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Autor Thema: Der Mollath-Prozess  (Gelesen 202846 mal)

echt?

  • Gast
Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #30 am: 30. Juni 2014, 19:50:44 »
Als Beispiel, ist weder böse, noch persönlich gemeint:

"Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist und aus purem Aktionismus bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat, will damit paranoide Schizophrenie zu einem harmlosen Spleen verklären."

So ein bisschen textanalytisch:

1. Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist

Das ist kein Argument.

2. und aus purem Aktionismus

Das ist eine Unterstellung.

3. bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat

Das entspricht nicht der Realität.

So unqualifiziert sollte es bei Psiram nicht zugehen.

Belbo

  • Gast
Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #31 am: 30. Juni 2014, 19:54:32 »
Tja, was soll man dazu sagen? Ich als echt? gehöre ja nicht zum harten Kern von Psiram. Ich kommuniziere immer mal mit Gleichgesinnten - oftmals, weil ich mein Passwort verbasselt habe und ein neues brauche. Mein Ziel ist es, Anbietern von Scharlatanerie auf dem Gesundheitsmarkt das Handwerk zu legen. Auch unter Klarnamen, anders geht das oft leider nicht. Ich schätze dabei die Objektivität von Psiram und bewundere die viele Arbeit, die dahinter steckt. Dies ist eine wesentliche Grundlage um glaubwürdig und erfolgreich tätig zu werden. Wenn man die eigene Meinung transportieren will oder sich über Spinner lustig machen will, ist man im Behördle, beim Niederrheiner oder im Anti Reichdeppen Forum besser aufgehoben.

Psiram ist das Gegenteil von "Sekte". In einer Sekte verschließt man die Augen vor bestimmten Informationen. Man ist überzeugt recht zu haben. Abweichende Meinungen sind unglaubwürdig. Blogs oder Foren, in denen abweichende Meinungen diskutiert werden, sind Sekten oder Pädoforen oder Schlimmeres. Ein kritisches Hinterfragen der eigenen Meinung wird unterlassen.

Beim Fall Mollath scheint mir die Objektivität gelitten zu haben. Hier zeigte sich mir - subjektiv - der Wunsch, recht zu behalten.

Grüßt echt?

Wenn Du den Verlauf der Mollathdiskussion hier nochmal Revue passieren lässt wirst du feststellen, dass sie mit Sorge um Herrn Mollath angefangen hat. Keiner weiss ja wie krank der Mann wirklich war und ist und wie sich dieser Hype um seine Person und die Instrumentalisierung durch Väterbewegung, Parteien und Antipsychiatrie auf ihn auswirken wird. Später dann, als  sich die Mechanismen einer sich verselbstständigenden Verschwörungslegende und eines medialen Lynchmobbes deutlicher wurden, entwickelte sich dann die Diskussion mehr in Richtung unsrer Kernthemen, zumal ja auch die entsprechende Klientel im Mollathlageraufgeschlagen ist.

http://www.psiram.com/ge/

Glaubenssysteme [...] Als Verschwörungstheorie.......

Zur Erinnerung nochmal der erste blogeintrag.

http://blog.psiram.com/2013/07/causa-mollath-verschworung-oder-wahn/

Zitat
Für einen Psychiater gehört es zur täglichen Arbeit, mit anzusehen, wie psychisch Erkrankte ihre bürgerliche Existenz zertrümmern und ihre Angehörigen chronisch in Angst und Schrecken oder zumindest in Daueranspannung versetzen. Bedrückend ist häufig, dass es kein einfaches „Da muss doch …“ gibt, denn die fehlende Krankheitseinsicht und die deshalb fehlende Bereitschaft, sich behandeln zu lassen, gehört zu den konstituierenden Merkmalen bei einigen solcher Erkrankungen. Für den Betroffenen selbst oder für dessen Umwelt sind diese Krankheitszustände nur selten unmittelbar gefährlich, womit sich eine Unterbringung, geschweige denn eine Therapie, ohne Einverständnis verbietet.

Die eigentliche Tragik in der Causa Mollath liegt darin, dass sich infolge einer unglücklichen Verkettung von Umständen auch ansonsten völlig nüchtern und klar denkende Menschen von der Existenz einer Verschwörung überzeugen. Nur das Ausmaß variiert – von einer Clique von Steuerbetrügern mit Drähten in die selbstherrliche bayerische Justiz bis hin zu einer Einbeziehung von Ministerien, von den willfährigen Handlangern in der forensischen Psychiatrie bis hin zu den menschenverachtenden Bütteldiensten der Psychiatrie überhaupt und allgemein. Die von Anwälten präsentierten geschickt arrangierten Textfragmente und Interpretationen werden als nicht mehr hinterfragbare Wahrheit aufgenommen – dabei hätte ein Anwalt, der nicht Partei ist, seinen Beruf verfehlt.

