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Autor Thema: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik  (Gelesen 62343 mal)

sweeper

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #75 am: 30. April 2014, 16:38:51 »
Zu Thomas Szasz:
http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Szasz

Na ja, der war von seiner Prägung her vor allem Psychoanalytiker - da stimmt das mit dem Religionsersatz tatsächlich ;-)
Das ist sicherlich historisch interessante Psychiatriekritik, aber von den Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaften wirklich längst überholt.
Und du willst die "Psychiatrie als Machtinstrument" gegen den "Strafvollzug als Machtinstrument" eintauschen?!
mag schon sein, dass es neurologisch überholt ist, tatsächlich kommt einiges davon, z.B. Mythos Geisteskrankheit auch ohne nennenswerte neuro-erkenntnisse aus.
Das müsstest du jetzt aber mal ausführlicher darlegen.
Dass das Konzept "Krankheit" oder "Störung" immer in einem bestimmten gesellschaftlichen Bezugsrahmen steht, ist doch schon lange klar. Darauf willst du jetzt wohl nicht hinaus?

Und wenn am Beispiel AD(H)S Thom Hartmann ein Buch schreibt "Eine andere Art, die Welt zu sehen", um seinen Sohn zu trösten, dass er eben eher unstete Jäger-Gene als Farmer-Gene in sich trägt und deshalb Schwierigkeiten in der Schule hat, dann ist das zwar ein schönes Bild:
Zitat
...Er wurde durch seine Bücher über die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bekannt. Darin stellt er die Hypothese auf, dass ADHS keine Krankheit, sondern eine genetische Besonderheit ist, die bis zu den Jägern und Sammlern der Steinzeit zurückzuführen sei. Hartmann erstellte als Metapher die Hunter/Farmer-Theorie und erklärte damit, dass ADHS neben Nachteilen diverse Vorteile mit sich bringe und somit auch als Gabe angesehen werden kann.

Das Ziel in seinen Büchern ist es, den Betroffenen mit ihren Angehörigen im Alltag zu helfen und ihnen eine neue Perspektive zu bieten, damit sie die Besonderheiten von ADHS nutzen können. Sie erhalten somit eine Alternative zur bisher unbewusst bevorzugten Anpassung an die Farmer-Welt...
, aber es verschafft eben nicht den von der Störung Betroffenen die Möglichkeit zur vollen Teilhabe.
 Das mag vor 2 bis drei Generationen noch anders gewesen sein, als Sohnemann dann eben im väterlichen Betrieb oder dem des Onkels unter überschaubaren Bedingungen seine Lehre machte und dann später vielleicht sogar erfolgreich den Betrieb übernahm, den er wie seine Westentasche kannte.

Und es ist auch nicht unbedingt spaßig, an einer floriden Psychose zu leiden.
Sebst wenn es interessant sein kann, mit den Stimmen im eigenen Kopf Zwiesprache zu halten, dürfte es nicht für die realen Beziehungsstörungen und die Entfremdung von nahen Angehörigen entschädigen.

Ulkig ist ja, dass ausgerechnet Szasz sich lt WP für "Drogen als Selbstmedikation" einsetzte - ganz im Sinne der damals gern mit Halluzinogenen experimentierenden Psychoanalytiker und entgegen denen, die Szasz heute gern auf ihre Fahnen schreiben und gleichzeitig gegen BigPharmafia schreien...
Wo "Selbstmedikation" nötig ist, muss ja wohl zumindest gefühlt "Leiden" sein.
Chaotisch!
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pelacani

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #76 am: 30. April 2014, 16:49:19 »
http://www.psiram.com/ge/index.php/Antipsychiatrie

und
Zitat
Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.
...
Gründungsmitglied ist der pensionierte amerikanische Psychiatrie-Professor Thomas Szasz [2].
http://www.psiram.com/ge/index.php/Kommission_f%C3%BCr_Verst%C3%B6%C3%9Fe_der_Psychiatrie_gegen_Menschenrechte_e.V.

pelacani

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #77 am: 30. April 2014, 17:01:02 »
Zitat
„Grausames Mitleid“
[Szasz]

Zitat
„Mitleid mit den Irrenden wäre Grausamkeit, Grausamkeit ihnen gegenüber ist wahres Mitleid“
[Firmicus Maternus (christlicher Apologet des 4. Jhd.)]

sweeper

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sweeper

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #79 am: 30. April 2014, 17:50:50 »
Damit es nicht untergeht:
@stimmviech, Dein allerletzter Satz bringt ein höchst spezielles Thema aufs Tapet, nämlich den Opferschutz und den Schutz der Gesellschaft vor derartigen Straftaten. Wie sollte denn die Ausprägung der Justiz sein, täterzentriert oder opferzentriert?
Zur Zeit steht der Täter im Mittelpunkt, das Opfer kommt meist zu kurz.
Es ist immer eine Gratwanderung, inwieweit man die persönlichen Freiheitsrechte einschränkt, um mehr Sicherheit zu gewähren, und ich weiß keine einfache Lösung dafür.

