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Autor Thema: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen  (Gelesen 2761 mal)

Scipio 2.0

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #15 am: 29. Dezember 2019, 11:22:56 »
Die Diskussionen sind derzeit so dermaßen aufgeheizt, dass es derzeit unmöglich ist überhaupt vernünftig zu diskutieren. Da muss erstmal die "Temperatur" sinken bevor man wieder vernünftig diskutieren kann.

sailor

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #16 am: 29. Dezember 2019, 14:59:30 »
Hm, werter Scipio, genau dort liegt das Problem: Es kühlt nicht runter, im Gegenteil, die Fronten verhärten sich, die Parteien graben sich entlang ihrer Doktrinen ein. Dabei ist mir persönlich noch nicht mal klar, ob das wirklich ein gesellschaftliches Problem ist oder ein socialmedia-induziertes Pseudoproblem... nämlich die Fehlwahrnehmung, dass social-media-Aufregung = reale Volksaufregung sei. Auf diesem Fehler bauen ja die Rechtsidioten ihre ganze Wahrnehmung auf und verkenne dabei, dass sich gerade der eigene Blasenumfang wieder verringert: Die IB verschwindet langsam aber sicher in der Versenkung und das Erwachen der AfDer ob der totalen politischen Wirkungslosigkeit rückt auch immer näher. Wenn dann noch ein Söder aktiv nach dem Kanzleramt greift wars das mit völkisch-konservativem Schulterschluss.

Bei den Grünbewegten steht das noch aus, leider haben bei den Altgrünen immer noch die Dogmatiker das Sagen und der Nachwuchs von f4f ist meiner Meinung nach sehr nahe an totalitären Ideen dran. Frau Wendland bei den Salonkolumnisten bringts auf den Punkt:

https://www.salonkolumnisten.com/deutschlands-ehrlichste-klimademo/

Und zum "Umweltsau"-Fettfass:

https://www.salonkolumnisten.com/jeder-schaemt-sich-keiner-lacht-im-funkhaus-wurd-ein-witz-gemacht/

celsus

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #17 am: 30. Dezember 2019, 22:52:07 »
Dieser Realitätszweig *kann* nicht für den Produktivbetrieb gedacht gewesen sein. Das ist alles zu absurd. Wo soll das denn noch hinführen?

https://www.spiegel.de/netzwelt/web/wdr-umweltsau-skandalisierung-die-empoerungsmaschine-laeuft-heiss-a-1303164.html

Zitat
Vom Kinderlied zur Morddrohung: Die Aufregung über das WDR-"Umweltsau"-Lied offenbart, wie sich Entrüstung anheizen lässt. Eine Datenauswertung zeigt: Rechte und Rechtsextreme haben schnell und erfolgreich mobilisiert.
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Scipio 2.0

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #18 am: 30. Dezember 2019, 23:19:11 »
Wahrscheinlich zu Mord und Totschlag, jedenfalls wenn es so weiter geht.

Man könnte sogar argumentieren, dass es im Fall Walter Lübcke sogar soweit gekommen ist.

MrSpock

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #19 am: 06. Januar 2020, 13:06:56 »
Die Diskussionen sind derzeit so dermaßen aufgeheizt, dass es derzeit unmöglich ist überhaupt vernünftig zu diskutieren. Da muss erstmal die "Temperatur" sinken bevor man wieder vernünftig diskutieren kann.

In der Tat. Ich habe mir gestern die Aufzeichnung des Jahresrückblicks 2019 mit Dieter Nuhr angesehen. Er bringt diesen Sachverhalt treffend auf den Punkt. Wenn Du den noch nicht gesehen hast, empfehle ich dies dringend nachzuholen (Mediathek).
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

celsus

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #20 am: 06. Januar 2020, 14:05:54 »
Jahresrückblicks 2019 mit Dieter Nuhr

Selbst wenn das das einzige Video auf der Welt wäre, würde ich mir dieses Arschloch nicht freiwillig ansehen.
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MrSpock

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #21 am: 06. Januar 2020, 15:58:44 »
Jahresrückblicks 2019 mit Dieter Nuhr

Selbst wenn das das einzige Video auf der Welt wäre, würde ich mir dieses Arschloch nicht freiwillig ansehen.

