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Amerika du hast es besser

Begonnen von Peiresc, 13. November 2016, 20:28:34

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Bachblüte

SAVE AMERICA: Donald Trump ist zurück auf der Wahlkampfbühne
https://www.youtube.com/watch?v=ePeVZi0IESo

Auf den sich selbst erbrechenden Smiley verzichte ich jetzt mal. Es ist auch so schon eklig genug.

celsus

Zitat von: Bachblüte am 11. Oktober 2021, 20:28:03
SAVE AMERICA: Donald Trump ist zurück auf der Wahlkampfbühne

Eines ist jetzt schon sicher: Sämtliche Medien, ob ihm wohlgesonnen oder nicht, werden dafür sorgen, dass die ganze Welt von jedem seiner verbalen Auswürfe erfährt.

#)
The best thing about science is that it works - even if you don't believe in it.

Peiresc

ZitatEric Schmitt @Eric_Schmitt
In 1492 the "consensus" among scientists was that the earth was flat. Christopher Columbus challenged that notion and changed the world forever. #HappyColumbusDay
Hier sind einige Erläuterungen am Platz.
1. Der "Konsens" der Wissenschaftler um 1492 war, dass die Erde rund ist, wenn es auch zahlreiche Unklarheiten gegeben hat (jedenfalls ist auch die gegenteilige Behauptung ein Mythos, dass niemand im Mittelalter je an eine flache Erde geglaubt hat).
2. Kolumbus ist grad im politischen Brennpunkt.
3. Eric Schmitt ist Missouri's Attorney General und bewirbt sich für einen Senatssitz.

Wie passt das alles zusammen? So:
ZitatFred Wellman @FPWellman:
This dumbass is actually smart but has to hide it to beat the guy who sexually assaulted his mistress in his basement and the nutjob who waved guns at peaceful protestors walking by his house. That's the GOP.



sailor

Das Problem an der Beweisführung zur Wissenslage im Spätmittelalter ist, dass es einfach jenseits der Klöster, Unis, kleiner Teile der Stadtbevölkerung und ausgewählter Adeliger kein wirkliches Allgemeinwissen gab, schon gar kein "kosmologisches". Die Mönche hatten zwar die Werke der Antike, inkl. den ersten Berechnungen des Erdumfanges, haben sich aber größtenteils in Debatten um theologische Sachverhalte verstrickt. Die Frage, ob die Erde rund, flach, kartoffel(sic!)förmig ist spielte einfach keine Rolle. Und Christoph Columbus wollte diese Theorie nie beweisen, er wollte in Indien reich werden. Zumal er, wenn die "runde Erde" derart ketzerisch gewesen wäre, an einem erzkatholischen Hof wie dem Spanischen nie Kohle/Schiffe für das Unternehmen bekommen hätte, sondern eine thermal durchgeführte Lebendbestattung.

Nochmal was aus der Postmoderne: Biden gibt Akten aus Trump-Zeit zum Sturm auf das Capitol frei: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/sturm-auf-us-kapitol-biden-gibt-akten-gegen-willen-von-trump-frei-17577163.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Peiresc

Zitat von: sailor am 12. Oktober 2021, 11:50:50
Die Frage, ob die Erde rund, flach, kartoffel(sic!)förmig ist spielte einfach keine Rolle.

Korrekt (nur "schachtelförmig" [Tabernakel] hast Du vergessen). Mehr Details hier.
ZitatMittelalter-Flacherde reloaded

Noch einmal zurück zur Gestalt der Erde: sie war im Mittelalter eine Frage weder von praktischem noch von theologischem Interesse. Unendlich viel wichtiger war es, sich Gedanken über die Lage des Paradieses (im Osten? in der Antichthon?) oder die Sphären des Himmels oder die Wasser des Firmaments [28] zu machen oder über den Verlauf der ,,unterirdischen Flüsse" aus dem Paradies zu spekulieren. Über die Bewohner ferner Weltgegenden schoss die Fantasie ins Kraut. Es ist letztlich ahistorisch, die Frage, ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe war, davon zu isolieren und aus ihr eine bedeutende Angelegenheit zu machen, in der einen wie in der anderen Richtung. Insbesondere im frühen Mittelalter herrschte Verwirrung, und noch im Hochmittelalter war die Allgemeinheit alles andere als im Bilde.


