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"Wir müssen Krieg für den Frieden führen"

Begonnen von Dr. Ici Wenn, 15. Dezember 2012, 13:01:02

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Dr. Ici Wenn

Zitat von: bayle am 15. Dezember 2012, 19:03:36
Ici, gib einfach zu, dass Popper an dieser Stelle Mist erzählt ;)

Ich gebe gar nichts zu, aber dafür bin ich aus der "Diskussion" raus. Ich streite nicht um Worte.

bayle

Jetzt kommst Du aber nicht besonders cool rüber.

Dr. Ici Wenn


Onkel Heinz

Gestern Nacht habe ich "Amardillo" gesehen. Ziemlich heftig...
Das Kriegführen für den Frieden - nach diesem Dokfilm schwer zu glauben, dass das funktionieren kann...
http://www.arte.tv/de/armadillo/7103726.html - absolut sehenswert!

Dr. Ici Wenn

Zitat von: Noddy am 16. Dezember 2012, 00:44:57
Gestern Nacht habe ich "Amardillo" gesehen. Ziemlich heftig...
Das Kriegführen für den Frieden - nach diesem Dokfilm schwer zu glauben, dass das funktionieren kann...
http://www.arte.tv/de/armadillo/7103726.html - absolut sehenswert!

Ich kenn ihn nicht. Ich weiß nur, das Filme ziemlich schlechte Berater sind, um z.B. rationale Entscheidungen  zu treffen. Ein guter Regisseur macht auch aus einer Zitrone ein Zuckerrohr.

Meine Intention war ja eigentlich, mit dem provokanten Titel des Themas auf das restliche Interview hinzuweisen, in dem das relativiert und begründet wird. Das war wohl etwas zu schräg gedacht.

Onkel Heinz

ZitatIch kenn ihn nicht. Ich weiß nur, das Filme ziemlich schlechte Berater sind, um z.B. rationale Entscheidungen  zu treffen. Ein guter Regisseur macht auch aus einer Zitrone ein Zuckerrohr.
Sicher... und dieser fokussiert auch nicht wirklich auf politische Zusammenhänge, ist einfach embedded gefilmt.

ZitatMein Intention war...
So ist das schon rübergekommen.
Ich sah die Diskussion hier in der Sackgasse und mich hat der Film einfach beschäftigt - das war quasi auch ein OT-Trigger...

gesine2

Was ist eigentlich aus diesem schönen Slogan geworden?

(vor'm dojo ;-)

Der ginge ja noch zu übersetzen, bei dem folgenden, mir besser gefallenden Spruch würde danach allerdings die Orientierung verlorengegangen sein:



Imho ist kriegerische Aktion in diversen Fällen zwar angesagt, aber bestenfalls dazu geeignet einen Mißstand erst mal grob zu beseitigen. In keiner Weise ist sie allerdings geeignet, um Frieden zu schaffen, schon gar nicht langfristig.

Doch als provokante These würde ich den thread-Titel schon durchgehen lassen...
_____________________
ne schöne jrooß, gesine2

bayle

Und es hat wahrscheinlich kaum je einen Krieg gegeben, der nicht mit dieser These begründet worden ist.

Dr. Ici Wenn

@Gesine2: Gegen Krieg zu sein ist ca. so ähnlich, wie man gegen Schmerzen ist. Keiner will Krieg, trotzdem gibt es ihn. Die Haltung der Pazifisten ist kindisch, durch Ignorieren kann man keine Konflikte lösen. Selbst der gute Brecht hat das eingesehen: Sein viel und falsch Zitierter Satz "Stellt euch vor es ist Krieg, und keiner geht hin" hat ja einen zweiten Teil, der da lautet "dann kommt der Krieg zu euch."

gesine2

ZitatDie Haltung der Pazifisten ist kindisch
Gemach, gemach Dr. Ici Wenn, trotz der weiter oben geäußerten Teilbefürwortung würde ich mich als 'pazifistisch' bezeichnen. Genauso wie ich generell gegen körperliche Gewalt bin, mich aber dennoch angemessen, also ggfs mit (vom Gegenüber) ungeahnter Brutalität selbstverteidigen würde.