Vor allem finde ich, dass dies eine gesellschaftliche Richtungsentscheidung ist, die man nicht - je nach Gusto - stellvertretend den psychiatrischen Gutachtern in die Schuhe schieben darf.
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sweeper

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #80 am: 30. April 2014, 18:40:17 »
@Mesmer:
Ich hoffe sehr, dass du dir die Zeit nimmst, im Detail anhand des Textes

http://www.szasz-texte.de/texte/mythos-geisteskrankheit.html

darzulegen, was dir daran heutzutage noch relevant erscheint.

Der Begriff "Geisteskrankheit" ist ohnehin in der modernen Psychiatrie obsolet - man würde darunter vermutlich am ehesten Psychosen verstehen (in Abgrenzung zu hirnorganischen Störungen im Sinne von Verletzungen, Tumoren etc, die natürlich auch "psychische" oder sogar psychose-ähnliche Symptome auslösen können).
Und Befremden lösen bei mir Sätze wie dieser aus (Zusammenfassung):
Zitat
Dies bedeutet, den Mut und die Integrität zu besitzen, auf Kriege an falschen Fronten zu verzichten und dabei nur Lösungen für Ersatzprobleme zu finden – z.B. sich einem Ehekonflikt zu stellen, statt gegen Magensäure und chronische Ermüdung anzukämpfen.
Das ist eine derart ungenaue Primitiv - "Psychosomatik", dass mir dazu sofort die GNM einfällt... :(

Oder hier:
Zitat
Der Begriff der Geisteskrankheit dient deshalb vorrangig der Verschleierung der alltäglichen Tatsache, dass das Leben für die meisten Menschen ein beständiger Kampf, nicht um das biologische Überleben, sondern um einen »Platz an der Sonne«, um »Seelenfrieden« oder irgendwelche anderen menschlichen Werte ist. Sind die Bedürfnisse zur Erhaltung seines Körpers (vielleicht auch seiner Gattung) mehr oder weniger befriedigt, dann stellt sich dem sich seiner selbst und seiner ihn umgebenden Welt bewussten Menschen die Frage: Was fange ich mit mir und meinem Leben an? Das Festhalten am Mythos der Geisteskrankheit erlaubt es Menschen, diesem Problem aus dem Weg zu gehen und stattdessen zu glauben, dass geistige Gesundheit, verstanden als die Abwesenheit von Geisteskrankheit, ihnen automatisch richtige und sichere Entscheidung in ihrer Lebensführung garantieren würde. Die Realität beweist allerdings das genaue Gegenteil: es sind die klugen Entscheidungen, die anderen – rückblickend – als Beweis für gute geistige Gesundheit gelten!
Was für ein seltsamer, konstruierter Gegensatz:
als ob ein Mensch mit einer schweren Depression oder Angststörung in der Lage wäre, "kluge Entscheidungen" zu treffen!
Das ist doch bagetellisierende, euphemistische Redeweise, die suggeriert, psychisch Kranke seien eigentlich nur hypochondrische Weicheier und sollten sich endlich mal dran machen, ihre Lebensprobleme selbst zu lösen.
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stimmviech

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #81 am: 30. April 2014, 19:19:50 »
Ich vermute ja durchaus,daß sich die klassischen Geisteskranken physiologisch von den "Gesunden" unterscheiden. Nur hat bislang noch niemand diese körperlichen Unterschiede zeigen können. Vielleicht sind sie auch derart winzig,daß man sie nie finden wird,obwohl es sie gibt,so daß allein die Nahbeobachtung die Unterschiede verändert. Neben Fällen,bei denen sogar ich das "Gute" an der Psychiatrie sehe(Selbstverstümmler), haben wir dann die "Querulanten". Leute mit auffälligen Ideen,die den Dogmatikern einer Gesellschaft ein Dorn im Auge sind,während sie aus anderer Sicht die Gesellschaft voranbringen könnten. Die Bürgerrechtler in kommunistischen Staaten wurden dort gern als "atypische Psychotiker" psychiatrisiert. Und da ich sowas ablehne,bin ich Psychiatriegegner.

