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Autor Thema: täglich uninteressante Links  (Gelesen 83168 mal)

Gefährliche Bohnen

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #15 am: 30. Mai 2016, 01:47:35 »
Das danach ist auch wichtig:

Zitat
Grundsätzlich gilt aber: Auch eine homöopathische Behandlung kann den Arztbesuch oder einen Gang zum Heilpraktiker nicht ersetzen. Insbesondere die Dosierung und Anwendungsweise muss immer mit einem Homöopathie-Experten besprochen werden.

Nicht auszudenken, was da passieren kann, wenn man da was verwechselt!

"Ich muss an dieser Stelle gestehen: Ich mag Karpfen gar nicht." - Groucho
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Typee

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #16 am: 03. Juni 2016, 18:02:38 »
Rechtzeitig zum Wochenende: das nächste Superfood. Jetzt ist es Grünkohl, und bald haben wir alles durch.

http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/gesundheit-gruenkohl-schuetzt-am-besten-vor-krebs-2016060367978

Wobei mir nur

Zitat
Gesundheit: Grünkohl schützt am besten vor Krebs

und

Zitat
Wissenschaftler weisen hohen Gehalt an krebsvorbeugenden Substanzen nach

nicht so ganz das gleiche zu bedeuten scheinen. Und die supergesunden Bestandteile anscheinend diese hier sein sollen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Senf%C3%B6lglycoside

Damals starben die Menschen früher, aber gesünder.

Groucho

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #17 am: 03. Juni 2016, 19:04:03 »
Rechtzeitig zum Wochenende: das nächste Superfood. Jetzt ist es Grünkohl, und bald haben wir alles durch.

Sehr schön.

Erstaunlich ist dieses Metaphänomen der völligen Sprachumkehrung, die ein Handeln fordert, statt einer Unterlassung - das ist wunderbarer Treibstoff für Kapitalismuskritik.

Es gibt ja eigentlich keine "gesunde" Ernährung, nur mangelnde, schädliche, oder welche im Übermaß. Ähnlich dem Immunsystem, "gestärkt" wird es maximal durch Exposition, was man eher vermeidet. Man kann es nur schwächen.

Die ganze Präventionsgeschichte geht in die gleiche Richtung: Man soll etwas tun - statt Dinge einfach zu unterlassen. Mit Unterlassung kann man allerdings nichts verschachern.

 
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Typee

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #18 am: 03. Juni 2016, 19:24:25 »
Das ist der eine Aspekt. Der andere, der mir aufgefallen war, ist die automatische Gleichsetzung von Surrogat- und realen Endpunkten. Was mit extrahierten chemischen Verbindungen in einer Petrischale auf einem Tisch in einem Labor geschieht, ist etwas ganz anderes als das, was in einem lebenden Organismus abläuft. Klar kann ich mit irgend etwas, was in Grünkohl, Broccoli oder Bohnerwachs enthalten ist, in irgend einer Konzentration Krebszellen erschrecken. Viel interessanter wäre die Frage, ob unter dem Strich ein netto-Benefit herausschaut, und ab welchem Punkt der Grenznutzen überschritten wird und an irgend einer Stelle  in einen Schaden umschlägt. Nur traut sich zu Recht niemand, dazu eine belastbare Angabe zu machen. Es wäre so kompliziert, das keine nachvollziehbare Regel daraus formuliert werden könnte. Hauptsächlich keine Diätempfehlung mit allem Drum und Dran.

Gut und böse lassen sich nicht so einfach sortieren. Selbst solche Dinge wie Kadmium haben im Stoffwechsel essenzielle Funktionen - in winzigen Mengen, aber immerhin. Und offenkundig gibt es auch für die gelobten Senföle im Grünkohl einen Punkt, wo es des Guten zu viel wird. Für Grünkohl-Smoothies bin ich mir echt zu schade.

Hier passt er mal perfekt:  #)
Damals starben die Menschen früher, aber gesünder.

Groucho

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #19 am: 03. Juni 2016, 19:35:24 »
Das ist der eine Aspekt. Der andere, der mir aufgefallen war, ist die automatische Gleichsetzung von Surrogat- und realen Endpunkten. Was mit extrahierten chemischen Verbindungen in einer Petrischale auf einem Tisch in einem Labor geschieht, ist etwas ganz anderes als das, was in einem lebenden Organismus abläuft. Klar kann ich mit irgend etwas, was in Grünkohl, Broccoli oder Bohnerwachs enthalten ist, in irgend einer Konzentration Krebszellen erschrecken. Viel interessanter wäre die Frage, ob unter dem Strich ein netto-Benefit herausschaut, und ab welchem Punkt der Grenznutzen überschritten wird und an irgend einer Stelle  in einen Schaden umschlägt. Nur traut sich zu Recht niemand, dazu eine belastbare Angabe zu machen. Es wäre so kompliziert, das keine nachvollziehbare Regel daraus formuliert werden könnte. Hauptsächlich keine Diätempfehlung mit allem Drum und Dran.