Doch ein gewisses Phänomen gibt es ja auf jedem Denkgebiet, also auch hier - so würde ich für ein
ZitatDie Haltung der fundamentalistischen Pazifisten ist kindisch
plädieren.
Die Plakate bzw Sprüche sind schon gut, regen zum Denken an, die halte ich nicht für überzogen. Dagegen halte ich zB die Verfolgung und Ahndung von Kriegsverbrechen (iSv Verbrechen im Rahmen eines Krieges) für viel zu lasch.
_____________________
ne schöne jrooß, gesine2

Dr. Ici Wenn

Zitat von: gesine2 am 16. Dezember 2012, 10:11:11
ZitatDie Haltung der Pazifisten ist kindisch
Gemach, gemach Dr. Ici Wenn, trotz der geäußerten Teilbefürwortung würde ich mich als 'pazifistisch' bezeichnen. Genauso wie ich generell gegen körperliche Gewalt bin, mich aber dennoch angemessen, also ggfs mit (vom Gegenüber) ungeahnter Brutalität selbstverteidigen würde.

Na, da sind wir doch auf einem gleichen Standpunkt.

Zitat
Doch ein gewisses Phänomen gibt es ja auf jedem Denkgebiet, also auch hier - so würde ich für ein
ZitatDie Haltung der fundamentalistischen Pazifisten ist kindisch
plädieren.

Wie schon gesagt, ich mag mich nicht um einzelne Worte streiten. Kindisch bedeutet für mich zu meinen, man müsse nur gegen etwas sein, dann verschwindet es aus der Welt.

Zitat
Die Plakate bzw Sprüche sind schon gut, regen zum Denken an, die halte ich nicht für überzogen.

Vielleicht habe ich die schon zu oft gesehen, mich regen sie nicht mehr an. Ein kleines Zitat:
"So finden wir in der Natur des Menschen drei Hauptursachen für Konflikte: erstens Konkurenz, zweitens Unsicherheit, drittens Ruhmsucht. Die erste veranlasst den Menschen, wegen des Gewinns anzugreifen, die zweite wegen der Sicherheit und die dritte wegen des Ansehens."

(Autor darf geraten werden  :grins2: )

Zitat
Dagegen halte ich zB die Verfolgung und Ahndung von Kriegsverbrechen (iSv Verbrechen im Rahmen eines Krieges) für viel zu lasch.

Kann ich nicht beurteilen. Verbrechen ist Verbrechen, ob mit oder ohne Krieg.

Conina

Wenn ich mir anschaue, wie Nord- und Südkorea sich seit den 50ern auseinanderentwickelt haben, dann bin ich froh, dass der Süden nicht von Pazifisten im Stich gelassen wurde.

Die einen haben KZs, die anderen Samsung.

Monteverdi

Zitat von: Dr. Ici Wenn am 16. Dezember 2012, 09:42:11
Selbst der gute Brecht hat das eingesehen: Sein viel und falsch Zitierter Satz "Stellt euch vor es ist Krieg, und keiner geht hin" hat ja einen zweiten Teil, der da lautet "dann kommt der Krieg zu euch."

Wobei dieser Satz "Stellt euch vor es ist Krieg, und keiner geht hin" wohl gar nicht von Brecht ist, sondern als Übersetzung vom US-amerikanischen Schriftsteller Carl Sandburg und der zweite Teil ("dann kommt der Krieg zu euch") ist eine freie Erfindung. Beide Teile sollen im Brecht'schen Fragment "Koloman-Wallisch-Kantate" stehen, tun es aber nicht. In der Kantate geht es auch nicht um Krieg, sondern um Kampf und Arbeiteraufstand gegen das österreichische Dollfuß-Regime in den 1930er Jahren.

In Bezug auf Klassenkampf ist Brecht allerdings in der Tat recht eindeutig:
"Nicht einmal den Kampf vermeidet / Wer den Kampf vermeiden will: denn / Es wird kämpfen für die Sache des Feinds / Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat"

Dr. Ici Wenn

Zitat von: Flaneur am 16. Dezember 2012, 19:50:41
Wobei dieser Satz "Stellt euch vor es ist Krieg, und keiner geht hin" wohl gar nicht von Brecht ist, sondern als Übersetzung vom US-amerikanischen Schriftsteller Carl Sandburg und der zweite Teil ("dann kommt der Krieg zu euch") ist eine freie Erfindung. Beide Teile sollen im Brecht'schen Fragment "Koloman-Wallisch-Kantate" stehen, tun es aber nicht. In der Kantate geht es auch nicht um Krieg, sondern um Kampf und Arbeiteraufstand gegen das österreichische Dollfuß-Regime in den 1930er Jahren.

Danke. Das wusste ich nicht.

Zitat
In Bezug auf Klassenkampf ist Brecht allerdings in der Tat recht eindeutig:
"Nicht einmal den Kampf vermeidet / Wer den Kampf vermeiden will: denn / Es wird kämpfen für die Sache des Feinds / Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat"

Insofern passt es wieder.