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Interview mit Ingo Potrykus

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Begonnen von Groucho, 30. November 2013, 22:59:38

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Groucho


eLender

Einige Jahre später...

Noch mal ein Interview, eine sehr traurige Geschichte, die einem tatsächlich den Glauben an die Menschheit rauben kann.

ZitatEr hat 30 Jahre investiert in einen Reis, der Menschen helfen sollte. Aber der lange Kampf hat ihm geraubt, was ihn überhaupt erst dazu brachte, den Goldenen Reis zu entwickeln. Die Zuversicht und den Glauben an das scheinbar Unmögliche. Den Glauben an das Gute im Menschen, die Empathie.

«Meine Lebenserfahrung ist, dass Menschen eine problematische biologische Kategorie darstellen», sagt er. «Furchtbar leicht verführbar. Furchtbar leicht zu beeinflussen.»
https://www.republik.ch/2022/11/26/ingo-potrykus-wollte-die-welt-veraendern-doch-sie-veraenderte-ihn

Ich fühle mit ihm, auch wenn das letztendlich doch noch realisiert wurde. Wie groß der Erfolg ausfallen wird, ist abzuwarten, aber angesichts der bisherigen "Tragikkomödie" wohl eher klein. Solche Beispiele zeigen, dass der Mensch wohl kein echtes Vernunftwesen ist; ideologisches und verklärendes Wunschdenken auch die absonderlichsten Vorstellungen "real" werden lassen. Menschenleben sind dann halt nachrangig. Viel Spaß noch mit der Klimakrise.
Wollte ich nur mal gesagt haben!

HAL9000

Es ist gut, dass in diesem Bericht klar hervorgehoben wird, dass die ideologische Verblendung
von Greenpeace die Hauptschuld am mäßigen Erfolg des Goldenen Reis' hat.
Allerspätestens seit dieser Geschichte ist dieser Verein bei mir unten durch. Das müssen sich
die (armen) Spendenkeiler an meiner Wohnungtür auch immer wieder anhören. Ich weiß schon, dass
das ein wenig kindisch und "Vollkaskomut" ist, aber wie soll ich sonst ausdrücken, dass ich
einem Verein mit Blut an den Händen keinen Cent geben werde, solange dieser nicht eingesteht,
wie furchtbar falsch dessen diesbezügliche Kampagnen waren.

Typee

Bei Geenpeace hat man eines richtig verstanden: dass Differenzierungen auf Kosten der Kampagnefähigkeit geht. Würde der Goldene Reis akzeptiert, wäre jede "Keine Gentechnik"-Parole mausetot. Wer interessiert sich schon für "Keine Gentechnik, außer sie macht satt und gesund"?

Und noch eines: Greenpeace hat, wie alle politisch aktiven Organisationen ein internes Meinungsspektrum. Die Hinnahme von Ausnahmen einer handlichen kampagnetauglichen Formel, die dort längst so wichtig geworden ist wie "Atomkraft nein danke" beiden Grünen, wäre ein Spaltkeil.
Wer den Zufall nicht ehrt, ist der Kausalität nicht wert.

HAL9000

Das sind dann aber keine Kampagnen (mehr), sondern Dogmen. Und damit koppelt man sich
von einer Entwicklungs-/Lernfähigkeit ab, wenn man die Realität/Wissenschaft ausblendet.
Hält Greenpeace ihre Unterstützer wirklich für so beschränkt, dass es ihnen nicht zutraut,
zu differenzieren? Darf es nur schwarz/weiß geben?
Ich war einmal Unterstützer von Greenpeace. Aber deren Aktionen haben mich über die Jahre
immer mehr zweifeln lassen. Das Fass zum Überlaufen hat dann eben der Goldene Reis gebracht.