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Russland: Wirtschaft

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Begonnen von Peiresc, 16. Mai 2022, 19:48:57

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RPGNo1

ZitatPutin will Verteidigungsminister Schoigu austauschen – durch einen Ökonomen

Auch russische unabhängige Experten sahen die jetzige Entscheidung des Kremlchefs nicht so sehr in einer Unzufriedenheit mit der Militärführung, sondern als Schritt zu einer stärkeren Kontrolle der Ausgaben in diesem Krieg. ,,In seiner Denkweise ist das logisch, weil sich der wirtschaftliche Block in dem Krieg als effektiver erwiesen hat als der Sicherheits- und Militärapparat", sagte der Experte Alexander Baunow. Putins Strategie sei es folglich, Druck auf die Ukraine nicht durch die Mobilmachung neuer Soldaten auszuüben, sondern durch die Kapazitäten des Rüstungskomplexes.

In sozialen Medien ordneten auch deutsche Beobachter die Personalie entsprechend ein. Sicherheitsexperte Nico Lange etwa, Senior Fellow bei der Münchner Sicherheitskonferenz, geht davon aus, dass Beloussow innerhalb seines Amtes eine Art ,,Minister für Kriegswirtschaft" werden solle.

https://www.welt.de/politik/ausland/article251483366/Russland-Putin-will-Verteidigungsminister-Schoigu-austauschen-durch-einen-Oekonomen.html

RPGNo1

ZitatMoskau hängt an Pekings Tropf

Der russisch-chinesische Handel wächst – und mit ihm Moskaus Abhängigkeit von Peking. Doch China hält sich aus Angst vor Sanktionen mehr zurück, als Russland es sich wünschen würde.

https://archive.is/HCxy1

RPGNo1

ZitatRusslands Krieg gegen die Ukraine läuft seit über zwei Jahren. Er kostet Leben und viel Geld und wird für Putin noch teurer werden. Nur so sichert er sich wichtige Unterstützung.

Die große Hoffnung, dass die Energieträger in andere Teile der Welt zu ähnlichen Preisen verkauft werden könnten, hat sich bislang nicht erfüllt (mehr dazu lesen Sie hier). Selbst Partner China nimmt nur einen Bruchteil der Gasmenge ab – auch weil die entsprechende Infrastruktur fehlt. Es wird sich also zeigen, wie lange Putin auf dem Rücken der Kriegswirtschaft den Zuspruch für seinen Feldzug gegen die Ukraine finanzieren und sich Unterstützung quasi erkaufen kann. Noch scheint sich seine Taktik auszuzahlen: Im April lagen seine Zustimmungswerte in der Bevölkerung – bei aller gebotenen Skepsis gegenüber Umfragen in Russland – bei 85 Prozent.

https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_100413044/russland-wladimir-putin-braucht-die-mittelschicht-das-kostet.html

Peiresc

Ich referiere mal aus dem Gedächtnis. Die USA haben Finanzsanktionen verschärft. Der russische Aktien- und Devisenmarkt reagiert panisch, und der Rubel scheint zu einer reinen Binnenwährung zu werden.

Dieweil sperrt sich Scholz gegen eine Verschärfung der Sanktionen.
Zitat"Fühlt sich wie Ungarn an"
Deutschland bremst EU-Sanktionen gegen Russland
https://www.n-tv.de/politik/Bundesregierung-blockt-EU-Sanktionen-gegen-Russland-article25010442.html

So wird das wahrgenommen:
ZitatSergej Sumlenny, LL.M @sumlenny

With Russian Ruble falling, I am starting to worry about financial stability of not so few German politicians, journalists, professors, and other peace apostles.

sailor

Zu dem paradoxen Satz: Sanktionen wirken und auch nicht.

Die Sanktionen wirken, weil sie russland mehr oder weniger wirksam vom Welthandel ausschließen. Gleichzeitig wirken sie "nicht", weil sie die dortige (Grund-)Rüstungsindustrie nicht/kaum trifft. Jenseits von Hightech kann russland relativ viel selbst herstellen... auf niedrigem Niveau. Das "Ziel", putin zu "entwaffnen" wird damit nicht erreicht. Auf technischem Niveau der 60/70iger kann putin ziemlich lange ohne Ausland/trotz Sanktionen rüsten...

Was aber auch kritisch ist: Ohne Ausland/nur mit China kann putin den Lebensstandard seiner Bevölkerung nicht halten. Sehr viele Konsumprodukte und zivile Versorgungstechnik kam aus dem Westen... und die Qualität war beliebt. Das machen insbesondere Leistungsträger, also besserverdienende Manager, Forscher etc. nicht lange mit. Verstärkt wird der Konsummangel durch die Druckerpresse, mit der Rubel gedruckt werden: Knappheit von Waren und Überangebot an Geld ergibt Inflation. Bisher war eine sehr geschickte und umtriebige Zentralbank in der Lage, die Inflation zu zähmen, wird aber immer schwerer. bspw. erhöht der Kreml die Steuern.


RPGNo1

ZitatDagegen scheint der aktuelle Nato-Hauptgegner [Russland] vor Kraft nur so zu strotzen, vor allem ökonomisch. Laut Internationalem Währungsfonds wird Russland in diesem Jahr um 3,2 Prozent wachsen, mehr als jeder führende Nato-Staat. Die westlichen Sanktionen haben Moskaus Fähigkeit zur Kriegsführung bislang kaum beeinträchtigt, meldet das Kiel-Institut für Weltwirtschaft, und so stellt sich die Frage: Hat das westliche Bündnis den wirtschaftlichen Abnutzungskrieg um die Ukraine verloren, noch bevor er richtig begonnen hat?

Das wäre ein allzu voreiliger Schluss. Russlands Kriegswirtschaft blüht, stößt aber zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Es fehlen Arbeitskräfte, Löhne und Preise steigen. Zugleich hat sich das Land ökonomisch beinahe vollständig von China abhängig gemacht. Vor der Invasion waren große Teile vor allem der deutschen Wirtschaft auf billige Rohstoffe aus Russland angewiesen. Heute ist Moskau zum wirtschaftlichen Vasallen Pekings geworden. Würde Chinas Staatslenker Xi Jinping morgen erklären, dass seine Freundschaft mit dem Kreml doch nicht so »grenzenlos« ist wie bislang behauptet, hätte Wladimir Putin ein Problem.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/nato-treffen-in-den-usa-wladimir-putin-der-gefangene-chinas-kolumne-a-d36f3ebc-0377-4ee8-8fdb-8be3bc6da5ce