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Autor Thema: Bioscan - 5000€ für das Ein- und Ausschalten einer LED  (Gelesen 4306 mal)

Peiresc

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Re: Bioscan - 5000€ für das Ein- und Ausschalten einer LED
« Antwort #30 am: 06. Dezember 2019, 20:39:38 »
(editiert)
Zitat
Die Seriosität des Beitrags erkennt man bereits an der „Leberkäse-Messung“: Unser Gerät wurde hier eindeutig zweckentfremdet. Dies ist ein eindeutiger Indiz dafür, dass sich nicht mit der Funktionsweise unserer Technologie auseinandergesetzt wurde, sondern das Gerät ins lächerliche gezogen werden soll

Ah, Leberkäse! Da hat's bei mir geklingelt. Ups, war schon in #18, aber kann hier ruhig nochmal:
Zitat
https://www.springermedizin.de/allergologie-in-der--hno-heilkunde/allergien-und-intoleranzreaktionen/einfache-testverfahren-zur-ueberpruefung-der-aussagekraft-von-bi/16816508
Ergebnisse
Bestehende Diagnosen schwer erkrankter Patienten wurden nicht erkannt, der Leiche beste Gesundheit neben einer Fülle potenzieller Gesundheitsrisiken attestiert, ebenso wie allen Probanden. Messungen an frischem Leberkäse sowie an einem feuchten Tuch unter verschiedenen Angaben zu Alter, Geschlecht, Körpergröße, Gewicht und Namen führten zu unterschiedlichsten Befunden mit relativen Standardabweichungen bis über 200 %. Andererseits waren Ergebnisse, die unter gleichen Probanden- beziehungsweise Patientendaten am feuchten Tuch und dem Fleischbrät gewonnen wurden, nahezu identisch mit denen, die von den Probanden beziehungsweise Patienten erzielt wurden.

und:
Zitat
Als persönlich etwas kränkend erlebte der Autor die Tatsache, dass ihm ein Gedächtnisindex von 0,152 zugeschrieben wurde (rot, also deutlich im pathologischen Bereich), seinem Pendant Leberkäse zwar ein auch pathologischer, aber höherer Wert von 0,163. Immerhin wurden beide, der Leberkäse und der Autor, bezüglich ihres Proteinstoffwechsels als gleichwertig und normal eingeschätzt. Beruhigend ist auch, dass alle beteiligten männlichen Probanden bezüglich ihrer Sexualfunktionen als normal gelten, ähnlich wie ihre beiden Alter Egos, der Leberkäse und das feuchte Tuch. Unseren Kolleginnen gegenüber war die Software weniger charmant.
Sollte ins Lächerliche gezogen werden? Mission accomplished.

 :rofl2

Daggi

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Re: Bioscan - 5000€ für das Ein- und Ausschalten einer LED
« Antwort #31 am: 07. Dezember 2019, 02:12:18 »
Habe auch noch etwas dazu passendes gefunden:


Johannes Geier: Bioresonanz: alles (Leber-) Käse?, in: Pädiatrie, August 2019, Volume 31, Issue 4, pp 12–12 (Springer)

https://link.springer.com/article/10.1007/s15014-019-1696-3

Bioresonanzuntersuchungen sind in der Alternativmedizin nach wie vor verbreitet. Ein wissenschaftlicher Beleg für die Aussagefähigkeit der Methode fehlt. Zwei Münchener Ärzte haben jetzt mit einem Praxistest die Validität moderner Bioresonanzmessungen überprüft.

Seit über 40 Jahren werden Bioresonanzgeräte in der Alternativ- oder Komplementärmedizin zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt. Im Laufe der Jahre wurden die Namen der Geräte geändert und das Design modernisiert — das Prinzip blieb jedoch unverändert. Eine konkrete Darstellung der Funktionsweise der Bioresonanzgeräte und der wissenschaftlichen Grundlage des Verfahrens gibt es bis heute nicht. Die Anbieter verweisen lediglich allgemein auf quantenphysikalische Prozesse und die umstrittenen „Skalarwellen“. Obwohl seit 1990 in mehreren Untersuchungen nachgewiesen wurde, dass mit der Bioresonanz am Patienten keine reproduzierbaren und nachprüfbaren Ergebnisse erzielt werden, sind entsprechende Geräte noch immer verbreitet.

