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Homöopathische Behandlung von Tieren

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Begonnen von Kvinna, 28. Mai 2011, 17:52:34

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Wolleren

Vielleicht hilft ja die Betroffenheitstour (Du, echt jetzt, bla sülz):

  • Angst vor Homöopathie, weil ja schließlich Langzeitstudien fehlen (har har har). Niemand weiß schließlich, was die Gabe hoch"potenzierter" Dingsdas anrichtet, denn die reichern sich ja im Körper an (daherbehaupten geht auch), dann wird es eventuell schlimm. Oder aber sie reichern sich nicht an, dann wirds noch schlimmer, weil potenzierter.
  • Angst vor Homöopathie, denn wenn es nicht wirkt - "man hört ja so manches" -, ist es ja Tierquälerei (das beeindruckt IMMER viel mehr als Menschenfolter)
  • Angst vor der erhofften Erstverschlimmerung, denn man kann ein kleines pelziges Tier nicht wimmern hören (Menschenbabys haben keinen Pelz, s.o.)
  • Zu große Hoffnungen in die Homöopathie: was, wenn sie wider aller Erwartung versagen würde? Dann würde man ja Gefahr laufen, zum Homöopathiedissidenten zu werden?
  • Sollte das Tier wider alle Erwartung draufgehen, dann müsste man doch alles Menschenmögliche tun, dass der Tod nicht der H. angelastet wird (beim Homöopathen wird nicht gestorm!). Das Tier müsste dann also früh genug der Schulmedizin überantwortet werden, damit es dort alle Viere von sich streckt. Hoffentlich reicht dafür die Zeit! ggf. wäre es sinnvoll, das Tier aus Ideologie-Security-Gründen möglichst früh der Schulmedizin zu überantworten.
Solcherart Einlassungen sind irrational und abartig genug, um eine Art Kommunikation auf dem gewünschten unterirdischen Niveau zu simulieren.

Ridcully

Colin Goldner hat das einzige mir bekannte Buch zum Thema geschrieben: http://www.gwup.org/infos/nachrichten/267-alternative-tierheilkunde-boomt-2?fontstyle=f-larger

Da bekommt auch die Homöopathie ein eigenes Kapitel spendiert.

Nur bezweifle ich auch, dass Sachargumente da soviel weiterhelfen. Wer sich noch nie einen Kopf drüber gemacht hat, was Homöopathie eigentlich ist, wird vielleicht durch ein paar Grundinfos (nix mehr drin + magisches Ähnlichkeitsdenken) zu einer etwas kritischen Einstellung finden. Wer das weiss und trotzdem dran glaubt, der will halt glauben und ist für alle weiteren Argumente auch nicht mehr zugängig.

Wenn gar nichts hilft: auf den Fachmann pochen. Im Zweifel wird ein homöopathischer Quacksalber eher seine Grenzen sehen (schon um Ärger zu vermeiden) und sie zum richtigen Arzt weiterschicken als die homöopathischen Heimanwender. Woher wissen die eigentlich, welche Mittelchen in welcher Dosierung (oder bei Homöopathie wohl eher Potenz und Frequenz) jetzt gerade angemessen und nicht gar schädlich ist?

Kvinna

Vielen Dank für die vielen Anregungen.
Bin jetzt erst einmal ein bisschen desillusioniert.

Bei Tieren hört aber jede Toleranz auf.


Hake jetzt beim nächsten Besuch erst einmal nach, wie es dem Tier inzwischen geht.
Was er denn hat. Wie es therapiert wird und frage auch nach dem behandelnden Tierarzt.

Ob ich es noch erleben darf, dass die Homöopathie enttarnt wird und der ganzen andere Schmu auch?

...

mossmann

Zitat von: Antitainment am 31. Mai 2011, 12:17:40


P.S.
Ich hatte übrigens eine ähnliche Erfahrung in einer Tierklinik ...


echt? Das finde ich ziemlich ungewöhnlich.
Ich persönlich habe bisher sehr häufig die Erfahrung gemacht, dass Tierärzte / Kliniken einem gerne mal ziemlich teure Behandlungsmethoden "aufschwatzen" wollen. An Homöopathie verdienen die ja gar nix kaum was ...
Keiner meiner bisherigen Tierärzte kam zum Glück je mit Homöopathie an ...
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

Ridcully

Zitat von: Kvinna am 01. Juni 2011, 06:15:46
Ob ich es noch erleben darf, dass die Homöopathie enttarnt wird und der ganzen andere Schmu auch?

Was soll da noch enttarnt werden? Der Kaiser hat keine Kleider, aber seine Anhänger wollen das nicht wahrhaben. Wer hört auch schon auf ein vorlautes Kind.

Aquarius

Des Problem ist, dass die Homöopathie schon lange enttarnt ist und die Leute es net kapieren :/ http://www.cdkev.de/aufsaetze_vortraege/sonstiges/marburger_ek/marburger_ek.htm

Wenn du dem Spruch "Wer heilt, hat recht" begegnest, bringe gleich die Anmerkung, dass er zwar stimmt, aber im Einzelfall immer die Frage offen bleibt, wer oder was genau denn geheilt hat und was denn nun eigentlich geheilt worden ist (Selbstheilungskräfte), man kann ja auch einfach so gesund geworden sein. D.h. du zweifelst mit guten Argumenten an, dass der Spruch zur Situation passt.