Aber ebenso, wie sich die Wucherungen des Wahns wie Schalen um den Kern einer wirklichen oder eingebildeten Kränkung legen können, so kann sich eine Verschwörungstheorie an möglichen Verfahrensfehlern in einem Gerichtsprozess entzünden.

In dieser Sache kann nicht von jedem Beobachter Sachverstand abverlangt werden. Was von denjenigen, die dazu publizieren, verlangt werden kann, ist Augenmaß, Umsicht und Gewissenhaftigkeit. Selbst seriöse Kommentatoren verlieren gelegentlich die Bodenhaftung. So wird einem psychiatrischen Gutachter subtil angelastet, er hätte den „Tatablauf, wie er in den Urteilsgründen steht, nicht unterstellen“ müssen. Statt also den Hergang unbesehen hinzunehmen, hätte er das rechtkräftige Urteil mit seiner eigenen kriminalistischen Expertise verwerfen sollen?

Die Angelegenheit ist zu komplex und in ihren Auswirkungen zu wenig überschaubar, als dass sie eine geeignete Folie für Selbstdarstellungen oder Projektionen einer allgemeinen Unzufriedenheit mit gesellschaftlichen Verhältnissen wäre. Gründliche Aufklärung, gegebenenfalls Revision des Urteils ja – Entlarvung nein.

echt?

  • Gast
Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #32 am: 30. Juni 2014, 19:57:20 »
Hier noch etwas:

"Herzlich Willkommen, woher kommt denn Dein Interesse für Frauenwürger und Reifenstecher?"

Ich bin kein Jurist, habe aber oft vor Gericht zu tun. Man ist im Wiederaufnahmeverfahren. Ob Mollath ein Frauenwürger und Reifenstecher ist, wird das Gericht feststellen. Da habe ich volles Vertrauen. Die Anonymität bei Psiram ist keine Entschuldigung dafür rechtstaatliche Prinzipiien über Bord zu werfen. Gegen Scharlatanerie hilft nur der Rechtsstaat.

Meint echt?

Groucho

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Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #33 am: 30. Juni 2014, 20:00:46 »
@echt?: Die Qualität von Psiram lässt sich am Wiki (meinetwegen auch am Blog) messen, ansonsten gilt der Disclaimer:

Zitat
Foreneinträge sind private Meinungen der Forenmitglieder und entsprechen nicht unbedingt der Auffassung von Psiram

"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Belbo

  • Gast
Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #34 am: 30. Juni 2014, 20:03:06 »
Hier noch etwas:

"Herzlich Willkommen, woher kommt denn Dein Interesse für Frauenwürger und Reifenstecher?"

Ich bin kein Jurist, habe aber oft vor Gericht zu tun. Man ist im Wiederaufnahmeverfahren. Ob Mollath ein Frauenwürger und Reifenstecher ist, wird das Gericht feststellen. Da habe ich volles Vertrauen. Die Anonymität bei Psiram ist keine Entschuldigung dafür rechtstaatliche Prinzipiien über Bord zu werfen. Gegen Scharlatanerie hilft nur der Rechtsstaat.

Meint echt?

So wie ich das verstanden habe wurden diese Taten als erwiesen angesehen und der Freispruch erfolgte nur wegen Schuldunfähigkeit.... soll ich die Vorwürfe heraussuchen die Mollath seine Richtern, Gutachtern, Ärzten und Pflegern  ohne Beweise unterstellt? Von den Morddrohungen aus der Unterstützerszene haben wir da noch gar nicht gesprochen. Aber das sind ja nur Ausnahmen, die Kollateralschäden nimmt man als Mob in kauf, und der liebe Gustl ist halt etwas "knorrig" ?


Ausserdem ist es schlechter Stil, unvollständig zu zitieren.   :teufel

Groucho

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Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #35 am: 30. Juni 2014, 20:04:00 »
Hier noch etwas:

Es wäre schön, wenn Du Deine Kritik direkt an den Schreiber richten würdest, indem Du den Autor dazu nennst.
"Ich bin gerne langsamer, dann erwische ich den Hasen, bevor er weg rennt. " (D.I.W.)

Typee

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Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #36 am: 30. Juni 2014, 20:06:19 »
@ echt?

Die Mollath-Diskussion hier ist, wie Belbo schon bemerkte, eine Meta-Diskussion. Es geht nicht um Mollath's echte oder vermeintliche Macken, sondern um die Erscheinungsformen einer Unterstützerszene und ihre Auswüchse. Selbst wenn die am Ende in dem, was sie zu ihrer Sache gemacht haben, Recht behalten sollten: die Hype war und ist vollständig irrational und sektiererisch.

Andererseits: darin liegst Du nicht ganz falsch:

Zitat
1. Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist

Das ist kein Argument.

