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Yoga - Experten warnen vor den Folgen

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Begonnen von Averell, 07. Februar 2012, 14:58:49

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Scheint ne hochgefährlich Sache zu sein, also nicht nur die Verrenkungen. Man kann sich dabei scheinbar auch die Seele auskugeln. Wenns denn eine gäbe. Aber die Psyche könnte ausleiern.

ZitatIn einer Titelgeschichte trägt der neue Spiegel (40/2023) ,,die Risiken und Nebenwirkungen von Meditation und Yoga" zusammen.

Als da wären:

    Bei Menschen mit psychischen Krankheiten könnten die Methoden das Leiden gar verschlimmern.

    Allein in den USA sind inzwischen Hunderte Fälle dokumentiert, bei denen Menschen sogenannte Achtsamkeitscamps, die eigentlich Ruhe und Einkehr versprechen, mit Wahnvorstellungen, schizophrenen Schüben und Panikattacken verlassen haben. Verantwortungsvolle Achtsamkeitstrainer wissen das – und raten Menschen mit Angststörungen oder Traumaerfahrungen von Meditation ohne therapeutische Begleitung ab [...]

    Gemeinsam mit Kollegen hat die Psychologin Willoughby Britton über die vergangenen zehn Jahre für eine Studie 60 Symptome zusammengetragen, die nach Meditationen auftreten können. Darunter sind Schlaflosigkeit, Panikattacken und Halluzinationen.

    Der Lärm der Welt könne durch Meditation so nachhaltig verstummen, dass das eigene Ego komplett in den Mittelpunkt rückt.
https://blog.gwup.net/2023/10/01/risiken-und-nebenwirkungen-von-meditation-und-yoga/

Es geht wohl um die "Achtsamkeit". In wie weit das mit Yoga selbst zusammenhängt, weiß ich nicht. Dass das aber keine Eintrittskarte ins Paradies ist, davon ist öfters die Rede. Trotzdem wird das scheinbar immer weiter propagiert, schon die Kiddies sollen sich nur noch auf sich selbst konzentrieren. Leichte Übung ::)
Wollte ich nur mal gesagt haben!

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Yogurt Quark ist auch eher zurückhaltend:

ZitatObwohl Yoga kein einfaches Forschungsobjekt ist, gibt es durchaus zuverlässige Studienergebnisse. Wissenschaftlich nachgewiesen ist die Wirkung zum Beispiel bei Nackenschmerzen. Das zeigt eine Untersuchung der Charité in Berlin

Bei Rückenschmerzen ist die Studienlage nicht eindeutig. Eine Einzelstudie kommt zu dem Ergebnis, dass Yoga bei chronischen Rückenschmerzen genauso gut wirkt wie Stretching und andere Sportübungen. Eine Metaanalyse, also eine Studie, bei der mehrere Studien zu einer Fragestellung ausgewertet werden, fand dagegen keine sicheren Belege dafür, dass Yoga gegen Schmerzen im unteren Rücken hilft.

Erforscht ist, dass Brustkrebs-Patientinnen damit das Fatique-Syndrom lindern konnten, eine spezielle Form der Erschöpfung und eine der häufigsten Nebenwirkungen bei Krebserkrankungen.

Bei Bluthochdruck wird Yoga nicht als alleinige Therapie empfohlen, aber in Kombination mit Medikamenten. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Duisburg-Essen. Andere Studien liefern Belege dafür, dass Yoga Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen helfen kann, weil es stressmindernd wirkt und den Blutdruck senken kann.

Leichte positive Effekte fanden Forschende außerdem bei Adipositas, also starkem Übergewicht. Allerdings hatte die Untersuchung methodische Schwächen. Sie war mit 60 Teilnehmerinnen nicht nur sehr klein, und lief nur über drei Monate, sondern berücksichtigte auch mögliche psychologische Effekte nicht.
https://www.quarks.de/gesundheit/yoga-gesund-gesundheit-koerper-psyche/

Nuja, was willste erwarten? Das ist ein so schwurbeliges unscharfes Feld, da kann man alles oder nichts rauslesen. Irgendeine Wirkung wird es wohl haben, aber ist diese spezifisch für Yoga? Eher nicht. Adipositas geht weg, wenn man sich mehr bewegt. Hättmer keine Yogis, wäre die Welt schon voller dicker Inder.

Das ist übrigens wieder ein typischer Quark-Artikel: man kommt nicht umher, die miese Studienlage bzw. die Unbelegtheit der angepriesenen Wunderwirkungen in Frage zu stellen, versucht es aber trotzdem (weil die Kundschaft wahrscheinlich eine gewisse Neigung zu so Zeugs hat) die positiven Seiten zu betonen. Man hat sich aber nicht alles angesehen, sonst könnte man nicht solche Aussagen aus dem Hut zaubern (die ohne Beleg ist):

ZitatDie Verletzungsgefahr ist sehr gering.

Ja, wenn man stattdessen einfach normale Bewegungsübungen macht. Hamse immerhin am Anfang erwähnt (also dass das Lotuszeugs auch nicht besser dröhnt als das Kassenmodell).
Wollte ich nur mal gesagt haben!