stimmviech

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #82 am: 30. April 2014, 19:28:54 »
Meine Ex stammt aus einem Land der früheren SU. Ihr Kommentar zu meinen Ausführungen: in Russland würdest Du sofort verhaftet. Mich würde nicht wundern,daß mir das hier auch droht,sollten meine Thesen weitere Verbreitung finden. Im Moment laufe ich noch unter "harmloser Irrer", den man bestenfalls ignoriert. Da aber die Menschen sich immer mehr durch die chaotische Welt bedroht fühlen,versuchen sie,sich durch einfache dogmatische Wahrheiten zu beruhigen. So repressiv wie in Russland oder China sind wir bei weitem noch nicht,und ich vermute,ich werde eher juristischen denn psychiatrischen Ärger bekommen. Mich stört aber vor allem die Psychiatrie,denn deren Repressivität ist anders als die juristische viel willkürlicher.

sweeper

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #83 am: 30. April 2014, 19:38:07 »
Neben Fällen,bei denen sogar ich das "Gute" an der Psychiatrie sehe(Selbstverstümmler), haben wir dann die "Querulanten". Leute mit auffälligen Ideen,die den Dogmatikern einer Gesellschaft ein Dorn im Auge sind,während sie aus anderer Sicht die Gesellschaft voranbringen könnten. Die Bürgerrechtler in kommunistischen Staaten wurden dort gern als "atypische Psychotiker" psychiatrisiert. Und da ich sowas ablehne,bin ich Psychiatriegegner.
Da stimme ich dir sofort zu, dass man Menschen nicht einfach mit psychiatrischen Etiketten versehen darf, nur weil sie unbequem sind! Und selbstverständlich gibt es leider auch ganz dunkle Kapitel der Medizin incl Psychiatrie, die unbedingt aufgearbeitet werden müssen, was teilweise erst zaghaft geschieht.

Psychiatrie und staatlicher Machtmissbrauch ist eine üble Kombination - aber Totalitarismus und Straflager, Todeszellen etc auch.

Du hast gut herausgearbeitet, warum Mollath eben doch "auffällig" ist:
ihm fehlt es an der grundlegenden Fähigkeit, sich zum eigenen Vorteil "anzupassen" - was ihm von vielen seiner Anhänger als Charakterstärke ausgelegt wird, was aber m.E. ein deutliches Krankheitssymptom bei ihm ist.

Zwischen "Querulatorischer Persönlichkeit" (ich meine jetzt nicht die psychiatrisierten Dissidenten, sondern diejenigen, die wegen jedem Pups Tausende von Briefen schreiben, ihre Nachbarn wegen ungeschnittener Hecken und quakender Frösche verklagen etc pp und die ganze Welt wegen ihrer eigenen Bagatellen auf Trab halten) und einer wahnhaften Störung mit querulatorischem Einschlag besteht ein dimensionaler Unterschied.
Mollath wird ja eine Wahnkrankheit nicht deshalb diagnostiziert, weil man ihm seine Recherchen nicht grundsätzlich abnimmt oder diese nicht wahr haben will.
Das Wahnhafte besteht bei ihm darin, dass er sich quasi dahinter versteckt, um dem Tätlichkeitsdelikt gegenüber seiner Frau nicht ins Auge sehen zu müssen. Er fährt also seine (durch kontrollierendes, übergriffiges Ausforschen zustande gekommenen) Informationen in seinem eigenen Erleben hoch zu einer Story, in der er als verfolgtes Opfer einer Intrige plötzlich im Zentrum steht. Nur darüber wollte er damals vor Gericht aussagen - kein Wort zu den Körperverletzungsvorwürfen. Hier ist bei ihm offenbar keinerlei Perspektivenwechsel oder Eingeständnis möglich.