2. und aus purem Aktionismus

Das ist eine Unterstellung.

3. bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat

Das entspricht nicht der Realität.

Strate hat sich auf strafrechtliche Wiederaufnahmeverfahren spezialisiert. Das ist eine sehr schwierige und generell selten von Erfolg gekrönte Sache. Wer Mietprozesse führt, kommt auch als Flasche auf eine höhere Erfolgsquote, als ein Wiederaufnahme- und Revisionsspezialist in Strafsachen. Das liegt einfach in der Natur der Sache. Und ganz erfolglos war Strate eben nicht. Dass er andererseits ein Pfau ist, gehört nach nicht ganz selten vertretener Ansicht zu den Berufsvoraussetzungen in dieser Liga.
Heilige Bücher sind wie Eintöpfe. Man holt nur das heraus, was man hineingetan hat.

Plinius

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Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #37 am: 30. Juni 2014, 20:08:09 »
1. Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist

Das ist kein Argument.
Es ist ein Werturteil, basierend auf regelmäßiger Lektüre seiner Schriftsätze.


3. bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat

Das entspricht nicht der Realität.
Das ist eine Tatsache, derer sich die meisten Mollath-Fans nicht bewusst sind. Welches von Strate eingelegte Rechtsmittel war denn erfolgreich?

sweeper

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Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #38 am: 30. Juni 2014, 20:08:56 »
Hier noch etwas:

Es wäre schön, wenn Du Deine Kritik direkt an den Schreiber richten würdest, indem Du den Autor dazu nennst.
Und zwar am besten mit Link zum Beitrag, in dem die Formulierung auftaucht. Es gab hier inzwischen zig Threads zu Mollath - das kann man anders nicht mehr rekonstruieren - ggfs ist auch der Kontext wichtig.
With magic, you start with a frog and end up with a prince.
With science, you start with a frog, get a PhD and are still left with the frog you started with...


Terry Pratchett

Belbo

  • Gast
Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #39 am: 30. Juni 2014, 20:09:14 »
1. Ja, Strate, der aus meiner Sicht ein reiner Selbstdarsteller ist

Das ist kein Argument.
Es ist ein Werturteil, basierend auf regelmäßiger Lektüre seiner Schriftsätze.


3. bislang nur erfolglose Rechtsmittel erhoben hat

Das entspricht nicht der Realität.
Das ist eine Tatsache, derer sich die meisten Mollath-Fans nicht bewusst sind. Welches von Strate eingelegte Rechtsmittel war denn erfolgreich


Das Wiederaufnahmeverfahren?

Plinius

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Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #40 am: 30. Juni 2014, 20:10:47 »
Strate hat sich auf strafrechtliche Wiederaufnahmeverfahren spezialisiert. Das ist eine sehr schwierige und generell selten von Erfolg gekrönte Sache.
Das geht an meinem Argument vorbei. Niemand stellt in Abrede, dass WA-Verfahren schwierig sind und die Erfolgsquote gering. Aber Strafanzeigen gegen jedermann und Klageerzwingungsverfahren, die nicht anders als querulatorisch bezeichnet werden können, haben nichts mit WA-Verfahren zu tun. Hier kann man alles nachvollziehen:
http://www.strate.net/de/dokumentation/

Plinius

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Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #41 am: 30. Juni 2014, 20:11:55 »
Das Wiederaufnahmeverfahren?
Das ist ja das Witzige: Durchgegriffen hat der WA-Grund der von Merk beauftragten StA Regensburg. Strate hat die "unechte Urkunde" völlig übersehen.  :grins2:

echt?

  • Gast
Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #42 am: 30. Juni 2014, 20:19:18 »
Ein paar Begriffe, die man in einer ernsten Diskussion vermeiden sollte:

"Mollath-Anhänger"

"Verschwörungslegende und eines medialen Lynchmobbes"

"Mollathlager"

"auch ansonsten völlig nüchtern und klar denkende Menschen von der Existenz einer Verschwörung"

"geschickt arrangierten Textfragmente"

"die Kollateralschäden nimmt man als Mob in kauf"

"die Hype war und ist vollständig irrational und sektiererisch."


Natürlich kann man so diskutieren, aber das ist eigentlich nicht das Niveau, dass ich von Psiram erwarte.

Plinius

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Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #43 am: 30. Juni 2014, 20:19:34 »
Aufschlussreich finde ich auch dieses Interview von Sabine Rückert mit Strate. Ein Interview, das wohl als das einzig kritische, das mit Strate geführt worden ist, bezeichnet werden kann:

http://www.zeit.de/2013/35/gerhard-strate-gustl-mollath

echt?

  • Gast
Re: Der Mollath-Prozess
« Antwort #44 am: 30. Juni 2014, 20:21:19 »
Was findest Du daran aufschlussreich?