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Autor Thema: Daryl Bem und Ganzfeldversuche - die "Effektstärkenargumentation"  (Gelesen 1653 mal)

Ratiomania

  • Gast
In der Parapsychologie gibt es die schöne Aussage/Arbeitshypothese, dass die Psi-Effekte, oder genauer deren "Stärke" (Abweichung vom Zufallsdaten"rauschen") sehr (sehr) klein ist.

Zitat
Senden von Geist zu Geist?

Die Studien, die Bem und Honorton zusammenfassten, benutzten alle die gleiche Methode: Im sogenannten Ganzfeld-Verfahren soll geprüft werden, ob Gedanken von einem Raum in den nächsten übertragen werden können. Die Versuchspersonen bekommen dafür zwei halbe Pingpongbälle über die Augen, die zusätzlich mit rotem Licht bestrahlt werden, was ein völlig gleichförmiges Bild schafft, ein "Ganzfeld". Über Kopfhörer wird ein gleichmäßiges Rauschen vorgespielt, die Probanden werden weich gebettet. So wenige Sinneseindrücke wie möglich sollen sie erreichen, denn, so die Theorie, wenn es Telepathie überhaupt gibt, dann ist sie vermutlich so schwach, dass jeder andere Umweltreiz sie übertönen würde.
Q: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/grenzforschung-telepathie-test-mit-hightech-a-427578.html

Dann wird die Annahme gemacht, das es sich beim Ganzfeldversuch ohne Psi-Effekt (also reiner Zufall) um eine Laplace-Wahrscheinlichkeit handelt - ähnlich wie bei einem Münzwurf/Würfelwurf oder der Tastendrückwahrscheinlichkeit beim "Tausend-Affen-Theorem"

Zitat
Eine zweite Person in einem anderen Raum sieht sich üblicherweise Bilder oder Videos an, und versucht dann durch schiere Konzentration, das Gesehene an den "Empfänger" im sensorischen Kokon zu schicken, von Geist zu Geist. Lässt man die "Empfänger" anschließend raten, welches von vier angebotenen Bildern der "Sender" gesehen hat, liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Zufallstreffer bei 25 Prozent - der Metastudie von Bem und Honorton zufolge lagen die tatsächlichen Ergebnisse aber eher bei 30 bis 40 Prozent. Das sei der Beweis, sagen die Einen, direkte Kommunikation von Geist zu Geist sei möglich. Das sei ein Ergebnis schlampiger Experimente und des Zufalls, sagen die Anderen.
Q: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/grenzforschung-telepathie-test-mit-hightech-a-427578.html

Nunja - sie gehen im Experiment ja auf die äußeren Reize/Faktoren ein und die werden minimiert.

Aber warum werden die anderen "denkbaren Effekte" - die inneren Faktoren - nicht ermittelt und rausgerechnet?

Die Annahme der Laplace-Verteilung erinnert mich an die Frage meines ehemaligen Mathelehrers, wie es denn mit Basektballtrefferwahrscheinlichkeit aussehe? 50/50? Man trifft oder man trifft nicht... die realen Zahlen zeigen deutlich, dass hier man ganz und garnicht mit Laplace rechnen sollte.

Es kommen nun soziologische-kulturelle und gar biologische Faktoren und Effektstärken (Präferenz für bestimmte Gegenstände) hinzu. Die müssen im Vorfeld ermittelt und danach rausgerechnet werden.

Die Frage ist, ob das jemals gemacht wurde. Weiß jemand davon?

Schließlich gibt man sich soviel Mühe die äußeren Effekte (Reize) auszuschalten, schlampt dann aber bei den inneren "Störgrößen".



Ratiomania

  • Gast
Re: Daryl Bem und Ganzfeldversuche - die "Effektstärkenargumentation"
« Antwort #1 am: 02. Juli 2013, 13:27:31 »
PS: Auch die Erwähnung dieser Wahrscheinlichkeits-Annahme durch Kritiker wäre Willkommen. Die gehen ja eher auf statistische Auswertungen ein.

ajki

  • Forum Member
  • Beiträge: 955
Re: Daryl Bem und Ganzfeldversuche - die "Effektstärkenargumentation"
« Antwort #2 am: 02. Juli 2013, 14:30:34 »
naja...... (2bcont.)

Die Dec. 2011-version von Skeptic's Dictionary ist zwar umfangreicher als die Versionen zuvor, kommt aber immer noch zum gleichen Schluss wie ehedem: nix genaues weiss man nicht (und ob man überhaupt was wissen wollen sollte, weiss man auch nicht).

*Hinweise* auf unberücksichtigte Artefakte in den "Resultaten" gabs/gibts auf jeden Fall reichlichst (Auszüge aus oben verlinkter Quelle):

Zitat
...Ray Hyman complained, however, that controls were not as tight as they should have been. He writes:

    The experimenter, who was not so well shielded from the sender as the subject, interacted with the subject during the judging process. Indeed, during half of the trials the experimenter deliberately prompted the subject during the judging procedure. This means that the judgments from trial to trial were not strictly independent. ...

oder

Zitat
... Susan Blackmore [...] has an insider's view of the ganzfeld. [...] Here are her comments:

    How can one draw reliable and impartial conclusions in such circumstances? I do not believe one can. [...]
    These experiments, which looked so beautifully designed in print, were in fact open to fraud or error in several ways, and indeed I detected several errors and failures to follow the protocol while I was there. I concluded that the published papers gave an unfair impression of the experiments and that the results could not be relied upon as evidence for psi.
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