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Autor Thema: Verschwörungstheorien als Massenphänomen  (Gelesen 1862 mal)

Peiresc

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Re: Verschwörungstheorien als Massenphänomen
« Antwort #30 am: 14. Februar 2019, 23:44:44 »
Zitat
Welche damaligen europäischen Werte?
Christentum und Aufklärung.
Welches Christentum meinst Du? Den Katholizismus der Bartholomaeusnacht? Den Protestantismus Calvins (Verbrennung des Servet?) Den 30jährigen Krieg? Die Hexenreligion eines Benedikt Carpzov?

 Das welches dazu beigetragen hat die gesellschaftlichen Standards bei uns zu setzen. Aus meiner Sicht gibt es da kein Ausschliessliches wie Du das einforderst.....

Wir können ruhig noch eine Weile im Nebel schwimmen. Die gesellschaftlichen Standards, auf die wir uns heute berufen, sind im Großen und Ganzen gegen den aktiven Widerstand des Christentums durchgesetzt worden.

sailor

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Re: Verschwörungstheorien als Massenphänomen
« Antwort #31 am: 14. Februar 2019, 23:51:59 »
@Celsus: Nein. Ich bete erstens nie (dafür fluche ich umso mehr) und zweitens gehts nicht darum, dass die Verlage zu blöd waren/sind (oder zu arrogant sich mit dem Netz zu befassen). Es ging um die grundsätzliche Aussage, dass die Durchsetzung des Urheberrechtes eine Einschränkung des Informationszugangs ist. Ob das gesetzliche System funktioniert oder nicht ist dabei egal. Ich kann verstehen, dass Contentanbieter Geld wollen und bei Musik/Film hats ja auch lang genug gedauert, inklusive extrem repressiver Phase (Napster/piratebay anyone?). Übrigens sind die Streamingdienste auch keine Wohltäter, siehe die Diskussion um netflix als "kinofilmanbieter" in Cannes und auf der Berlinale.

@Belbo: Die Aufklärung begann erst und hatte ihre Hochzeit 200 Jahre später... Übrigens nur möglich weil es den Buchdruck gab und daher die Bildung auch säkularer wurde. Die Vergangenheit war schmutziger als viele denken, gerade die Frühe Neuzeit durchzogen von Aberglaube, Stupidität und Wissensfeindlichkeit. Die Katholiken haben Wissenschaftler verfolgt, die Protestanten Hexen und andere missliebige Wesen. Die Frage, aus welchen Elementen der beiden Hauptrichtungen unsere Standards kommen ist diffizil... da alle Elemente bis auf die extrem pazifistischen späten Splittergruppen auch negative Phasen hatten. Wichtig für den europäischen Standard war jedenfalls die Wechselwirkung zwischen spätfeudalem Staat, dem Kirchenstreit, der Verbreitung von Alphabetisierung welche in einer höheren Organisationsrate quasi aller gesellschaftlichen Bereiche mündeten... und damit auch dem absolutistischen Staat Vorschub leistete. Insgesamt eine hochinteressante Phase. Nicht ganz so fix wie Industrialisierung und wissenschaftliche Revolution, aber schon eine extreme Steigerung zum Mittelalter.