Ich denke aber manchmal, es wäre ihm vielleicht besser bekommen, man hätte ihn einfach ohne Geständnis in einem Indizienprozess verurteilt und in den Knast geschickt - die Zahnbürste hatte er ja vorsorglich schon in den Gerichtssaal mitgebracht ;-)
Vielleicht wäre er dann schneller wieder auf den Teppich gekommen, statt sich immer weiter in die "Nürnberger Prozesse"-Opferrolle reinzusteigern...
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sweeper

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #84 am: 30. April 2014, 19:46:05 »
Meine Ex stammt aus einem Land der früheren SU. Ihr Kommentar zu meinen Ausführungen: in Russland würdest Du sofort verhaftet. Mich würde nicht wundern,daß mir das hier auch droht,sollten meine Thesen weitere Verbreitung finden. Im Moment laufe ich noch unter "harmloser Irrer", den man bestenfalls ignoriert. Da aber die Menschen sich immer mehr durch die chaotische Welt bedroht fühlen,versuchen sie,sich durch einfache dogmatische Wahrheiten zu beruhigen. So repressiv wie in Russland oder China sind wir bei weitem noch nicht,und ich vermute,ich werde eher juristischen denn psychiatrischen Ärger bekommen. Mich stört aber vor allem die Psychiatrie,denn deren Repressivität ist anders als die juristische viel willkürlicher.
Also, da kann ich dich beruhigen: die Meinungsfreiheit ist in diesem Land ein hohes Gut.
Immerhin unterhalten wir uns hier doch prima, wenn auch aus zwei "gegnerischen" Positionen ;-)
Das muss alles erlaubt sein, und die Frage, die sumo gestellt hat, steht ja auch noch im Raum.

Mich nervt halt, dass auf den Psychiatern eigentlich immer rumgehackt wird:
bei Mollath waren sie Schuld, dass er zu lange drin blieb.
Sexualstraftäter dürften aber nach der vorherrschenden Meinung nie entlassen werden, und wehe, ein Gutachter hat sich geirrt!!
Dabei sind die Gutachter lediglich bestellte Sachverständige, die die Gerichte nach bestem Wissen beraten.
Kein Mensch kann für einen anderen eine Garantie abgeben, wie es anscheinend von ihnen erwartet wird.

Wo du aufpassen solltest - ich lese deine Timeline ab und zu - ist eher bei direkt diskriminierenden Äußerungen.
Da kannst du dich wirklich sehr in die Klemme manövrieren - und vor allem diskreditierst du damit deine anderen nachdenkenswerten Kommentare.
Ich habe das bislang als gezielte, rauhbeinige Provokationen gedeutet, die du von Angesicht zu Angesicht so nicht formulieren würdest - aber ich kann mich natürlich auch in dir täuschen.  8)
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stimmviech

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #85 am: 30. April 2014, 20:05:00 »
Das Problem bei der "Dissidentendiagnostik": das waren Mollath-Typen in SU und China,auch deren Querulieren wurde oft nicht nur von der Liebe zur Demokratie getragen,sondern als Bewältigungsstrategie für innere Probleme. Ich lehne deshalb die psychiatrischen Diagnosen ab,weil wir alle von gegnerischen Ideologen mittels Psychiatrisierung wegsperrbar wären.Natürlich kämen geschickte Kommunikatoren wie ich zuletzt dran,mich stört aber das Prinzip. Juristischen Ärger wegen diskriminierender Äußerungen fürchte ich weniger als juristischen Ärger wegen meiner Forensikkritik. Weil ich da niemanden auf Ideen bringen will,verrate ich keine Einzelheiten. Juristen werden aber merken,daß ich auf einem schmalen Grad wandele,wenngleich ich alles für legal halte. Wenn man aber richtig sauer auf mich ist,findet man sicher eine vielleicht neue Gesetzesausslegung,mit der meine Kritik aus der Welt kommt und ich selbst auch für ein bis zwei Jahre. Ich werde mich dann aber nicht beklagen,denn ich weiß ja um die Risiken.

