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Autor Thema: Gekaufter Journalismus - Studie  (Gelesen 7509 mal)

mossmann

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #15 am: 18. Dezember 2014, 19:51:52 »
Hab ich keine, tut mir leid ...  :(
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MrSpock

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #16 am: 18. Dezember 2014, 20:00:03 »
Zurück zum Thema: Das Schlimme ist, dass es bei der sog. Fachpresse genauso ist. Egal, welche Fachzeitschriften welcher Branche auch immer man nimmt. Redaktionelle Beiträge, Interviews, Berichte über neue Technologien etc. werden nur geschrieben, wenn man entsprechend Anzeigen schaltet. Der Inhalt zählt nicht.
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Groucho

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MrSpock

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #18 am: 18. Dezember 2014, 20:07:43 »
Das Ergebnis heißt dann "Huffington Post". #)
Von allen Seelen, die mir begegnet sind auf meinen Reisen, war seine die menschlichste. (In Memoriam Groucho)

Zitat aus Star Trek II.

Bloedmann

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #19 am: 18. Dezember 2014, 23:39:41 »
Oder Motorwelt. ;) ;D
Es gibt so viele Dinge im Leben, die wichtiger sind als Geld… aber sie kosten so viel! Groucho Marx

mossmann

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #20 am: 19. Dezember 2014, 13:19:25 »
Zurück zum Thema: Das Schlimme ist, dass es bei der sog. Fachpresse genauso ist. Egal, welche Fachzeitschriften welcher Branche auch immer man nimmt. Redaktionelle Beiträge, Interviews, Berichte über neue Technologien etc. werden nur geschrieben, wenn man entsprechend Anzeigen schaltet. Der Inhalt zählt nicht.

nicht zu vergessen Musikzeitschriften.

Ein Album von Universal-Records etc. wird bei entsprechender Anzeige NIE verrissen ...
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

Belbo

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #21 am: 19. Dezember 2014, 17:22:43 »
Zurück zum Thema: Das Schlimme ist, dass es bei der sog. Fachpresse genauso ist. Egal, welche Fachzeitschriften welcher Branche auch immer man nimmt. Redaktionelle Beiträge, Interviews, Berichte über neue Technologien etc. werden nur geschrieben, wenn man entsprechend Anzeigen schaltet. Der Inhalt zählt nicht.

nicht zu vergessen Musikzeitschriften.

Ein Album von Universal-Records etc. wird bei entsprechender Anzeige NIE verrissen ...

"Wir planen da eine Sonderbeilage über Architektur in Ihrer Region und stellen da 10 Büros vor die....... Anzeige schalten"

ajki

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #22 am: 06. März 2015, 13:13:20 »
Nur so zur Dokumentation, weil heute der Bildblog einen beachtenswerten Beitrag von topfvollgold featured:

Interview mit B. Kartheuser, der neben anderen an einer 2013-Studie zu käuflichem "Journalismus" mitgewirkt hat und darüber im netzwerk recherche e.V. berichtetete (dort auch links zur Kurzstudie).

Zitat
[tvg:] Herr Kartheuser, Sie schreiben in Ihrer Studie “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”, dass sich Redaktionen zunehmend die Inhalte von Werbekunden diktieren lassen: “Perfektioniert und systematisiert hat dieses Modell anscheinend die WAZ-Women-Group der Funke-Mediengruppe (ehemals WAZ Mediengruppe).” Was meinen Sie damit?

[Kartheuser:] Wie ich herausgefunden habe, hat die Funke Women Group ein Modell perfektioniert, wonach sie in ihren Zeitschriften redaktionelle Texte beispielsweise zu Gesundheitsthemen veröffentlicht und auf Produkte hinweist, die helfen sollen. Praktischerweise werden eben jene empfohlenen Produkte dann einige Seiten weiter großflächig vom Hersteller per Anzeige beworben. Im Text steht dann etwa: “Die können sie auch rezeptfrei in der Apotheke kaufen, zum Beispiel von …” — und dann kommt immer der Werbepartner. Das tritt so häufig auf, dass es kein Zufall mehr zu sein scheint. ...

Die Veröffentlichung Ihrer Ergebnisse ist inzwischen knapp anderthalb Jahre her. Wie sieht es denn heute aus?

Es hat sich nichts Grundlegendes getan. Das Geschäftsmodell funktioniert. ... Ich habe mir gestern noch einmal den Spaß gemacht und “Die Aktuelle” sowie die “Frau im Spiegel” gekauft und nachgeschaut, wie es in diesen Blättern derzeit aussieht. Es funktioniert heute immer noch genauso. Das ist einfach das bestehende Geschäftsmodell, es gibt keinen, der dem Verlag das wirklich verbieten will oder kann. Das scheint ja lukrativ zu sein, also betreiben sie es weiter.

Gab es in den aktuellen Ausgaben einen akuten Fall oder eine Auffälligkeit?

