht an dich gedacht habe ... 
Hab ich jetzt auch nicht auf mich persönlich bezogen.  :grins2:
Adolf Hitler war der zutreffenden Ansicht, er habe die Demokratie mit ihren eigenen Regeln zur Strecke gebracht.

kosh

Zitat von: eLender am 14. Januar 2026, 23:31:11
Zitat von: RPGNo1 am 14. Januar 2026, 17:32:27kein ,,Opfer westlichen Imperialismus und Kolonialismus
Die Mullahs werden scheinbar von Teilen progressiv Verblödeter als Befreier vom postkolonialen Joch angesehen. Die Revolution hat ja den Schah (Monarchie) und die mit ihm verbündeten Amis aus dem Land geworfen. Danach begann das Zeitalter des Friedens und der Harmonie, alles blühte in indigener Herrlichkeit ::)

Das könnte daran liegen, dass den progressiven Iranern, die damals dachten, mit Khomeini wäre Fortschritt möglich- schlicht die Luft weggeblieben ist nach dem Sturz des Schahs.

eLender

Zitat von: kosh am 15. Januar 2026, 23:02:25Das könnte daran liegen, dass den progressiven Iranern, die damals dachten, mit Khomeini wäre Fortschritt möglich- schlicht die Luft weggeblieben ist nach dem Sturz des Schahs.
In der Tat, die hatten sich das anders vorgestellt (diese "Aufräumaktion" wird gelegentlich als Bildersammlung auf Icks präsentiert, gruselig ist noch zu harmlos). Aber scheinbar hat der progressive Westler ein anderes Verständnis von Fortschritt - Hauptsache der Westen ist raus.

Achso: Das wird gelegentlich als mahnendes Beispiel dafür genutzt, sich für die "gerechte" Sache nicht mit religiösen Fanatikern zusammenzutun. Man könnte glatt an sowas wie "Queers for Hamas" denken...
Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

Zitat von: RPGNo1 am 14. Januar 2026, 19:05:00
Zitat von: Purple Tentacle am 14. Januar 2026, 18:24:47Leider wahr!

Ich habe weitere ähnliche Kommentare zum gleichen Thema gefunden . Alle von Leuten, die man gemeinhin nicht zum linken politischen Spektrum zählt.

Constantin Schreiber
Ahmad Mansour
Sarah Maria Sander

Noch ein Text, der ins gleiche Horn stößt.

ZitatÜber Doppelstandards von linken Protestbewegungen
"All Eyes on Iran" – "Free, free Iran" – Warum hört man das nicht?

Während Israel mit massiver Kritik überzogen wird, schweigen viele zu den im Iran auszumachenden Menschenrechtsverletzungen. Diese Doppelstandards sprechen nicht für die Glaubwürdigkeit von linken Protestbewegungen.

https://hpd.de/artikel/all-eyes-on-iran-free-free-iran-warum-hoert-man-nicht-23715
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
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Karlach: You and me both, pal.

RPGNo1

ZitatDas Brecheisen der autoritären Rechten
Ein Essay von Jonas Schaible
Eine linke Cancel-Culture gefährdet die freie Rede: Das ist ein Mythos, den die extreme Rechte nutzt, um Macht zu gewinnen. Und wer die »Meinungsfreiheit« am lautesten verteidigt, ist oft ihr ärgster Feind.
https://archive.is/icdrl

Jonas Schaible macht es sich sehr einfach, wenn er das Canceln von linksaktivistischer Seite für nicht vorhanden erklärt. Trump & Co. haben die Techniken der Linken übernommen, perfektioniert und wenden sie jetzt, wo sie die politische Macht in den USA haben, rücksichtlos an.

ZitatWährend die Rechten in der US-Regierung die Hochschulen knechten, erschien in den USA Ende Juli das Buch »The War on Science« mit Starautoren wie Steven Pinker. Darin geht es mal wieder ausführlich um »Gender Wars« und Cancel-Culture.
Herr Schaible sollte seinen Job als Journalist ernster nehmen und gründlich recherchieren, bevor so eine Behauptung in den Raum stellt. Das Buch "The War on Science" von Pinker, Dawkins und vielen anderen bekannten Wissenschaftlern wurde konzipiert, als der linke identitätspolitische Aktivismus (mit all seinen negativen Begleiterscheinungen wie Canceln) in den USA und vielen anderen westlichen Staaten auf dem Höhepunkt war (ca. 2023/2024) und bevor Trump dann im November 2024 gewählt wurde. Die an dem Sammelband beteiligten Autoren haben diesen Verhalt mehrfach aufgeklärt.