Gut und böse lassen sich nicht so einfach sortieren. Selbst solche Dinge wie Kadmium haben im Stoffwechsel essenzielle Funktionen - in winzigen Mengen, aber immerhin. Und offenkundig gibt es auch für die gelobten Senföle im Grünkohl einen Punkt, wo es des Guten zu viel wird. Für Grünkohl-Smoothies bin ich mir echt zu schade.

Hier passt er mal perfekt:  #)

Dies in einem Blog mal zusammenzufassen, wäre ein löbliches Unterfangen ...
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Gefährliche Bohnen

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #20 am: 03. Juni 2016, 20:20:22 »
Rechtzeitig zum Wochenende: das nächste Superfood. Jetzt ist es Grünkohl, und bald haben wir alles durch.

Sehr schön.

Erstaunlich ist dieses Metaphänomen der völligen Sprachumkehrung, die ein Handeln fordert, statt einer Unterlassung - das ist wunderbarer Treibstoff für Kapitalismuskritik.

Es gibt ja eigentlich keine "gesunde" Ernährung, nur mangelnde, schädliche, oder welche im Übermaß. Ähnlich dem Immunsystem, "gestärkt" wird es maximal durch Exposition, was man eher vermeidet. Man kann es nur schwächen.

Die ganze Präventionsgeschichte geht in die gleiche Richtung: Man soll etwas tun - statt Dinge einfach zu unterlassen. Mit Unterlassung kann man allerdings nichts verschachern.

Ich schätze, das ist das gleiche Prinzip wie beim Omission Bias, der in übersteigerter Form bspw. bei der Impfgegnerschaft zum tragen kommt - nur von der anderen Seite aus betrachtet. Das Gefühl, Kontrolle über etwas zu haben, der Akteur zu sein, scheint uns wichtiger zu sein, als das, was am Ende tatsächlich herauskommt, so wie sich die aktive Beteiligung an einem Schaden mehr nach Schuld anfühlt als die passive. Das Gefühl sagt: mehr Handeln = mehr Effekt. Ich könnte mir vorstellen, dass das einer dieser ökonomischen Trampelpfade unseres Gehirns ist, die oft genug zutreffend sind bzw. waren, um sich durchzusetzen, aber eben längst nicht immer stimmen. Wie so oft kommt es darauf an, den Trampelpfad als solchen zu erkennen, ab und zu den Realitätscheck zu machen und nochmal auf die Karte zu gucken, wo man eigentlich schnell nochmal hinwollte und ob der Trampelpfad tatsächlich da hin führt. Und dann ggf. sein Verhalten anzupassen.
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Groucho

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #21 am: 03. Juni 2016, 23:37:03 »

Ich schätze, das ist das gleiche Prinzip wie beim Omission Bias, der in übersteigerter Form bspw. bei der Impfgegnerschaft zum tragen kommt - nur von der anderen Seite aus betrachtet.

Umkehrung von "Gedankenschneisen" scheint einfacher, als neue zu schlagen, ja. Der Weg ist der gleiche, nur andersrum.

Zitat
Das Gefühl, Kontrolle über etwas zu haben, der Akteur zu sein, scheint uns wichtiger zu sein, als das, was am Ende tatsächlich herauskommt, so wie sich die aktive Beteiligung an einem Schaden mehr nach Schuld anfühlt als die passive. Das Gefühl sagt: mehr Handeln = mehr Effekt. Ich könnte mir vorstellen, dass das einer dieser ökonomischen Trampelpfade unseres Gehirns ist, die oft genug zutreffend sind bzw. waren, um sich durchzusetzen, aber eben längst nicht immer stimmen. Wie so oft kommt es darauf an, den Trampelpfad als solchen zu erkennen, ab und zu den Realitätscheck zu machen und nochmal auf die Karte zu gucken, wo man eigentlich schnell nochmal hinwollte und ob der Trampelpfad tatsächlich da hin führt. Und dann ggf. sein Verhalten anzupassen.