Ach...
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Peiresc

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #22 am: 06. Januar 2020, 16:03:06 »
nicht freiwillig ansehen.

Womit hat er sich bei Dir so vermault?

duester

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #23 am: 07. Januar 2020, 18:19:46 »
I so don't get it.  ???

Kann es sein, dass jetzt die gleichen Menschen, die in dem Video eine Herabsetzung der Lebensleistung älterer Menschen gesehen haben, auch diejenigen sind, die die Abschaffung des gebührenfinanzierten ÖRR fordern?

Schon mal den Altersdurchschnitt der Zuschauer vom "Traumschiff" gesehen?


ZKLP

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #24 am: 07. Januar 2020, 18:51:32 »
Kann es sein, dass jetzt die gleichen Menschen, die in dem Video eine Herabsetzung der Lebensleistung älterer Menschen gesehen haben, auch diejenigen sind, die die Abschaffung des gebührenfinanzierten ÖRR fordern?

Nein.

Es soll Menschen im typischen Traumschiff-Zuschaueralter geben, die mit dem Video ein Problem haben, aber trotzdem keine Abschaffung der Rundfunkgebühr fordern.
Es soll Menschen weit unterhalb des typischen Traumschiff-Zuschaueralters geben, die mit dem Video ein Problem haben, aber trotzdem keine Abschaffung der Rundfunkgebühr fordern.
Es soll Menschen im typischen Traumschiff-Zuschaueralter geben, die mit dem Video kein Problem haben, aber trotzdem die Abschaffung der Rundfunkgebühr fordern.
Es soll Menschen weit unterhalb des typischen Traumschiff-Zuschaueralters geben, die mit dem Video kein Problem haben, aber trotzdem die Abschaffung der Rundfunkgebühr fordern.
Es soll..




duester

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #25 am: 07. Januar 2020, 19:00:09 »
1.) War'ne Frage, weil dieser Eindruck sich aufdrängt.

2.) Es gibt auch Menschen, die das Video instrumentalisieren, um generell gegen den gebührenfinanzierten ÖRR zu schiessen, weil's opportun ist. Und für diese Gruppe muss man darauf hinweisen können, dass ÖRR-Nutzer einen höheren Altersdurchschnitt als die Gesamtbevölkerung haben. Was - ironischerweise - was mit zurückhaltendem Konsumverhalten zu tun hat: sie sind als Werbekunden nicht so attraktiv.

LaDeesse

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #26 am: 07. Januar 2020, 21:05:52 »
Mich ärgert es, wenn von meinen Gebühren so ein Dreck wie "Traumschiff", "Sturm der Liebe" oder auch die meisten Tatorts gedreht wird. Was hat das mit dem "Versorgungsauftrag" zu tun?

Die NZZ fand ich hierzu lesenswert:
Zitat
Jede Wette: Der Leiter des WDR-Kinderchors hat nicht im Glauben gehandelt, eine gewagte Satire zu produzieren, als er die deutsche Oma zur «Umweltsau» machte. Er hat sich als Teil einer Orientierungsmaschine begriffen, die ihr Publikum mit weltanschaulichem Anspruch an die Hand nimmt.
Diese Anmassung ist das Thema. Der öffentlichrechtliche Rundfunk verwandelt sein Publikum nicht in mündige Bürger. Das sind sie schon.
Naja, sind sie das wirklich? Liberale müssen das wohl schreiben.

