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Der ewige Smalltalk-Faden

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Begonnen von Superkalifragilistisch, 02. Januar 2012, 12:48:31

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eLender

Die Sache mit dem buckeligen Wal geht nicht recht voran. Nächster Vorschlag: Ihn über seinen Ansaugstutzen mit Helium aufblasen, dann kann er wie ein Zeppelin wegschweben. Seine Identität als Wasserlebewesen ist nur sozial konstruiert, man kann ihn davon überzeugen, indem man J. Butler vom Institut für angewandte Postmodernistik einfliegt, die ihm das erklärt. Mglw. wollte er eh schon immer ein Vogel sein, ihm wurde bei Geburt nur die falsche Kategorie zugewiesen. Win win :2thumbs:
Wollte ich nur mal gesagt haben!

eLender

Ich glaube mittlerweile, der Wal landet im Museum. Schade, hätte mich mal über eine positive Nachricht gefreut, diese sind selten die Tage. Man hätte das anders angehen müssen, aber warum sollte man das nicht versuchen ("der Wal kann ja nur einmal sterben")? Mit Esoterik kann das auch nichts werden, das hätte man die Skeptiker machen lassen sollen. Vll. hätte der Elon (kein Skeptiker, aber viel Geld und gewisses technisches Verständnis) das hinbekommen?

Wie auch immer, der Wal hatte ein wenig Abwechslung (er hatte ja keine Wa(h)l ::) ), die Menschen ein wenig Drama, und die Medien ein wenig Futter. Ein paar Kuriositäten am Wegesrand:

ZitatDie Zusammensetzung ließ ein Scheitern dabei früh befürchten: Ein peruanischer Schriftsteller, der sich mit pseudophilosophischen Büchern einen Ruf als "Frauenflüsterer" errungen hat, und nun meint, auch mit Walen flüstern zu können. Eine Tierärztin, die sich auf der Insel Föhr sonst Physiotherapien für Hunde widmet. Eine Pressesprecherin, die es schafft, sich tagelang den Medien zu entziehen. Zu viele Egos, zu wenig Kompetenz.
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/tiere/id_101222196/wal-timmy-rettung-des-buckelwals-wird-zur-peinlichen-show.html

Der Walflüsterer ist schon arg schräg:
ZitatBambaren wurde mit Werken wie "Das Leben ist eine Reise", "Liebe kennt keine Grenzen" oder auch "Der träumende Delfin" bekannt, seinem bislang erfolgreichsten Traktat. Darin erzählt der Autor die Geschichte des Delfins Daniel Alexander, der sich aufmacht, die große perfekte Welle zu suchen, und am Ende sich selbst findet.

Ein Delfin, den er im Urlaub am Strand von Portugal beobachtet hatte, inspirierte den ausgebildeten Chemotechniker zu dem Werk. Seitdem meint Bambaren wohl nicht nur, seinem vornehmlich weiblichen Publikum solche Weisheiten wie "Wir leben nur einmal" mit auf den Weg geben, sondern auch Wale zum Schwimmen animieren zu können.
Klingt nach Matauranga Magie. Diese "Tierretter"-Gemeinschaft scheint sowieso ein wenig am Rad zu drehen, ich hatte das schon gelegentlich beobachten können. Die hawaiianische Tierärztin glaubt zumind. nicht an Flüsterei, aber auch die scheint nicht ganz knusper zu sein. Ich bin kurz in ihr Instaprofil gestolpert:

ZitatLastly, I'd like to send a big fat F@CK YOU to the museum who apparently has been wanting a skeleton of a whale and likely has a voice behind close doors with the government officials waiting for their next cash cow to bring in more ticket sales. PLEASE EVERYONE EMAIL THIS MINISTER WHO HAS CONTROL OF THIS ANIMALS FATE AND FORCE HIM TO ACT! THIS IS HIS EMAIL: t.backhaus@lm.mv-regierung.de This worked for the abandoned dolphins in the Bahamas, it might work for this young humpback named Timmy
https://www.instagram.com/p/DXJSE9EFUar/?img_index=1

Die haben alle einen Dachschaden, das erklärt diese Nähe zu Verschwörungmärchen. Und warum sollte man den Wal dann nicht weiter verwursten? Der würde da nur rumschimmeln und abstinken - so hat der noch Nutzen. Abgesehen vom Skelett kann man den Tran zu Biodiesel verarbeiten (die Verschwörung habe ich auch vernommen) und das Fleisch an die Armen verteilen. Angesichts der heiklen globalen Lage momentan eine echte Hilfe ::)

Wollte ich nur mal gesagt haben!

RPGNo1

ZitatBuckelwal Timmy kämpft in der Ostsee weiter ums Überleben. Eine Meeresbiologin [Bettina Wurche] erklärt, ob der Wal noch Chancen hat – und was wir aus seinem Schicksal lernen müssen.
https://archive.is/UdMvx

Bettina Wurche hat auch das sogenannte "Statement" von der Watchdog-Gruppe StrandedNoMore zerflückt, welches am 11.4. veröffentlicht wurde. Und ich habe meinen Senf dazugegeben, dass ich das "Statement" aufgrund sprachlicher Absonderlichkeiten für eine KI-unterstützte Übersetzung eines ursprünglich englischsprachigen Textes halte, welcher wahrscheinlich ebenfalls mit KI-Hilfe verfasst wurde. ;)

https://scilogs.spektrum.de/meertext/der-buckelwal-in-der-ostsee-der-naechste-akt-des-wal-dramas/
(At Bhaal Temple)
Karlach: What a pesthole! Can't wait to clear this place out.
Minsc: There will be much trading of threats and insults, no doubt. But Minsc will be ready when it is time for boot to meet butt.
Karlach: You and me both, pal.