Zwei moderne Bioresonanzgeräte (Bioscan-SWA und Vieva Vital-Analyser), die innerhalb von weniger als 2 Minuten über 200 sogenannte Vitalparameter analysieren, wurden jetzt einem Praxistest unterzogen. Bioresonanzuntersuchungen wurden an neun Probanden ohne akute Erkrankung, zwei Patienten, einer Leiche, einem Leberkäse und einem feuchten Tuch durchgeführt. Die Messungen an dem Leberkäse und dem feuchten Tuch wurden unter den Namen der Probanden und unter deren Angaben zu Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht vorgenommen.

Bestehende Erkrankungen wurden von dem Gerät ebenso wenig erkannt wie die Tatsache, dass die Leiche nicht lebte. Messergebnisse am Leberkäse beziehungsweise am feuchten Tuch lagen nahe bei den Ergebnissen der echten Probanden. Messungen am selben Probanden, jedoch unter Angabe eines anderen Namens und mit anderen Angaben zu Alter, Größe und Gewicht, ergaben abweichende Ergebnisse. Wiederholungsmessungen unter gleichen Voraussetzungen führten teilweise zu extrem großen Abweichungen (bis zu 200 %).

Die Parameter einer Bioresonanzuntersuchung, die zu einem großen Teil völlig unklar definiert sind und Fantasie-namen haben, werden ohne Maßeinheit ausgegeben. Ein jeweiliger Normbereich wird dargestellt; woher dieser Wert stammt, bleibt jedoch unklar. Die Autoren ziehen die Schlussfolgerung, dass die Bioresonanzgeräte nicht in der Lage sind, die untersuchten Materialien zu unterscheiden, und vermuten, dass die produzierten „Messwerte“ eher mit einer Software anhand der eingegebenen Angaben zur Person erzeugt werden.

Kommentar
Man sollte sich durch den lustigen Titel der Arbeit („Leberkäse-Test“) und das ungewöhnliche Setting nicht täuschen lassen — die hier vorgestellte Untersuchung wurde methodisch sauber durchgeführt. Ihre Ergebnisse sind gut dokumentiert und nachvollziehbar detailliert dargestellt. Sie entlarvt mit relativ einfachen Mitteln die Bioresonanzmethode als nicht aussagekräftig und nicht reproduzierbar. Und was sagen die Hersteller dazu? Auf der Website eines Anbieters heißt es: „Dieses Gerät ist nicht zur Diagnose von Krankheiten gedacht; auch nicht für die Heilung, Linderung, Behandlung oder Vorsorge von Krankheiten.“ Aha! Wozu dann?
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Deuterium

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Re: Bioscan - 5000€ für das Ein- und Ausschalten einer LED
« Antwort #32 am: 07. Dezember 2019, 22:37:53 »

Im Psiram-Wiki gibt es ja auch einen Eintrag zur "Urmutter" des ganzen Bioresonanzelektroschrottes. Allerdings hatten sich da auch schon mehrere technisch verständige Menschen um Auseinendernehmen und Aufklärung bemüht. Hier nur mal ein interessantes Video dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=y4xSXwI-0cA   :o

Das ändert aber rein garnichts an dem Blödsinn, der einem da so präsentiert und verkauft werden will ;-)

Deuterium

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Re: Bioscan - 5000€ für das Ein- und Ausschalten einer LED
« Antwort #33 am: 08. Dezember 2019, 17:00:37 »

Als D. Pugge seine Videos über den BS veröffentlichte, hatte er auch zuletzt sowohl ein komplettes Video als auch viele seiner Rechercheergebnisse als gepacktes Archiv zum herunter laden veröffentlicht. Darin befanden sich auch sehr interessante Aufnahmen des von ihm geöffneten BS. Die verwendeten Platinen und USB-Controller wurden mit viel Klebemasse in das Gehäuse eingeklebt. Sah nicht wirklich professionell verarbeitet aus. Abgesehen davon gab es eine teilweise Dokumentation der Bauteile auf der Platine und mehr. Leider ist der Link zu diesem freigegebenen "Paket" nicht mehr auffindbar. Vielleicht weiß ja jemand was ich meine und hatte sich das mal runter geladen. Zumindest einige der Bilder könnten dokumentarische Ergänzungen für den BS-Eintrag im Wiki darstellen.

An anderer Stelle in einem "Gesundheitsforum" stieß ich schon vor einiger Zeit auf einen Hinweis auf folgenden interessanten Artikel des Spiegel aus dem Jahr 1982. Wer einen bekannten Namen findet, der darf ihn behalten ;-)

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14336158.html

danlemur

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celsus

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Re: Bioscan - 5000€ für das Ein- und Ausschalten einer LED
« Antwort #35 am: 19. Dezember 2019, 23:09:38 »
Klasse, dankeschön!  :grins2:
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Daggi

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