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Autor Thema: Harald Walach: Bröckelnde Mythen: Fett und Salz – Gott erhalt’s  (Gelesen 1290 mal)

Groucho

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Aus seinem Blog:

http://harald-walach.de/2017/03/28/broeckelnde-mythen-fett-und-salz-gott-erhalts/

Zitat
Ein neuer Sargnagel für die Cholesterin-Hypothese der koronaren Herzkrankheit – geschmiedet vom kanadischen Epidemiologen Salim Yusuf

Ich hatte in früheren Beiträgen – dem längeren zweiteiligen Beitrag von „Bröckelnde Mythen“ (inkl. Erwähnung des Buches von Nina Teicholz), sowie in einer Besprechung des neuen Buches von Rosch (www.thincs.org) [1] – bereits darauf hingewiesen, wie schwach das Fundament ist, auf dem unsere allseits als so sicher transportierte Meinung ruht, dass „Cholesterin schlecht fürs Herz“ sei und daher eine Reduktion des Fettkonsums, vor allem der gesättigten Fettsäuren tierischen Ursprungs, förderlich für die Gesundheit sei.

Ich habe dazu keinerlei Ahnung, außer, wie verquer Epidemiologie im Ernährungssektor ist. Kann es sein, dass er mal was Ernsthaftes geschrieben hat?

"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Joseph Kuhn

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Re: Harald Walach: Bröckelnde Mythen: Fett und Salz – Gott erhalt’s
« Antwort #1 am: 01. April 2017, 21:12:17 »
Von der Sache her hat er schon was Ernsthaftes geschrieben, das macht er ja auch sonst immer wieder. Aber man kann sich fragen, ob er den verschwörungstheoretischen Duktus nicht etwas übertreibt, z.B. wenn er schreibt, dass "mittlerweile alle an den Mythos von der Gefährlichkeit gesättigter Fettsäuren und des Cholesterins glauben" und dann reihenweise kritische Studien und das thincs-Netzwerk zitiert. 

Was speziell den ersten Teil der Cholesterinkette angeht, nämlich dass die Aufnahme von Cholesterin über die Nahrung ein Gesundheitsrisiko darstelle, ist das Thema praktisch durch: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/cholesterin-usa-streichen-warnung-aus-ernaehrungsempfehlung-a-1019634.html. Über die Rolle der Blutfette wird der Streit wohl weitergehen, eben weil nicht alle daran glauben.

Und was den Rest des Artikels angeht, empfehle ich als Parallellektüre diesen Text von Spektrum Wissenschaft:
http://www.spektrum.de/news/die-cholesterin-bombe/1204826. Da gibt es so manches Deja vu.

Groucho

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Re: Harald Walach: Bröckelnde Mythen: Fett und Salz – Gott erhalt’s
« Antwort #2 am: 01. April 2017, 21:31:07 »
Und was den Rest des Artikels angeht, empfehle ich als Parallellektüre diesen Text von Spektrum Wissenschaft:
http://www.spektrum.de/news/die-cholesterin-bombe/1204826. Da gibt es so manches Deja vu.

Merci. Darauf einen Schweinebraten und ein gutes Bier.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Peiresc

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Re: Harald Walach: Bröckelnde Mythen: Fett und Salz – Gott erhalt’s
« Antwort #3 am: 01. April 2017, 21:56:14 »
Leider finde ich die richtigen Stichwörter nicht mehr, deshalb aus meiner ungenauen Erinnerung. In den USA hatte irgendjemand in den 50er Jahren eine kontrollierte Ernährungsstudie aufgelegt (ich glaube über Omega-3-Fettsäuren, diese Hypothese ist nämlich steinalt). Er war vor Studienende gestorben. Sein Sohn (oder Enkel) fand die Kisten mit den Studienprotokollen auf dem Dachboden und machte sich die Mühe der Auswertung.

Die Hypothese wurde widerlegt. Die Publikation ist noch nicht lange her. 30 oder 40 Jahre lang galt die Geschichte mit den polyungesättigten FS als den guten Fetten für quasi gesichertes Wissen.

Man kann daraus den Schluss ziehen, dass Ernährungsstudien, so einfach theoretisch ihr Design ist, in der Praxis unmöglich sind, so dass man nie letzte Klarheit haben wird, was nun gut oder schlecht ist. Insofern ist ein Entlarvungstonfall Overkill (den Herrn Prof. W. werde ich nur lesen, wenn ich muss).

Wie gesagt, alle Einzelheiten müssen nicht stimmen, aber für die Schlussfolgerung verbürge ich mich  8).