Innerhalb einer Art gibt es oft Prägungen, die eher passiv oder aktiv agieren; beides ist wohl in der Kombination erfolgreich.
(Ich werd ja immer mehr zum schlimmen Biologisten)
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mossmann

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #22 am: 06. Juni 2016, 18:29:12 »

Es gibt ja eigentlich keine "gesunde" Ernährung, nur mangelnde, schädliche, oder welche im Übermaß.

Kann man so jetzt auch nicht sagen. Wenn es, wie du schreibst, "negative" Ernährung gibt, kann man die "positive" (also eben ausgewogen, unschädlich und in Maßen) Ernährung ja ruhig als gesund bezeichnen, warum denn nicht?
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

Groucho

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #23 am: 06. Juni 2016, 18:58:21 »

Es gibt ja eigentlich keine "gesunde" Ernährung, nur mangelnde, schädliche, oder welche im Übermaß.

Kann man so jetzt auch nicht sagen. Wenn es, wie du schreibst, "negative" Ernährung gibt, kann man die "positive" (also eben ausgewogen, unschädlich und in Maßen) Ernährung ja ruhig als gesund bezeichnen, warum denn nicht?

Doch, kann man so sagen. "Gesundheit" ist ein Privativum - die Abwesenheit von Krankheit. Sicherlich kann man umgangssprachlich von "gesund" sprechen, es ist aber nicht exakt und dient vor allem den Dealern.
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mossmann

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #24 am: 06. Juni 2016, 19:21:34 »
Sicherlich kann man umgangssprachlich von "gesund" sprechen, es ist aber nicht exakt.

Nicht exakt. Ok, Die Welt geht unter!

 :P



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Groucho

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #25 am: 06. Juni 2016, 19:33:52 »
Sicherlich kann man umgangssprachlich von "gesund" sprechen, es ist aber nicht exakt.

Nicht exakt. Ok, Die Welt geht unter!

 :P

Schön, wenn Journalisten derart sprachliches Talent haben, den Unterschied nicht zu merken.
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Scipio

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #26 am: 07. Juni 2016, 18:19:58 »
Ist zwar nur eine Facebookseite aber trotzdem: https://www.facebook.com/Tierschutznews-334098356786766/timeline Ich denke der Name sagt eigentlich schon alles.
May the chaos be with you!

Groucho

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #27 am: 07. Juni 2016, 18:29:03 »
Ist zwar nur eine Facebookseite aber trotzdem: https://www.facebook.com/Tierschutznews-334098356786766/timeline Ich denke der Name sagt eigentlich schon alles.

Das ist hübsch, ja:

Zitat
"Dafür, dass die Landwirtschaft weniger als einen Prozentpunkt an der deutschen Wirtschaftsleistung ausmacht und weniger als 1,5 Prozent der Arbeitsplätze stellt, ist das Maß der ökologischen, gesundheitlichen und sozialen Probleme, die die Branche anrichtet, deutlich überproportional."

Das denke ich mir auch immer, schließlich kommt das Essen aus dem Supermarkt und Bioladen, wozu da noch Landwirtschaft.
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MrSpock

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #28 am: 07. Juni 2016, 18:32:11 »

Das denke ich mir auch immer, schließlich kommt das Essen aus dem Supermarkt und Bioladen, wozu da noch Landwirtschaft.

Und demnächst kommt das Essen direkt von Amazon, da brauchen wir auch keine Supermärkte mehr, die eh nur mit ihren Plastiktüten die Weltmeere verschmutzen! Landwirtschaft braucht es da lange nicht mehr!

http://www.welt.de/wirtschaft/article147460116/Amazon-bringt-kuenftig-auch-frische-Lebensmittel.html
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

mossmann

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Re: täglich uninteressante Links
« Antwort #29 am: 07. Juni 2016, 18:45:45 »

Doch, kann man so sagen. "Gesundheit" ist ein Privativum - die Abwesenheit von Krankheit. Sicherlich kann man umgangssprachlich von "gesund" sprechen, es ist aber nicht exakt und dient vor allem den Dealern.

Nur zu deiner Info und um "exakt" zu sein:

GESUND

Bedeutungsübersicht

        - keine Störung im körperlichen, psychischen und geistigen Wohlbefinden aufweisend; durch Krankheit nicht beeinträchtigt, keine Schäden durch Krankheit aufweisend
        [durch sein Aussehen] von Gesundheit zeugend
    - die Gesundheit fördernd, ihr zuträglich
    - der allgemeinen menschlichen Beurteilung nach richtig, vernünftig, normal

    - (Jägersprache) nicht getroffen; nicht angeschossen und daher kein Blut verlierend

(aktuelle Definition laut Duden)

 :laugh:
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