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Das Alter und die Institutionen

Begonnen von PeterPan, 06. Juni 2022, 08:44:36

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PeterPan

https://forum.psiram.com/index.php?topic=15175.msg258507#msg258507
Zitat von: sailor am 02. Juni 2022, 18:05:08Eine gute Zusammenfassung zu Evangelikanen Kreisen in den USA: TAZ

Der Artikel hat für mich einen wichtigen Punkt erwähnt, der sich positiv für die Aufklärung erklären lässt. In den nächsten 20-30 Jahren kommt wieder ein größerer Generationenwechsel. Besonders auffällig ist es im Bereich der Religiosität, Autorität (z.B. alte Diktatoren) und dem konservativem Selbstverständnis.

ZitatDie Abwendung vieler Gläubigen von der Kirche – über zwei Millionen haben seit 2006 die Southern Baptist Convention, die mit 13 Millionen Mitgliedern größte protestantische Konfession in den USA, verlassen. Die Angst, dass ihr religiöses Leben von einer säkularen Regierung in einer immer liberaleren Gesellschaft erstickt wird.

Immer weniger Menschen betreiben aktiv ihre eigene Religion. Die Pflicht (insbesondere wenn es viele sind) sich zu beteiligen nimmt ab. Andere Interessen, die auch eine moderne Gesellschaft ermöglicht, treten in den Vordergrund.

Ein Beispiel dazu wäre der arabische Frühling der zu einem Ansprung an Nicht-Religiosität geführt hat. Im Iran sehen sich immer weniger Menschen als streng islamisch an (Dank Diktatur?). Auch in Deutschland werden sich die Kirchengemeinden vor Problemen stellen müssen. Finanzierung bei kleinerer Gemeinschaft führt bereits schon zum umfunktionieren von Kirchen in Restaurants und Museen.

An Russland lassen sich zurzeit auch viele dieser Merkmale erkennen. Das Alter der Siloviki, keine Mobilmachung da sich der russische "Biedermeier" doch nicht so national-religiös ist, wie er gerne zu reden pflegt. Die orthodoxe Kirche ist zwar Sowjetunion wieder existent, aber doch nicht wirklich beliebt und wird doch nur zu Legitimierung der Regierung genutzt.

Ein Zankapfel der Atheisten erfüllt sich durch eine Vielfalt an Alternativen (aus Notwendigkeit oder reinem Vergnügen) im Verhältnis zur einzigen Beschäftigung "Sonntags in die Kirche". Natürlich bedeutet es nicht das alle Alternativen positiv zu bewerten sind, aber der Trend geht mit dem Beginn der Aufklärung in eine bessere Richtung.

Das Problem im Artikel angedeutet ist die Radikalisierung der Übriggebliebenen die eine Art Sündenfall in der Abkehr von Ihnen sehen. Eine Machthoheit solcher Personen muss verhindert werden.


Ein ärgerlicher Punkt im Artikel ist das zu kurz gefasste Narrativ von Steuersenkungen unter Reagan und Bush. Der Autor muss da nochmal ran, den das ist die Geschichte die gerne aus dem evangelikal-konservativen Bereich kommt.

Einfach nur ein kleiner hoffentlich positiven Beitrag (Wir werden alle sterben?).