Zitat
Der Kern des Problems (das mit dem eingangs erwähnten «Oma-Gate» nur auf besonders schrille Weise deutlich wurde) liegt im Selbstbild. Anstalten wie der WDR wollen nicht einfach nur ein «Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung» sein, wie es ebenfalls im Staatsvertrag heisst. Sie wollen der Faktor sein. Nicht eine Stimme, sondern die Stimme. Wer das nicht glaubt, muss nur einen Blick in den aktuellen Geschäftsbericht des WDR werfen. In dem Bild, das bei der Lektüre entsteht, sind Zuschauer und Hörer keine souveränen Bürger, sondern Teile eines Publikums, das ohne öffentlichrechtliche Betreuung aufgeschmissen wäre.
«Wir sind der Kitt für das Zusammenleben», heisst es da. Und an anderer Stelle: «Gemeinsam wollen wir das Leben jedes Einzelnen jeden Tag ein bisschen wertvoller machen.» Der Intendant selbst erklärt: «Wir ermöglichen den Menschen in Nordrhein-Westfalen, an gesellschaftlichen Diskussionen teilzunehmen.» Dieser Sound zieht sich durchs Dokument. Der Radiosender WDR?2 «begleitet die Menschen durch den Tag und durch alle Facetten ihres Lebens», WDR?4 sorgt «rund um die Uhr für ein gutes Gefühl», WDR Cosmo ist «Europas aufregendste Verbindung in die Welt der globalen Subkulturen», der Kindersender Kiraka nimmt sein Publikum bei dessen «ersten Medienerfahrungen kompetent an die Hand», das WDR-Sinfonieorchester «prägt auf besondere Weise die Musiklandschaft Nordrhein-Westfalens». Von ganz jung bis alt, vom Instagram-Kanal «Mädelsabend» bis zum Schunkelkabarett «Mitternachtsspitzen»: Der WDR lässt sein Publikum in keiner Lebens- und Gemütsphase allein. Bei so einem Anspruch ist es nur nachvollziehbar, dass der Sender seine jährlichen Gebührenerträge von rund 1,2 Milliarden Euro nicht als gigantisches Geschenk der Bürger, sondern als Mindestausstattung begreift.

Die NZZ plädiert gleichwohl nicht für die Abschaffung des ÖRR:
Zitat
Beide Seiten haben berechtigte Argumente, weshalb es leichtfällt, aneinander vorbeizureden. Ja, öffentlichrechtliche Nachrichtensendungen und Reportagen sind in der Regel besser als die Angebote der privaten Wettbewerber, und es wäre ein Verlust, wenn sie verschwänden. Und ja, der gesamte Apparat ist zu gross, zu teuer und, stimmt schon, in der politischen Tendenz oftmals einseitig. Vieles, was bei ARD, ZDF und den sogenannten Dritten angeblich zur medialen Vollversorgung gehört, ist ausserdem mittelprächtig bis schlecht gemachte Unterhaltung, die der freie Markt in besserer Qualität bereithält. Hier besteht keine Versorgungslücke...

Sehe ich auch so.

Quelle: https://www.nzz.ch/meinung/der-andere-blick/wdr-als-orientierungsmaschine-eine-schrumpfkur-bitte-ld.1531635

Schwuppdiwupp

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #27 am: 11. Januar 2020, 21:25:26 »
nicht freiwillig ansehen.

Womit hat er sich bei Dir so vermault?

Das würde ich auch mal gerne wissen. :skeptisch:

Ansonsten wird die "Oma-Diskussion" von einem, mir leider nicht erinnerlich gebliebenen Internetkommentator so sinngemäß auf den Punkt gebracht worden:

"Die sollen sich mit der Umweltsau-Oma mal nicht so anstellen - meine Oma war noch Nazi."
Ach, was weiß denn ich ...

Sauropode

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #28 am: 11. Januar 2020, 21:49:24 »
Wobei die derzeitige Großelterngeneration eher 68er war.
Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!

Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben mehr geben. Wer keine Furcht vor dem Teufel hat, der braucht keinen Gott mehr.

ZKLP

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Re: Manchmal fällt es leicht, den WDR nicht zu mögen
« Antwort #29 am: 12. Januar 2020, 04:00:09 »
Wobei die derzeitige Großelterngeneration eher 68er war.

Ich fände diese "Satire" genauso unangemessen, wenn die Kinder zum Singen des Liedes "Meine Oma ist ne alte linke Sau" animiert worden wären.