Eigentlich is des Ziel von jeder Homöopathiediskussion, die Leute ganz offentsichtlich als realitätsfremde Spinner dastehen zu lassen, wenn sie net überzeugt worden sind :D (wenigstens soweit, dass kapiert haben, dass sie nur Placebos schlucken)

Antitainment

@mossman
Ja so sollte das eigentlich auch sein, ohne dabei "nur" das Geld in den Vordergrund zu stellen.
Allerdings hat diese Tierklinik nicht Homöopathie als isolierte Therapie angeboten, sondern immer im Zusammenhang mit etablierten Behandlungsformen. Vielleicht kommt man daher auch zu dem Fehlschluss, dass die Homöopathie was geholfen hat, da das Tier ja dann wieder gesund ist...Gib dem Hund Antibiotika und obendrauf noch was Homöopathisches und wenn es gesund ist, dann wars die Homöo und wenn nicht, dann hat das Antibiotikum wohl die Wirkung der eigentlichen Behandlung gehemmt. Win-Win für den Doc, Lose-Lose für den Skeptiker.
(Aber generell gesprochen, hatte ich bisher immer zum Großteil kompetente Ärzte und der Schwurbleranteil war relativ gering - Im Falle der Tierklinik wurde dies auch nur von einem Arzt praktiziert und nicht von der gesamten Belegschaft)
Zahlen, Statistiken ... das ist alles total Sarrazin! Ihr müsst richtig fühlen! FÜHLEN! Darum geht es.

eLender

Der Gaul Faden ist zwar beinahe tot, aber ich führe ihn mal ans Licht zurück (es gibt noch ein paar mehr alte Fäden, aber hier passts am besten).

Endruscheit bloggt:

ZitatIm Februar 2022 ist das neue Tierarzneimittelgesetz (TAMG) in Kraft getreten. Im Wesentlichen ist es eine Umsetzung von Regelungen der neuen EU-Biorichtlinie und der EU-Tierarzneimittelrichtlinie. Einer der Kernpunkte der EU-Regelungen ist das Gebot, dass Arzneimittel in der Haltung von Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, nur noch auf tierärztliche Verordnung hin verabreicht werden dürfen (sog. Tierarztvorbehalt). Da Homöopathika bekanntlich auch Arzneimittel im Sinne des Gesetzes sind, bedeutet das das Aus für das Herumpfuschen von Tierhaltern und Tierheilpraktikern mit Homöopathie im Viehstall. Dass auch Tierärzten hier rechtlich enge Grenzen gesetzt sind, habe ich auf diesem Blog schon näher erklärt.

Schon mal gut, die Heulpraktiker dürfen zumindest keine Glaubulies mehr an die armen Viecher verfüttern. Da bricht schon mal ein Absatzkanal weg. Und ausnahmsweise hat der dt. Gesetzgeber noch mal zum Positiven nachgeschärft:

ZitatDer deutsche Gesetzgeber hat den Regelungen der EU-Richtlinien, die es umzusetzen galt, noch ein Detail hinzugefügt: er hat nämlich Haltern und Tierheilpraktikern (also Laien) auch für den Bereich der Nicht-Nutztiere grundsätzlich untersagt, Homöopathika, die nicht explizit als Veterinärarzneimittel ausgewiesen sind (das sind die allermeisten) ohne tierärztliche Verordnung zu verabreichen. Das ist üblich (was schert dabei die Unmöglichkeit, nach homöopathischen Grundsätzen zu therapieren) und nennt sich ,,Umwidmung". Es geht also, kurz gesagt, um die Ausdehnung des Tierarztvorbehalts auf Tiere, die keine Nutztiere mit dem Ziel der Lebensmittelgewinnung sind. Hund, Katz, Pferd und Maus also. Und Koikarpfen nicht zu vergessen, ein bekanntes Tätigkeitsfeld für Tierheilpraktiker.

Endlich wird auch mal der total wehrlose Koikarpfen von den Huschipfuschis geschützt. Aber leider heulen die Heulpraktiker so laut, dass selbst den Judge Dredds dieser Welt die Tränen kommen. Man lese selbst weiter.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Ganz interessant, geht nicht nur um Homöopathie. Erstaunlich: im Gwup-Blog verlinkt, obwohl doch von der abtrünnigen Seite :o

ZitatStefanie Handl ist Fachtierärztin für Ernährung und Diätik in Wien. Sie hat zusammmen mit einigen anderen Autoren an dem wissenschaftlichen Artikel "Betrachtungen zur Evidenz in der Veterinärhomöopathie" mitgewirkt, über den sie mit André Sebastiani spricht. Im Gespräch erklärt Stefanie, warum Homöopathie nicht nur in der privaten Kleintierhaltung, sondern auch in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung zum Einsatz kommt - obwohl sie auch dort nicht wirkt.
Wollte ich nur mal gesagt haben!