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Autor Thema: "Dr. Andrej Poleev"  (Gelesen 7849 mal)

duester

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Re: "Dr. Andrej Poleev"
« Antwort #15 am: 01. April 2015, 18:17:38 »
...bei aller tolleres, wie sagt mein Vater immer so schön, sei Hüter Deines Nächsten....und nu?
Es ehrt dich, dass du dir da Gedanken machst. Allerdings kannst du wohl außer auf einer strukturellen Ebene (z.B. Unterstützung von psychologischen Beratungsstellen an den Universitäten, Konfliktmanagement, Ombudsleute etc.) nicht viel tun. Nachdem ich mittlerweile wirklich viele Horrorgeschichten von psychischen Erkrankungen bei Mitarbeitern von Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen gehört habe (meine eigene eingeschlossen), frage ich mich, ob es sich wohl um ein strukturelles Problem handelt. In einem Bericht über Reichsbürger habe ich mal etwas Interessantes gehört: Diesem Verrennen in absolut wahnwitzige Ideen geht oft eine Lebenskrise, ausgelöst z.B. durch eine Insolvenz oder eine schlimme Scheidung o.Ä. voraus. Diese Erfahrung der Machtlosigkeit gegenüber "dem System" verpacken manche nur dann, wenn sie das System als "falsch" deklarieren und die (verlorenen) Kämpfe gegen das System immer und immer wieder ausfechten.  Als (angehender) Wissenschaftler ist dein Verstand dein Kapital und damit auch der verletztlichste Teil von dir. Auf der anderen Seite kann der Uni-Betrieb so grausam sein, dass auch emotional stabile Menschen Probleme kriegen können. Und da ist dann dein Verstand als der exponierte Teil von dir oft der Erste der dran glauben muss ...  Aber was du vllt. doch tun kannst, falls du z.B. Moderator hier bist: Du kannst den Betroffenen vielleicht die Möglichkeit gönnen, dass ihre Ergüsse irgendwann vergessen werden und solche Sachen löschen, wenn sie ganz klar auf eine Krankheit zurückzuführen sind.