ZitatNatürlich gab es auch Fälle überschießender, gnadenloser Kritik wegen Kleinigkeiten. Selten, aber manchmal mit bleibenden sozialen Folgen.
Selten? Hat Herr Schaible in den vergangenen Jahren eine auszeit von den Medien genommen? Luke Mockridge, Stefan Gelbhaar und Thilo Mischke (Deutschland) oder Woody Allen, Kevin Spacey und Johnny Depp wurden alle Opfer des Cancelns mit teil drastischen Folgen.
JK Rowling oder Till Lindemann haben das Canceln vermeiden können. Erstere, weil sie breite öffentliche Unterstützung genießt. Letzterer, weil er gute Anwälte hatte und die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs sich in Rauch auflösten, als die Staatsanwaltschaft die vorgeblichen Opfer zu Zeugenaussagen aufforderte, denen aber keine nachkommen wollte, so dass die Untersuchungen eingestellt wurden.

ZitatUm erwartbaren Missverständnissen vorzubeugen: Wenn es die linke Cancel-Culture gäbe, dann müsste man sie kritisieren – auch wenn das der extremen Rechten nutzt. Aber diese vermeintliche Cancel-Culture gibt es nicht.
Nein, das stimmt so pauschal nicht, wie ein Blick in die WIkpedia gezeigt hätte.
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

Peiresc

Anti-Woke heißt nicht Anti-Cancel.

ZitatThe inaugural year of the University of Austin, or UATX as it's known, had been marked by the frenzy and occasional chaos that one might expect from a start-up aimed at disrupting American higher education. The audacious experiment — the construction of a new university ostensibly based on principles of free expression and academic freedom — had drawn the interest and participation of a star-studded cast of public intellectuals, academics and tycoons.
[...]
"It was like a speech version of the 'America love it or leave it' bumper sticker," one former staffer told me, and if you didn't share the vision, the message was "there's the door, you don't belong here." Like many of the people I spoke with for this story, the staffer was granted anonymity for fear of reprisal. "It was the most uncomfortable 35-to-40ish minutes I've ever experienced. People were shifting uncomfortably in their seats."
[...]
"That all staff and faculty of UATX must subscribe to the four principles of anti-communism, anti-socialism, identity politics, and anti-Islamism (this is the first time I heard of these four principles);

"That 'communists' have taken over many other universities and that he, Joe Lonsdale, would stay on the board for fifty years to make sure that no 'communists' took over UATX (the identity politics crowd and some Islamists are a threat, but the Marxist-Leninist menace in 2025?)"

Lind said when he asked for definitions of "communists" and "socialists," he'd been told they included anybody who didn't "believe in private property" and "hate the rich." This, he wrote, struck him "as a libertarian political test excluding anyone to the left of Ayn Rand."
politico

Max P

Zitat von: RPGNo1 am 17. Januar 2026, 18:17:19Jonas Schaible macht es sich sehr einfach, wenn er das Canceln von linksaktivistischer Seite für nicht vorhanden erklärt. Trump & Co. haben die Techniken der Linken übernommen, perfektioniert und wenden sie jetzt, wo sie die politische Macht in den USA haben, rücksichtlos an.
Sicher gibt es auch eine sich als irgendwie links verstehende bzw. oft nur als links geframte Cancel Culture, aber das oben hört sich so an, als ob Linke letztlich an der Cancel Culture der Rechten schuld seien.  ::)

Adolf Hitler war der zutreffenden Ansicht, er habe die Demokratie mit ihren eigenen Regeln zur Strecke gebracht.

Max P

Zitat von: RPGNo1 am 17. Januar 2026, 16:23:29
ZitatÜber Doppelstandards von linken Protestbewegungen
"All Eyes on Iran" – "Free, free Iran" – Warum hört man das nicht?