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Wenn der Yogalehrer nach der Übungsstunde zu einem kommt und sagt, er habe noch andere Übungen auf Lager, die müsse er aber im privaten Rahmen praktiziern, solte man hellhörig werden. Aber nur, wenn der Lehrer männlich und der Dehnsüchtige weiblich ist. Glaubsch.

ZitatIn der vermeintlich friedlichen Yoga-Szene sind sexuelle Übergriffe offenbar keine Seltenheit. Recherchen des SWR-Investigativformats Vollbild zeigen, wie Yoga-Lehrer ihre Machtposition missbrauchen.
https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/yoga-sexuelle-uebergriffe-100.html

ZitatPia Witthöft ist Psychologin. Sie beschäftigt sich mit den Machtstrukturen im Yoga und berät Missbrauchsopfer in einer Beratungsstelle. Viele Menschen finden laut Witthöft im Yoga Zuwendung und Anerkennung. Doch wenn sie sich von ihren Yogalehrern lösen müssten, dann verlören sie das, was sie gerade so sehr suchten - Halt und Bestätigung. Generell habe Yoga eine hierarchische Struktur. "Ich ordne mich als Schülerin der Lehre unter. Und ich soll möglichst auch nicht widersprechen."

Mein Physio (länger her) war auch recht dominant. Ich konnte mich aber aus ihren Fängen befreien und lebe heute ein glückliches, entspanntes Leben... ::)
Wollte ich nur mal gesagt haben!

kosh


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Habe mal meine verstaubten Französischkenntnisse aufgefrischt (mit Deepl  ::)  ):

ZitatSektennetzwerk für tantrisches Yoga in Frankreich zerschlagen
Die französische Polizei hat am Morgen des 28. Novembers eine große Razzia gegen die Yoga-Sekte Atman durchgeführt, wie uns berichtet wurde. Ihre Mitglieder organisierten den Handel mit Frauen, um sie zum Sex mit ihrem Guru zu zwingen, der sich in der Nähe von Paris zurückgezogen hatte. Dieser rumänische Meister, Gregorian Bivolaru, wurde verhaftet und muss mit bis zu dreißig Jahren Gefängnis rechnen.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Ich hatte ja oben schon mal angedeutet, dass man bei privaten Lehreinheiten der Meister (die mit den speziellen Übungen) als Frau vorsichtig sein sollte. Aber das ist nochmal eine andere Dimension :o
Wollte ich nur mal gesagt haben!

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Das müßte eigentlich in einen Satire-Faden, also in irgendeinen Critical... Man weiß allerdings nicht, ob man lachen oder weinen soll. Man möge selbst wählen:

ZitatDurch die einseitige Repräsentation von Yoga als Mode-Sport von dünnen, normschönen Frauen, so Barkataki, entsteht das Bild, als sei Yoga nur für eine bestimmte Gruppe Menschen da. Unsichtbar in der Yoga-Bubble seien so insbesondere mehrgewichtige, behinderte Personen, aber auch People of Color. Denn die Frauen, die auf Social Media den Großteil des Yoga-Contents produzieren, seien weiße Frauen. Dabei ist Yoga eine Praxis, die seit über 10.000 Jahren gerade von Personen of Color praktiziert und gelehrt wird.
Was in den Videos der weißen Yogis zu oft fehle, sei der Fokus auf die Imperfektion und eigene Verbindung zu sich selbst, aber auch der Gedanke von Community, der im Yoga so entscheiden sei. Denn Yoga ist in der Tradition auch fest verbunden mit starken ethischen Werten, und die Yogapraxis ist nicht beschränkt auf die körperlichen Übungen.

Aber die Probleme der Yoga-Bubble auf Social Media hören nicht bei der fehlenden Repräsentation nicht weißer und Plus-Size-Körper auf. Die allgemeine kulturelle Aneignung, mit der bestimmte weiße Personen das Thema Yoga aufgreifen, führe auch dazu, dass mittlerweile eine riesige kapitalistische Maschinerie von etwas profitiert, für das es überhaupt keinen Bedarf gebe. Das beste Beispiel, so Barkataki, sei die Yoga-Klamotten-Branche.
https://www.glamour.de/artikel/yoga-fehlende-diversitaet-social-media

Ähm, ja. D.h., nur wenn dicke Inder da rumturnen, dann ist das authentisch und ethisch vertretbar. Dabei hat das westliche Yoga nicht viel mehr gemein als den Namen mit der esoterischen Lehre. Gut, in der Aufmerksamkeitsökonomie muss man schon mit seinem BS in einer BS-Blase auffallen, was man nur erreicht, wenn man noch einen Haufen oben drauf setzt.

ZitatDie eigene Bubble zu brechen, ist nicht leicht. Ich selbst bin weiß, habe ein Gewicht, das als "Norm" anerkannt wird, und gehe in ein völlig überteuertes Yoga-Studio, weil es so schön nah zu meinem Zuhause ist. Und auch mein Feed ist voller Personen, die mir zeigen wollen, wie ich es noch besser machen kann, noch flexibler und noch schlanker werden kann.

Ich muss jetzt erst mal zwei Wochen Wellness-Urlaub auf Bali machen. Ist ja kaum zu ertragen, der ganze angeeignete Überdehn-Stress :ohnmacht:
Wollte ich nur mal gesagt haben!