Postings reflect the private opinion of posters and are not official positions of Psiram
Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung von Psiram

Autor Thema: Udo Pollmer - Lebensmittelchemiker  (Gelesen 6041 mal)

ZKLP

  • Forum Member
  • Beiträge: 735
Re: Udo Pollmer - Lebensmittelchemiker
« Antwort #15 am: 08. August 2021, 11:19:13 »
Pollmer in einer Antwort auf eine Mail: „Den Film Septemberweizen kenne ich natürlich ebenso wie Herrn Peter Heller, dem Produzenten des Films, der mir damals einiges, was nicht im Film zu sehen ist, berichtete.“ Der Produzent war aber nicht Peter Heller, sondern Peter Krieg.

Das ist wahrlich ein unverzeihlicher Fehler, für den Pummelpoller auf ewig in der Fleischhölle schmoren möge!(!!!!!!!!)  :burn:



HAL9000

  • Forum Member
  • Beiträge: 485
  • vormals RainerO
Re: Udo Pollmer - Lebensmittelchemiker
« Antwort #16 am: 08. August 2021, 12:17:23 »
Ich habe schon nach "Zuallererst war die Schöpfung..." aufgehört zu lesen.
Kommst danach noch etwas Essentielles?

Gimpel

  • Forum Member
  • Beiträge: 182
Re: Udo Pollmer - Lebensmittelchemiker
« Antwort #17 am: 08. August 2021, 12:22:05 »
Kommst danach noch etwas Essentielles?

Nö, aber 58 Ausrufezeichen.

HAL9000

  • Forum Member
  • Beiträge: 485
  • vormals RainerO
Re: Udo Pollmer - Lebensmittelchemiker
« Antwort #18 am: 08. August 2021, 12:25:12 »
... Nö, aber 58 Ausrufezeichen.
Ah, danke. Dann muss es ja stimmen.

MrX

  • Forum Member
  • Beiträge: 4
Re: Udo Pollmer - Lebensmittelchemiker
« Antwort #19 am: 08. August 2021, 14:23:57 »
War vielleicht zu beckmesserisch, ich habe das nur deswegen aufgeführt, weil er meinte, dass er den Produzenten „kennt“. Aber gut, vielleicht hat er trotzdem einmal mit ihm geplaudert und sich nach einiger Zeit beim Namen vertan.

Noch ein Fundstück: Vom IÖW stammt eine Erwiderung auf einen EU.L.E.n-Spiegel-Artikel, der vom Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion aufgegriffen wurde. Dieser hat die Meldung daraufhin offline genommen.

Ulrike Gonder hat das EU.L.E. mitgegründet, ist dort aber kein Mitglied mehr und vertritt im Gegensatz zu Pollmer die ketogene Ernährung. Nicolai Worm schrieb: „Ulrike Gonder schreibt schon lange nicht mehr mit ihm und will auch sonst nichts mehr mit ihm zu tun haben...“ Wenn es gegen den gemeinsamen Feind geht, können die beiden Pseudowissenschaftler aber auch zusammenhalten, so reagierte Gonder positiv auf seinen Artikel Veganes Essen macht uns zu Kannibalen in der Weltwoche: „Danke Udo für diesen Artikel, mir brennt das Thema auch schon lange unter den Nägeln.“ Dort verbrät er unter anderem die Sache mit Magnus Söderlund. („Wie es um die vegane Ethik wirklich bestellt ist, zeigt ein schwedischer Professor der Ökonomie mit dem vielbeachteten Vorschlag, endlich das Fleisch einer bisher verschmähten Spezies zu nutzen. Magnus Söderlund von der Stockholmer School of Economics empfiehlt, die Welt nicht mehr mit Tofu zu retten, sondern durch schmackhafte Zubereitung von Leichen.“) Hierzu sei auf einen Faktencheck von Snopes verwiesen: „Magnus Söderlund did not propose or advocate cannibalism as a solution to climate change during a Sept. 3 interview on the Swedish television channel TV4. Rather, he explained that his research into the issue was intended to provoke thought and gauge where audiences would "draw the line" in their willingness to consume various kinds of meat.“ Selbst wenn, so spricht die Meinung eines einzelnen Wissenschaftlers nicht gegen Klimaschutz (Pollmer selbst stellt eine Verbindung zur veganen Ethik her) allgemein.

Das Treiben von Pollmer bewegt sich auf Flacherdlerniveau („Die sogenannten ernährungsbedingten Krankheiten sind in Wirklichkeit beratungsbedingte Krankheiten“ – als ob Ernährung, abgesehen von gesundheitsbewusster, überhaupt nicht bei irgendjemandem Krankheiten verursachen KANN, wie viel auch immer konsumiert wird und wie wenig auch immer man sich sportlich betätigt). Beim Film Super Size Me lässt er es nicht etwa dabei bewenden, dass da eine Extremsituation aufgebaut wurde, sondern hält das Ganze für einen Fake und behauptet ohne jeden Beleg, so eine Gewichtszunahme (gut 11 Kilo innerhalb von 30 Tagen) sei ohne Zuhilfenahme etwa von Anabolika bei einem ausgewachsenen Menschen nicht möglich. Weniger radikal Gonder: „Ich finde es ist an der Zeit, in Studien nicht mehr danach zu fragen, ob diese oder jene Kost dick macht, sondern zu fragen: Warum reagiert wessen Körpergewicht wie auf was? Und: Mit welchen Ernährungsratschlägen können wir jenen helfen, die zu ernährungsbedingtem Übergewicht neigen? Die anderen könnten wir ja diesbezüglich einfach in Ruhe lassen.“

Hier übrigens aus einer Buchbesprechung im Deutschen Ärzteblatt zu einem Buch von Hans Glatzel, welches Pollmer einst aufgriff: Bei der „kritischen“ Stellungnahme zu Empfehlungen für die wünschenswerte Höhe der Vitaminzufuhr wird mehrmals das Kind mit dem Bad ausgeschüttet, wenn zum Beispiel die neurologischen Symptome des Vitamin-B-1-Mangels in Abrede gestellt werden. Die Lektüre des Büchleins empfiehlt sich, wenn man Freude an Dialektik hat und auch andere Quellen heranziehen kann. Kein Wunder, dass er sich daraus bedient.

(Korrigenda: „of Food Chemistry“ -> „in Food Chemistry“, „Lobbyist“ -> „PR-Heini“.)