Purple Tentacle

Ich kann mich nicht erinnern, jemals so ein' Schmarr'n rund um einen gestrandeten Wal oder ähnliches mitbekommen zu haben. :crazy

Kann es sein, dass man auf diese Weise versucht, sich von den anderen Katastrophen (Trump, Putin, Ukraine, Sudan, ...) abzulenken? :gruebel
Ach, was weiß denn ich ...

HAL9000

Zitat von: Purple Tentacle am 21. April 2026, 21:43:13von den anderen Katastrophen [..] abzulenken?
Was "man" will, weiß ich nicht. Aber das größte Bohei entseht durch narzisstische Selbstdarsteller und
selbsternannte "Experten". Denen ist nur Aufmerksamkeit wichtig.

Außerdem leidet praktisch jede mehr oder weniger außergewöhnliche Situation seit einiger Zeit darunter,
dass plötzlich alle zu Fachleuten werden. Das betrifft Fußball, Krieg und Walrettung gleichermaßen.
Jeder scheint sein (wenn überhaupt) schlampig gegoogeltes (meist nur gefühltes) Achtelwissen in die
Welt blasen zu müssen.

Ich hoffe, dass es der Wal bald hinter sich hat, damit dieses unwürdige Schauspiel endlich ein Ende hat.
Denn eins ist klar: Zwei Tage nach seinem Tod ist das Thema bei den Schreihälsen angehakt und sie ziehen
weiter, um den nächsten Aufreger anzuzetteln. denn nur darum geht es: Aufregen!
"It has yet to be proven that intelligence has any survival value."
― Arthur C. Clarke

Purple Tentacle

Zitat von: HAL9000 am 21. April 2026, 22:08:37Außerdem leidet praktisch jede mehr oder weniger außergewöhnliche Situation seit einiger Zeit darunter, dass plötzlich alle zu Fachleuten werden. Das betrifft Fußball, Krieg und Walrettung gleichermaßen. Jeder scheint sein [...] Achtelwissen in die Welt blasen zu müssen.
Wie wahr, wie wahr ...
Ach, was weiß denn ich ...

Purple Tentacle

So etwas in der Art war ja leider zu erwarten.

ZitatWallace wandte sich schon am Montagabend auf ihrer Facebook-Seite mit einer Zusammenfassung der Ereignisse an die Öffentlichkeit.
[...]
Vorwürfe erhebt Wallace insbesondere gegen Sergio Bambarén, Schriftsteller und Vizepräsident der Umweltschutzorganisation "Mundo Azul", und Influencer Danny Hilse, der sich selbst Danny "Firstclass" nennt.

Selbstinszenierung und Dominanz statt Hilfe?

Die beiden Männer, die laut Wallace für sich proklamieren, eine besondere Verbindung zu dem Wal zu haben, gefährden in ihren Augen die gesamte Rettungsaktion. "Die Retter kämpfen mit Einschränkungen, mit heftigsten Einschränkungen. Und dann gibt es zwei komplett lächerliche Menschen in diesem Team, die da auf keinen Fall reingehören", so Wallace im Gespräch mit dem NDR. Am Montagmorgen, so Wallace, als der Wal sich freischwamm, hätten Bambarén und Hilse "seine erste echte Chance auf Freiheit direkt vor meinen Augen zunichtegemacht". Bambarén habe angeordnet, dass die Boote noch warten und sich im entscheidenden Moment nicht nähern sollten - in ihren Augen ein Fehler.
Ach, was weiß denn ich ...

Max P

Zitat von: HAL9000 am 21. April 2026, 22:08:37Denn eins ist klar: Zwei Tage nach seinem Tod ist das Thema bei den Schreihälsen angehakt und sie ziehen weiter, um den nächsten Aufreger anzuzetteln. denn nur darum geht es: Aufregen!
Das Skelett des armen Wals soll ja als cash cow im Museum der gaffenden Menge ausgesetzt werden. Gegen diese mutwillige Entwürdigung könnten Aktivist*innen dann auf vielfältige Weise protestieren, z.B. indem sie Farbe über das Ausstellungsstück schütten, sich daran anketten, als schreiender Flashmob unter den Besuchern erscheinen oder zumindest vor dem Museum Mahnwachen veranstalten. Auch aus dem toten Wal kann man noch viel Honig Tran saugen.
Adolf Hitler war der zutreffenden Ansicht, er habe die Demokratie mit ihren eigenen Regeln zur Strecke gebracht.

HAL9000

Zitat von: Max P am 22. April 2026, 10:41:11Auch aus dem toten Wal kann man noch viel Honig Tran saugen.
Ja, das stimmt leider. Man könnte auf einem Schild anmerken, dass das arme Tier durch Aktivisten
länger und stärker leider musste, weil man es entgegen dem Rat von Experten nicht in Ruhe ließ.
(Ist nur ein Wunschtraun von mir, das wird natürlich nie passieren)
"It has yet to be proven that intelligence has any survival value."
― Arthur C. Clarke