Ja, mehrfach. In der aktuellen Ausgabe von “Die Aktuelle” geht es an einer Stelle zum Beispiel um das Thema Reizdarm und immer wieder auftretende Bauchkrämpfe. Dort steht dann etwa, dass ein Bakterienstamm entdeckt wurde, der diesen Mangel ausgleichen kann. Durch Einnahme von “XY” — hier kommt jetzt der Produktname — zum Beispiel “werden die klassischen Reizdarmsymptome gelindert”. Einige Seiten vorher finde ich dann eine ganzseitige Werbung für genau dieses Produkt. Ein anderes Beispiel sind diverse Schmerzmittel. Das zieht sich von vorne bis hinten durchs Heft. Ich kann auf Anhieb jetzt, ohne das systematisch ausgewertet zu haben, viermal genau dieses Vorgehen entdecken. ...

Aberaberaber, das große Problem:

Zitat
Das heißt: In Absprache mit der Redaktion? Oder diktieren die Anzeigenverkäufer der Redaktion, was zu tun ist?

Nach meinen Informationen geht die Initiative von der Marketingabteilung aus, die dann an den Werbekunden herantritt und den Redaktionen mehr oder weniger sagt, was sie wie zu bringen hat. So wurde es mir gesagt, ich habe aber keine schriftlichen Belege.
(Hervorhebung hinzugefügt)

(Aktuell gibt es ja auch eine kleine Affäre um den [vermutlich mittlerweile ehemaligen] taz-Heuser, der seine Anfangszeit als Mitarbeiter beim Südddeutschen Verlag in der Marketing-Abteilung öffentlich furchtbar beklagte und sich froh darüber zeigte, mit der taz dann einen tollen Zeitungsarbeitgeber gefunden zu haben, die sich nicht mit solchen dubiosen Mitteln Geld verschafft. Sehr ulkig - ausgerechnet die taz, der hier schon verschiedentlich in schärfstmöglicher Form Auftragsdienste für Dritte nachgewiesen wurden. Aber gut, Herr Heuser wird im Zusammenhang mit anderen Problemen wohl wieder einen neuen Arbeitgeber finden müssen. Dann kann er ja mit einigem zeitlichen Abstand über die taz herziehen.)
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Groucho

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #23 am: 06. März 2015, 13:48:40 »
Was soll denn "Die Aktuelle" oder "Frau im Spiegel" mit Journalismus zu tun haben?

Patches O Houlihan

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #24 am: 06. März 2015, 16:47:59 »
du meinst, das sind keine echten Schotten?

mossmann

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #25 am: 06. März 2015, 17:00:43 »
Diese Praxis ist seit Jahrzehnten so. Die Ansage kommt meist vom Resort-Leiter bei der Themenbesprechung:
"In eine der nächsten Ausgaben muss das Thema Nagelpilz kommen, wegen Anzeige."
Aus diesem grunde ist alle 4 Wochen der Nagelpilz in diesen Heften.
Ich berichte von der Front.
 8)
Offizieller Sprecher des gemäßigten Flügels der Psiram-Jugend

ajki

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #26 am: 06. März 2015, 17:48:08 »
Was soll denn ...

Ein naheliegender Scherz beim Boulevard. Sozusagen ein Reflexscherz. ;-)

Allerdings sollte einem bei genauerem Bedenken das Lachen etwas einfrieren. Die enorme Reichweite des Krawall"journalismus" (Bild, express,....) und der Regenbogenblätter (u.a. inkl. TV-Blättchen!) wird zwar immer zugestanden im Zusammenhang, aber dann eben doch nicht wirklich akzeptiert. Man kann das einfach so sagen: im Vergleich zur Funke Mediengruppe, einem grad' mal mittelgroßen Player, sind alle "ernsthaften", "seriösen" usw. Blättchen NICHTS in Bezug auf den Impact.

Und natürlich war hier der Interviewer mit seinem Schwerpunkt interessiert an Regenbogenprodukten. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die tatsächliche Kritik hier das *Verlagswesen* betrifft. Die "echten" journalistischen Redaktionen (die immer so im Vordergrund stehen bei solchen Themen) sind im wahren Verlagsbusiness eine vernachlässigbare Größe (und zudem zukünftig immer mehr ersetzbar durch Drittanbieter-content). Das, was hier exemplarisch an bunten Blättern dargestellt wird, läuft ja in exakt gleichem Maße auch in Gong, Hörzu, Thüringer Volksbote, WAZFAZWELTLEMONDE.... - von den im thread schon angesprochenen Spartenblättchen (special interest Wohnen, Urlaub, Auto, Moped, Hifi...) mal ganz abgesehen.
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Groucho

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #27 am: 06. März 2015, 18:58:15 »
NICHTS in Bezug auf den Impact.

Hast natürlich recht. War ein Not-Scherz aus Verzweiflung.

Patches O Houlihan

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Re: Gekaufter Journalismus - Studie
« Antwort #28 am: 07. März 2015, 00:05:33 »
und dann kommen noch die Freischreiber hinzu, die recht bald anfangen das zu schreiben, was der Redakteur lesen will zu den Themen, die ihn interessieren. Ansonsten gibts kein Zeilengeld sondern Trinkgeld vom Kellnern.
Entsprechend sieht es schnell wie Journallie aus. Die Guten erkaufen sich ihre guten Artikel und Recherchen nicht zuletzt durch ein gutes Standing beim Chef, das eben aus vielen besonders guten Artikeln herrührt, sprich mit diesen erkauft wurde.