Während Israel mit massiver Kritik überzogen wird, schweigen viele zu den im Iran auszumachenden Menschenrechtsverletzungen. Diese Doppelstandards sprechen nicht für die Glaubwürdigkeit von linken Protestbewegungen.

https://hpd.de/artikel/all-eyes-on-iran-free-free-iran-warum-hoert-man-nicht-23715
Was den angeblichen doppelten Standard der Israelkritiker angeht, aktuell gerade in Bezug auf den Iran, ist das meistens falsch. Irre Pro-Hamas-Krakeeler ausgenommen, aber wer sich für Palästina einsetzt und nicht gleichermaßen für den Freiheitskampf der Iraner oder die Gegenwehr der Amazonas-Indianer gegen Landraub, ist weder antisemitisch noch gegenüber anderem Unrecht gleichgültig. Man kann nun mal nicht gleichermaßen auf allen Hochzeiten tanzen, sondern muss Schwerpunkte seines Engagements setzen. Jedenfalls ist das bis zum Gegenbeweis erstmal anzunehmen, anstatt sofort und mutwillig unredliche Motive zu unterstellen. 

Menschenrechtliches Engagement für andere Regionen wird auch sehr viel weniger und wenn, dann nie derart kontinuierlich öffentlich thematisiert und wahrgenommen als alles, was mit Israel/Palästina zu tun hat. Das ist einerseits natürlich der kreischenden Lautstärke der vergleichsweise wenigen, einschlägigen Fanatiker geschuldet. Zum großen Teil liegt es aber auch daran, dass bei anderen Schwerpunkten keine derart laute und permanente Hysterie der Art geschürt wird, man sei in Wahrheit nur anti-iranisch, anti-brasilianisch, anti-chinesisch, anti-myanmarisch etc. 

Apropos Iran: Die Massenproteste scheinen im Moment größtenteils niedergeschlagen zu sein. Im ÖRR heißt es dazu, das Leben in den iranischen Städten würde sich "allmählich wieder normalisieren". Ich finde diese Wortwahl angesichts der vom Regime verübten und sicher noch beabsichtigten Massaker einfach nur grotesk und empörend.
Adolf Hitler war der zutreffenden Ansicht, er habe die Demokratie mit ihren eigenen Regeln zur Strecke gebracht.

Juliette

Zitat von: RPGNo1 am 17. Januar 2026, 18:17:19Trump & Co. haben die Techniken der Linken übernommen, perfektioniert und wenden sie jetzt, wo sie die politische Macht in den USA haben, rücksichtlos an.

Das finde ich als These etwas gewagt. Mal abgesehen vom Thema Henne und Ei.  ;)

Ich habe eine etwas andere These: Das, was man heute Canceln nennt, und was in früheren Zeiten als Totschweigen, Niederbrüllen, Wegsperren, Einschüchtern, durch Lügen zerstören, Hexenjagd, Lynchen und ähnliches bezeichnet wurde, hat per se erstmal nichts mit Links oder Rechts zu tun. Das gab es schon tausende Jahre, bevor man Links / Rechts als politische Einordnung überhaupt kannte. Denn sobald (oder solange) Menschen die Welt um sich herum nur schwarz/weiß sehen, werden sie automatisch zu Fanatikern und dann kann der oder die andere nur der 100%ige Gegner bzw. Feind sein. Wenn es im Denken keine Zwischentöne mehr gibt, können alle Andersdenkenden nur zerstörenswerte Feinde sein. Dass dann macht- und/oder geldgierige Menschen das bequem für ihre Zwecke ausnutzen können, ist ziemlich klar - sogar wenn die betreffende Ideologie ihnen relativ egal ist. 

Mal so ganz unwissenschaftlich ausgedrückt.
"Die Zukunft war früher auch besser." Karl Valentin

Peiresc

Ich bin ganz der gleichen Ansicht, Juliette.

Ich halte die Cancel-Tendenzen (an denen neu nur der Name ist) von rechts aus historischen und faktischen Gründen für gefährlicher als diejenigen von links.

Ich bleibe mal ganz allgemein. Tatsächlich gibt es polare, manichäische Weltbilder (wir das Licht, ihr die Finsternis) und Intoleranz bis zur Illiberalität rechts wie links, bei Gläubigen wie bei Atheisten. Die Orthodoxen scheinbar entgegengesetzter Bekenntnisse spüren durchaus eine innere Verwandschaft:
Zitat"It is remarkable how the rhetoric of fundamentalist christianity and an atheist's sociopathic nihilism somehow don't conflict with each other at all",
und Koalitionen der Vernunft sind genauso über ideologische Grenzen hinweg möglich. Stanislav Andreski, das Enfant terrible der Soziologie, sagt:
Zitat,,Aber leider stimmen die Konturen der Wahrheit nie mit den Trennungslinien zwischen sich bekämpfenden Parteien und Cliquen überein."