sweeper

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #86 am: 30. April 2014, 20:14:06 »
Das Problem bei der "Dissidentendiagnostik": das waren Mollath-Typen in SU und China,auch deren Querulieren wurde oft nicht nur von der Liebe zur Demokratie getragen,sondern als Bewältigungsstrategie für innere Probleme.
Wie gesagt - ums Querulieren gehts bei Mollath höchstens in zweiter Linie.
Wenn die Vorwürfe stimmen, dann ist ihm die Sicherung bei seiner Frau durchgebrannt - das ist (neben dieser Reifenstecher-Sache) das vorgeworfene Delikt.
Zitat
Ich lehne deshalb die psychiatrischen Diagnosen ab,weil wir alle von gegnerischen Ideologen mittels Psychiatrisierung wegsperrbar wären.
Ehrlich: alle Psychiater & Psychotherapeuten, die ich kenne, wollen eigentlich nur eines:
die Patienten, die freiwillig zu ihnen kommen, so gut wie möglich behandeln. Heutzutage heißt das v.a. auch: die Ressourcen stärken, an dem anknüpfen, was positiv ist und schon gelingt. Multimodale Therapie, Strategien zum Selbstmanagement, Störungsbild-Teaching, Sport  etc...
Vielleicht raffst du dich mal eines Tages auf und hospitierst in einer modernen psychiatrischen Klinik, Tagesklinik oder so. Einfach um den giftigen Eindruck von damals etwas zu neutralisieren.

Zitat
Natürlich kämen geschickte Kommunikatoren wie ich zuletzt dran,mich stört aber das Prinzip. Juristischen Ärger wegen diskriminierender Äußerungen fürchte ich weniger als juristischen Ärger wegen meiner Forensikkritik. Weil ich da niemanden auf Ideen bringen will,verrate ich keine Einzelheiten. Juristen werden aber merken,daß ich auf einem schmalen Grad wandele,wenngleich ich alles für legal halte. Wenn man aber richtig sauer auf mich ist,findet man sicher eine vielleicht neue Gesetzesausslegung,mit der meine Kritik aus der Welt kommt und ich selbst auch für ein bis zwei Jahre. Ich werde mich dann aber nicht beklagen,denn ich weiß ja um die Risiken.
Na, ich finde, du kannst dir auch lohnendere Ziele setzen ;-)
Bei mir würdest du mildernde Umstände wegen traumatisierender Psychiatrie-Erfahrung kriegen... und das würde dich erst recht auf die Palme bringen, stimmts?
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Terry Pratchett

pelacani

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #87 am: 30. April 2014, 20:29:24 »
Das Argument, einen politischen Missbrauch der Psychiatrie in anderen Ländern, zu anderen Zeiten als Grund für die „Ablehnung psychiatrischer Diagnosen“ aufzuführen, ist ein lächerlicher Strohmann. In der UdSSR gab es eine „Schizophrenie-Variante“, in englischer Übersetzung „sluggish schizophrenia“, die besonders dafür geeignet war. Wie gut sind denn die Diagnosen „Zwangsstörung“, „Organisches Psychosyndrom“, „schwere depressive Episode mit psychotischen Depressionen“ etc pp ad infinitum dafür geeignet; müssen die auch „abgelehnt“ werden? Patienten, die darunter leiden, müssen die auch in den Knast gesperrt werden? Wer wegen krankheitsbedingter Verworrenheit seine Miete nicht mehr zahlt, soll der in der Gosse landen (Antipsychiatrie) oder soll er einen Betreuer bekommen?

Wirklich:
Zitat
ziemlich viel Ahnung von der Psychiatrie

Übrigens:
Zitat
Anfang der 90er-Jahre waren die Meldungen über die Missstände in der  Psychiatrie in Ostdeutschland ein Dauerthema. Erinnert sei an Berichte über zweckentfremdete Anstalten, Stasi-Opfer, Verwahrung von politischen Gegnern und eine „brutale“ Psychiatrie. Inzwischen haben Untersuchungskommissionen in den neuen Bundesländern herausgefunden, dass es einen systematischen Missbrauch der Psychiatrie wie in der Sowjetunion nicht gab.
http://www.aerzteblatt.de/archiv/25940/Missbrauch-in-der-DDR?s=psychiatriemissbrauch

sweeper

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #88 am: 30. April 2014, 20:36:36 »
@Pelacani:
1. Wer ist Eva Richter?
2. Wo sind ihre Quellen?
3.
Zitat
Zwangseinweisungen waren in den meisten Fällen nicht rechtswidrig. Fazit der Kommissionen: Da bei den Gesetzesverstößen keine politische Motivation zu erkennen ist, sind sie nicht als politischer Missbrauch zu bezeichnen
Was heißt das schon?
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pelacani

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Re: @Stimmviechs Thesen zur Sinnlosigkeit der Forensik
« Antwort #89 am: 30. April 2014, 20:41:43 »
@sweeper.
Vielleicht konzentrierst Du Dich ja mal auf den Kern meiner Aussage, anstatt Nebenkriegsschauplätze aufzumachen.
 :wut