PeterPan

Zitat von: sailor am 06. Oktober 2021, 15:26:38
Meines Erachtens ist die libertäre Doktrin, der Kapitalismus und vollkommen freie Märkte nur für jene wirklich attraktiv, die davon primär profitieren. Wer mit 25 ins Investmentgeschäft einsteigt und mit 29 seinen eigenen Fonds hat war nie ganz unten und kann daher die Schattenseiten geflissentlich ignorieren.

Erinnert mich an die Aussage "Konservatismus für mich. Liberalismus für dich.". Insbesondere in den USA haben die Libertären in diesem Hinblick eine Schlagseite und die Konservativen lassen sich regelmäßig vor den Karren spannen. Siehe Trump der sich ja an der Präsidentschaft bereichert hat, aber angetreten ist den Sumpf trockenzulegen. Die Libertären rekrutieren sich großteils aus dem rechten Rand, um eine moralische/ökonomische Berechtigung zur Diskriminierung von Afroamerikaner, die auch mithilfe des Staates forciert wird.

Thiels Ideale sind vllt. in seinen Augen libertär, aber zu Ende gedacht, müsste ein/e Staatsdiktatur/monopol mit Korruption/Nepotismus die innovativste der Welt sein.

sailor

Für Opportunisten und "Risktaker" sind Dikaturen mit fluiden Rechts- und Staatsaufbau in der Tat innovativ, weil sie sich dort austoben können. In dem Sinne sind sie eigentlich 120% ideologie-los, sie passen sich an, nehmen Regelungslücken als Chancen wahr und holen das Maximum raus. Um nix anders geht es. Diktaturen befördern per se Egoismus, im "Führerstaat" wird er sogar forciert. Schaut man sich die ganzen Diktaturen (ja auch die Diktaturen des Proletariats) an, so fällt auf, dass dort eine "Bereicherung" (sei es materiell oder Machtfülle) der Egomanen und Funktionäre stattfindet. Der Staat als Solidargemeinschaft wird dadurch ausgehebelt, das Staatseinkommen kommt dem Apparat und den Egomanen zugute, nicht den Bürgern und darum geht es Herrn Thiel im Endeffekt. Er wird es so nicht sagen und sicher auch nicht verstehen... aber die Doktrin von "jeder nach seinen Fähigkeiten ohne Nivellierung durch den Staat" geht genau in die Richtung.

Libertär und konservativ sind nicht unbedingt eine natürliche Verbindung. Es gibt auch konservative Strömungen, die für sehr viel mehr Staat sind (Monarchisten :D ) und Libertäre, die die Ausweitung von Menschen- und Sozialrechten positiv sehen. Das Problem in den USA ist, dass sowohl "Konservative" als auch "Libertäre" ein Theorie-Problem haben (wo die Linke dort zu viel Doktrin mit den falschen Schwerpunkten hat). US-Libertäre speisen aus einem Theoriepool, der seine Wurzeln in der Unabhängigkeitsphase hat, mit der ganzen Diskussion um die Verfassung, federalist papers etc. Oft ist es ein ermüdendes Diskutieren um die ursprüngliche Verfassung, wobei von libertärer/konservativer Seite bewusst ausgeblendet wird, dass 200 Jahre vergangen sind und Verfassungen leben müssen. Da gibt es mehr Parallelen zu Fundamentalistischen Gläubigen (Was in der Bibel/Koran/Thora steht ist WAHR!) als zu aufgeklärten Bürgern.

Yadgar

Hi(gh)!

Zitat von: PeterPancake am 13. Oktober 2021, 17:49:49
Thiels Ideale sind vllt. in seinen Augen libertär, aber zu Ende gedacht, müsste ein/e Staatsdiktatur/monopol mit Korruption/Nepotismus die innovativste der Welt sein.

...oder das, was meine Brutalsatire-Sockenpuppe "Neoliberaler Ellenbogenkrieger" seit vielen Jahren propagiert: 99,99999995 % der Menschheit (die "Minder- und Nichtsleister", das "08/15-Pack") werden zu Proteinmehl geschreddert, der Rest (die "hart arbeitenden Höchstleistungsträger des Standortes Erde") wedelt sich auf diesen endgültig größten Genozid der Menschheitsgeschichte genüsslich einen von der Palme und genießt fortan sein Trilliarden-Vermögen im transhumanistischen Roboterparadies *wank* *wank* *wank*...

Bis bald im Khyberspace!

Yadgar

sailor

@Yadgar: Nein. Das trifft es nicht. Der "Neoliberale Ellenbogenkrieger" braucht irgendwelche Untermenschen, die für seinen Latte den Kaffee pflücken und ihn nach seinen Wünschen aufbrühen. Er braucht Kinder, die in Bergwerken das Lithium und Cobalt für die Batterien seines Laptops, Smartphones und Tesla aus der Erde kratzen. Er braucht marginalisierte weibliche Einwanderinnen, die für einen Hungerlohn in der Villa Scheiße und Kotze nach der Koksparty aufwischen und fragen, ob sie für nen Euro mehr noch... lassen wir das.

"Bevölkerungsreduktion" ist kein neoliberales Konzept, weil neoliberal auf einer Ausweitung der Wirtschaft beruht. Das geht nicht ohne mehr Produzenten und Konsumenten. Der Neolib weiss ganz genau, dass seine Profite von einer möglichst vielgliedrigen Wertschöpfungskette abhängen. Je mehr "Mehrwertzwischenschritte", desdo größer der mögliche Gewinn. Und je mehr Konsumenten billig herstellbarer Konsumgüter, desdo mehr Gewinn.

Yadgar

Hi(gh)!

Zitat von: sailor am 19. Oktober 2021, 14:04:45
@Yadgar: Nein. Das trifft es nicht. Der "Neoliberale Ellenbogenkrieger" braucht irgendwelche Untermenschen, die für seinen Latte den Kaffee pflücken und ihn nach seinen Wünschen aufbrühen. Er braucht Kinder, die in Bergwerken das Lithium und Cobalt für die Batterien seines Laptops, Smartphones und Tesla aus der Erde kratzen. Er braucht marginalisierte weibliche Einwanderinnen, die für einen Hungerlohn in der Villa Scheiße und Kotze nach der Koksparty aufwischen und fragen, ob sie für nen Euro mehr noch... lassen wir das.

"Bevölkerungsreduktion" ist kein neoliberales Konzept, weil neoliberal auf einer Ausweitung der Wirtschaft beruht. Das geht nicht ohne mehr Produzenten und Konsumenten. Der Neolib weiss ganz genau, dass seine Profite von einer möglichst vielgliedrigen Wertschöpfungskette abhängen. Je mehr "Mehrwertzwischenschritte", desdo größer der mögliche Gewinn. Und je mehr Konsumenten billig herstellbarer Konsumgüter, desdo mehr Gewinn.

Hmmm... ob ich meine Krawallsatire-Sockenpuppe stattdessen in "Nationalsatanist" umbenennen sollte? So eine Art Hyper-Nazi, dem es anders als den realen historischen Nazis nicht einmal mehr um eine wahnsinnige Rassismus-Utopie, sondern um Tod und Vernichtung als purem Selbstzweck geht, nach dem Motto "Auschwitz für alle, Auschwitz für immer", die Errichtung der Hölle auf Erden?

Es wäre mal eine interessante philosophische Diskussion, ob ein solcher Höllenstaat auf Dauer lebensfähig ist... laut George Orwells "1984" ist er das! "Und wenn sie eine Vorstellung von der Zukunft haben wollen, Winston Smith: stellen Sie sich einen Stiefel vor, der in ein Menschenantlitz tritt - immer und immer wieder! [...] Und vergessen Sie nicht, dass dies für immer gilt!"

Bis bald im Khyberspace!

Yadgar

sailor

Nationalnihilist trifft es besser... mit Neigung zu autoerotischen Handlungen unter Eindruck brutaler Bilderszenen...

Nein. Ein Staat wie in 1984, Stalinrussland in der Großen Säuberung oder ähnliches ist nicht dauerhaft lebensfähig. Bei wahlloser Gewaltanwendung kehrt sich das System immer gegen die Ausübenden von Gewalt. Stalin selbst hat die Sache ja beendet (obwohl seine Paranoia immer wieder hart kickte) und auch ein Regime wie die Roten Khmer haben jede Überlebensfähigkeit verloren. Wenn externe Konflikte dazukommen dann gehts umso schneller... Motivierte Menschen sind das wichtigste Potential in konflikten und ein Brutalregime baut keine Motivation auf, im Gegenteil. Wenn die Gefangenschaft beim Kriegsgegner verlockender erscheint als das Leben daheim ist die Sache verloren.

Hier kommt auch das Perfide des NS zum Tragen: Der NS-Staat war nicht wahllos in seiner Grausamkeit, er war sehr genau. Die Täter hatten eine sehr genaue Vorstellung davon, was "weg" sollte und mehr sollte auch nicht angerührt werden... was sich spätestens mit den "free killing"-Zonen hinter der Ostfront auflockerte und in den Endphasenverbrachen vollkommen enthemmt wurde. Das war aber nicht das Kalkül dahinter. "Vaterland" beschreibt das sehr gut, es sollte kein brutaler Staat werden, sondern eine Utopie für erwählte Ethnien. Die "anderen" sollten weg, damit mehr für die Erwählten da ist... wobei es auch hier dezidierte Ansätze für "Sklavenklassen" gab... die sollten wenn nur durch Arbeit vernichtet werden.

Juliette

ZitatDie Vereinigten Staaten befinden sich in einem Kalten Bürgerkrieg, sagt der Religionswissenschaftler Bradley Onishi: ,,Unsere Kultur und Politik sind so gespalten, dass es sich anfühlt, als würden zwei Länder in einem Raum existieren. Es ist ein kalter Krieg, weil es bisher nicht zu weit verbreiteter Gewalt gekommen ist, aber es gibt Warnzeichen aus 2020, die auf steigende Unruhe hindeuten."

...

Die Vertreter der Religiösen Rechten fühlen sich durch den Obersten Gerichtshof ermutigt. Und sie haben allen Grund dazu: Der Supreme Court hat an seinem letzten Tag vor der Sommerpause 2021 eine Reihe von Urteilen veröffentlicht, die der amerikanischen Demokratie einen herben Schlag versetzt haben. Zum einen beschied das Gericht mit einer 6:3-Mehrheit, dass die Wahlrechtsbeschränkungen im Swing State Arizona verfassungskonform seien.

Das Urteil, geschrieben von Samuel Alito, stellt eine weitere Aushöhlung des Voting Rights Acts von 1965 dar. Laut dem Supreme Court verstoßen Gesetze, die eindeutig bestimmte Bevölkerungsgruppen diskriminieren, nur dann gegen die Verfassung, wenn sie auch eindeutig in dieser Absicht verfasst wurden. Es ist ein Meilenstein in dem jahrzehntelangen Bestreben der erzkonservativen Federalist Society-Fraktion des obersten Gerichts, das Wahlrecht zu unterwandern.

John Roberts, der so gern als moderater Konservativer genannt wird, hatte für diese Fraktion bereits 2013 einen bedeutenden Sieg errungen, als das Gericht unter seiner Führung im Fall Shelby County gegen Holder beschloss, dass Bundesstaaten eine Änderung ihres Wahlrechts nicht mehr vom Bund genehmigen lassen mussten. Er setzte damit eine Regelung außer Kraft, die rassistischen Wahlrechtsbeschränkungen in der Vergangenheit einen Riegel vorgeschoben hatte.

https://www.tagesspiegel.de/kultur/brennpunkt-usa-angriff-auf-die-demokratie/27605654.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Und so weiter und so weiter. Wie abzusehen, nachdem Trump und seine Hintermänner für viele Jahre die "richtigen" Leute in den Supreme Court hineinhieven konnten.

sailor

Es ist seit langem ein Kalter Krieg... eigentlich seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Bürgerkrieg war eine kurze heiße Phase, aber wirklich geendet hat er nie. Der nächste rechte Aufschrei ist schon in der Pipeline(sic), in New York wird die Statue von Jefferson (3. PotUS) aus dem Rathaus entfernt...

Scipio 2.0

Mit welcher Begründung?

Edit: Vergesst die Frage! Ich habe es selber nachgelesen, es ging um Sklavenhaltung.